
Tympanon des Rottweiler Kapellenturms (um 1340)

Tympanon der Kollegiatskirche von Saint-Émilion (14. Jh.)

LETZTER BEITRAG
Tympanon des Rottweiler Kapellenturms (um 1340)
Gerichtsszenen auf einem Tympanon hat es selbstverständlich auch in Deutschland gegeben. Ein bekannteres Beispiel aus Süddeutschland ist das Jüngste Gericht eines unbekannten Bildhauers am Kapellenturm aus der Mitte des 14. Jahrhunderts in Rottweil. Dieser Kapellenturm

Ukrainische Weltgerichtsdarstellung (um 1500) und moderne Kopien (21. Jh.)
Dieses kleine Detail von etwa 40 x 65 Zentimeter stammt von einer alten Ikone aus der Ukraine, genaugenommen aus einer orthodoxen Kirche oder einem Kloster aus Mshanets bei Turka, einer westukrainischen Stadt in den Waldkarpaten. Insgesamt hat die Weltgerichtsikone eine Größe von 187 x 134 Zentimetern. Sie basiert auf Temperafarben

Fresken der Kapelle Notre-Dame de Benva in Lorgues (1511)
Die römisch-katholische Kapelle Notre-Dame de Benva findet man einige Kilometer westlich von Lorgues bei Toulon (Départements Var). Sie entstand im Jahr 1468. Einige Jahrzehnte später wurden durch unbekannte Maler 1511 die Ausmalungen vorgenommen. Die teuren, satt aufgetragenen Farben belegen, dass man hier nicht sparen musste, und es wird vermutet, dass

Weltgerichtsfresko aus der Oude Helenakerk in Aalten (um 1530)
Die protestantische Oude Helenakerk (Alte St. Helena-Kirche) im niederländischen Aalten (Provinz Gelderland) unmittelbar an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen ist für ihre Fresken aus dem frühen 15. Jahrhundert bekannt. Die Kirche wurde deswegen zum Nationalen Kulturdenkmal der Niederlande deklariert. Nach der Reformation wurden die Malereien 1566 mit Gips geweißt und erst

Paul Kreutzberger (gest. 1681): „Orbis sensualium pictus“ (1658)
„Orbis sensualium pictus“ („Die wahrnehmbare Welt“) war ein vor allem in Osteuropa weit verbreitetes Schulbuch des Theologen und Humanisten Johann Amos Comenius (1592-1670). Die erste zweisprachige Ausgabe erschien 1658 in Nürnberg. Der dort tätige Illustrator und Formschneider Paul Kreutzberger (auch Creutzberger, gest. 1681) soll die Abbildungen angefertigt haben. Kreutzbergers größter

„Allegorie Jerusalems“ (um 1500)
Die Ikone „Allegorie Jerusalems“ entstand um 1500 auf der Mittelmeerinsel Korfu und zählt zu den dortigen Arbeiten des Byzantinismus, die Künstler anfertigten, die aus Byzanz (heute Istanbul) geflohen waren. Im Zuge der weiteren osmanischen Expansion wurde das Bild auf den Berg Athos in das griechisch-orthodoxe Kloster Agiou Dionysiou (Μονή Αγίου

Katharina Duwe (geb. 1952): St. Michael in Moorrege (1996)
„Das Himmlische Jerusalem“ mit den Toren der Stadt ist ein expressives Betonglasfenster in der evangelischen Kirche St. Michael in Moorrege, geschaffen von Katharina Duwe (geb. 1952). Die Künstlerin aus Hamburg hatte sich mit ihrem expressiven Entwurf in einem Wettbewerb durchsetzen können. Der Entwurf ist von 1995, die Ausführung folgte 1996.

Gus N. Emerson: „Love of Christ“ (1959) und Kopie in Ray Hall Adventures: „God’s Decalogue of Love“ (1961)
Auch andere Verlage orientierten sich an den Jerusalems-Bildnissen der Pacific Press Publishing Association oder der Review and Herald Publishing Association, die ja in großer Stückzahl weltweit vertrieben wurden und zumindest unter den Adventisten großen Einfluss ausübten. 1959 erschien die Erstauflage von „Love of Christ“ des adventistischen Pastors J. E. Gregory.

Jerusalems-Vignetten aus „Advent Review and Sabbath Herald“ (1959 und 1960)
In „The Advent Review and Sabbath Herald“ waren in den 1950er und 1960er Jahren Jerusalems-Vignetten beliebt. Kaum eine Jahresausgabe konnte auf solche Zeichnungen verzichten, die, stets schwarzweiß, mehr oder weniger passende Artikel illustrierten. An der Tradition orientiert war diese schwarzweiße Vignette im Stil von Clyde Norman Provonsha (1911-2006). Signiert ist

Frans Griesenbrock (1916-2010): St. Marienkirche in Bordesholm (1970)
Soweit bekannt hat der Kunstmaler Frans Griesenbrock (1916-2010) aus Vaals in Holland drei Mal das Himmlische Jerusalem auf Buntglasfenstern in Deutschland dargestellt. Beide Arbeiten wurden kurz hintereinander, 1970 in Bordesholm und Kappeln bzw. 1971 in St. Joseph in Witten-Annen, eingebaut. Im Zuge einer Renovierung der 1949 in Backstein erbauten römisch-katholischen

Heinz Borchers (1898-1972): Jerusalemsfenster aus St. Jacobi in Kiel (1968)
Nach schwerer Kriegszerstörung wurde die Kieler Jakobikirche zwischen 1952 und 1954 durch Gerhard Langmaack aus Hamburg in reduzierter und vereinfachter Form wieder aufgebaut. Das Himmlische-Jerusalemsfenster wurde, wie auch das Jakobus-Fenster, von dem Bremer Maler Heinz Borchers (1898-1972) entworfen. Der Maler und Zeichner ist kaum bekannt, er war ein Schüler von

Wandmalerei der Heilig-Geist-Kirche in Flensburg (um 1400)
In der Flensburger Heilig-Geist-Kirche haben sich mittelalterliche Wandmalereien aus der Zeit um 1400 erhalten, es sind heute die ältesten Malereien der Stadt, entstanden noch vor der Marienkirche mit ähnlichen Motiven. Das dritte Joch von Westen (bzw. das zweite Joch im Hauptschiff) präsentiert dort ein Weltgericht mit einem Neuen Jerusalem als

„My Fathers’s House“ aus „Advent Review and Sabbath Herald“ (1953)
Nur eine schmale Spalte verziert diese einfache, aber kompositorisch und handwerklich gekonnte Zeichnung, die sich über dem Artikel „My Fathers’s House“ („Das Haus meines Vaters“) der US-amerikanischen Adventisten-Zeitschrift „Review and Herald“ findet. Die Illustration muss als gelungen oder passend für das Thema befunden worden sein, sonst hätte man sie nicht

Colorama-Werbung der Firma Kodak (1960)
Colorama-Bilder waren hintergrundbeleuchtete Bildtafeln, welche die Firma Kodak vertrieb. Kodak war einst Markenführer und ein börsennotiertes Weltunternehmen, 2012 ging es in die Insolvenz.Einst waren Innovationen wie die Colorama-Bilder große Erfolge und sprudelnde Einnahmequellen. Für diese Bilder wurde natürlich auch professionell geworben, unter anderem auch in „The Advent Review and Sabbath

Illustration aus „The Coming King“ (1932)
„The Coming King“ bezieht sich auf Christus, der als König im Himmlischen Jerusalem wiederkehren und dann für immer herrschen soll. Die Publikation von James Edison White und Alonzo L. Baker aus dem Jahr 1932 erschien im Verlag Southern Publishing Association in Nashville. White oder Baker haben aber mit Sicherheit nicht

„Ewiger Tierfriede“ aus „Our Lord’s Return“ (1918)
Eine Neuauflage von „Our Lord’s Return“ („Die Wiederkehr unseres Herrn“) erschien erstmals im Jahr 1918 bei der „Southern Publishing Association“ in Nashville, einem Verlagshaus der US-amerikanischen Adventisten. Diese Fassung wurde auch mit einer kleinen neuen Beigabe zum Thema Himmlisches Jerusalem ausgestattet (S. 121). Die einfache Zeichnung in schwarzweiß muss wenige

Helmut Lang (1924-2014): St. Martinus in Elsdorf-Niederembt (1950er Jahre und/oder 1993)
Von Helmut Lang gibt es neben seinem Glasfenster in St. Theresia in Essen-Stadtwald und dem ähnlichen Tauffenster in St. Joseph in Brüggen noch eine weitere Arbeit zum Thema Himmlisches Jerusalem. In Niederembt bei Elsdorf (Rhein-Erft-Kreis, westlich von Köln) zeigt St.

Endzeitliche Spekulationen aus dem Band „Smaragd“ (16. Jh.)
Über die 310 Blätter dieser Handschrift sind fünf farbige Miniaturen verteilt. Auf fol. 310 endet das Werk. Die drei letzten Seiten waren ursprünglich frei von Text und Bild. Ein unbekannter Leser hat auf diesen Seiten seine endzeitlichen Spekulationen zusammen mit

Manfred Espeter (1930-1992): Türgriff von St. Bartholomäus in Marl-Polsum (1967)
Die römisch-katholische Kirche St. Bartholomäus in Marl-Polsum zeigt nicht nur auf einem ihrer Glasfenster das Neue Jerusalem, sondern das Motiv begrüßt Besucher bereits im Eingangsbereich. Dort befindet sich, durch Treppen überhöht und leicht in das Gebäude eingezogen, der Türbereich der

Meister von Sankt Severin: Kölner Weltgerichtsdarstellung (um 1488)
Für das Rathaus der freien Reichsstadt Köln wurde um das Jahr 1488 eine Weltgerichtsdarstellung angeschafft. Es gehört damit zu den frühen Gerichtsbildern, wie etwa die Würzburger Tafelmalerei, das Basler Gerichtsbild oder das Gerichtsbild der Stadt Diest. Ausgeführt wurde die Kölner

Sepp Hürten (1928-2018): Portalrelief von St. Quirinus in Mödrath (1964)
Wie mächtige Bollwerke aus Beton und Eisen erscheinen die zwölf Rundtürme des Himmlischen Jerusalem mit ihren Kegeldächern in St. Quirinus in Mödrath bei Köln. Das Portalrelief befindet sich über dem mittleren Haupteingang der Kirche. Nicht einmal Fenster oder Eingänge sind

Vinderslevmesteren: Fresken der Kirche Hyllinge (um 1500)
Die alte Kirche der Gemeinde Hyllinge (Sjælland) stammt aus dem 14. Jahrhundert und liegt auf einem Bergrücken am südwestlichen Rand der dänischen Kirchspielgemeinde. Die heute protestantische Kirche besitzt farbige Kalkmalereien, von denen eine Gewölbekappe das Himmlische Jerusalem darstellt. Weitere Kappen
Über mich
Dr. Claus Bernet
Um etwa 1990 begann ich, mich mit dem Thema Jerusalem zu beschäftigen. Die Stadt habe ich mehrfach bereist und Bücher zu diesem Thema verfasst; erwähnen sollte man vielleicht die Reihe „Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem“, den Band „Perlen des Neuen Jerusalem“ und meine Dissertation „Gebaute Apokalypse“. Zahlreiche Aufsätze erschienen immer wieder in Fachzeitschriften (Das Münster, Textilkunst International, Zeitschrift für Sepulkralkultur, u.v. a.). Mit meiner wissenschaftlichen Dokumentation von Jerusalems-Kunstwerken konnten bereits Ausstellungen und Museumskataloge unterstützt sowie Gemeinden bei der Anschaffung von geeigneten Kunstwerken beraten werden. Regelmäßig gebe ich auch Bildvorträge zu diesem Thema. Grundlage der Publikationen und der Bildvorträge sind meine fotografische Sammlung von inzwischen 6.000 Aufnahmen von Glasfenstern, Fresken, Mosaiken und anderen Kunstwerken.



