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Karl Hellwig (1911-1993): Kirche von Heßler (1956)

An den Seiten steht in separaten Fenstern jeweils ein roter Engel mit einer Posaune. Etwas darüber befinden sich wieder zwei Doppelfenster, die durch einen breiten Rahmen getrennt sind. In der Mitte finden sich hier zahlreiche Tore der heiligen Stadt als einfache Rundbögen. Jedes Tor hat eine unterschiedliche Pastellfarbe und meist einen goldgelben Rahmen an den Seiten. Sie gruppieren sich um einen Bogen, der beide Fenster miteinander verbindet und nochmals das Motiv des Bogens aufnimmt. Betrachtet man also die zwei mittleren Fenster mit den zwölf Toren genau, erkennt man ein weiteres, dreizehntes Tor, dass sich halbkreisförmig über beide Fenster zieht.

So sieht ein Neues Jerusalem von Karl Hellwig (1911-1993) aus Böhmen aus. Der Künstler schuf dieses Fenster für den Eingangsbereich der evangelischen Kirche von Gelsenkirchen-Heßler im Ruhrgebiet. Es handelt sich um eine Supraporte über dem monumentalen Haupteingang. Dieser Haupteingang wird nun seit Jahren nun nicht mehr genutzt, sondern die Besucher gelangen durch einen Seiteneingang in den Hauptraum. Das hat zur Folge, dass man das Fenster nicht mehr erleben kann, da es nicht Teil des eigentlichen Gottesdienstraumes ist. Die Sicht ist leider durch einen tiefen Deckenleuchter direkt vor dem Fenster etwas beeinträchtigt, der eigentlich heute überflüssig ist und auch so gut wie nicht in Gebrauch ist.
Karl Hellwig war in den 1950er Jahren im Ruhrgebiet einer der aktivsten Glasmaler für evangelische Kirchen. Im Gegensatz zu manchem Kollegen ist sein Wirken heute so gut wie vergessen. Diese Arbeit wurde von ihm 1955 entworfen und ein Jahr später von der Manufaktur Albert Heberle in Hagen-Haspe hergestellt.

Gemeindebrief zur Einweihung der evangelischen Kirche in (Gelsenkirchen-) Hessler: Sonntag, 18. September 1955, o.O. 1955.
M. Schönberg (Hrsg.): Bilder aus der Vergangenheit Heßlers. Festschrift zum 75jährigen Bestehen der Evangelischen Kirche in Gelsenkirchen Heßler, Gelsenkirchen-Heßler 1986.

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tags: Gelsenkirchen, NRW, Ruhrgebiet, Nachkriegskunst, Supraporte
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