LETZTER BEITRAG
Saint-Gervais-Saint-Protais: Orgelfenster für die Kirche Saint-Gervais-Saint-Protais in Paris (2000-2003)
Für die römisch-katholische Kirche Saint-Gervais-Saint-Protais in Paris (viertes Arrondissement; Paris IV), benannt nach den beiden Heiligen Gervasius und Protasius, schuf der Glasmachermeister und Restaurator Claude Courageux (geb. 1938) um die Jahrtausendwende eine Serie von Buntglasfenstern.

Johannes Gallicus: Deckenmalerei im Dom zu Braunschweig (1230-1250)
Die Secco-Deckenmalerei des Braunschweiger Doms ist an Farbenpracht und Detailreichtum kaum mehr zu übertreffen. Sie gilt als wichtiges Kulturdenkmal weit über Braunschweig hinaus. Gut 80 Prozent der ursprünglichen Malerei haben sich erhalten, darunter auch eine komplett ausgemalte Vierung, die dem Himmlischen Jerusalem vorbehalten ist. Diese Malerei erinnert an einen steingewordenen

Thomas Resetarits (1939-2022): Bronzetür am Dom zu Eisenstadt (1985)
Der Bildhauer Thomas Resetarits (1939-2022) schuf zum Diözesanjubiläum 1985 die beiden Bronze-Türen des Eisenstädter Doms St. Martin im Burgenland. Man findet sie am westlichen Hauptportal. Das Zentrum der Tür, zugleich die Mitte der Kirche, ist die Eucharistie, hier symbolisch dargestellt durch die Versammlung zum Abendmahl in einem Rund, welches an

Gerhard Henschel (1938-2022): Sankt-Marien-Andreas-Kirche in Rathenow (2000)
Die evangelische Sankt-Marien-Andreas-Kirche in der Stadt Rathenow (Brandenburg) beseitigte erst um die Jahrtausendwende wesentliche Kriegsschäden des Zweiten Weltkriegs, indem acht neue Chorfenster eingesetzt wurden. Der damit beauftragte Künstler war der Maler und Grafiker Gerhard Henschel (1938-2022). Ein zweibahniges Fenster, das den Titel „Die Verheißung oder das Paradies“ trägt, wurde von

Hans Gottfried von Stockhausen (1920-2010): Unterneustädtische Kirche Kassel (1953)
Das große zentrale Glasfenster in der evangelischen Unterneustädtischen Kirche zu Kassel heißt: „Das Lamm im Himmlischen Jerusalem und die klugen und die törichten Jungfrauen“. Die Idee dazu ging von Rudolf Yelin aus. Dem Titel entsprechend werden auch diese beiden Themen gezeigt. Links und rechts sind jeweils fünf Frauenpersonen zu finden,

Albrecht Dürer (1471-1528): Jerusalem als Ruinenstadt und als Himmelspforte (1498)
Die später weltbekannte Serie „Apocalipsis cum figuris“ entstand stückweise in den Jahren von 1496 bis 1498. Albrecht Dürer war damals gerade einmal 25 Jahre alt. 1498 erschienen in Nürnberg zwei Ausgaben der Apokalypse mit den von Dürer gefertigten Bildern, eine in deutscher und eine in lateinischer Sprache. Es war Dürers

Erwin Fischer und Else Hildegard Bircks (1903-1994): Kirchenfenster aus Christkönig in Borken (1965)
In den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts war die kleine römisch-katholische Notkirche Christkönig in Borken (Hessen, Schwalm-Eder-Kreis) aus dem Jahre 1932 für die auf 2.400 Mitglieder angewachsene Gemeinde nicht mehr ausreichend, da zahlreiche Vertriebene aus Schlesien und Pommern hier eine neue Heimat gefunden hatten. 1963 bis 1965 wurde daher durch

Juan Sánchez Cotán (1560-1627) und Nachfolger: Himmelspforten (1618, um 1620, um 1630)
Juan Sánchez Cotán (1560-1627) war ein spanischer Maler des Barock, der in seiner Heimat für malerische Stillleben eine gewisse Bekanntheit erlangte. Nach einem religiösen Bekehrungserlebnis wurde er 1612 katholischer Mönch und malte fortan ausschließlich sakrale Themen, so 1618 eine Maria Immaculata mit ihren zahlreichen traditionellen Symbolen. Auf dem 260 x

Elmar Hillebrand (1925-2016) u.a.: Synagogendenkmal in Hildesheim (1988)
In Hildesheim steht weltweit das wohl einzige Holocaustdenkmal, das das Himmlische Jerusalem thematisiert. Vielleicht ist es sogar das einzige Denkmal mit dieser Thematik überhaupt. Das Denkmal besteht aus einem steinernen Kubus, an dessen vier Schauseiten mehrere Bronzeplatten angebracht wurden. Über dem Kubus schwebt oben die Gottesstadt. Sie wird von vier

Adrien Napoléon Cornuel: Saint-Jean-Baptiste in Nemours (1864)
Saint-Jean-Baptiste ist eine römisch-katholische Kirche in Nemours, einer französischen Kleinstadt in der Region Île-de-France, heute im südlichen Einzugsbereich von Paris gelegen. Neben dem Schloss ist dort die gotische Kirche der bedeutendste Bau der einst ländlich geprägten Ortschaft. Im Laufe der Jahrhunderte mussten in Saint-Jean-Baptiste immer wieder die Glasfenster erneuert werden.

Virgil Solis (1514-1562): Allegorien (1560 und 1562)
Virgil Solis lebte von 1514 bis 1562 und arbeitete in Nürnberg als Maler und Kupferstecher. „Virgil Solis“, also der Sonnenwächter, ist kein Humanistenname, sondern tatsächlich der Taufname des späteren Künstlers. Im Laufe der Jahre kamen aus seiner Werkstätte nicht weniger als 700 Holzschnitte und 1.300 Kupferstiche – eine fast beispiellose

Justus Heering (1609-1649): Jesusburg (1648)
In einer von Brandschatzung, Verwüstung und Vergewaltigung geprägten Zeit wie der des Dreißigjährigen Krieges wurde das Himmlische Jerusalem weniger als Friedensstadt denn als Festung oder Burg gesehen. Das beste Beispiel dafür ist die „Jesusburg“ des Lutheraners Justus Daniel Heering (1609-1649) aus Nürnberg, die man als Gegenentwurf zu den katholischen Glaubensburgen

Radleuchter aus St. Stephanus und St. Sixtus in Halberstadt (1516)
Der evangelische Dom St. Stephanus und St. Sixtus in Halberstadt (Harz) ist einer der wenigen großen Kirchenbauten, der im typisch französischen Baustil in Ostdeutschland noch heute besichtigt werden kann. Als letzte Ergänzung wurde 1514 der neue Kapitelsaal fertiggestellt und kurz darauf, im Jahr 1516, kam der Radleuchter im Mittelschiff hinzu.

Heinrich Müller (1631-1675): „Himmlischer Liebes-Kuß“ (1659, 1669, 1679 und 1693)
Heinrich Müller wurde 1631 in Lübeck geboren und war bald ein anerkannter Theologe und Prediger. Sein hauptsächliches Betätigungsfeld war das Abfassen langer und umfangreicher Erbauungswerke als Trostschriften. Diese schrieb er nicht zuletzt für sich selbst; seinem Beichtvater vertraute er einmal an, dass er in seinem Leben nicht einen einzigen fröhlichen

Peter Troschel (geb. um 1620, gest. nach 1667): Dilherr-Bibeln (1656 und 1710)
Die „Biblia, Das ist: Die gantze Schrifft, Altes und Neues Testaments […]. Samt einer Vorrede Herrn Johann Michael Dilherrns“, kurz „Dilherr-Bibel“, war vielleicht die erfolgreichste aller Lutherbibeln im 17. Jahrhundert. Von 1656 bis 1788 erschienen mindestens dreißig Auflagen. Fast jeder Pfarrer hatte diese Ausgabe, in vielen Bibliotheken und Sammlungen ist

Alfred Wickenburg (1885-1978): St. Michaels-Kapelle im Schloss Seggau (1961)
Das Glasfenster mit dem Titel „Lamm Gottes und Himmlisches Jerusalem“ besteht aus zwei Teilen. Oben hat der Künstler ein weißes Tier gesetzt, mit dem Kopf direkt vor dem rotfarbenen Buch des Lebens. Der Kopf mit roten Augen trägt eindeutig die

Louis Emile Manche (1908-1982): Fenster aus der Kirche Johannes des Täufers zu Mijdrecht-Wilnis (1952)
Die neogotische Johannes de Doperkerk, oder zu Deutsch die Kirche Johannes des Täufers befindet sich auf dem Land in Mijdrecht-Wilnis südlich von Amsterdam (Provinz Utrecht). In dieser römisch-katholischen Kirche wurden auf beiden Seiten des Schiffs, des Querschiffs und der Taufkapelle

Robert Ray Vaughn (1897-1986): Biblische Lehrtafeln (um 1955)
Anfang der 1950er Jahre setzte sich Robert Ray Vaughn (1897-1986) mit dem Himmlischen Jerusalem auseinander, was zu den beiden Arbeiten „In hope of new Jerusalem“ und „The city made of gold“ führte. Sie entstanden als Lehrmaterial für die Sonntagsschule für

François Décorchemont (1880-1971): Glasfenster der Kirche Saint-Hélier in Beuzeville (um 1968)
Die Kirche Saint-Hélier ist die römisch-katholische Pfarrkirche von Beuzeville im Département Eure. Das im Kern mittelalterliche Gebäude aus dem 12. Jahrhundert wurde in den 1960er Jahren durch den Dekan von Beuzeville, Pfarrer Leprieur, umfassend renoviert und neugestaltet. Mit vielen freiwilligen

Armenische Bibeleditionen (1619, 1645, 1648, 1666)
Innerhalb der armenischen Kirche bildete sich eine Präsentation des Neuen Jerusalem heraus, die anhand ihrer Merkmale schnell erkannt werden kann. Eine der frühen Fassungen ist die Lemberger Bibel aus dem Jahr 1619, die im Kunstmuseum Matenadaran in Jerewan, dem Zentralarchiv

Louis Charles Auguste Steinheil (1814-1885) und Nicolas Coffetier (1821-1884): Kartäuserkapelle von Lyon (um 1865)
Die Kapelle der Kartäusermönche im ersten Arrondissement von Lyon (Region Rhône-Alpes) ist offiziell eine geweihte römisch-katholische Kirche. Im Jahr 1837 wurde auf dem damals noch offenen Gelände ein Erziehungsinstitut errichtet, für das der Architekt Tony Desjardins (1814-1884) von 1859 bis
Über mich
Dr. Claus Bernet
Um etwa 1990 begann ich, mich mit dem Thema Jerusalem zu beschäftigen. Die Stadt habe ich mehrfach bereist und Bücher zu diesem Thema verfasst; erwähnen sollte man vielleicht die Reihe „Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem“, den Band „Perlen des Neuen Jerusalem“ und meine Dissertation „Gebaute Apokalypse“. Zahlreiche Aufsätze erschienen immer wieder in Fachzeitschriften (Das Münster, Textilkunst International, Zeitschrift für Sepulkralkultur, u.v. a.). Mit meiner wissenschaftlichen Dokumentation von Jerusalems-Kunstwerken konnten bereits Ausstellungen und Museumskataloge unterstützt sowie Gemeinden bei der Anschaffung von geeigneten Kunstwerken beraten werden. Regelmäßig gebe ich auch Bildvorträge zu diesem Thema. Grundlage der Publikationen und der Bildvorträge sind meine fotografische Sammlung von inzwischen 6.000 Aufnahmen von Glasfenstern, Fresken, Mosaiken und anderen Kunstwerken.






