LETZTER BEITRAG
Saint-Gervais-Saint-Protais: Orgelfenster für die Kirche Saint-Gervais-Saint-Protais in Paris (2000-2003)
Für die römisch-katholische Kirche Saint-Gervais-Saint-Protais in Paris (viertes Arrondissement; Paris IV), benannt nach den beiden Heiligen Gervasius und Protasius, schuf der Glasmachermeister und Restaurator Claude Courageux (geb. 1938) um die Jahrtausendwende eine Serie von Buntglasfenstern.

Herold der Wahrheit, Teil 1: Jerusalem-Abbildungen bis zum Ersten Weltkrieg
„Herold der Wahrheit“ lautete der Titel einer deutschsprachigen Zeitschrift, welche von Adventisten in Hamburg herausgebracht wurde. Maßgeblich beteiligt war Ludwig Richard Conradi (1856-1939), der zahlreiche der Beiträge verfasste. Wer hingegen die Zeichnungen beisteuerte, ist bei kaum einer der Illustrationen bekannt geworden. Stilistisch lassen sich wohl einzelne Abbildungen einem kleineren Kreis

Johann Valentin Andreae (1586-1654): Christianopolis (1619)
Über keine deutsche Utopie ist so viel geschrieben und diskutiert worden wie über die „Christianopolis“. Ihr Verfasser ist Johann Valentin Andreae (1586-1654), der zuvor an Hafenreffers Werk „Templum Ezechielis“ mitgearbeitet hatte. 1619 trat er selbst mit einer Utopieschrift „Christianopolis“ an die Öffentlichkeit. Ausdrücklich verweist er zum besseren Verständnis seines an

Wandmalerei in der Kirche von Briesen (1486)
Bemerkenswert sind die Wandmalereien der evangelischen Kirche zu Briesen im Spreewald, vor allem wegen ihres Umfanges und ikonographischen Programms. Vieles spricht dafür, dass die Einweihung der Fresken 1486 geschah, denn diese Jahreszahl befindet sich im oberen Teil der Nordwand. Unbekannt ist, wer die Bilder gemalt hat. Eine Vermutung sagt, dass

Wandmalereien der Kirche Kalkwitz (um 1520)
Die evangelische Dorfkirche von Kalkwitz, einem Ortsteil der Stadt Calau am Rande des Spreewalds, schien schon dem Verfall preisgegeben – die Kirche sollte, wie das gesamte Dorf, dem Braunkohletagebau weichen und war quasi zur Ruine verkommen. Die heutige Kirche, ein rechteckiger Feldsteinbau im ursprünglich gotischen Stil, stammt aus dem frühen

Karl Hellwig (1911-1993): Kirchentür in Haßlinghausen (1963)
Lange Zeit war das Portal der evangelischen Kirche Haßlinghausen im Kirchenkreis Schwelm ohne besonderes Dekor. Im Winter 1962/63 wurden neue Schmuckelemente hergestellt und eingebaut. Der Künstler war der Glasmaler Karl Hellwig (1911-1993). Neben dem Himmlischen Jerusalem auf der Supraporte schuf Hellwig auch die beiden Griffe auf den Türflügeln. Sein Kunstwerk

Abteikirche Saint-Theudere in Saint-Chef (um 1050)
In der Dauphiné, in dem Ort Saint-Chef, befindet sich die ehemalige Abteikirche Saint-Theudere. Für ihre romanischen Wandmalereien, die 1846 von dem Freskomaler Alexandre Denuelle konserviert wurden, ist sie weithin bekannt: es handelt sich um eine der ältesten Wandmalereien des Neuen Jerusalem, in etwa ebenso alt wie diejenigen aus Pietro al

J. H., F. R. u.a.: Illustrationen der Zeitschrift „Stadt Gottes“, 1889 bis 1918 (Teil 1)
Die Familienzeitschrift „Stadt Gottes“ wurde seit 1887 von der Missionsdruckerei in Kaldenkirchen, einem Stadtteil von Nettetal im Kreis Viersen in Nordrhein-Westfalen, herausgebracht und war eine Art Bildzeitung für den Katholizismus. Es gab eine deutsche, eine schweizerische und eine österreichische Ausgabe. In diesen findet man Kurzgeschichten, Fotodokumentationen über fremde Völker und

Théodore-Cyrille Deligny (1808-1887): Fenster aus Saint-Nicolas in Jonquières (1859)
In der französischen Provence sind nur wenige Kirchenbauten zu finden, die einmal das Neue Jerusalem zur Darstellung bringen. Eine Ausnahme ist die römisch-katholische Kirche Saint-Nicolas in Jonquières bei Orange. Man findet dort ein Buntglasfenster mit mehreren Mariensymbolen aus der Lauretanischen Litanei. Erfreulicherweise ist das Fenster datiert, ganz oben wurde die

Giovanni Baleison: Cappella dei Santi Sebastiano e Michele, Celle di Macra (1484)
Die römisch-katholische Cappella dei Santi Sebastiano e Michele in der piemontesischen Gemeinde Celle di Macra (Val Maira, Region Piemont), mitten im Wald gelegen, besitzt eine prächtige Wand- und Deckenmalerei. Ausgeführt wurde sie vom italienischen Malermeister Giovanni Baleison im Jahr 1484, als der Ort zum Herzogtum Savoyen gehörte und die Kunst

Malereien aus St Mary, North Leigh (15. Jh.)
Torszenen hat es seit seit 337 nach Christus zu allen Zeiten in vielen Ländern gegeben. Bei diesen vertritt eine einfache Himmelspforte pars pro toto das gesamte Neue Jerusalem. Man kann sich auch vorstellen, dass bei Torszenen nur eines der insgesamt zwölf Tore der Stadt zu sehen ist. Mitunter lassen sich

Georg Steyger (1564-1638): Schalldeckel der Kanzel in Quedlinburg (1595)
Seltenheitswert dürfen auch Schalldeckel in Form des Himmlischen Jerusalem beanspruchen. Ein besonders schönes Stück ist derjenige der Marktkirche St. Benedikti zu Quedlinburg, ein Meisterwerk der Mikroarchitektur. An der Hallenkirche wurde vom 12. bis zum 15. Jahrhundert gebaut; und die Kanzel wurde zu ihrer Komplettierung 1595 im Stil der Spätrenaissance vom

Jerusalems-Illustrationen aus „Signs of the Times“ (1887ff)
Die Zeitschrift „Signs of the Times“ ist eine traditionsreiche christliche Zeitschrift der Adventisten, die auch heute noch publiziert wird. Bezüglich des Neuen Jerusalems dürfte es weltweit die Zeitschrift mit den meisten Abbildungen der Gottesstadt sein, die ja in der Theologie der endzeitlich orientierten Glaubensgemeinschaft eine besondere Bedeutung besitzt. Viele ihrer

Tobias Stimmer (1539-1584): Maria-Immaculata-Darstellung (1583)
Eine anspruchsvolle Maria-Immaculata-Darstellung besitzt das Herzog-Anton-Ulrich-Museum in Braunschweig (Signatur TStimmer WB 3.15). Neben der zentralen Marienfigur sind hier auch einige der Symbole Mariens aufgenommen. Oben (auf der Zeichnung unten links neben Maria) befindet sich die Porta Coeli als klassizistisches Stadttor mit markanter Bossequaderung. Unten (auf der Zeichnung unten rechts neben

John Bunyan (1628-1688): „The Pilgrim’s Progress“, japanische Ausgaben 1886 und 1889
Im späten 19. Jahrhundert geriet Japan in den Focus christlicher Missionare. Zunächst versuchte man, über Traktate dort den Glauben zu verbreiten, mit mäßigem Erfolg. Unter den verschiedenen christlichen Denominationen waren in Japan vor allem die Baptisten aktiv. Unter anderem brachten sie eine Ausgabe von John Bunyans „Pilgrim’s Progress“ heraus, mit

Mariani di Muzio Vanni (1563-1610): Himmelspforte aus Santa Maria della Fontenuova in Monsummano Terme (1610)
Von 1603 bis 1610 wurde unter dem römisch-katholischen Bischof Giovanni Desideri (1568-1604) die Decke von Santuario di Santa Maria della Fontenuova, eine Kirche im spätmanieristischen Stil in Monsummano Terme, aufwendig und kostspielig ausgestaltet. Monsummano Terme ist eine italienische Gemeinde in der Provinz Pistoia der Region Toskana. Es handelt sich dort

Claudia Breinl (geb. 1959): Kelchvelum, ehemals Stiftskirche Darmstadt (1984)
Der Entwurf und die Ausführung dieser Stickerei mit dem Himmlischen Jerusalem stammen von Claudia Breinl (geb. 1959). Nach einem Studium der Germanistik und Philosophie in Mainz absolvierte Breinl eine Ausbildung im textilen Kunsthandwerk. 1984 wurde dieses Werk ihr Gesellenstück. Es

Dorothee Mücksch (geb. 1938): Antependium im Kloster Drübeck (1998)
Diese ungewöhnliche Arbeit wurde von der ehemaligen Pröpstin Dorothee Mücksch (geb. 1938) aus Aschersleben angefertigt. Die Künstlerin hat kurz vor Eintritt in den Ruhestand das Bild „Himmlisches Jerusalem“, wie es in der Offenbarung beschrieben wird, in eine farbenfrohe Textilarbeit umgesetzt.

Naja Salto (1945-2016): Teppich „Det ny Jerusalem“ aus der Holmens Kirke, Kopenhagen (1994)
Die protestantische Holmens Kirke war einst eine Ankerschmiede der militärischen Dockeinrichtungen auf dem damaligen Bremerholm, in Parlamentsnähe direkt am Holmens-Kanal in Kopenhagen, bevor das Gebäude 1619 zu einer Kirche für die Angehörigen der Königlichen Marine umgewandelt wurde. Der Bau ist

Josef Pillhofer (1921-2010): Plastik an der Pfarrkirche Wien-Liesing (1955)
Die Moderne bringt immer wieder Werke von überraschender Reduktion und Schlichtheit hervor. So wurde in Wien eine Himmelspforte durch lediglich drei Balken ohne jeden Schmuck, Verzierung oder Details dargestellt. Dennoch gelang es hier anzudeuten, dass diese Pforte offen zu stehen

Ida Köhne (1907-2005): Jerusalems-Interpretationen: Aquarell, Gouache, Arbeiten in Mischtechnik (1980 bis 1987)
Ida Köhne (1907-2005) wurde in Essen geboren, absolvierte später ein Studium der Germanistik und Kunstgeschichte in Köln. Trotz leidenschaftlicher Liebe und Talent zum Malen ließen die Eltern nur die Berufsarbeit als Kunsterzieherin zu, und als solche war Ida Köhne bis

Endter Bibelausgabe aus Nürnberg (1685)
Im Jahr 1683 zog Sultan Mehmed IV. mit einem Heer von 150.000 Kriegern vor Wien auf. Herzog Karl von Lothringen zog sich mit 30.000 Mann in die innere Stadt zurück, wo ihm noch einmal 11.000 kaiserliche Soldaten und 5.000 kampfbereite
Über mich
Dr. Claus Bernet
Um etwa 1990 begann ich, mich mit dem Thema Jerusalem zu beschäftigen. Die Stadt habe ich mehrfach bereist und Bücher zu diesem Thema verfasst; erwähnen sollte man vielleicht die Reihe „Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem“, den Band „Perlen des Neuen Jerusalem“ und meine Dissertation „Gebaute Apokalypse“. Zahlreiche Aufsätze erschienen immer wieder in Fachzeitschriften (Das Münster, Textilkunst International, Zeitschrift für Sepulkralkultur, u.v. a.). Mit meiner wissenschaftlichen Dokumentation von Jerusalems-Kunstwerken konnten bereits Ausstellungen und Museumskataloge unterstützt sowie Gemeinden bei der Anschaffung von geeigneten Kunstwerken beraten werden. Regelmäßig gebe ich auch Bildvorträge zu diesem Thema. Grundlage der Publikationen und der Bildvorträge sind meine fotografische Sammlung von inzwischen 6.000 Aufnahmen von Glasfenstern, Fresken, Mosaiken und anderen Kunstwerken.






