LETZTER BEITRAG
J. Schmidt: Deckenmalerei der Marienkapelle Waibstadt (1884)
Waibstadt ist eine Kleinststadt mit gerade einmal 5000 Einwohnern im Rhein-Neckar-Kreis. Der Ort hat mit einer Kapelle ein bedeutendes Marienheiligtum, das bis in das 15. Jahrhundert zurückreicht. Das Kreuzrippengewölbe wurde 1884 nach Plänen des Architekten

Christliches Unterweisungsbuch aus Tirol (18. Jh.)
Dieser sehr seltene Druck stammt vermutlich aus dem 18. Jahrhundert. Er gehört zu einer Tafel XIII eines Buches zur christlichen Unterweisung aus Tirol (Österreich). Entstanden ist die grafische Arbeit in katholischem Umfeld. Es handelt sich nicht um einen Kupferstich, sondern um einen Holzdruck. Das Blatt wurde aus dem Unterweisungsbuch herausgerissen,

Lorenz Humburg (1906-1994): St. Elisabeth-Kirche in Mieste (1958)
Die Fenster sind der künstlerische Höhepunkt der römisch-katholischen St. Elisabeth-Kirche in Mieste (Altmark in Sachsen-Anhalt, nahe Gardelegen). Als Altarwand findet man 25 rasterförmig angeordnete einzelne Felder, die eine Art leuchtenden Bilderbogen darstellen. Dieser Bogen zieht sich von der unten dargestellten irdischen Welt zur himmlischen Sphäre oben. Dort zeigt in der

Linhart Koenbergk: Stendaler Altar (1471)
Linhart Koenbergk ist ein wenig bekannter Künstler des 15. Jahrhunderts, der in Mitteldeutschland tätig war und vermutlich in Erfurt seine Werkstatt hatte. Einflüsse wurden nachgewiesen zum Erfurter Regleraltar, zu Johannes Wisse, zur Paulinerkirche in Leipzig und zur Predigerkirche in Erfurt. Koenbergks Hauptwerk ist jedoch der auf 1471 datierte Altar der

Gerd Winner (geb. 1936): Altarbild der ehemaligen Kirche St. Heinrich in Wolfsburg (1962)
Das Altarbild der ehemaligen römisch-katholischen Kirche St. Heinrich in Wolfsburg-Süd (Siedlung Rabenberg) hat der Künstler Gerd Winner (geb. 1936) im Jahr 1962 gestaltet. Solche figürlichen Sakralarbeiten sind für Winners Œuvre eine seltene Ausnahme. Sie finden sich, wenn überhaupt, in seiner frühen Schaffensphase und zeigen den Einfluss von Josef de Ponte.

Anton Koberger (um 1440-1513): Deutsche Bibel (1483)
Lange Zeit glaubte man, dass Albrecht Dürer der erste gewesen sei, der das Verschließen Satans für tausend Jahre und das Niederkommen des Neuen Jerusalem in einem Bild vereinigt hat. Dies trifft jedoch nicht zu, Dürer war lediglich derjenige, der die bildliche Verknüpfung von Offenbarung Kapitel 20 und Kapitel 21 in

Fresko aus dem Athos-Kloster Dochiariu (16. Jh.)
Das Kloster Dochiariu (griechisch Ι. Μ. Δοχειαρίου) befindet sich auf dem Berg Athos auf der gleichnamigen Halbinsel Griechenlands. In dieser entlegenen, aber geschützten Gegend hatten sich bereits im frühen Mittelalter zahlreiche Klöster des griechisch-orthodoxen Ritus niedergelassen, um hier in Ruhe ein Leben der Anbetung und Kontemplation zu führen. Um dieses

Henry Courtney Selous (1803-1890): Pilgrim’s Progress, Ausgaben 1844 und 1875
Zu dem Frühwerk des englischen Malers Henry Courtney Selous (1803-1890) zählt seine Mitarbeit an einer Ausgabe des Romans „Pilgrim’s Progress“ von John Bunyan. Diese Neuausgabe brachten George Godwin und Lewis Pocock für die Art-Union 1844 in London heraus. Sie besteht aus zwei Teilen. Im ersten finden sich Holzschnitte von John

US-amerikanisches Zweiwegebild (The Two Ways) (vor 1897)
Die obige Illustration stammt aus der US-amerikanischen Zeitschrift „Signs of the Times“, die von Adventisten in den USA noch heute herausgegeben wird. Sie ist die führende Zeitschrift dieser Glaubensgemeinschaft. In der Ausgabe vom 15. Juli 1897 findet man ein kleines Zweiwegebild, bezeichnet als „The Two Ways“. Es ist nur wenige

Maler James: Maria Immaculata aus Jerusalem (17. Jh.)
In der Frühen Neuzeit war das Motiv der Maria Immaculata mit ihren Symbolen populär, vorzugsweise die weiße Lilie, das Goldene Haus, der Morgenstern usw. Zwei der Symbole repräsentieren das Neue Jerusalem, nämlich die Himmelspforte und die Civitas Dei (Gottesstadt). Zahlreiche solcher Beispiele findet man in westeuropäischen Kirchen, Klöstern und Museen.

Thietmarleuchter, früher Azelinleuchter, aus dem Hildesheimer Dom (1038-1044)
Obwohl Radleuchter so selbstverständlich zum romanischen Kircheninterieur gehörten, haben sich nur sehr wenige Exemplare bis in unsere Zeit erhalten. Der älteste in Deutschland erhaltene Leuchter ist wohl der „Thietmarleuchter“ (früher Azelinleuchter genannt) aus dem Hildesheimer Dom. Er entstand im Jahrzehnt der Regierungszeit des Hildesheimer Bischofs Thietmar zwischen 1038 und 1044

Heziloleuchter aus dem Hildesheimer Dom (1054-1079)
Ein weiterer Radleuchter im Hildesheimer Dom neben dem älteren Thietmarleuchter wurde von Bischof Hezilo (1054-1079) gestiftet. Damit sollte dem unter seiner Herrschaft nach einem Brand wieder aufgebauten Mittelschiff des Altfrid-Doms eine würdige Beleuchtung gegeben werden. Es ist mit sechs Metern Durchmesser und heute 72 Lichtern der größte der fünf in

Pedro „Unser Heim im Paradies“ (um 1930)
Sands Harvey Lanes (1844-1906) Traktat „Unser Heim im Paradies. Gottes Absicht bei der Schöpfung dieser Welt, dargelegt in Geschichte und Weissagung vom alten zum neuen Paradies“ ist eine Übersetzung der erfolgreichen und mehrfach aufgelegten Schrift „Our Paradise Home“. Sie bringt bereits auf dem Cover das Himmlische Jerusalem, wo es zwischen

Meister der Claude de France: MS Typ 252 (1510)
Die Handschrift Houghton MS Typ 252 entstand im Jahr 1510 in einer monastischen Schreibstube in Tours. Heute ist sie im Besitz der Houghton-Library der Harvard Universität in Cambridge. Es handelt sich um ein kleines Lektionar mit 63 Illustrationen, also um ein liturgisches Buch, welches die biblischen Lesungen im Ablauf des

Johannes Gallicus: Deckenmalerei im Dom zu Braunschweig (1230-1250)
Die Secco-Deckenmalerei des Braunschweiger Doms ist an Farbenpracht und Detailreichtum kaum mehr zu übertreffen. Sie gilt als wichtiges Kulturdenkmal weit über Braunschweig hinaus. Gut 80 Prozent der ursprünglichen Malerei haben sich erhalten, darunter auch eine komplett ausgemalte Vierung, die dem Himmlischen Jerusalem vorbehalten ist. Diese Malerei erinnert an einen steingewordenen

Thomas Resetarits (1939-2022): Bronzetür am Dom zu Eisenstadt (1985)
Der Bildhauer Thomas Resetarits (1939-2022) schuf zum Diözesanjubiläum 1985 die beiden Bronze-Türen des Eisenstädter Doms St. Martin im Burgenland. Man findet sie am westlichen Hauptportal. Das Zentrum der Tür, zugleich die Mitte der Kirche, ist die Eucharistie, hier symbolisch dargestellt durch die Versammlung zum Abendmahl in einem Rund, welches an

Südrussische Weltgerichtsdarstellung (17. Jh.)
Diese volkstümliche Ikone stammt aus einem Synodikon einer Kirche oder Kapelle aus dem südlichen Russland. Es ist eine einfache Arbeit, vermutlich eine Kopie einer älteren Fassung, die jedoch noch nicht bekannt oder bereits wieder verschollen ist. Im Gegensatz zu vielen

Weltgerichtsikone aus Galich (1750-1800)
Diese Ikone stammt aus der russischen Kleinstadt Galich (auch Galitsch) aus der Oblast Kostroma, einem Zentrum russisch-orthodoxer Sakralkunst. Das Kunstwerk aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts ist vor allem deswegen ungewöhnlich und herausragend, da es in großen Teilen aus
Altgläubigen-Ikone aus Russland (19. Jh.)
Es ist erstaunlich: Die Altgläubigen (auch Altorthodoxen) sind eine kleine Minderheit der russisch-orthodoxen Lebenswelt, die zudem zeitweise verfolgt und vielfach benachteiligt sowie mindergestellt waren. Dennoch hat gerade diese Gruppierung, deren Mitglieder zudem finanziell eingeschränkt waren, eine überraschende Zahl hochwertiger und

Stefan Popovych Medytsky: Fresken aus St. Georg in Drohobych (1666)
Die umfangreichen Wandmalereien aus der Kirche St. Georg in der galizischen Stadt Drohobych (Galizien, heute in der Ukraine, Oblast Lemberg) stammen wohl aus dem Jahr 1666. Der Maler ist erfreulicherweise namentlich bekannt, es war Stefan Popovych Medytsky, vermutlich, darauf deutet

Griechischer Flügelaltar aus Kreta (16. Jh.)
So gut wie unbekannt ist diese Meisterwerksikone aus dem 16. Jahrhundert, die heute in einer Privatsammlung aufbewahrt wird. Anhand von stilistischen Vergleichen wird vermutet, dass sie wohl auf dem Gebiet des heutigen Griechenlands entstanden sein muss, vermutlich auf der Mittelmeerinsel

Gury Nikitin (1620-1691) und Sila Savine: Fresko der Kirche zum Propheten Elias in Jaroslawl (um 1680)
Auf tiefblauem, azurfarbenem Untergrund wurden um das Jahr 1680 die Wandmalereien in der Kirche zum Propheten Elias (Eliaskirche) im russischen Jaroslawl aufgetragen. Diese Kirche mit vier Pfeilern, fünf grünen Zwiebelkuppeln und zwei Zeltdach-Türmen zählt zu den schönsten Bauten in der
Über mich
Dr. Claus Bernet
Um etwa 1990 begann ich, mich mit dem Thema Jerusalem zu beschäftigen. Die Stadt habe ich mehrfach bereist und Bücher zu diesem Thema verfasst; erwähnen sollte man vielleicht die Reihe „Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem“, den Band „Perlen des Neuen Jerusalem“ und meine Dissertation „Gebaute Apokalypse“. Zahlreiche Aufsätze erschienen immer wieder in Fachzeitschriften (Das Münster, Textilkunst International, Zeitschrift für Sepulkralkultur, u.v. a.). Mit meiner wissenschaftlichen Dokumentation von Jerusalems-Kunstwerken konnten bereits Ausstellungen und Museumskataloge unterstützt sowie Gemeinden bei der Anschaffung von geeigneten Kunstwerken beraten werden. Regelmäßig gebe ich auch Bildvorträge zu diesem Thema. Grundlage der Publikationen und der Bildvorträge sind meine fotografische Sammlung von inzwischen 6.000 Aufnahmen von Glasfenstern, Fresken, Mosaiken und anderen Kunstwerken.






