
Tympanon des Rottweiler Kapellenturms (um 1340)

Tympanon der Kollegiatskirche von Saint-Émilion (14. Jh.)

LETZTER BEITRAG
Tympanon des Rottweiler Kapellenturms (um 1340)
Gerichtsszenen auf einem Tympanon hat es selbstverständlich auch in Deutschland gegeben. Ein bekannteres Beispiel aus Süddeutschland ist das Jüngste Gericht eines unbekannten Bildhauers am Kapellenturm aus der Mitte des 14. Jahrhunderts in Rottweil. Dieser Kapellenturm

„Master of the Artés Family“: Jüngstes Gericht (um 1510)
Um 1510 entstand das Gemälde „O Juízo Final e a Missa de São Gregório“, auf deutsch „Das Jüngste Gericht oder die Messe des Heiligen São Gregório“. Es ist eine Ölmalerei, die sich heute im brasilianischen Kunstmuseum in São Paulo befindet. Im Himmelsbereich oben ist Christus beiderseits von Heiligen gerahmt. Links

Wandmalerei der Mariä-Himmelfahrt-Kirche in Rosenweiler (14. Jh.)
Über die Wandmalereien in der römisch-katholischen Kirche Mariä-Himmelfahrt (Notre-Dame de l’Assomption) in der Ortschaft Rosenweiler (Rosenwiller im Elsass) ist kaum etwas bekannt, auch hat sich im Elsass kein vergleichbares Beispiel erhalten. Sie entstanden wohl im 14., und nicht im 15. Jahrhundert, als bereits eine erste Restaurierung vorgenommen wurde. Im 14.

Johann Friedrich Greuter (um 1590-1662): Vision des San Pietro Nolasco (1627)
Johann Friedrich Greuter war ein Maler und Kupferstecher, der hauptsächlich in Italien wirkte. Geboren wurde Greuter um 1590 in Straßburg, verstorben ist er 1662 in Rom. Er war in erster Linie als Gehilfe seines Vaters Matteo Greuter (1564-1638) tätig, durch den er nach Rom an den päpstlichen Hof kam und

Théodore-Cyrille Deligny (1808-1887): Mariensymbol aus Saint-Denis in Remy (um 1870)
Auf diesem Ausschnitt sehen wir einen Doppelkreis vor quadratischem, braunem Hintergrund. In den Kreis ist eine gemauerte Pforte gesetzt, deren anschließender Mauerzug das Braun des Hintergrunds wieder aufnimmt. Das Bauwerk füllt fast das gesamte Innere des Tondo aus. Lediglich ganz oben vermag man noch einen schmalen Streifen des Himmels zu

John Martin (1789-1854): Ölmalereien zur Apokalypse aus der Tate Gallery London (1841, 1850-1853, und 1853)
John Martin (1789-1854) ist der Apokalypsenmeister der beginnenden klassischen Moderne. Wenige Künstler haben die Zeichen der Zeit in einer so treffenden, aktuellen Sprache auf die inzwischen zweitausend Jahre alte Offenbarungsschrift appliziert wie Martin. Seine gewaltigen Gemälde zur Offenbarung des Johannes fangen die Betrachter förmlich ein und üben suggestive, meditative Kraft

Nikolaus Pattert: Emporenmalerei aus der Bartholomäuskirche in Uettingen (1783)
In der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Uettingen im Landkreis Würzburg (Unterfranken) findet man eine der letzten barocken Darstellungen des Himmlischen Jerusalem kurz vor der Französischen Revolution, die selbst Utopievorstellungen auf Erden zu verwirklichen trachtete. Die Bartholomäuskirche zu Uettingen wurde nach einem verheerenden Stadtbrand im Jahr 1754 als spätbarocker Bau errichtet. Die Gemeinde

Gotisches Glasfenster aus Sainte-Anne in Mantes-la-Jolie (13. Jh.)
Mantes-la-Jolie im Département Yvelines (Île de France) ist berühmt für seine mittelalterlichen Glasmalereien, wie in der dortigen Kirche Notre-Dame, wo sich eine sehr alte Darstellung des Himmlischen Jerusalem der Zeit um 1230 erhalten hat. In dem westlichen Stadtteil Gassicourt befindet sich die römisch-katholische Kirche Sainte-Anne, die originale Bleiglasfenster im Chorbereich

Elisabeth Coester (1900-1941): Deutschhauskirche in Würzburg (1924)
Weil man sie zu Kriegsbeginn zum Schutz vor Bombenschäden ausgebaut hatte, haben die 10 x 1,65 Meter großen Chorfenster der evangelisch-lutherischen Deutschhauskirche in Würzburg den vernichtenden Fliegerangriff vom 16. März 1945 fast unbeschadet überstanden. Die Szenerien aus der Glaswerkstätte Heberle & Co. in Hagen-Haspe zeigen die Geschichte der sündigen und

Fresken der Abtei Saint-Évroult-Notre-Dame-du-Bois in Champs (14. Jh.)
Vom Himmlische Jerusalem in Champs (Département Orne in der Normandie) ist heute nicht mehr viel zu sehen. Reste der Malerei aus dem 14. Jahrhundert sind bzw. waren auf der Eingangsseite gegenüber dem Altar zu finden. Es handelte sich um eine traditionelle Weltgerichtsszene dieser Zeit: In der Mitte thronte Christus Pantokrator, eingerahmt

Johannes Beer: Gewinn und Verlust (1634)
„Gewinn und Verlust“ ist eine Schrift des Pietismus, die vermutlich im Jahr 1634 erschienen ist. Es geht darum, wie man irdische und geistliche Güter gewinnen, aber auch verlieren kann, was anhand einer angeblich erlebten Reise in die Unterwelt dem Leser exemplifiziert wird.In das Werk ist vor dem Titelblatt ein großer,

Erich J. Thomas: Christuskirche in Altenkirchen (1977)
Im Jahr 1977 wurde unter Pfarrer Wilfried Storch die evangelische Christuskirche in Altenkirchen (Westerwald) unter Leitung des Architekten Erich Johann Thomas umfangreich und grundlegend renoviert. Hervorstechendes Merkmal der Umgestaltung war damals ein Kreuzbildwerk im großen Turmbogen hinter dem Altar. Das komplexe Bildwerk des Künstlers Thomas enthält eine Fülle biblischer Aussagen.

Josef Furthner (1890-1971): Marienaltar in der Sarleinsbacher Kirche St. Peter ad Vincula (1943)
Die römisch-katholischen Pfarrkirche St. Peter ad Vincula („Peter in Fesseln“ nach Apostelgeschichte Kap. 12, Vers 1-19) befindet sich in Sarleinsbach in Oberösterreich. Die Kirche geht bis in die Spätgotik zurück und steht heute mit ihrer Innenausschmückung unter Denkmalschutz. Geprägt ist diese Innenausstattung jedoch nicht von der Gotik, sondern vom Barock.

Joseph G. Reynolds (1886-1972): Jerusalemsfenster der Washington National Cathedral (1940)
Die Cathedral Church of Saint Peter and Saint Paul, bekannt als Washington National Cathedral, ist eine episkopale Kathedrale in Washington, D.C., der Hauptstadt der USA. Sie ist eine der bekanntesten Kirchen des Landes; so wird sie als Denkmal im National Register of Historic Places geführt und auch als Nationales Gebetshaus

Hendrik Wiegersma (1891-1969): „Apocalypsis“ (1936)
Hendrik Wiegersma, geboren am 7. Oktober 1891 und gestorben am 5. April 1969, war als Künstler überwiegend in Holland aktiv. Erst lange nach seinem Tod wurde seiner Kunst vermehrt Aufmerksamkeit geschenkt und seine Biographie näher erforscht. Wiegersmas Band „Apocalypsis“ mit sechzig seiner Illustrationen zum Text der Johannesoffenbarung erschien als Apokalypsezyklus

Nicolas Brücher (1874-1957): Wandmalerei in Eimsheim (1947)
In der ländlichen Gemeinde Eimsheim in Rheinhessen wurde im Jahr 1906 die neu erbaute evangelische Kirche eingeweiht. Bereits vor der Einweihung lagen Entwurfszeichnungen für den Chorbereich vor, der mit einer damals modernen Jugendstilmalerei ausgestattet werden sollte. Aus unbekannten Gründen wurde die Malerei zunächst nicht angebracht. Erstaunlicherweise kam es bereits 1947,

Annemarie Schütt-Hennings (1905-1980): Paradies-Wandteppich (um 1930)
Um 1930 fertigte Annemarie Schütt-Hennings einen mit Wollstoff hinterlegten Wandteppich an, auf dem ein Himmlisches Jerusalem in eine Paradieslandschaft gesetzt ist. Rechts unten ist der Name der Künstlerin eingewebt. 2022 stand das 120 x 190 Zentimeter große Textilkunstwerk in Deutschland

Wandteppiche von Ruth von Fischer (1911-2009) aus der Zürcher Helferei (1976) und dem Gemeindehaus in Muri (1977)
In der Zürcher Helferei, ein Kulturzentrum in der Altstadt unweit des Münsters, hing bis in die späten 1990er Jahre ein Wandteppich, zunächst im Eingangsbereich der Grossmünsterkapelle (die zur Helferei gehört), später in einem rückwärtigen Dritten-Welt-Laden. Der Teppich hat eine Größe

Marko Domazhyrska Shestakovych: Fahrstuhl-Jerusalem aus Moldawien (1720)
Das Fahrstuhl-Jerusalem ist eine Konzeption, die vor allem in der Ukraine weit verbreitet war. Dabei finden sich an der rechten Seite einer Ikone kleine Kästchen, die von ganz unten, der Hölle oder dem Fegefeuer, bis nach ganz oben in das

Anne Löhr (gest. 1996): Prachtgewand (1995)
Das Prachtgewand der Künstlerin Anne Löhr ist ein römisch-katholisches Messgewand, eine Batik und Seidenmalerei. Gestaltet ist bei diesem Gewand nur das Skapulier, ein Überwurf, wie ihn die Mönche über der Tunika trugen. Motivisch beginnt das Ganze auf der Vorderseite unten,

Martin Schaffner (geb. um 1478, gest. nach 1546): Himmelspforte (um 1510) und Arkadenjerusalem aus der Johanneskirche zu Gingen an der Fils (1524)
Martin Schaffner (geb. um 1478, gest. nach 1546) war ein deutscher Maler und Bildschnitzer der Ulmer Schule. In seiner Werkstatt entstand um 1510 eine 223 x 125 Zentimeter große Tafelmalerei zum Thema Weltgericht. Nicht nur eine Vorstudie hat sich im

Wandmalerei aus der Dreifaltigkeitskirche in Rákoš (um 1380)
Noch vor der Wandmalerei in Cerin (um 1410) und derjenigen in der Annakirche in Strazky (um 1510) entstand auf dem Gebiet der heutigen Slowakei die Wandmalerei in Rákoš als bedeutendste Darstellung eines Weltgerichts mit einem Himmlischen Jerusalem, die sich in
Über mich
Dr. Claus Bernet
Um etwa 1990 begann ich, mich mit dem Thema Jerusalem zu beschäftigen. Die Stadt habe ich mehrfach bereist und Bücher zu diesem Thema verfasst; erwähnen sollte man vielleicht die Reihe „Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem“, den Band „Perlen des Neuen Jerusalem“ und meine Dissertation „Gebaute Apokalypse“. Zahlreiche Aufsätze erschienen immer wieder in Fachzeitschriften (Das Münster, Textilkunst International, Zeitschrift für Sepulkralkultur, u.v. a.). Mit meiner wissenschaftlichen Dokumentation von Jerusalems-Kunstwerken konnten bereits Ausstellungen und Museumskataloge unterstützt sowie Gemeinden bei der Anschaffung von geeigneten Kunstwerken beraten werden. Regelmäßig gebe ich auch Bildvorträge zu diesem Thema. Grundlage der Publikationen und der Bildvorträge sind meine fotografische Sammlung von inzwischen 6.000 Aufnahmen von Glasfenstern, Fresken, Mosaiken und anderen Kunstwerken.



