Suche
Close this search box.

Apsismosaik von Peter Paul Etz (1913-1995): St. Alban (1952)

St. Alban ist eine römisch-katholische Kirche in der Mainzer Oberstadt mit einem beeindruckenden Blick auf den Rhein. Der Nachkriegsbau wurde 1952 unter Priester Valentin Gleich eingeweiht, nach Plänen noch aus dem Jahr 1936. Von Beginn an befand sich in der Apsis ein Mosaik mit einer Darstellung des Himmlischen Jerusalem. Das war keine Selbstverständlichkeit, denn seit einer Arbeit im Aachener Dom (1900-1913) war bislang kein Mosaik mehr zum Thema ausgearbeitet worden.
Das Quadrat ist gut zu erkennen, da die Mauern sich kreuzen und an ihren Eckpunkten festungsartige Bollwerke bilden, die über den Seitenrand hinausragen. An jeder Mauerseite sind drei Tore mit steinernen Perlen aufgesetzt, von denen aus eine Straße oder ein Weg in die Stadt bzw. zum gegenüberliegenden Tor führt. So entsteht ein gitterförmiges Raster, welches den Binnenraum der Stadt strukturiert. Die rechtwinklige Struktur wird durch einen mächtigen Kreis durchbrochen, der auch durch leuchtendes Rot hervorsticht. Hierbei handelt es sich um das Lamm Gottes als eigentliches Zentrum der Stadt. Des Weiteren bevölkern Engel die Stadt innen, aber auch den Raum außen. Es sind insgesamt zwölf Engel, die den Zugang in die Stadt bewachen.

2010 wurde die Kirche umfassend neu gestaltet. Nach einigen Diskussionen entschied man sich, das Jerusalem-Mosaik zu behalten, nahm aber leichte Veränderungen vor. So befanden sich einst unterhalb Jerusalems einige Ähren, die die Früchte des Glaubens darstellen sollten und auch auf das Abendmahl verwiesen. Diese Ähren wurden übertüncht, ansonsten das Mosaik restauriert.
Das Mosaik stammt von Professor Peter Paul Etz (1913-1995) aus Frankfurt/Main, der ansonsten überwiegend als Kirchenmaler in Rheinland-Pfalz hervorgetreten ist. Von ihm sind auch die Ausmalung der Pfarrkirche Maria Hilf in Mainz (1958) und die Fenster des Mainzer Gemeindezentrums Heilig Geist (ca. 1965).

Pfarrgemeinde St. Alban- St. Jakobus, Mainz (Hrsg.): Jubiläumsfestschrift St. Alban-St. Jakobus Mainz: 1936 St. Alban, 1966 St. Jakobus, 1982 St. Alban-St. Jakobus, Mainz (1982).
Kantorei St. Alban, Mainz (Hrsg.): Festschrift 25 Jahre Kantorei St. Alban Mainz: 1971-1996, Mainz (1996).

 

tags: Rheinland-Pfalz, Nachkriegskunst, Ähre
Share:
error: