LETZTER BEITRAG
Malereien aus der Laurentiuskirche in Mont d’Astarac (auch St. Gilles, um 1490)
Mont d’Astarac ist ein mittelalterlich geprägtes Dorf in der Gascogne (Département Gers, Region Okzitanien), das um die dem Heiligen Laurentius geweihte Kirche aus dem 15. Jahrhundert und den kleinen Dorffriedhof herum erbaut wurde. Die fünfeckige

Auguste Louis Jobbé-Duval (1819-1881): Himmelspforte aus Saint-Pierre in Rennes (1844)
Die Kathedrale Saint-Pierre in Rennes (Bretagne) geht auf die Mitte des 13. Jahrhunderts zurück. Ihr heutiges Erscheinungsbild erlangte der römisch-katholische Kirchenbau nach langen Planungen und mehrfachen Umbauten schließlich 1845 im neogotischen Stil. Ein Höhepunkt des Baus ist eine wuchtige Kassettendecke des halbkreisförmigen Hauptgewölbes. Es ist eine Arbeit des Malers Auguste

Paul Ohnsorge (1915-1975): Relief in St. Richard in Berlin (1976)
Im Mai 1976 wurde das Altar-Rückwandrelief fertiggestellt, das den Innenraum der römisch-katholischen Kirche St. Richard im Berliner Ortsteil Neukölln dominiert. Es ist nicht etwa aus verschiedenen einzelnen Segmenten zusammengesetzt, sondern wurde aus einer gewaltigen Schale in Beton in einem Stück gegossen. Es ist ein Werk, welches in dieser Technik und

Hildegard Bienen (1925-1990): Ambo der Bochumer Kirche St. Liborius (1973)
Ein Ambo ist in römisch-katholischen Kirchen ein (meist) erhöhter Ort, von dem aus der Lektor, Diakon oder Priester die biblischen Lesungen der Gemeinde verkündet. Der Ambo stammt aus der frühchristlichen Kirche, kam aber im Mittelalter weithin außer Gebrauch. Erst im Zuge der Liturgiereform nach dem Zweiten Vatikanum kam es zu

Adam Eck (1604-1664): Kabinettschrank aus Schloss Branitz (um 1650)
Im Bibliotheksraum des Museums von Branitz unweit von Cottbus (Lausitz) befindet sich ein Kabinettschrank aus der Werkstatt von Adam Eck (1604-1664). In der ehemaligen Freien Reichsstadt Eger (heute: Cheb, Tschechien) wurde zwischen 1630 und 1730 von den dort ansässigen Holzbildhauern eine hochwertige Intarsientechnik gepflegt. Nach seinem Entstehungsort wird das Möbelstück

Boëtius à Bolswert (um 1585-1633): Kupferstich „Pia desideria“ (1624) und Gemälde aus der Kirche Katharinenheerd (um 1650)
Die pietistische Schrift „Pia desideria“ des Hermannus Hugo, gedruckt 1624 in Antwerpen gilt als eines der erfolgreichsten Bücher des gesamten 17. Jahrhunderts, bislang wurden 49 Reprints und 90 Übersetzungen ausfindig gemacht. Als Illustrator konnte Boëtius à Bolswert (um 1585-1633) gewonnen werden, der eng mit dem Maler Rubens zusammenarbeitete. Für die

Otto Veen (Vaenius) (1556-1629): „Amoris divini emblemata“ (1615) und Kopie (1724)
Dieser Kupferstich entstammt der Ausgabe „Amoris divini emblemata“, welche ein gewisser „Vaenius“ 1615 als religiöses Gegenstück zu seinen säkularen Erotikemblemen („Amorum Emblemata“, 1608) herausgab, um seinen Ruf wiederherzustellen oder sein Gewissen zu beruhigen. Dieser Vaenius (Otto Veen, 1556-1629) ist heute höchstens noch bekannt als Lehrer von Rubens, war seinerzeit aber

Meister Thomas von Villach: Fresken in Villach (um 1450)
Der „Meister Thomas von Villach“ ist der vielleicht bedeutendste Vertreter der Gotik bei Wandmalereien in der Alpenregion. Italienische Einflüsse auf seinen Wandfresken und Tafelbildern werden immer wieder diskutiert, ob er aber selbst Italien bereiste, ist ungewiss. Gesichert ist, dass er in Villach seine Werkstatt hatte. Neben einer Wandmalerei mit der

Ludwig Richard Conradi (1856-1939): „Der Dienst der Engel“ (1920)
Dargestellt sind hier im Bildmittelpunkt „Erlöste“ um Jesus Christus vor dem Himmlischen Jerusalem, das von den ewig Früchte tragenden Bäumen gänzlich eingerahmt ist. Die eigentliche Stadt erhebt sich im Hintergrund, man erkennt hohe, kahle Mauern, dahinter zahlreiche Bauten.Die einfarbige Zeichnung trägt noch Züge des Jugendstils und findet sich auf der

Wandmalereien des Doms von Gurk, Kärnten (um 1265)
Die Fresken im ersten Stock der Westempore der Bischofskapelle von Gurk gehören zu den wertvollsten und bekanntesten Wandmalereien Österreichs. Wer diese Malereien ausführte ist unbekannt, und so spricht man von einem „Meister von Gurk“, der auch die Malereien im nahegelegenen Sankt Marein bei Neumarkt ausgeführt hat. An der Stelle der

Adolf Valentin Saile (1905-1994): evangelische Kirche in Nehren (1963)
Der Glaskünstler Adolf Valentin Saile (1905-1994) war in Württemberg eine Institution, zahlreiche Glasarbeiten für Kirchen und Kapellen sind nach 1945 in seiner Stuttgarter Werkstatt geschaffen worden. Meist geschah dies in Zusammenarbeit mit anerkannten Künstlern oder mit Talenten, die hier ihre Ausbildung absolvierten. Saile war einer der Glasmaler der Nachkriegszeit, der

Frederick Rhead (1856-1933): Illustration zu John Bunyans Pilgrim’s Progress, Ausgabe 1898
Die Zahl der Ausgaben von John Bunyans im angloamerikanischen Raum überaus erfolgreichem Erfolgsroman „The Pilgrim’s Progress, from this world to that which is to come“ ist schier unüberschaubar. 1898 erschien mit Hilfe der Anglikaner in den USA eine opulente Prachtausgabe, an der renommierte Illustratoren wie George Woolliscroft (1855-1920), Louis Rhead

Weltgericht aus Santa Maria del Tiglio in Gravedona (1300-1350)
Die römisch-katholische Kirche Santa Maria del Tiglio befindet sich in Gravedona, einer italienischen Ortschaft in der Provinz Como in der Lombardei. Die mittelalterliche Kirche besitzt ein prächtiges Wandfresko mit einer Darstellung des Jüngsten Gerichts. Es zählt zu den ältesten Fresken dieser Kirche und soll in der ersten Hälfte des 14.

Enzo Pezzi: Italienisches Jerusalems-Kunstwerk in Ravenna (2000-2003)
Speyer und Ravenna (Emilia-Romagna) sind Partnerstädte. So entstand in enger Zusammenarbeit beider Städte der Giardino Speyer, also der Speyer-Garten, in der Viale Farini in Ravenna. Nach umfangreichen gärtnerischen Erneuerungsmaßnahmen sollte dieser ein Ort der Ruhe und Kontemplation in der belebten historischen Altstadt sein. Finanziert wurden die Umgestaltungsmaßnahmen im Giardino Speyer

Jerusalems-Illustrationen aus der Zeitschrift „Youth’s Instructor“ (ab 1895)
Wie jede Religionsgemeinschaft versuchten selbstverständlich auch die Adventisten, bereits der Jugend ihre Vorstellungen vom Weltenende bekannt zu machen, auch in bildlicher Form. Das populärste Medium war hier um 1900 der „Youth’s Instructor“ aus Battle Creek (Michigan). Die Ausgabe vom 31. Januar 1895 zeigte als Titelvignette eine Himmelspforte, die auch in

Calvin P.(orter) Bollman (1853-1943): Illustration aus „Youth’s Instructor“ (1923)
In Nachfolge einer Lehrtafel aus dem Jahr 1904, welche Pedro Lemos (1882-1954) angefertigt hatte, wurde zwanzig Jahre später eine künstlerische Überarbeitung vorgenommen. Solche Lehrtafeln, Zeitleisten oder Zeitstrahle waren auf einmal beliebt; neben den Adventisten, die diese pädagogische Darstellungsform gerne nutzten, gab es solches bald auch in evangelikalen Kreisen und bei

Virginio Vespignani (1808-1882): Rekonstruktion in der Basilika di S. Giovanni in Laterano in Rom (um 1886)
1291 wurde von Jacopo Torriti und Jacopo da Camerino das Mosaik der Kirche San Giovanni im Lateran ergänzt und fertiggestellt, wie es die Signierung des Mosaiks berichtet. Dies geschah auf Wunsch von Papst Nicolaus IV., welcher, wie viele seiner Zeit,

Apsismosaik aus S. Maria Maggiore in Rom (um 450) und Kopien
Auf spätantiken Mosaiken bildete sich bald ein Darstellungstyp heraus, der in den neu erbauten Kirchen Jerusalem wie auch Bethlehem als kleine Städte zeigt. Jerusalem findet sich meist an der linken Zwickelzone des Triumphbogens der Apsis, vgl. etwa S. Lorenzo in

Giuseppe Mazzoleni (geb. 1936): Glasmosaik (1973-1978)
Giuseppe Mazzoleni (geb. 1936) stammt aus Bergamo und war dort Meisterschüler von Trento Longaretti (1916-2017), welcher ihn vor allem in die Mosaikkunst einführte. Mazzoleni interessierte sich auch für Baukunst und arbeitete verschiedentlich mit Architekten zusammen. Die Anlehnung an Bauentwürfe kommt

Siegfried Steege (1933-2002): Mosaik der Kreuzkirche in Nordhorn (1962)
Das Mosaik stammt von dem im Jahr 2002 verstorbenen Künstler Siegfried Steege (geb. 1933). Es wurde für den Gottesdienstraum der Kirche geschaffen. Damals, 1962, hatte Steege sich gerade selbstständig gemacht und führte als junger Künstler in Nordhorn eine seiner ersten

Grabsteine mit dem Motiv der Himmelspforte, unbekannter Künstler bzw. Künstlerinnen (ab ca. 1990)
Hier versammelt sind Grabsteine, die sehr wohl von einem Künstler oder einer Künstlerin gestaltet wurden, bei welchen jedoch der konkrete Name heute nicht oder nicht mehr bekannt ist. In der Masse der Grabsteine ist dies leider überwiegend der Fall. Zur

Sabine Bretschneider (geb. 1966): Antependium „Neues Jerusalem“ aus dem Magdeburger Dom (2005)
Dank einer großzügigen Spende konnte die Domgemeinde Magdeburg im Jahr 2004 die Anschaffung neuer Paramente planen und umsetzen. Von einer Ausstellung des holländischen Malers Ton Schulten (geb. 1938) in Magdeburg inspiriert, nahmen Vertreter der Domgemeinde Kontakt zu dem Künstler auf
Über mich
Dr. Claus Bernet
Um etwa 1990 begann ich, mich mit dem Thema Jerusalem zu beschäftigen. Die Stadt habe ich mehrfach bereist und Bücher zu diesem Thema verfasst; erwähnen sollte man vielleicht die Reihe „Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem“, den Band „Perlen des Neuen Jerusalem“ und meine Dissertation „Gebaute Apokalypse“. Zahlreiche Aufsätze erschienen immer wieder in Fachzeitschriften (Das Münster, Textilkunst International, Zeitschrift für Sepulkralkultur, u.v. a.). Mit meiner wissenschaftlichen Dokumentation von Jerusalems-Kunstwerken konnten bereits Ausstellungen und Museumskataloge unterstützt sowie Gemeinden bei der Anschaffung von geeigneten Kunstwerken beraten werden. Regelmäßig gebe ich auch Bildvorträge zu diesem Thema. Grundlage der Publikationen und der Bildvorträge sind meine fotografische Sammlung von inzwischen 6.000 Aufnahmen von Glasfenstern, Fresken, Mosaiken und anderen Kunstwerken.






