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Giuseppe Mazzolenis Glasmosaik (1973-1978)

Giuseppe Mazzoleni (geb. 1936) stammt aus Bergamo und war dort Meisterschüler von Trento Longaretti (1916-2017), welcher ihn vor allem in die Mosaikkunst einführte. Mazzoleni interessierte sich auch für Baukunst und arbeitete verschiedentlich mit Architekten zusammen. Die Anlehnung an Bauentwürfe kommt bei vielen seiner Arbeiten zum Ausdruck, und die Beschäftigung mit idealer Architektur führte Mazzoleni zum Himmlischen Jerusalem. Zwischen 1973 und 1978 arbeitete er an einem Werk mit dem Titel „Equilibrio nella Gerusalemme celeste“, also in etwa „Die Harmonie des Himmlischen Jerusalem“. Es ist Bestandteil der Serie „L’ altro pianeta: O ‚La fiaba del Paradiso’“, die sich mit paradiesischen Zukunftsverheißungen auseinandersetzt.
Es handelt sich bei „Equilibrio nella Gerusalemme celeste“ (100 x 70 cm) nicht um ein Gemälde, sondern um ein Mosaik aus Glassteinen aus Murano bei Venedig. Die kostbaren Steine wurden geschnitten und auf Holz aufgebracht. Im unteren Teil ist die annähernd viereckige Mauer zu sehen, ganz im Vordergrund eine Mauer aus farbigen Edelsteinen, der zur Bekrönung Perlen aufgesetzt sind. Die darüber gesetzten konzentrischen Kreise mit den von ihnen ausgehenden Strahlen stehen für das Aussenden des Heiligen Geistes, können aber auch als geometrische Komposition ohne religiöse Aufladung gesehen werden. Bewusst ist das Aufsetzen der Glassteine sichtbar gemacht; vor allem, indem die Steine in Abständen gesetzt sind und zum Teil den geweißten Untergrund freigeben. Was wie naive Nachlässigkeit aussieht, ist in Wirklichkeit bewusste Inszenierung.

L’altro pianeta: O ‚La fiaba del Paradiso’ di Giuseppe Mazzoleni, testo di Lino Lazzari, liriche di Armando Carresi, Bergamo (1978).
Giuseppe Mazzoleni: In antologia didattica, 1964-1978, Museo nazionale della scienza e della tecnica Leonardo da Vinci, Milano, dal 13 al 28 marzo 1979, Bergamo (1979).
Bruno Talpo: Transmoderno. Immaginario mitico di Giuseppe Mazzoleni tra cultura occidentale e nuovi riti d’oriente, in: La rivista di Bergamo, N. S., 45, 2006, S. 28-33.

 

tags: Bergamo, Italien, Glassteine
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