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Hildegard Bienen (1925-1990): Ambo der Bochumer Kirche St. Liborius (1973)

Ein Ambo ist in römisch-katholischen Kirchen ein (meist) erhöhter Ort, von dem aus der Lektor, Diakon oder Priester die biblischen Lesungen verkündet. Der Ambo stammt aus der frühchristlichen Kirche, kam aber im Mittelalter weithin außer Gebrauch. Erst im Zuge der Liturgiereform nach dem Zweiten Vatikanum kam es zu einer Wiederbelebung des Ambos im katholischen Kirchenbau: Die Verwendung eines gesonderten Ortes für die Verlesung der Heiligen Schriften sollte die Bedeutung des Wort Gottes für die christliche Gemeinde unterstreichen.

Hildegard Bienen (1925-1990), die das Himmlische Jerusalem, insbesondere auf Glasfenstern, oft dargestellte und dabei ihre eigene Formensprache gefunden hat, schuf auch einen Ambo mit diesem Thema. Nach und nach wurden in der Bochumer Kirche St. Liborius der Ambo, der Altar, der Tabernakel und der Osterleuchter sowie neue Kerzenleuchter geschaffen und aufgestellt. Später wurde auch die Taufkapelle mit einem neuen Taufbecken versehen. Alle diese Gegenstände wurden von Bienen entworfen und gestaltet. Der massiv erscheinende Ambo aus Bronze ist an romanische Vorgänger angelehnt. An seiner Schauseite zur Gemeinde hin ist an dem Pult ein Medaillon zu sehen, in dem eine rechteckige Fläche mit acht kleinen Quadraten zu sehen ist: die ummauerte Stadt mit Türmen oder Toren. In der Mitte befindet sich das Gotteslamm, das in kaum einer Arbeit Bienens zum Himmlischen Jerusalem fehlt.

Festbuch zur Feier des 70-jährigen Bestehens der KAB St. Liborius Bochum-Grumme, Bochum 1967.
Claus Bernet: Liturgica und Kirchenschmuck, Norderstedt 2014 (Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem, 12).
Paul-Gerhard Budde: Mittendrin. 125 Jahre St. Liborius-Kirche, Gelsenkirchen 2016.

 

tags: Hildegard Bienen, Bochum Ruhrgebiet
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