
Weltgericht aus dem Rathaus zu Goslar (um 1470)

Wandmalerei „Weltgericht“ der Geburtskirche von Bagnot (1484)

Fresken aus Saint Martin in Nohant-Vic (Mitte 12. Jh.)
LETZTER BEITRAG
Weltgericht aus dem Rathaus zu Goslar (um 1470)
Viele besuchen Goslar (Harz), um im Rathaus die Malereien des frühneuzeitlichen Huldigungssaals zu sehen – und stehen dann vor einer verschlossenen Glastür, durch die man nur Teile der Malereien verzerrt und ohne das räumliche Erleben

F. P.: Kupferstich (1880); Kopie von Jan Zwijnenburg (1944-2019): Gemälde (1984)
Gustave Dorés (1832-1883) Hell-Dunkel-Effekte, die Horizontalität wie auch die Architektursilhouette seines Jerusalem-Bildes wurden bald von anderen Künstlern nachgeahmt. Ein solches Beispiel findet man in der „Bijbel. Bevattende de boeken van het oude en nieuwe testament volgens de staten-overzetting“, die A. W. Bronsveld 1880 in Amsterdam bei dem Verlag A. Akkeringa

Weltgericht auf einem Niellodruck (16. Jh.)
Ein Niellodruck ist ein Tiefdruckverfahren, bei dem die Zeichnung durch eingravierte oder durch in Stahlplatten eingepresste schwarze Farbe entsteht. Es gibt nur wenige Arbeiten, zumeist aus der Frühen Neuzeit, obwohl die Technik des „Niello“ bereits in der Antike bekannt war. In der Frühen Neuzeit war die Methode eine Hoffnung auf

Vittskövle-Werkstätte: Zisterzienserkirche Rinkaby (1475-1500)
Die Freskenmalerei auf einer Kappe der Zisterzienserkirche Rinkaby, im nordöstlichen Skåne in Schweden gelegen, wurde im letzten Viertel des 15. Jahrhunderts von der Vittskövle-Werkstätte unter Magnus Håkansson ausgeführt. Der heutige Erhaltungszustand ist, was das einstige Neue Jerusalem angeht, extrem unbefriedigend. Von der Stadtdarstellung an der Nordseite des Chors fehlt auf

Fresko aus Loxstedt (spätes 15. Jh.)
In der Kapelle zu Loxstedt unterhalb von Cuxhaven ist das Himmlische Jerusalem so zu sehen, wie es im 15. Jahrhundert in der Darstellung beliebt und oft zu finden war: als einfaches zeitgenössisches Kirchengebäude, ohne jeden urbanen Anklang. Die übrigen Ausstattungsbestandteile gehören zum üblichen Repertoire: Das östliche Schiffsjoch präsentiert das Weltgericht.

Fresko aus Östra Herrestad (1475-1500)
Aus der Zeit zwischen 1475 und 1500 stammen die Wandmalereien in der Kirche Östra Herrestad in Skåne (Schweden), die eine lokale Werkstätte vor Ort ausführte. Wie so oft in Skandinavien, wurden die Malereien dann im 18. Jahrhundert überstrichen, im späten 19. Jahrhundert wiederentdeckt und, dem Zeitgeschmack und dem damaligen Forschungsstand

Rudolf Koch (1876-1934), Fritz Kredel (1900-1973): „Christliche Symbole“ (1932)
Diese Abbildung stammt von Seite 140 aus dem Werk „Christliche Symbole“, das Rudolf Koch (1876-1934) unter Mitarbeit des Grafikers Fritz Kredel (1900-1973) 1932 erstmals herausgebracht hat. Das Buch reiht sich ein in eine Reihe moderner Bemühungen innerhalb der sakralen Kunst, die christliche Botschaft im 20. Jahrhundert visuell schnell und einprägsam

Anna Dorothea Kunz-Saile (geb. 1941): Christusbund Waldenbuch (1994)
Dieses Mosaik befindet sich heute im Gottesdienstraum des Württembergischen Christusbund e.V. (einst Landeskirchliche Gemeinschaft Württembergischer Brüderbund Waldenbuch e.V.). Dieser Bund ist ein Zusammenschluss bekennender Christen, die gleichzeitig Mitglied in der Württembergischen (evangelischen) Landeskirche sind. Eigentlich ist es eine Gruppierung in der Tradition des Neupietismus, die sich südlich von Stuttgart in

Pär Andersson (1926-2015): Chormosaik aus Örnäset (1963)
Die evangelische Kirche Örnäset/Luleå (Provinz Norrbotten) wurde am ersten Adventssonntag des Jahres 1963 eingeweiht. Der Bau ist ein Repräsentant seiner Zeit, eine aufwendig gestaltete und zugleich zurückhaltende Sakralarchitektur, ausgestattet mit warmen und einladenden Dekorationen in festem, schwerem Material mit sorgfältig behandelten Oberflächen und Details. Das Kirchenschiff wird durch das hundert

Hermann Bauch (1929-2006) und Bernhard Fembek (1923-2009): Mosaik in St. Gabriel, Maria Enzersdorf (1980)
St. Gabriel wurde nach St. Michael in Steyl als zweite Niederlassung der Steyler Missionare 1889 in Maria Enzersdorf bei Wien gegründet. Dort entstand bis 1914 ein groß angelegter Gebäudekomplex mit einer mächtigen, dem Heiligen Geist geweihten Kirche. Als Ausbildungshaus mit Theologischer Hochschule wurde es rasch auch zu einem Zentrum der

Claus Wallner (1926-1979): Mosaik der Immanuelkirche Laatzen (1959)
Die Immanuelkirche Laatzen ist eine evangelisch-lutherische Kirchengemeinde im Kirchenkreis Laatzen-Springe, der zur Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover gehört. Dort baute die Gemeinde 1959 ihre im Krieg zerstörte Kirche neu, wobei, wie es zu jener Zeit in Niedersachsen Mode wurde, das Himmlische Jerusalem von Anfang an Teil der Wandgestaltung war, wie auch in

Apokalypsemanuskript der Altgläubigen aus Russland (um 1800)
Diese farbenfrohen Darstellungen des Himmlischen Jerusalem sind im Umkreis der Altgläubigen-Gemeinschaft in Russland entstanden. Sie sind in Farbe, Ausführung und Motivwahl an mittelalterliche Manuskripte angelehnt, entstanden aber erst um 1800. Da den Altgläubigen in Russland der Buchdruck untersagt war, mussten sie, wie im Mittelalter, ihre Schriften mühsam per Hand abfassen

William Bell Scott (1811-1890): Pilgrim’s Progress, Ausgabe 1865
„The pilgrim’s progress“ erschien „with Sixty-Five original illustrations by David and William B. Scott“ in einer Ausgabe 1865 in London. Das bezog sich auf eine Neuedition des erfolgreichen Romans von John Bunyan aus dem 17. Jahrhundert. Die beiden im Titel genannten Künstler waren zur Zeit des Viktorianismus bekannt und beliebt,

Han Bijvoet (1897-1975): Fresko aus Onze Lieve Vrouw ter Nood in Heiloo (1930)
Heiloo ist ein landwirtschaftlich geprägtes Dorf im Nordwesten der Niederlande in der Provinz Nordholland. Wenige Kilometer südlich der Ortschaft liegt eine Quelle, die schon in vorchristlicher Zeit als heiliger Ort galt. Dort steht jetzt die Kapelle Onze-Lieve-Vrouwe ter Nood („Unsere Liebe Frau zur Not“), zu der mehrmals im Jahr römisch-katholische

Reinhold Schröder (1932-2024): Abgeschaffter und inzwischen wieder rückgeholter Tabernakel aus St. Johannes in Dorsten (1982)
Der Tabernakel von St. Johannes in Dorsten am Übergang vom südlichen Münsterland ins nördliche Ruhrgebiet fügte sich mit seiner hölzernen Stele und dem Aufsatz aus Bronze harmonisch in die Struktur des modernisierten Altarraumes ein. Er ist 1982, als unter dem Pfarrer Günter Kiefer der Kircheninnenraum komplett umgestaltet wurde, von dem

Charles Crodel (1894-1973): Mosaik der Kaiser-Friedrich-Gedächtnis-Kirche Berlin (1957) und Fenster der Schloßkirche Pforzheim (1958)
Nachdem die 1895 erbaute Berliner Kaiser-Friedrich-Gedächtnis-Kirche im November 1943 durch Luftangriffe total zerstört worden war, wurde auf ihren alten Fundamenten nach Entwürfen von Professor Ludwig Lemmer das neue Gotteshaus gebaut. Es wurde am 30. Juni 1957 von Bischof Otto Dibelius (1880-1967) zur Internationalen Bauausstellung eingeweiht. Die deutsche und schweizerische Aluminium-Industrie

Historistische Himmelspforte aus Saint-Thomas in Excideuil (1875)
„Porta Coeli“ ist dieses Glasfenster unten auf Latein beschrieben auf einem goldimitierenden Schriftband, unter dem Objekt in einem Medaillon, umzogen von Ranken, Blumen und Blüten. In dem Medaillon findet sich eine Darstellung der Himmelspforte als spätmittelalterlicher, massiver, hexagonaler Torturm. Fenster

Franz Pauli (1927-1970): Buntglasfenster in St. Stephanus in Münster (1965)
Nicht immer ist eindeutig klar, ob bei einer Glasmalerei ein Himmlisches Jerusalem tatsächlich vorliegt. Ein kritischer Fall ist die römisch-katholische Kirche St. Stephanus in der Stadt Münster. Zu architektonischen Formandeutungen zusammengefügte Glasstreifen wechseln dort mit weißen und gelblichen quadratischen Glasbrocken.

Ikone der Altgläubigen (um 1720)
Diese insgesamt lediglich 43 x 34 Zentimeter kleine Ikone entstand in der Wolgaregion um das Jahr 1720. Sie wird der Kirche bzw. Bewegung der Altgläubigen zugerechnet, die diese Ikone ein halbes Jahrhundert nach ihrer Gründung anfertigen ließ. Insbesondere die Beschriftung der

Meister der Blumenornamentik: Weltgerichtsmalerei (um 1480)
Von dem sogenannten „Meister der Blumenornamentik“ ist diese um 1480 entstandene Torszene auf einem Weltgericht geschaffen worden, das auch einem oberrheinischen oder südschwäbischen Meister zugeschrieben wurde. Es befindet sich heute im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg (Inventarnummer Gm 110; Leihgabe der

Karl Hellwig (1911-1993): Fenster der Ebbergkirche aus Hemer (1953)
Die Ebbergkirche, fertiggestellt 1820, ist die evangelische Kirche in Hemer im Sauerland, einer Region mit vielen Kunstwerken zum Thema. Der Bau steht seit dem Jahr 1982 unter Denkmalschutz, auch wegen einer Glaswand, die als beispielhaft für die Nachkriegskunst bewertet wurde.1953

Edward W. Hiemer (geb. 1900): Himmelspforten aus der Kirche Immaculate Conception in Columbus (1939)
Es liegt nahe, dass eine Kirche, die den Namen Maria Immaculata trägt, auch die Symbole Mariens künstlerisch thematisiert. So ist es auch der Fall bei der römisch-katholischen Immaculate Conception Church in Columbus (Ohio) im Rahmen der Lauretanischen Litanei. In den
Über mich
Dr. Claus Bernet
Um etwa 1990 begann ich, mich mit dem Thema Jerusalem zu beschäftigen. Die Stadt habe ich mehrfach bereist und Bücher zu diesem Thema verfasst; erwähnen sollte man vielleicht die Reihe „Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem“, den Band „Perlen des Neuen Jerusalem“ und meine Dissertation „Gebaute Apokalypse“. Zahlreiche Aufsätze erschienen immer wieder in Fachzeitschriften (Das Münster, Textilkunst International, Zeitschrift für Sepulkralkultur, u.v. a.). Mit meiner wissenschaftlichen Dokumentation von Jerusalems-Kunstwerken konnten bereits Ausstellungen und Museumskataloge unterstützt sowie Gemeinden bei der Anschaffung von geeigneten Kunstwerken beraten werden. Regelmäßig gebe ich auch Bildvorträge zu diesem Thema. Grundlage der Publikationen und der Bildvorträge sind meine fotografische Sammlung von inzwischen 6.000 Aufnahmen von Glasfenstern, Fresken, Mosaiken und anderen Kunstwerken.



