1986, Franz Nüssel, Weiboldshausen, Leuchter, Nicolai-Kirche 1 © Claus Bernet

Franz Nüssel (1927-1999): Jerusalems-Leuchter der St.-Nicolai-Kirche in Weiboldshausen (1986)

Die evangelische St.-Nicolai-Kirche der Gemeinde Weiboldshausen gehört zum mittelfränkischen Dekanat Weißenburg. Im Mai des Jahres 1985 bekam der Fürther Goldschmied und Kunsthandwerker Franz Nüssel (1927-1999) vom damaligen Pfarrer Fischer den Auftrag, sich Gedanken zu einem neuen Leuchter für die Kirche zu machen. Nüssel schien der geeignete Mann, denn er hatte schon 1961 in Fürth einen Jerusalemsleuchter für eine evangelische Kirche gestaltet.
Der Künstler beabsichtigte ausdrücklich, in seinem neuen Entwurf etwas vom Glanz und der Freude des Himmlischen Jerusalem darzustellen. Ganz oben ist eine zwölfzackige Krone zu sehen, von der aus die Halterung bis an die Decke geht. Darunter findet sich das Lamm Gottes auf dem Buch des Lebens, schließlich ein Bergkristall aus Diamantia in Brasilien. Ganz unten sind auf dem Reif die zwölf Tore des Neuen Jerusalem dargestellt, als einfache Rundbögen, im Prinzip identisch mit der Arbeit von 1961.
Das Metall des Leuchters ist mit einem Schutzlack überzogen, so das das Wachs der zwölf Kerzen keinen Schaden verursachen kann. Diese greifen an verschiedenen Stellen weit in den Raum, was man vor allem von der Unterseite gut sehen kann. Dabei fällt auf, dass bereits an der Decke das apokalyptische Lamm aufgemalt ist. Auch die Beschriftung der Unterseite kann man so erkennen, hier steht geschrieben: Pax, Rex, Lux und Dux.

Im September begann Nüssel mit der Ausführung des ungewöhnlichen Sakralkunstwerks; am 1. April 1986 wurde der neue Leuchter der Gemeinde feierlich übergeben und fand seinen Platz vor dem Altar. Die älteren Hängelampen wurden als Ergänzung beibehalten.

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tags: Mittelfranken, Bronze, Leuchter, Jerusalemsleuchter, Krone, Lamm, Bergkristall, Franz Nüssel
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