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Heribert Reul (1911-2008), Peter Bücken: Altarretabel aus St. Lambertus in Donsbrüggen (1986)

Altarretabel sind eher ein mittelalterlicher Kirchenschmuck, doch es gibt Ausnahmen. Eine moderne Variante fertigte Peter Bücken (geb. 1915) aus Kohlscheid in der Städteregion Aachen an, nach einem (erhaltenen) Entwurf von Heribert Reul (1911-2008) aus Kevelaer. Die Arbeit fand ihre Heimat in der Kirche St. Lambertus in Donsbrüggen bei Kleve, wo das Stück sich gut in die neugotische Gestaltung der Kirche einpasst.

Reul bzw. Bücken stellte im Zentrum über dem steinernen Blockaltar unmittelbar vor der Chorwand das Lamm in weißer Farbe auf dem versiegelten Buch dar. Die figürlichen Teile sind versilbert, der Hintergrund einheitlich rotschimmernd vergoldet. Das Lamm ist von rechtwinkligen Klötzen umgeben, die an sechzehn Stellen geöffnet sind. Dieser Teil ist der eigentliche zweiflügelige Tabernakel, der geöffnet werden kann, wobei dann die hier beschriebene figürliche Darstellung nicht mehr zu sehen ist.

Die zwölf Perlen der Mauer befinden sich davon abgerückt bereits vor der eigentlichen Stadt. Von der strengen Geometrie des Mittelfeldes, das als eigentlicher Tabernakel dient, heben sich vier geschwungene Reliefs an den zwei Flügelseiten ab. Zwischen ihnen sind die versilberten Buchstaben Alpha und Omega gesetzt. Es sind die vier Wesen aus der Apokalypse, die gemeinhin als die vier Evangelisten angesehen werden. An der oberen Seite findet sich ein fünftes Relief: Es zeigt die Taube des Heiligen Geistes und die Hand Gottes. Damit ist dieses Himmlische Jerusalem auch ein Ausdruck katholischer Trinitätsvorstellung.

Sankt Lambertus Donsbrüggen: jetzt und einst, Kleve 1993.
Alfred Reimann: 550 Jahre Katholische Pfarre Donsbrüggen, o. O. 1998.
Alfred Reimann: Donsbrüggen. Katholische Pfarrkirche St. Lambertus, Regensburg 2003 (Kleine Kunstführer durch Kirchen, Schlösser und Sammlungen im mitteleuropäischen Kulturraum, 2523).

 

tags: Heribert Reuel, Kleve, Niederrhein, Hand, Retabel, Moderne
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