Christian Wermuth (1661-1739): Jubiläums-Medaille (1717)

Im Himmlischen Jerusalem gibt es kein Geld, von daher sind Medaillen oder gar Münzen mit dem Motiv des Himmlischen Jerusalem auch recht selten. Eine Ausnahme wurde 1717 nach einem Entwurf des Gothaer Medailleurs Christian Wermuth (1661-1739) von 1706 geprägt. Es handelt sich um eine Silbermedaille zur Zweihundert-Jahrfeier der Reformation. Das Brustbild mit Harnisch zeigt den Regenten Carl Wilhelm (1667-1718) von Anhalt-Zerbst (hier nicht abgebildet). Der Revers zeigt die Gottesstadt, mit „Civitas Dei“ umschrieben. Es ist eine quadratische Stadtanlage, mit drei Toren an jeder Seite. Im Inneren führen von den Toren acht Wege zum Zionsberg in der Mitte, hinter dem eine gewaltige Sonne auf- oder untergeht. Das sächsische Meisterwerk der Stempelschneidekunst weist insgesamt drei Chronogramme aus: Revers Umschrift: 1717, Abschnitt: 1517 und in der Randumschrift: 1717. Die Vorlage zu diesem Himmlischen Jerusalem wurde der Mortier-Bibel von 1700 entnommen, jedoch leicht verändert: die Engelsfiguren aus den Toren wurden weggelassen, hinzugefügt wurden die vier Kirchen an den Ecken des Quadrats nach einer Vorlage der Utopieschrift Christianopolis aus dem 17. Jahrhundert.

312, in: Auctions-Catalog einer alten Sammlung von Münzen und Medaillen auf die Reformation und den Protestantismus, Frankfurt a. M. 1910, S. 19.
152, in: Peter N. Schulten (Bearb.): Sammlung Prof. Robert B. Whiting: Martin Luther und die Reformation auf Münzen und Medaillen, Zürich 1983, S. 25.
17014. Zweites Reformationsjubiläum, 1717, in: Cordula Wohlfahrt: Christian Wermut. Ein deutscher Medailleur der Barockzeit, London 1992, S. 343.
Claus Bernet, Klaus-Peter Hertzsch: Martin Luther in seiner Zeit – und das Himmlische Jerusalem, Norderstedt 2016 (Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem, 40).

 

tags: Silber, Gotha, Zerbst, Münze, Medaille, Jubiläum, Reformation, Mortier-Bibel
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