Suche
Close this search box.

Maria Sunniva Geuer de Saavedra (1924-1979): La Paz in Bolivien (1963)

Niemand weiß, welche und wie viele Darstellungen des Himmlischen Jerusalem es in ganz Südamerika gibt. Nur bislang selten sind die Gemeinden im Internet präsent, einschlägiges Schrifttum fehlt meist, Kunstbeauftragte gibt es nur selten. Ein neueres Beispiel für eine Ausgestaltung mit dem eschatologischen Thema findet sich in Boliviens Regierungssitz La Paz. Es handelt sich bei der Kirche um eine evangelische deutschsprachige Gemeinde.
Das Mosaik wurde zwischen 1962 und 1963 angefertigt. Es stammt von der holländischen Künstlerin Maria Sunniva Geuer de Saavedra (1924-1979). Sie arbeitete in Bolivien im Auftrag der Societas Regina Apostolorum, der „Missionsgesellschaft Königin der Apostel“, einer römisch-katholischen Missionsgesellschaft, die 1923 in Wien gegründet worden war.
De Saavedras Werk besteht aus fünf einzelnen Stücken, so dass man genaugenommen von fünf Mosaiken sprechen muss. Gesamtthema ist die Offenbarung des Johannes. Das gesamte Ensemble der Altarwand nimmt Motive der Apokalypse auf: in der Mitte der Weltenrichter und dann rechts davon die vier apokalyptischen Reiter und links (hier abgebildet) das Himmlische Jerusalem. Die zwei kleineren Abbildungen, die Christus flankieren, zeigen die Menschen auf dem Weg nach Zion. Die Fläche auf der vom Betrachter linken Seite ist allein dem Himmlischen Jerusalem vorbehalten. Die Künstlerin hat hier ihre eigene Formensprache gefunden: drei Reihen mit je drei Toren vorne und an den Seiten sind gut zu erkennen. Die Tore der hinteren Reihe erkennt man nur auf den zweiten Blick, denn das mittlere Tor wölbt sich als gewaltige Kuppel über die eigentliche Stadt. Zahlreiche Bauten in Braun- und Ockertönen kommen zum Vorschein. Links und rechts davon strecken zwei knorrige Bäume ihre kahlen Äste in das tiefblaue Firmament. Auffällig ist, dass weder das Gotteslamm, die Apostel, die Ältesten noch die Engel dargestellt sind.

 

tags: La Paz, Bolivien
Share:
error: