LETZTER BEITRAG
Malereien aus der Laurentiuskirche in Mont d’Astarac (auch St. Gilles, um 1490)
Mont d’Astarac ist ein mittelalterlich geprägtes Dorf in der Gascogne (Département Gers, Region Okzitanien), das um die dem Heiligen Laurentius geweihte Kirche aus dem 15. Jahrhundert und den kleinen Dorffriedhof herum erbaut wurde. Die fünfeckige

Textil aus Südschweden (1784)
Dieses Jahrhunderte alte Textil ist in gutem Zustand und auf den 30. Juli 1784 datiert. Vermutlich an diesem Tag wurde die Stickerei als Wandteppich abgeschlossen. Unter dem Bildbereich finden sich die Initialen AOS, die bislang nicht aufgelöst werden konnten. Es ist aber keine Arbeit von nur einer Person, sondern es

Karel Škréta (um 1610-1674), Bartholomäus Kilian (1630-1696): „David mit dem Kopf Goliaths und einer Vision des Himmlischen Jerusalem“ (um 1670)
Der Grafik wurde die Bezeichnung „David mit dem Kopf Goliaths und einer Vision des Himmlischen Jerusalem“ gegeben. Es ist eine einzigartige Verbindung dieser sonst in der darstellenden Kunst stets getrennten biblischen Motive aus dem Alten Testament (Goliath) und dem Neuen Testament (Himmlisches Jerusalem). Als ausführender Künstler wird Bartholomäus Kilian (1630-1696)

Markus Weisheit: Grabstelen und Grabsteine (1996ff.)
1996 schuf der Bildhauer Markus Weisheit für das Grabmal von F.-J. Hölscher eine Säulenbasaltstele, die von der damaligen Werkstatt Oswald Schneider in Siegburg gestaltet wurde. Die Form der 175 Zentimeter hohen und 30 bis 35 Zentimeter breiten Stele blieb weitgehend naturbelassen, auch die gewundene Form der Säule war gewünscht. Von

Katrin Gräfrath: Grabstele und Grabstein (2012 und 2016)
Die Ortschaft Birk (Bergisches Land) ist ein Stadtteil von Lohmar im Rhein-Sieg-Kreis in Nordrhein-Westfalen. Auf dem dortigen städtischen Gemeindefriedhof befindet sich auf einer freien Rasenfläche im hinteren Bereich des Friedhofs eine Jerusalemstele, die im oberen Abschluss das Himmlische Jerusalem zeigt. Eingehauen in den Ruhrsandstein ist der neutestamentliche Vers: „Wir haben

Karl Imfeld (geb. 1953): Installation und Malerei in Ahrensburg (1995)
Einen der ungewöhnlichsten Bezüge zum Himmlischen Jerusalem schuf der Schweizer Maler Karl Imfeld (geb. 1953) im Jahr 1995 im Gemeindehaus Ahrensburg (Schleswig-Holstein) in der dortigen Freien evangelischen Gemeinde (FeG). Es entstand eine durchdachte Raumgestaltung mit vielen Besonderheiten. Weiße Wände schließen den Altarraum mit dem Ambo und dem Altartisch ab, beides

Karl-Josef Schneider (1935-2023): Grabstele aus Siegburg (1985)
Auf dem Nordfriedhof von Siegburg befindet sich das Gemeinschaftsgrab des Ehepaares Ingeborg und Heinz Ellenberger. Ihre Stele aus Muschelkalk wurde 1985 von dem Bildhauer Karl-Josef Schneider angefertigt, in dem Atelier des Künstlers nur wenige hundert Meter entfernt. Es besteht aus einem schlichten Unterteil mit den Namen und Lebensdaten der Verstorbenen

Rudolf Schäfer (1878-1961): Prachtbibel (1929)
1929 kam eine Prachtbibel („Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments“) auf den Buchmarkt, die mit Illustrationen von dem norddeutschen Kirchenmaler und Illustrator Rudolf Schäfer (1878-1961) ausgestattet wurde. Schäfer sah sich als deutschen lutherischen Künstler, der seine eigentliche Aufgabe in der Unterweisung der Gläubigen durch

Joep Nicolas (1897-1972): Pancratiuskirche in Tubbergen (1954)
Tubbergen ist eine Gemeinde in der niederländischen Provinz Overijssel in den Niederlanden. Ortsmittelpunkt ist die das neogotische Bauwerk St. Pancratius. Als künstlerisch herausragend gelten die 35 Buntglasfenster, die von mehreren aufeinander folgenden Generationen der Glaskünstlerfamilie Nicolas entworfen und gefertigt wurden. Sie sind einer der Gründe, weshalb das Bauwerk unter Denkmalschutz

„Sammlung auserlesener Materien zum Bau des Reichs Gottes“ (1731)
Dieser Kupferstich findet sich als Frontispiz des ersten Bandes im Jahrgang 1731 der Zeitschrift „Sammlung auserlesener Materien zum Bau des Reichs Gottes“. Dabei handelt es sich um das ausgewiesene Sprachrohr des Pietismus. Bis 1760 war diese Erbauungszeitschrift wesentlich daran beteiligt, einerseits eine pietistische Öffentlichkeit herzustellen, andererseits verfolgte man das Ziel

Himmelspforte aus der Kirche Immaculée Conception in Linger (um 1950)
In der luxemburgischen Gemeinde Linger (Luxembourgish Lénger, unweit von Petingen) befindet sich die Kirche Immaculée Conception de la Vierge Marie. Dieser Sakralbau aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert wird inzwischen nicht länger für Gottesdienste genutzt, da es kaum mehr Katholiken in der Umgebung gibt. 2023/24 soll er zu einem Unterrichtsraum für

Baptist Wolfgruber (1868-1950), Franz Hofstötter (1871-1913), Eugen Hasenfratz (1872-1939), Franz Kruis (1854-1925): Fresko der Herz-Jesu-Kirche in Ludwigsthal (1896-1901)
Der Innenraum dieser Kirche ist lückenlos mit Farbe, Ornamenten und Bildern in Secco-Technik ausgefüllt, sie ist ein beredendes Beispiel für den Horror vacui. Das große Thema des Gesamtraums ist dabei die Erlösung der Menschheit. Es beginnt mit Christus auf dem Hochaltar, der mit seinen ausgebreiteten Armen die Menschen empfangen will.

Russische Apokalypsehandschrift (18. Jh.)
Bebilderte Handschriften mit dem Apokalypsetext waren eine regelrechte Massenware, zahlreiche Kirchenbibliotheken oder Klöster hatten ihre Ausgaben. Schon aus liturgischen Gründen waren diese Bücher kein Luxus, sondern schlichtweg notwendig und wurden gebraucht. Eines dieser Exemplare aus dem 18. Jahrhundert gelangte in die Sammlung handgeschriebener Bücher von E. E. Egorova in der

Bernardino Poccetti (1548-1612): San Pietro in Pontignano (1596)
Bernardino Poccetti (auch Barbatelli oder Bernardino delle Grottesche, delle Facciate oder einfach delle Muse genannt) war ein italienischer manieristischer Maler und Radierer. Er stand zeitlebens im Austausch mit Meistern wie Santi di Tito, Domenico Cresti (Il Passignano), Lodovico Cigoli, Michele Tosini, Jacopo Chimenti da Empoli und Andrea Boscoli, mit denen

Joseph Martin Kronheim (1810-1896): Illustrationen zu Pilgrim’s Progress (um 1870)
Um 1870 erschien in London „Bunyan‘s Pilgrim’s Progress in words of one syllable“, herausgegeben von Samuel Phillips Day. Ausgestattet sind sie mit Farbabbildungen im Stil des Historismus von Joseph Martin Kronheim (1810-1896), der sich mit diesem Thema während seines Schaffens mehrfach beschäftigt hat. Das Einlegeblatt zwischen den Seiten 30 und

Hans Gottfried von Stockhausen (1920-2010): Chorfenster im Ulmer Münster (1956)
Das Ulmer Münster ist auch eine Art Freilichtmuseum der Glasmalerei, denn hier finden sich Fenster von zahlreichen Glaskünstlern aus Süddeutschland, die vor allem nach 1945 gearbeitet haben, wie Rudolf Yelin, Wilhelm Geyer, Wolf-Dieter Kohler, Peter Valentin Feuerstein und auch Hans Gottfried von Stockhausen (1920-2010). Welche Kirche kann so etwas bieten?

Rodney Matthews (geb. 1945): Gemälde „Das neue Jerusalem“ (1993)
Diese Arbeit ist ein Beispiel, dass Darstellungen des Himmlischen Jerusalem immer öfters im Fantasystil gezeigt werden, hier auch mit Einflüssen oder Reminiszenzen an den Jugendstil vor knapp einhundert Jahren. Das zeigt vor allem die untere Hälfte einer Art Sumpflandschaft mit

Walter Prolingheuer (geb. 1926): „Himmlisches Jerusalem“ (1989)
Dieses abstrakt-expressive Jerusalem hätte auch in den 1920er Jahren im Umfeld des Bauhaus gemalt werden können; es erinnert an Metropolis oder an Tauts Architekturutopien. Es entstand aber 1989 als auf Papier (59 x 42 Zentimeter groß) von Walter Prolingheuer (geb.

Adolf Meister (geb. 1931): Malerei „Auf dem Weg zum himmlischen Jerusalem“ (1992)
Adolf Meister (geb. 1931) gehört zu den malenden Priestern, er nimmt in Dänemark eine ähnliche Funktion ein wie einst Sieger Köder in Württemberg. Im Laufe der Jahre sind mir knapp fünfzig Kunstwerke bekannt geworden, die von Pfarrern gefertigt wurden, davon

Meriam Matthews: Rendering „Das neue Jerusalem“ (um 1992)
Eines der frühen Renderings zum Thema Neues Jerusalem entstand um 1992. Damals waren Renderings eine neue künstlerische Ausdrucksmöglichkeit, die bereits Elemente der Künstlichen Intelligenz vorweg nahmen. Immer mehr wurden Menschen ohne künstlerische Ausbildung oder ohne Talent in die Lage versetzt,

Gérard Bayle (1923-2000): Gemälde „Das himmlische Jerusalem“ (um 1992)
Über den Maler Gérard Bayle (1923-2000) ist leider nicht viel bekannt geworden. Er war nicht nur Künstler, sondern in erster Linie Kunstlehrer und Museumkurator. So betreute er von 1952 bis 1962 das Museums der Schönen Künste von Cambrai (wo einst

Harry Knox, John Knox: Coverbild zu „Ministry International Journal for Pastors“ (2000)
Die Zeit der Wende vom zweiten in das dritte Jahrtausend war von einer endzeitlichen Stimmung geprägt, die sich in einer Vielzahl von neuen Arbeiten zum Himmlischen Jerusalem Ausdruck verschaffte. Im Vergleich zu den Jahren davor und danach stieg die Produktion
Über mich
Dr. Claus Bernet
Um etwa 1990 begann ich, mich mit dem Thema Jerusalem zu beschäftigen. Die Stadt habe ich mehrfach bereist und Bücher zu diesem Thema verfasst; erwähnen sollte man vielleicht die Reihe „Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem“, den Band „Perlen des Neuen Jerusalem“ und meine Dissertation „Gebaute Apokalypse“. Zahlreiche Aufsätze erschienen immer wieder in Fachzeitschriften (Das Münster, Textilkunst International, Zeitschrift für Sepulkralkultur, u.v. a.). Mit meiner wissenschaftlichen Dokumentation von Jerusalems-Kunstwerken konnten bereits Ausstellungen und Museumskataloge unterstützt sowie Gemeinden bei der Anschaffung von geeigneten Kunstwerken beraten werden. Regelmäßig gebe ich auch Bildvorträge zu diesem Thema. Grundlage der Publikationen und der Bildvorträge sind meine fotografische Sammlung von inzwischen 6.000 Aufnahmen von Glasfenstern, Fresken, Mosaiken und anderen Kunstwerken.






