LETZTER BEITRAG
Glasmalerei aus der Kathedrale von Sens (1205-1215)
Die römisch-katholische Kathedrale von Sens in Burgund ist einer der ersten sakralen Großbauten der Gotik, was nicht nur für die Fassade, sondern auch die Glasmalereien im inneren gilt. Der gesamte Raum ist mit hochwertigen Malereien

George Edmund Street (1824-1881): St Thomas the Martyr in Oxford (1869)
Das Fenster, auf dem eine weibliche Figur das Himmlische Jerusalem in ihren Händen hält, verursachte im Jahr 1869 bei seinem Einbau einen Skandal. Man empfand die figürliche Darstellung als zu katholisch für die anglikanische Kirche Thomas the Martyr in Oxford (England). Eine Marienfigur habe hier nichts zu suchen, die Engelsfiguren

Francisco Antonio de Anaya: Chorgestühl in Guadalupe, Mexiko (1756)
Auch in Holz ist das Motiv der Himmelspforte einmal geschnitzt worden: Der Bildhauer Francisco Antonio de Anaya schuf 1756 diese „Ianua Coeli“, was so in goldenen Buchstaben in das untere Spruchband eingefasst wurde. Es ist Teil einer umfangreichen Schnitzerei für das Chorgestühl des Königlichen Kollegiums in dem römisch-katholischen Kloster Nuestra

Johann Baptist Zimmermann (1680-1758): Kuppelmalerei der Wieskirche (um 1754)
Nach dem Mittelalter wurden Torszenen als Wandmalereien in der Frühen Neuzeit zunächst zur Seltenheit, erlebten dann aber eine gewisse Renaissance im katholischen Barock. Eine der berühmtesten Himmelspforten überhaupt findet man in der bayerischen Wieskirche (auch „Wallfahrtskirche zum Gegeißelten Heiland auf der Wies“). Dort gestaltete der Meister Johann Baptist Zimmermann (1680-1758)

Himmelspforte aus St. Vitus in Breitenworbis (1692)
Das Eichsfelder Land in Thüringen war einst stark von der Gegenreformation durch das Bistum Erfurt ergriffen. Das trifft auch auf die römisch-katholische Kirche St. Vitus in Breitenworbis zu, die kurz nach Bau der Kirche im Jahr 1692 von einem unbekannten Maler mit umfangreichen Decken- und Wandmalereien auf Eichengrund ausgestattet worden

Stadtdarstellung aus Notre-Dame in Cunault (15. Jh.)
Die touristische wie kunsthistorische Attraktion der kleinen französischen Ortschaft Cunault an der Loire ist die mittelalterliche ehemalige Abteikirche Notre-Dame. Die mächtige Hallenkirche der Romanik ist mit vielen Malereien aus verschiedenen Jahrhunderten ausgestattet. Die Verklärungsdarstellung über der Tür zum Priorat stammt aus dem 15. Jahrhundert. Sie wurde mehrfach restauriert und immer

Samuel Lee (1625-1691): „Orbis Miraculum, or the Temple of Solomon“ (1659)
Samuel Lee (1625-1691) war ein englischer Puritaner aus London, der die letzten Lebensjahre in der Kolonie New England verbrachte. Als er sein Hauptwerk, „Orbis Miraculum, or the Temple of Solomon“ verfasste, war er Minister von St. Botolph’s in Bishopsgate (London). Zu diesem Posten wurde er von Lordprotector Oliver Cromwell ernannt.

Johann Pfunner (um 1715-1788): St. Alexius in Herbolzheim (1754)
St. Alexius ist die römisch-katholische Pfarrkirche von Herbolzheim im Breisgau. In der Achse des barocken Kirchenschiffs reihen sich von West nach Ost drei große Deckenmalereien aneinander. An jeder Seite begleiten fünf kleinere Bilder die drei großen, thematisch auf die letzteren bezogen. Das letzte Gemälde rechts präsentiert über dem Altarbereich die

Johann Baptist Zimmermann (1680-1758) u.a.: Freskomalerei aus der Wallfahrtskirche Maria Brünnlein in Wemding (1754)
Das Fresko hat den Titel „Ianua caeli“ (Pforte des Himmels), wie es der lateinischen Beschriftung der Kartusche zu entnehmen ist. Bereits über dieser Kartusche findet man eine Kuriosität, wie sie das Spätbarock liebte: einen Christuskopf mit einer Gloriole aus seiner Dornenkrone.Die dazugehörige Beischrift unter der Pforte verrät durchaus Ironie, wenn

Anonyme Illustrationen aus John Bunyan: Pilgrim’s Progress (17. Jh.)
1678 erschien erstmals John Bunyans „The Pilgrim’s Progress, from this world to that which is to come“, gedruckt von Nathaniel Ponder in London. Der Stecher hatte die Initialen „R. W. f.(ecit)“, was auf der Illustration unten rechts neben dem Löwen zu finden ist. Er zeigt den Pilger zweimal, einmal im

Welterfolg „Vitam Aeternam“ (16. und 17. Jh.)
Auf um 1570 wird dieser Kupferstich datiert, den Marten (Martin) de Vos (1532-1603) geschaffen hat. Der flämische Verleger John Baptista Vrints gewann dann Julius Goltzius dafür, die Vorlage des Marten de Vos in Antwerpen zu stechen: „Vitam Aeternam“ war geboren. Die beiden, also de Vos und Goltzius, erfanden eine Fassung,

Benvenuto Tisi Garofalo (1481-1559): „Allegorie der Testamente“ (1523 und 1528-1531)
Eine Monumentalmalerei der Gesamtgröße 8 x 3 Meter entstand 1523 für das Kloster Sant’Andrea in Ferrara (heute Pinacoteca Nazionale, Ferrara, Inventarnummer 143). Es stammt von Benvenuto Tisi Garofalo (1481-1559) und hat den Titel „L’Antico e Nuovo Testamento“. Verständlicherweise wurde bei einer allegorischen Darstellung des Alten und Neuen Testaments das Himmlische

Schweizer Landesmuseum Zürich: Süddeutsches Retabel (um 1520)
Dieses Himmlische Jerusalem auf der Rückseite eines frühneuzeitlichen Retabels ist ähnlich wie der meist runde Turm der Heiligen Brigitte gestaltet. Bei der weiblichen Figur rechts handelt es sich aber nicht um die Heilige Brigitte, sondern um die fürbittende Maria, die bittend ihre Hände für die Menschen unter ihr erhebt. Links

Raphael Sadeler d. J. (1560/61-1632): Zeichnungen der Maria Immaculata (um 1602 und 1605)
Eine der frühesten Darstellungen des Motivs Civitas Dei und der Porta Coeli im Rahmen der gedruckten Lauretanischen Marienlitaneien erschien vermutlich zwischen dem 6. September 1601 und spätestens 1604 in Venedig. Der Renaissance-Kupferstich (33 x 28 Zentimeter) stammt von Raphael Sadeler dem Jüngeren (1560/61-1632). Er ist das erste einer ganzen Reihe

Unbekannter Verfasser: Protestantenkritisches Flugblatt (1657)
Im Jahre 1657 erschien in der protestantischen Hochburg Amsterdam ein fremdenfeindliches Flugblatt zum Thema der protestantischen Flüchtlinge. Diese, so suggeriert das Flugblatt, würden vor allem die Niederlande ansteuern, das ihnen wie ein neues Jerusalem erscheinen müsste. Doch schon der ironische Titel „Plaat voor Den nieuwen speculatieven Tour de la mode“

MS 208: Spiegelvision des Guillaume de Digulleville (1475-1500)
In der Stadtbibliothek des nordfranzösischen Soissons findet sich in dem Manuskript 208, fol. 1, auf dem ersten Blatt, also dem Frontispiz, in ovaler Rahmung eine Darstellung der „Pélerinage de la vie humaine“, also der „Pilgerreise des menschlichen Lebens“. Die Handschrift an der Schnittstelle von Spätgotik zu Frührenaissance entstand im letzten

Charles Crodel (1894-1973): Peterskirche in Frankfurt am Main (um 1965)
Die evangelische Peterskirche ist eine der sogenannten Dotationskirchen der Stadt Frankfurt am Main. Sie ist seit 1803 Eigentum der Stadt, die zu ewigem Unterhalt und Betrieb verpflichtet ist, unabhängig davon, ob es in Zukunft überhaupt noch Christen in Frankfurt gibt.

Gerhard Hausmann (1922-2015): Kirche des Diakonissenmutterhauses in Hannover (1960)
Die Kirche des Mutterhauses der Diakonissen in Hannover wurde im letzten Weltkrieg zerstört. 1959 bis 1960 schmückte man den Wiederaufbau mit einem expressionistischen Wandfresko, welches Gerhard Hausmann (1922-2015) aus Hamburg geschaffen hat. Zu sehen ist auf dem 11 x 8,5

Heinz Kassung (1935-2013): Liebfrauenkirche in Koblenz (2013)
Zwei neue Kirchenfenster des Künstlers Heinz Kassung (1935-2013) wurden während eines Gedenkgottesdienstes im November 2013 in der römisch-katholischen Liebfrauenkirche in Koblenz eingeweiht. Es war eine der letzten Arbeiten des Künstlers überhaupt, der wenige Wochen nach der Einweihung verstarb. Kassung war

Tristan Ruhlmann (1923-1982): St. Martin in Schwalbach (1973)
Tristan Ruhlmann (1923-1982) war ein französischer Glasmaler und Mosaizist, der vor allem im Elsass und im Saarland arbeitete. In der römisch-katholischen Kirche St. Martin Schwalbach war er sogar zwei Mal tätig, zunächst 1954 bis 1956, und dann erneut von 1972

Moskauer Andachtsbuch (um 1910)
In der Russischen Staatsbibliothek zu Moskau befindet sich ein Konvolut, welches handschriftliche Aufzeichnungen über das Leben des Heiligen Andreas beinhaltet (Signatur F.98, Nr. 378). Die 216 Blätter mit 102 Miniaturen entstanden kurz vor dem Ende des Zarenreiches, um 1910. Es

MS 215, Bk.1: „De Civitate Dei“ des Augustinus (um 1415)
Um das Jahr 1415 wurde in einem Pariser Kloster eine französischsprachige Handschrift des Kirchenlehrers und Bischofs Aurelius Augustinus hergestellt, die dem französischen König Charles V. gewidmet wurde. Damit sollte der König erinnert werden, dass er seine Herrschaft möglichst gerecht nach
Über mich
Dr. Claus Bernet
Um etwa 1990 begann ich, mich mit dem Thema Jerusalem zu beschäftigen. Die Stadt habe ich mehrfach bereist und Bücher zu diesem Thema verfasst; erwähnen sollte man vielleicht die Reihe „Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem“, den Band „Perlen des Neuen Jerusalem“ und meine Dissertation „Gebaute Apokalypse“. Zahlreiche Aufsätze erschienen immer wieder in Fachzeitschriften (Das Münster, Textilkunst International, Zeitschrift für Sepulkralkultur, u.v. a.). Mit meiner wissenschaftlichen Dokumentation von Jerusalems-Kunstwerken konnten bereits Ausstellungen und Museumskataloge unterstützt sowie Gemeinden bei der Anschaffung von geeigneten Kunstwerken beraten werden. Regelmäßig gebe ich auch Bildvorträge zu diesem Thema. Grundlage der Publikationen und der Bildvorträge sind meine fotografische Sammlung von inzwischen 6.000 Aufnahmen von Glasfenstern, Fresken, Mosaiken und anderen Kunstwerken.






