LETZTER BEITRAG

Pasquale Oddone (gest. 1546): Retabel in Santa Maria Assunta in Revello (1541)

Pasquale Oddone (auch Pascale, gest. 1546) war ein Meister der oberitalienischen Renaissance. Er gilt als großer Unbekannter des Cinquecento, von der Forschung irgendwie niemals richtig wahrgenommen. Seine auffällige Verwendung heller Farben soll lombardischen und noch nördlicheren, flämischen Ursprung dokumentieren. Vorzugsweise wirkte er im Piemont, wo er sich auf Altargemälde spezialisiert

Mehr lesen

Guido da Siena: Weltgericht aus Grosseto (um 1280)

Um 1250 schuf Guido da Siena eine Tafelmalerei auf Temperabasis für die Kirche Misericordia in Grosseto (Toskana). Diese ist heute Teil des Kirchenmuseums der Diözese Grosseto, des Museo archeologico e d’arte della Maremma. Das Thema der Malerei ist ein Weltgericht. Die Gesamtgröße beträgt 141 x 99 Zentimeter, wovon das Himmlische

Mehr lesen

Niederländisches Zweiwegebild (um 1750)

Dieses Ölgemälde unterscheidet sich von anderen zeitgenössischen Zweiwegebildern in mancherlei Hinsicht. Im Vordergrund predigt ein Ungläubiger oder falscher Prophet, der hinter seinem Rücken dem abschwört, was er der Menge verkündet. Links erscheint eine hübsche Stadt mit Mauern, Kuppeln und Türmchen – es ist aber nicht das Neue Jerusalem, sondern eine

Mehr lesen

Philip van Gunst (1685-1732): Allegorie des Glaubens (um 1720)

Das Himmlische Jerusalem ist nicht unbedingt ein erotischer Ort, wenngleich mittelalterliche Tafelbilder viel nackte Haut vor den Toren der Stadt zeigen. Ausnahmen bestätigen jedoch die strengste Regel. Hier präsentiert eine nackte Person ihr Hinterteil – Arsch-Experten mögen entscheiden, ob es sich um eine Frau oder um einen Mann handelt. Die

Mehr lesen

Sébastien Norblin (1796-1884): Zeichnung „Patmos“ (1855)

Diese auf das Jahr 1855 datierte gerötete Kreidezeichnung hat den vollständigen Titel „Saint Jean à Pathmos“ („Der Heilige Johannes auf Patmos“). Sie stammt von dem römisch-katholischen Kirchenmaler Sébastien Norblin (1796-1884), einem Vertreter der klassischen Akademieschule Frankreichs. Johannes sitzt auf einer umgefallenen Säule als ein Symbol für die alte, auch heidnische

Mehr lesen

Winfrieda Schmied: Kapelle Mariazell am Sursee (1925)

Im Jahr 1925 schuf die Nonne Sr. M. Winfrieda Schmied eine einfache und einfarbige Handzeichnung, die sich im Jahreszeitbuch der Kapelle Mariazell am Sursee (Kanton Luzern, Schweiz) befindet. Sie ist mit „Maria Zell“ unterschrieben. Die Franziskanernonne aus dem Nachbarkloster Baldegg präsentiert uns auf der Zeichnung links die Janua Coeli mit

Mehr lesen

Franz Dick oder Hans Franck: Basler Gerichtsbild (1510)

Das Rathausgemälde „Weltgericht“ wurde erst dem Maler Franz Dick, später dann Hans Franck zugeschrieben, doch beide Zuschreibungen werfen mehr Fragen auf als sie Antworten geben. Wirklich viel kann man über keinen der beiden Maler finden. Entstanden ist das Werk im Jahr 1510 als direkte Auftragsarbeit für das Rathaus der Stadt

Mehr lesen

Jerusalemsbild der Stabkirche Urnes (um 1665)

Ein wenig bekanntes Jerusalemsgemälde birgt die norwegische Stabkirche Urnes im kleinen gleichnamigen Ort Urnes am Ostufer des Lusterfjords. Schon im Jahr 1979 wurde die hölzerne Kirche samt ihres Inventars in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Darunter fällt auch ein 136 x 104 Zentimeter großes Bild. Es soll entweder 1663 oder

Mehr lesen

Maarten van Heemskerck (1498-1574): Brede en smalle weg (1571)

Ein Meisterwerk des frühneuzeitlichen Bildmotivs „Brede en smalle weg“ stammt zweifelsohne von Maarten van Heemskerck (1498-1574), gestochen wurde es von einem M. S. Will ein Christ das Ziel seines Lebens, das Himmlische Jerusalem, sicher erreichen, muss er auf diesem Zweiwegebild der Niederlande sein Kreuz tragen. Nur ein schmaler, steiler Weg

Mehr lesen

Erbachsche Tafeln (um 1332/34)

Die Staatsgalerie Stuttgart besitzt zwei Tafeln aus Pappelholz, die in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts entstanden sind (Inventarnummer 3100). Angeblich soll der Schwager Goethes, Johann Georg Schlosser, beide Tafeln aus Italien mitgebracht haben. Wahrscheinlich sind die Werke am Hof von Neapel im Umkreis des Königs Roberto (Robert von Anjou,

Mehr lesen

Pacino di Bonaguida (um 1280 – 1339): Stammbaum Jesse (1303-1330)

Der Stammbaum Jesse ist eine komplizierte Angelegenheit, auf dessen spezielle Einzelheiten hier nicht eingegangen werden soll und auch nicht muss. In einem Satz geht es darum, dass ein fiktiver Stammbaum Christi mit seinem Ursprung in der Person Jesses, des Vaters König Davids, bildlich wiedergegeben wird. Solche Stammbäume enden, wie auch

Mehr lesen

Jüngstes Gericht aus Antwerpen (um 1490)

„Das Jüngste Gericht mit den sieben Werken der Barmherzigkeit und den sieben Todsünden“, so der Titel, entstand um 1490 und soll in Antwerpen hergestellt worden sein. Es ist heute ein Meisterwerk der Sammlung des Openbaar Centrum voor Maatschapelijk Welzijn van Antwerpen (Inventarnummer 134). Der Kompositionsaufbau des hier abgebildeten Ausschnitts (linke

Mehr lesen

Himmlisches Jerusalem von Tecajic (um 1750)

Tecajic/Tecaxic ist eine kleine Stadt in Zentralmexiko, zwanzig Kilometer entfernt von Toluca. Ihr Meisterwerk in der Kirche der Franziskaner ist ein Ölgemälde aus der Mitte des 18. Jahrhunderts mit einer höchst ungewöhnlichen Präsentation des Himmlischen Jerusalem in Neuspanien, mit dem Titel „Alegoria de la amistad domenico-francescana“, zu Deutsche etwa „Allegorie

Mehr lesen

Hermann Pohl (1917-1998): Türgriff in der Marktkirche von Eschwege (um 1990)

Eigentlich liegt es nahe, den Griff einer Kirchentür mit dem Motiv des Himmlischen Jerusalem auszustatten: Hier betritt man, zumindest nach römisch-katholischer Lehre, den Raum göttlicher Präsenz, und es gibt eine Interpretation, die die irdische Kirche als Vorwegnahme des späteren Himmlischen

Paul Weigmann (1923-2009): St. Barbara in Ippendorf (1963)

Der mächtige, neogotische Chorbereich von St. Barbara wird ganz von seinen Buntglasfenstern dominiert. Die römisch-katholische Kirche befindet sich in Ippendorf, einem Ortsteil von Bonn. In mehreren Etappen hat der Paul Weigmann (1923-2009), später zusammen mit seiner Mitarbeiterin Marie-Theres Werner (geb.

Otto Lauterbach (1909-1985): St. Peter und Paul in Straelen (1952)

Otto Lauterbach (1909-1985) war ein Glasmaler, der vor allem nach 1945 im Rahmen des Wiederaufbaus bei Kirchenfenstern nachgewiesen ist, fast ausschließlich in Nordrhein-Westfalen, schwerpunktmäßig im Ruhrgebiet. Seine Stärke waren freie Kompositionen und geometrische Muster, er war ein Vertreter der abstrakten

Über mich

Dr. Claus Bernet

Um etwa 1990 begann ich, mich mit dem Thema Jerusalem zu beschäftigen. Die Stadt habe ich mehrfach bereist und Bücher zu diesem Thema verfasst; erwähnen sollte man vielleicht die Reihe „Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem“, den Band „Perlen des Neuen Jerusalem“ und meine Dissertation „Gebaute Apokalypse“. Zahlreiche Aufsätze erschienen immer wieder in Fachzeitschriften (Das Münster, Textilkunst International, Zeitschrift für Sepulkralkultur, u.v. a.). Mit meiner wissenschaftlichen Dokumentation von Jerusalems-Kunstwerken konnten bereits Ausstellungen und Museumskataloge unterstützt sowie Gemeinden bei der Anschaffung von geeigneten Kunstwerken beraten werden. Regelmäßig gebe ich auch Bildvorträge zu diesem Thema. Grundlage der Publikationen und der Bildvorträge sind meine fotografische Sammlung von inzwischen 6.000 Aufnahmen von Glasfenstern, Fresken, Mosaiken und anderen Kunstwerken.

error: