1993, Düsseldorf-Benrath, Ruhrgebiet, NRW, St. Cäcilia, Herb Schiffer © Josef Marx

Herb Schiffer (geb. 1936): St. Cäcilia zu Düsseldorf-Benrath (1993)

Eine der ungewöhnlichsten und eigenwilligsten Himmelspforten des 20. Jahrhunderts stammt von dem Glaskünstler Herb Schiffer (geb. 1936), der zu dieser Zeit in Aachen Kunst unterrichtete und in Düren sein Atelier unterhielt.
Bei dem Kunstwerk tragen Engel die verschiedenen Marien-Symbole aus der Lauretanischen Litanei. Im vorliegenden Fall trägt ein Engel mit menschlichem Gesicht und zwei mächtigen Flügel, aber ohne Körper die Pforte des Himmels. Die Form des Engels ist bei früheren Arbeiten Schiffers vorgebildet, etwa bei einem weiteren Fenster mit der Thematik des Neuen Jerusalem, welches 1983 in Kirchtroisdorf entstand. Die Pforte besteht aus zwei schmalen und profilierten Stelen, die unten eine Basis und oben einen Knauf haben. In der Mitte hängt oben eine Taube, aus deren Maul mehrere Perlen nach unten aneinander gereiht sind. Geschickt führen sie durch den Kopf des Engels, der damit zu einer weiteren, sechsten Perle wird. Rechts unten findet man eine kaum sichtbare Signatur und Datierung: „Hschiffer 93“. In der Tat wurde 1993 dieses Fenster aus Antikglas, Blei und Schwarzlot in der römisch-katholischen Marienkapelle der Kirche St. Cäcilia zu Düsseldorf-Benrath eingesetzt.

Iris Nestler (Hrsg.): Herb Schiffer: Maniera Simbolica, Linnich 2003.
Werner Heiliger: Pfarrkirche St. Cäcilia – Düsseldorf-Benrath. Wallfahrtskirche zur Schwarzen Muttergottes, Düsseldorf 2009.
Claus Bernet: Spezialband: Himmelspforten vom Mittelalter bis heute (Kirchenfenster und Glasarbeiten, Teil 4), Norderstedt 2018 (Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem, 46).

 

tags: Ruhrgebiet, Herb Schiffer, Porta Caeli, Engel, Taube
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