
Tympanon des Rottweiler Kapellenturms (um 1340)

Tympanon der Kollegiatskirche von Saint-Émilion (14. Jh.)

LETZTER BEITRAG
Tympanon des Rottweiler Kapellenturms (um 1340)
Gerichtsszenen auf einem Tympanon hat es selbstverständlich auch in Deutschland gegeben. Ein bekannteres Beispiel aus Süddeutschland ist das Jüngste Gericht eines unbekannten Bildhauers am Kapellenturm aus der Mitte des 14. Jahrhunderts in Rottweil. Dieser Kapellenturm

Erich Horndasch (1926-2010): Wandgemälde in Landsberg am Lech (1952)
Was aussieht wie ein Designteller der 1950er Jahre ist in Wirklichkeit ein Wandgemälde. Es findet sich in der evangelischen Christuskirche und dem Gemeindezentrum in Landsberg am Lech in Oberbayern. Die Christuskirche wurde als Jugendstilkirche unmittelbar vor dem Ersten Weltkrieg erbaut. 1952 kam es unter Pfarrer Siegfried Müller zu umfangreichen Renovierungsarbeiten,

Hans Holbein d. Ä. (1465-1524): Fenster aus dem Eichstätter Dom (1502)
Das Mortuarium (mittelalterliche Grablege) des römisch-katholischen Doms zu Eichstätt (Oberbayern) birgt zehn Maßwerkfenster, davon fünf mit Farbglasbildern, vier auf der Ost- und eines davon auf der Südseite. Ein Fenster passt genau zur der heutigen Verwendung der Halle als Grabanlage geistlicher Repräsentanten des Bistums. Es zeigt eine Darstellung des Weltgerichts, an

John Bunyans „Pilgrim’s Progress“ als Spiel (1957)
Der christliche Erfolgsroman „Pilgrim’s Progress“ hat im Laufe der Jahrhunderte die erstaunlichsten Verwandlungen und Konjunkturen durchlaufen. Zunächst war das Buch verboten, dann war es aus vielen Haushalten frommer Bürger nicht mehr wegzudenken, und im 20. Jahrhundert wurde der Roman zum Kinder- und Jugendbuch. Im Rahmen dieser jüngsten Entwicklung entstanden im

Gerichtsbild aus Diepholz (um 1650)
Das 235 x 220 Zentimeter große Bild zeigt das Jüngste Gericht: In der Mitte thront Christus, rechts werden die Verdammten gefoltert, links die Geretteten in das Himmlische Jerusalem geführt. Das kostbare Bildnis ist ein Meisterwerk der norddeutschen Renaissancekunst. Das belegt auch die hohe Qualität der Himmelspforte, die als Renaissancetor gestaltet

Paul König (1932-2015): Auferstehungskirche in Hermannsburg (1976)
Die zwölf orangeroten rechtwinkeligen Tore beherbergen jeweils eine weiße Perle. Die Heilige Stadt steht in glühend leuchtenden Farben auf blauem Grund. Es handelt sich um eine „Draufsicht“, bei der die Stadt von oben gezeigt wird, wobei die Tore nach den vier Seiten aufgeklappt scheinen, wie man es von den mittelalterlichen

Mexikanische Himmelspforten aus Seefedern (um 1550, um 1575 und um 1650)
Seefedern (botanisch: Pennatulacea) sind eine Ordnung der sogenannten „Blumentiere“ (Anthozoa). Man findet sie in Sand- und Schlickböden in allen Weltmeeren, überwiegend in größeren Tiefen, nur in den Tropen auch im Flachwasser. Als die Spanier die mexikanischen Küsten in Besitz nahmen, gelangten auch größere Mengen an Seefedern nach Europa, die als

Carte-de-visite-Illustration: Himmelspforte (um 1880)
Bei dem Kunstwerk handelt es sich um eine goldgerahmte Carte-de-visite-Illustration, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hergestellt wurde. Mit „Carte de Visite“ bezeichnet man eine auf Karton fixierte Illustration im Format von ca. 6 × 9 Zentimeter. Dieses Format hatte den Namen „Visite“, was dann auf die Karte

Günther Danco (1912-2000): Fresko in der Apostelkirche in Neuburg (1964)
Die Arbeit findet man im Innenraum der evangelisch-lutherischen Apostelkirche in Neuburg an der Donau (Oberbayern). Sie wird wesentlich geprägt durch das große Altar-Fresko „Himmlisches Jerusalem“. Es ist das zentrale Werk im Schaffen Günther Dancos (1912-2000), gleichzeitig ein Wendepunkt: Nach zwanzig Jahren Sakralkunst wendete sich Danco nach 1964 hin zu politischen

Böhmische Weltgerichtsdarstellung (1441)
Es handelt sich bei der Abbildung um ein Detail einer Illustration aus dem Jahre 1441 aus einem lateinischen Manuskript, welches im Tschechischen Nationalmuseum aufbewahrt wird (Signatur XVIII.B.18). In diesem Band sind biblische Texte, Gebete und Danksagungen miteinander vereint. Fol. 540v, welches eine Weltgerichtsdarstellung zeigt, ist das viertletzte von 546 Blättern

1939 GEB. Paul Reding (geb. 1939): Adventskranz der St.-Marien-Kirche in Waltrop (1998/2009) und Nachahmungen in St. Josef in Kinderhaus (2011) und Kloster Nütschau (2012)
Möglicherweise ist Paul Reding (geb. 1939) aus Castrop-Rauxel, später Waltrop, der Erfinder von quadratischen Jerusalems-Adventskränzen? Der Künstler hatte schon 1998 einen ersten solchen Adventskranz hergestellt, mit acht Toren, vier Kerzen und einem Tannenzweiggeflecht. Dieses Objekt wurde ausschließlich privat verwendet und stand Modell, verschiedene Motive auf Adventskränze zu bringen, so entstanden

Hubert Distler (1919-2004): Immanuel-Kirche in München (1966) und Auferstehungskirche von Puchheim (1985)
Der Maler und Grafiker Hubert Distler (1919-2004) hat in seinem vielfältigen Schaffen immer wieder das Himmlische Jerusalem thematisiert, etwa bei der Wandgestaltung der Stadtkirche von Bad Reichenhall 1981 oder bei der Gestaltung der Perlentore in der Michaelkirche zu Grafrath 1987. Zwei Mal hat Distler sich auch in Glas dem Himmlischen

Lithographie aus Schweden: Jerusalemspostkarte (1902)
Die Farblithographie hat den Titel: „Emigranter til det Nye Jerusalem“, zu Deutsch etwa „Emigranten mit Kurs auf das Neue Jerusalem“. Was ist darauf zu sehen? Der Zweimaster namens „Evangelismus“ ist das Hauptmotiv. Es handelt sich um ein Segelschiff, welches bereits zusätzlich mit einem Dampfantrieb versehen ist. Dieses Schiff fährt unter

Grete Bardenheuer (1908-1993): Wandteppiche aus St. Walburga in Porta Westfalica (1975)
Im Jahr 1975 wurde eine andere Arbeit von Grete Bardenheuer (1908-1993) fertiggestellt, die auch das Neue Jerusalem zeigt, allerdings in ganz anderer Gestalt wie auf ihrem Wandteppich in Geisecke. Die römisch-katholische Gemeinde St. Walburga in Porta Westfalica (Ostwestfalen) wurde damals mit einem Wandteppich ausgestattet; in der Gemeinde wird er unter

Anna Murr und Erich Horndasch (1926-2010): Wandteppich aus St. Andreas in Wurmannsquick (1998)
Anna Murr aus Neuötting erarbeitete das monumentale Altarbild in der römisch-katholischen Pfarrkirche St. Andreas in Wurmannsquick (Niederbayern). 25 Kilometer Nähmaschinengarn wurden benötigt, um den Teppich in Applikationstechnik – 7,60 mal 2,60 Meter – zu fertigen. Das Kunstwerk selbst ist eine Schöpfung des Malers Erich Horndasch (1926-2010) aus Stammham bei Marktl.

Kasel aus St. Hildegard, Berlin-Frohnau (um 1975)
Bei dieser hochwertigen Textilarbeit handelt es sich um einen Kasel (Messgewand) aus der römisch-katholischen Gemeinde St. Hildegard in Berlin-Frohnau. Sie ist dort an kirchlichen Hochtagen, wie am Weihnachts- oder am Osterfest, in Gebrauch. Einst war das Textil ein Geschenk der Gemeinde St. Hildegard an ihren damaligen Pfarrer Dieter Höfig (1938-2009)

Otto Habel (1922-1996): Wandmosaik aus der Dreifaltigkeitskirche in Ravensburg (1965)
Otto Habel (1922-1996) war bekannt geworden für sein Mosaik mit dem Himmlischen Jerusalem in der Stuttgarter Domkirche St. Eberhard von 1961. Daraufhin wurde er beauftragt, für die gerade in Planung befindliche Dreifaltigkeitskirche in Ravensburg (Schwaben) ein Mosaik mit dem gleichen

Wandmalerei aus der Marienkirche in Flensburg (um 1480)
Die Sankt-Marien-Kirche (kurz Marienkirche, dänisch: Vor Frue Kirke) ist eine der evangelischen Hauptkirchen der Stadt Flensburg. Im Inneren haben sich an verschiedenen Stellen Reste gotischer Gewölbemalereien erhalten. Neben Szenen aus dem Leben Mariens, Grotesktänzern, Ritter in Rüstungen und außerbiblischen Geschichten

Georg Meistermann (1911-1990): Chorfenster der Matthiaskirche in Bad Sobernheim (1964) und der Kirche St. Moritz in Augsburg (1965)
Georg Meistermanns (1911-1990) Interpretation des Himmlischen Jerusalem in der evangelischen Matthiaskirche in Bad Sobernheim (Rheinland-Pfalz) wurde im Jahr 1964 fertiggestellt, zusammen mit anderen Fenstern zu weiteren biblischen Motiven in der Kirche. Es handelt sich bei der Jerusalems-Darstellung um eine raumfüllende

Mittelalterliche Jerusalems-Darstellungen aus dem Kloster Wienhausen (um 1335 bzw. um 1440)
1867/68 wurden im ehemaligen Zisterzienserkloster Wienhausen (nahe Celle in Niedersachsen) großflächige Wand- und Deckenfresken aus dem frühen 14. Jahrhundert freigelegt und umsichtig restauriert. Bis heute erhalten ist eine vollständige raumfassende Gesamtausmalung der Gotik. Sie findet sich im Nonnenchor, einem rechteckigen

Raymond Subes (1891-1970): Eingangsgitter von Sainte-Odile in Paris (um 1945)
Um 1945, jedenfalls nach der Befreiung von der deutschen Besatzung, wurde ein schmiedeeisernes Gitter für die neu erbaute römisch-katholischen Kirche Sainte-Odile im 17. Arrondissement von Paris angefertigt. Es ist eine Arbeit von Raymond Subes (1891-1970). In das üppig ornamentierte Gitter

Gudrun Baudisch (1907-1982), Karl Jamöck: Porta Clausa aus der Mariahilfkirche in Bregenz (1930)
Die Bregenzer Mariahilfkirche (Vorarlberg) wurde ab 1916 als Heldendankkirche zum Ersten Weltkrieg konzipiert und von 1925 bis 1931 erbaut, jetzt als Pfarrkirche für die Bregenzer Ortsteile Rieden und Vorkloster. Unter der Leitung des damaligen Pfarrvikars Dr. Johannes Schöch wurde aus
Über mich
Dr. Claus Bernet
Um etwa 1990 begann ich, mich mit dem Thema Jerusalem zu beschäftigen. Die Stadt habe ich mehrfach bereist und Bücher zu diesem Thema verfasst; erwähnen sollte man vielleicht die Reihe „Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem“, den Band „Perlen des Neuen Jerusalem“ und meine Dissertation „Gebaute Apokalypse“. Zahlreiche Aufsätze erschienen immer wieder in Fachzeitschriften (Das Münster, Textilkunst International, Zeitschrift für Sepulkralkultur, u.v. a.). Mit meiner wissenschaftlichen Dokumentation von Jerusalems-Kunstwerken konnten bereits Ausstellungen und Museumskataloge unterstützt sowie Gemeinden bei der Anschaffung von geeigneten Kunstwerken beraten werden. Regelmäßig gebe ich auch Bildvorträge zu diesem Thema. Grundlage der Publikationen und der Bildvorträge sind meine fotografische Sammlung von inzwischen 6.000 Aufnahmen von Glasfenstern, Fresken, Mosaiken und anderen Kunstwerken.



