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Joseph Villiet (1823-1877): Porta Coeli aus Notre-Dame in Marmande (um 1860)

Die Kirche Notre-Dame ist ein Benediktinerpriorat der römisch-katholischen Kirche in der Gemeinde Marmande im Departement Lot-et-Garonne im südwestlichen Frankreich. Um 1860 wurde der Glasmaler Joseph Villiet (1823-1877) beauftragt, in der mittelalterlichen Kirche neue Glasmalereien auszuführen. Villiet hatte seine Werkstatt im nahe gelegenen Bordeaux, von wo aus er vor allem Bleiglasfenster für Kirchen im Südwesten Frankreichs schuf, etwa in Saint-Joseph in Albi, in Notre-Dame in Nérac oder in Saint-Sauveur in Castelsarrasin.
In Marmande zeigt ein Fenster des Seitenschiffs die Maria Immaculata mit ihren Symbolen nach der Lauretanischen Litanei, welche auf drei mittelalterliche Vierpässe der Fensterlaibung verteilt wurden. Sie sind lateinisch beschriftet; die Porta Caeli (Porta Coeli) befindet sich im oberen Vierpass rechts. Die Pforte ist als mittelalterliches Stadttor gestaltet, mit zwei schmalen Seitentürmen samt Zeltdächern. Durch den Torbogen kann man den blauen Hintergrund sehen, die Pforte steht also offen. Sie ist überaus feingliedrig gearbeitet, so etwa zeigt Villiet jeden einzelnen Stein oder die Details eines schmiedeeisernen Fenstergitters über der Pforte.

Jacques Gardelles: L’église Notre Dame de Marmande, in: Congrès Archéologique de France. Société Française d’Archéologie. Congrès Archéologique de France, 27, 1969, S. 172-182.
Jean Lepargneur, Roger Terraillon: L’église Notre-Dame de Marmande, Angers 1970.
Marmande, église Notre-Dame et son cloître, in: Revue le Festin, Hors série Le Lot-et-Garonne en 101 sites et monuments, 2014, S. 31.

 

Beitragsbild: Jacques MOSSOT, Marmande – Église Notre-Dame – Vitraux -10, CC BY-SA 4.0

tags: Okzitanien, Frankreich, Departement Lot-et-Garonne, Lauretanische Litanei, Porta Coeli, Historismus, Fenstergitter, Stadttor
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