LETZTER BEITRAG
Adolf Valentin Saile (1905-1994): Chorfenster der evangelischen Kirche in Meidelstetten (1951)
Adolf Valentin Saile (1905-1994) zählt in Württemberg zu den wichtigsten Glasmalern der Nachkriegszeit, wie Rudolf Yelin (1902-1991) und Wolf-Dieter Kohler (1928-1985). In allen Kombinationen arbeiteten diese drei Künstler am Thema des Neuen Jerusalem: für einen

Romanische Tabernakel aus Limoges (1200-1210)
Tabernakel, die das Himmlische Jerusalem thematisieren, hat es im Christentum vielleicht schon immer gegeben. Ein besonders eindrucksvolles Beispiel hat sich aus Limoges in Okzitanien (Haute-Vienne) erhalten, wo damals solche Kästchen in Serie gefertigt wurden. Dieses Exemplar gehört zu den früheren Exemplaren, die sich erhalten haben, heute ist es das weltweit

Robert Temple Ayres (1913-2012): Jerusalemszeichnungen (1949, 1950 und 1967)
Robert Temple Ayres wurde 1913 in Lansing (Michigan) in eine Künstlerfamilie geboren. Seine Mutter war Künstlerin und Pianistin, seine Schwester Betty Ayres wurde eine professionelle Geigerin, sein Onkel Harry C. Temple (1881-1962) ein bekannter Woodstock-Künstler und sein Cousin ist der ehemalige Kinderstar Shirley Temple (1928-2014). Robert Ayres hatte von Kindheit

Charles Mente (1857-1933): „The Return of Jesus“ (1926)
„The Return of Jesus“, also „Die Rückkehr Jesu“ bezieht sich auf sein zweites Erscheinen in der Parusie. So lautet der Titel einer Arbeit des Predigers und Schriftstellers Carlyle B. Haynes (1882-1958). „The Return of Jesus“ war eine bedeutende Publikation eines Adventisten mit zwei Schwarzweiß-Darstellungen des Neuen Jerusalem. Sie erschien 1926

Fensterrose der Kathedrale Santa Maria in Solsona (um 1840)
Die gewaltige Fensterrose der römisch-katholischen Kathedrale Santa Maria in Solsona (Katalonien) präsentiert verschiedene marianischen Symbole nach der Lauretanischen Litanei, man findet die mystische Rose, das goldene Haus und anderes. Das im Uhrzeigersinn fünfte von sechs Symbolen führt dem Betrachter die Ianua Coeli vor Augen, also die Himmelspforte. So jedenfalls teilt

Richard Brothers (1757-1824), Wilson Lowry (1762-1824): Stadtplan „Plan of the Holy City the New Jerusalem“ (1802)
Richard Brothers (1757-1824), ein Seemann und Abenteurer, war der selbsternannte „Prince of the Hebrews and Nephew of the Almighty“. Mit seinen Anhängern wollte er die Gottesstadt 1798 in Palästina aufbauen und zwar exakt nach diesem utopischen Stadtplan. Überschrieben ist er: „Plan of the Holy City the New Jerusalem“. Richard Brothers

David Hollaz (1704-1771): „Gebahnte Pilger-Straße“ (1748)
Pilgerstraßen oder Kreuzwege waren eigentlich ein Thema des Katholizismus. Gelegentlich konnte jedoch auch auf evangelischer Seite einmal eine „Pilgerstraße“ in das Himmlische Jerusalem führen. Ein besonders wichtiges, weil für nachfolgende Schriften prägendes Beispiel ist von David Hollaz erdacht worden. Hollaz (1704-1771) lebte als Pastor in Güntersberg (Pommern, unweit von Stargard).

Georg Friedrich Winter (1710-1799) „Chimonius“: „Hierosolyma Apocalyptica“ (1765)
Der lutherische Pastor Georg Friedrich Winter (1710-1799) verbrachte viel Zeit damit, in Birkenwerder bei Berlin über endzeitlichen Texten zu brüten. In seinen Schriften, geprägt vom Pietismus, meldete er sich immer wieder mit spekulativen Beiträgen zu Wort. Hätte er diese chiliastischen Zeugnisse unter seinem Namen erscheinen lassen, hätte er sein Pfarramt

Georg Celler (1568-1634): Bibel von Johann Saubert (1629)
Das Titelblatt des Illustrators Michael Herr (1591-1661) und des Kupferstechers Georg Celler (Keller, 1568-1634) erschien erstmals in dem Verlagshaus Wolfgang Endter d. Ä. 1629/32 in Nürnberg (Reprint 1651). Beigefügt ist dem Teil von 1629 ein Neues Testament von 1632. Das Frontispiz, das jedoch einschließlich des Vorworts schon 1629 vorlag, dokumentiert

Gerichtsfenster aus Sainte Madeleine in Troyes (um 1500)
Die römisch-katholische Kirche Sainte Madeleine in Troyes im Département Aube (Champagne-Ardenne, Frankreich) besitzt ein Bleiglasfenster mit dem Thema des Jüngsten Gerichts bzw. des Weltgerichts aus der Zeit um 1500. Bereits sehr früh, im Jahre 1840, wurde das Fenster mitsamt der Kirche zum nationalen Kulturdenkmal Frankreichs erklärt, vielleicht nur deswegen hat

Ludwig Richard Conradi (1856-1939): „Prophetischer Ausblick auf Zeit und Ewigkeit“ (1918)
Die Schrift „Prophetischer Ausblick auf Zeit und Ewigkeit“, verfasst von dem Missionsdirektor und Adventisten Ludwig Richard Conradi (1856-1939), thematisiert das Himmlische Jerusalem inhaltlich und visuell zunächst auf dem blaugrauem Coverbild. Die vielfach aufgelegte Publikation wurde 1918 von der Internationalen Traktatgesellschaft Hamburg in deutscher Sprache herausgebracht, für den deutschsprachigen Markt, den

George Burder (1752-1832): Pilgrim’s Progress mit utopischer Landkarte (1778)
Auch auf utopischen Landkarten wurde das Neue Jerusalem verzeichnet. 1778 erschien in London eine hochwertig ausgestattete Luxusausgabe von W. Mason im Verlag von H. Trapp. In dieser Ausgabe findet sich ein farbiger Kupferstich eingeklebt, der zu einer großformatigen Landkarte aufgeklappt werden kann. Der Titel ist: „A plan of the road

Jerusalems-Bebilderung aus „Past, Present, and Future“ (1909)
Eine bedeutende Publikation der Adventisten hat den Titel „Past, Present, and Future – What is man that Thou art mindful of him?“ Sie stammt aus der Feder des Missionars James Edson White (1849-1928) und erschien erstmals 1909 in Nashville.In dem Werk sind die Zeichnungen gelb-grün koloriert worden – zur damaligen

Heinrich Barmführ (1867-1937): Pilgrim’s Progress, Ausgabe 1946 und 1992
Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg war in Deutschland der Bedarf an christlicher Erbauungsliteratur groß. Verständlicherweise hatten nun auf einmal angloamerikanische Autoren Konjunktur – sei es, weil die Besatzer solche Schriften protegierten, sei es, weil sich deutsche Verleger beliebt machen wollten und von ihrer Mitschuld abzulenken versuchten. So erschien bereits 1946

Joseph Strutt (1749-1802): Pilgrim’s Progress, Ausgabe 1792
Eine neue Bebilderung von John Bunyans „Pilgrim’s Progress“ erstmals im Stil des Klassizismus brachte die Londoner Ausgabe von 1792. Sie wurde in zwei Teilen von John Bradford (1750-1805) aus Oxford bearbeitet und mit einem neuen Vorwort versehen. Die künstlerische Leitung hatte der Maler, Schriftsteller und Antiquitätenhändler Joseph Strutt (1749-1802) inne,

Nicolaes Visscher (1618-1679): Bibelausgaben (1659, 1669, 1679)
Eine Neufassung des Merianstichs unter Einfluss von „Vitam Aeternam“ reduziert die Naturszenerie, versieht die Stadt dafür mit einem zackigen Strahlenkranz, der in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts geradezu obligatorisch war. Die symmetrische Anordnung von Häusern und Straßen verleiht der Stadt etwas Lebloses, aber auch Feierliches, fast Klassizistisches. In die

Robert Glenn (1913-2004): „John on the Isle of Patmos“ (um 1990)
Die New Church Vineyard in Bryn Athyn in Pennsylvanien gehört zur „General Church of the New Jerusalem“, einem Ableger des Swedenborgianismus. Die New Church Vineyard kümmert sich innerhalb der Gemeinschaft insbesondere um pädagogische und missionarische Belange. Im letzten Jahrzehnt vor

Zeichnung „Nova Jerusalem“ aus Brasilien (um 1982)
Santo Daime ist der Name einer christlich-synkretistischen Bewegung, deren Ursprünge in den 1930er Jahren im brasilianischen Bundesstaat Acre liegen. Selbstverständlich spielt auch hier das Himmlische Jerusalem eine Rolle, vor allem in den ersten Jahren. Die Blütezeit dieser Bewegung waren die

Deborah A. Reeder (1951-2018): „New Heaven, New Earth, New Jerusalem“ (2000)
Nach langer Zeit wurde im Jahr 2000 das Himmlische Jerusalem auch wieder einmal schwarzweiß präsentiert. Deborah A. Reeder schuf damals eine Tuschezeichnung, in der die Stadt nicht leicht zu finden ist, und zwar absichtlich: „Die Stadt drängt sich nicht auf,

Collagen „Edelsteine des Neuen Jerusalem“ (2005 und 2018)
Um das Jahr 2005 bekam ich von dem Juwelier und leidenschaftlichen Edelstein-Sammler und Steinexperten Martin Schupp (1947-1919) aus Ida-Oberstein ein Kästchen mit den zwölf Edelsteinen des Himmlischen Jerusalem geschenkt. Schupp konnte mir nicht mehr mitteilen, wann genau diese hübsche Arbeit

Sörmlands-Museum von Nyköping: Gemälde der Baptistengemeinde von Vingåker (1957)
Im Jahr 1957 schmückte die erste Baptistengemeinde des Ortes Vingåker in der schwedischen Provinz Södermanlands ihre kleine Kapelle mit einem Gemälde des Himmlischen Jerusalem. Auch in Schweden sind die Baptisten nur eine kleine Glaubensgemeinschaft, die nicht staatlich unterstützt wird, sondern

Charles David Whittemore (1953-2017): Himmelspforten (1998)
Dem US-Amerikaner Charles David Whittemore (1953-2017) aus New Hampshire verdanken wir eine neuartige und originelle, kreative Interpretation der Himmelspforte. Allein dieser Einfall, weniger die künstlerische Ausfertigung, rechtfertigen die Aufnahme in diese Dokumentation. Zu dieser Pforte führt ein schmaler, aber dynamisch
Über mich
Dr. Claus Bernet
Um etwa 1990 begann ich, mich mit dem Thema Jerusalem zu beschäftigen. Die Stadt habe ich mehrfach bereist und Bücher zu diesem Thema verfasst; erwähnen sollte man vielleicht die Reihe „Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem“, den Band „Perlen des Neuen Jerusalem“ und meine Dissertation „Gebaute Apokalypse“. Zahlreiche Aufsätze erschienen immer wieder in Fachzeitschriften (Das Münster, Textilkunst International, Zeitschrift für Sepulkralkultur, u.v. a.). Mit meiner wissenschaftlichen Dokumentation von Jerusalems-Kunstwerken konnten bereits Ausstellungen und Museumskataloge unterstützt sowie Gemeinden bei der Anschaffung von geeigneten Kunstwerken beraten werden. Regelmäßig gebe ich auch Bildvorträge zu diesem Thema. Grundlage der Publikationen und der Bildvorträge sind meine fotografische Sammlung von inzwischen 6.000 Aufnahmen von Glasfenstern, Fresken, Mosaiken und anderen Kunstwerken.






