
Weltgericht aus dem Rathaus zu Goslar (um 1470)

Wandmalerei „Weltgericht“ der Geburtskirche von Bagnot (1484)

Fresken aus Saint Martin in Nohant-Vic (Mitte 12. Jh.)
LETZTER BEITRAG
Weltgericht aus dem Rathaus zu Goslar (um 1470)
Viele besuchen Goslar (Harz), um im Rathaus die Malereien des frühneuzeitlichen Huldigungssaals zu sehen – und stehen dann vor einer verschlossenen Glastür, durch die man nur Teile der Malereien verzerrt und ohne das räumliche Erleben

Marienkapelle in Würzburg (um 1420)
Aus der Zeit um das Jahr 1420 stammt eine der letzten mittelalterlichen Torszenen in Stein, die in Unterfranken angefertigt wurde. Es ist fast identisch mit einer ähnlichen Steinmetzarbeit am Würzburger Dom, so dass man einen gleichen Bildhauer oder zumindest die gleiche Bildhauerwerkstatt des Bistums vermutet.Auf einem Detail des Westportals der

Walter Schaub: Holz-Jerusalem (2002)
Walter Schaub aus Langendorf, einen Ortsteil von Elfershausen in Unterfranken, durfte im Kindesalter nicht in der Bibel lesen und besuchte daher später, um dies nachzuholen, immer wieder Bibelseminare, so 2002 eines zur Offenbarung des Johannes. Schaub begann noch während dieses Seminars, Holzfiguren für ein Himmlisches Jerusalem zu schnitzen. Es reiht

Georg Winkler (1879-1952): Wandmalerei St. Antonius in Regensburg (1927-1929)
Die Apsis und die Wände der römisch-katholischen Kirche St. Anton in Regensburg (Oberpfalz) schmückt eine Mineralmalerei von Georg Winkler (1879-1952), der auch in Regensburg lebte und sein Atelier führte. Von dem Künstler stammt die Gesamtkonzeption der Kirche, an deren Umsetzung er von Baubeginn bis Mitte der 1930er Jahre beschäftigt war.

Josef Amberg (1900-1976): Tabernakel der Klosterkirche von Gemünden (1966)
Die römisch-katholische Klosterkirche Gemünden am Main (Unterfranken) ist das spirituelle Zentrum der Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Kreuz (Provinz Europa Mitte). Das Kloster wurde daher mit besonders kostbaren und anspruchsvollen Kunstwerken ausgestattet. Lange Jahrhunderte war ja die Hervorhebung von Macht und Reichtum in der Kirche selbstverständlich und erst in den letzten

„Der Welt Hoffnung“ (1919)
„Der Welt Hoffnung“ erschien 1919 in deutscher Sprache in Mountain View, Kalifornien. Der eschatologische Band wurde im Verlag Pacific Press Publication Association herausgebracht, dabei handelte es sich um eine Publikation der US-amerikanischen Adventisten. Seite 87 zeigt die endzeitliche Schlacht als allgemeines Militärereignis ohne zeitlichen Bezug. Unter den Kombattanten befinden sich

Romanische Tabernakel aus Limoges (1200-1210)
Tabernakel, die das Himmlische Jerusalem thematisieren, hat es im Christentum vielleicht schon immer gegeben. Ein besonders eindrucksvolles Beispiel hat sich aus Limoges in Okzitanien (Haute-Vienne) erhalten, wo damals solche Kästchen in Serie gefertigt wurden. Dieses Exemplar gehört zu den früheren Exemplaren, die sich erhalten haben, heute ist es das weltweit

Robert Temple Ayres (1913-2012): Jerusalemszeichnungen (1949, 1950 und 1967)
Robert Temple Ayres wurde 1913 in Lansing (Michigan) in eine Künstlerfamilie geboren. Seine Mutter war Künstlerin und Pianistin, seine Schwester Betty Ayres wurde eine professionelle Geigerin, sein Onkel Harry C. Temple (1881-1962) ein bekannter Woodstock-Künstler und sein Cousin ist der ehemalige Kinderstar Shirley Temple (1928-2014). Robert Ayres hatte von Kindheit

Charles Mente (1857-1933): „The Return of Jesus“ (1926)
„The Return of Jesus“, also „Die Rückkehr Jesu“ bezieht sich auf sein zweites Erscheinen in der Parusie. So lautet der Titel einer Arbeit des Predigers und Schriftstellers Carlyle B. Haynes (1882-1958). „The Return of Jesus“ war eine bedeutende Publikation eines Adventisten mit zwei Schwarzweiß-Darstellungen des Neuen Jerusalem. Sie erschien 1926

Fensterrose der Kathedrale Santa Maria in Solsona (um 1840)
Die gewaltige Fensterrose der römisch-katholischen Kathedrale Santa Maria in Solsona (Katalonien) präsentiert verschiedene marianischen Symbole nach der Lauretanischen Litanei, man findet die mystische Rose, das goldene Haus und anderes. Das im Uhrzeigersinn fünfte von sechs Symbolen führt dem Betrachter die Ianua Coeli vor Augen, also die Himmelspforte. So jedenfalls teilt

Richard Brothers (1757-1824), Wilson Lowry (1762-1824): Stadtplan „Plan of the Holy City the New Jerusalem“ (1802)
Richard Brothers (1757-1824), ein Seemann und Abenteurer, war der selbsternannte „Prince of the Hebrews and Nephew of the Almighty“. Mit seinen Anhängern wollte er die Gottesstadt 1798 in Palästina aufbauen und zwar exakt nach diesem utopischen Stadtplan. Überschrieben ist er: „Plan of the Holy City the New Jerusalem“. Richard Brothers

David Hollaz (1704-1771): „Gebahnte Pilger-Straße“ (1748)
Pilgerstraßen oder Kreuzwege waren eigentlich ein Thema des Katholizismus. Gelegentlich konnte jedoch auch auf evangelischer Seite einmal eine „Pilgerstraße“ in das Himmlische Jerusalem führen. Ein besonders wichtiges, weil für nachfolgende Schriften prägendes Beispiel ist von David Hollaz erdacht worden. Hollaz (1704-1771) lebte als Pastor in Güntersberg (Pommern, unweit von Stargard).

Georg Friedrich Winter (1710-1799) „Chimonius“: „Hierosolyma Apocalyptica“ (1765)
Der lutherische Pastor Georg Friedrich Winter (1710-1799) verbrachte viel Zeit damit, in Birkenwerder bei Berlin über endzeitlichen Texten zu brüten. In seinen Schriften, geprägt vom Pietismus, meldete er sich immer wieder mit spekulativen Beiträgen zu Wort. Hätte er diese chiliastischen Zeugnisse unter seinem Namen erscheinen lassen, hätte er sein Pfarramt

Georg Celler (1568-1634): Bibel von Johann Saubert (1629)
Das Titelblatt des Illustrators Michael Herr (1591-1661) und des Kupferstechers Georg Celler (Keller, 1568-1634) erschien erstmals in dem Verlagshaus Wolfgang Endter d. Ä. 1629/32 in Nürnberg (Reprint 1651). Beigefügt ist dem Teil von 1629 ein Neues Testament von 1632. Das Frontispiz, das jedoch einschließlich des Vorworts schon 1629 vorlag, dokumentiert

Gerichtsfenster aus Sainte Madeleine in Troyes (um 1500)
Die römisch-katholische Kirche Sainte Madeleine in Troyes im Département Aube (Champagne-Ardenne, Frankreich) besitzt ein Bleiglasfenster mit dem Thema des Jüngsten Gerichts bzw. des Weltgerichts aus der Zeit um 1500. Bereits sehr früh, im Jahre 1840, wurde das Fenster mitsamt der Kirche zum nationalen Kulturdenkmal Frankreichs erklärt, vielleicht nur deswegen hat

Ludwig Richard Conradi (1856-1939): „Prophetischer Ausblick auf Zeit und Ewigkeit“ (1918)
Die Schrift „Prophetischer Ausblick auf Zeit und Ewigkeit“, verfasst von dem Missionsdirektor und Adventisten Ludwig Richard Conradi (1856-1939), thematisiert das Himmlische Jerusalem inhaltlich und visuell zunächst auf dem blaugrauem Coverbild. Die vielfach aufgelegte Publikation wurde 1918 von der Internationalen Traktatgesellschaft Hamburg in deutscher Sprache herausgebracht, für den deutschsprachigen Markt, den

„Bruderschaft der Theologen O Sotir“: Zweiwegebilder (1960er Jahre)
Die sogenannte „Bruderschaft der Theologen O Sotir“ wurde im Jahr 1960 in Athen von der klösterlich organisierten orthodoxen christlichen Bruderschaft „Das Leben“ gegründet. Der erste Leiter war Archimandrit Georgios Dimopoulos, der etwa sechzig Mitgliedern vorstand. Es handelt sich um eine

Relief aus Saint Firmin in Vignacourt (um 1550)
Bei der Collage mit den zwei Symbolen handelt es sich um Ausschnitte eines farbigen Reliefs aus Frankreich, die sich in der Kirche Saint Firmin in Vignacourt (Departement Somme) erhalten haben. Dort findet man das Kunstwerk an der Nordwand der Kapelle

Munich Studio of Chicago: St John in Des Moines (1927)
Der US-amerikanische Bundesstaat Iowa ist bislang nicht mit Werken des Jerusalemsmotivs aufgefallen. Das erste hochwertige Kunstwerk diesbezüglich findet man in der Hauptstadt Des Moines. Dort wurde nach mehrjähriger Vorplanung und mehreren Bauabschnitten in Dezember 1927 endlich der neue Kirchenbau der

Max Huber (1927-2005): „Baum des Lebens. Himmlisches Jerusalem“ (1965)
Der schweizerische Maler und Zeichner Max Huber (1927-2005) schuf diese Ölmalerei im Stil des Surrealismus im Jahre 1965. Sie firmiert unter dem zweiteiligen Titel „Arbre de vie. Jérusalem céleste“ („Baum des Lebens. Himmlisches Jerusalem“). Auf dem 104 x 64 Zentimeter

MS Raccolta Durazzo, 11-13, AI 11-13: „Pélerinage de la vie humaine“ des Guillaume de Digulleville (1390)
Eine Miniatur aus einer französischen Ausgabe der Pélerinage des Guillaume de Digulleville, bei der eine Herkunft aus Nordfrankreich mit dem dortigen Einfluss englischer Malerschulen vermutet wird, ist auf das Jahr 1390 datiert. Die Darstellung des bequemen Bettes links und des

Ingegerd Holland: Weißes Antependium (1987)
In den letzten Jahrzehnten sind immer wieder Paramente mit dem Himmlischen Jerusalem vorgelegt worden, etwa von Sabine Bretschneider (2005), Nikolaus Bette (2006) oder Meike Löffel (2013). Die Popularität lässt sich in allen Konfessionen feststellen, die genaueren Gründe sind schwieriger zu
Über mich
Dr. Claus Bernet
Um etwa 1990 begann ich, mich mit dem Thema Jerusalem zu beschäftigen. Die Stadt habe ich mehrfach bereist und Bücher zu diesem Thema verfasst; erwähnen sollte man vielleicht die Reihe „Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem“, den Band „Perlen des Neuen Jerusalem“ und meine Dissertation „Gebaute Apokalypse“. Zahlreiche Aufsätze erschienen immer wieder in Fachzeitschriften (Das Münster, Textilkunst International, Zeitschrift für Sepulkralkultur, u.v. a.). Mit meiner wissenschaftlichen Dokumentation von Jerusalems-Kunstwerken konnten bereits Ausstellungen und Museumskataloge unterstützt sowie Gemeinden bei der Anschaffung von geeigneten Kunstwerken beraten werden. Regelmäßig gebe ich auch Bildvorträge zu diesem Thema. Grundlage der Publikationen und der Bildvorträge sind meine fotografische Sammlung von inzwischen 6.000 Aufnahmen von Glasfenstern, Fresken, Mosaiken und anderen Kunstwerken.



