
Tympanon des Rottweiler Kapellenturms (um 1340)

Tympanon der Kollegiatskirche von Saint-Émilion (14. Jh.)

LETZTER BEITRAG
Tympanon des Rottweiler Kapellenturms (um 1340)
Gerichtsszenen auf einem Tympanon hat es selbstverständlich auch in Deutschland gegeben. Ein bekannteres Beispiel aus Süddeutschland ist das Jüngste Gericht eines unbekannten Bildhauers am Kapellenturm aus der Mitte des 14. Jahrhunderts in Rottweil. Dieser Kapellenturm

„Das letzte Gericht“ aus dem Museum der Religionen, St. Petersburg (1862)
Diese Arbeit hat übersetzt den Titel „Das letzte Gericht“, wobei man sich fragt, welche anderen Gerichte es davor gegeben haben mag. Das vergoldete Ölgemälde entstand nach westlichen Vorbildern in Russland; es wird im Museum der Religionen in St. Petersburg aufbewahrt. Über die Herkunft und die Entstehungshintergründe ist ebensowenig bekannt wie

Rybinsk-Ikone aus Russland (um 1820)
Zu sehen ist eine komplette russische Weltgerichtsikone, geschaffen um das Jahr 1820. Sie wird heute im Historischen Architektur- und Kunstmuseum zu Rybinsk aufbewahrt, in der Oblast Jaroslawl nördlich von Moskau. Sie ist dort ein Glanzstück der religiösen Sammlungen und wird kurz „Rybinsk-Ikone“ genannt. Die Malerei befand sich einst in einer

Altgläubigen-Ikone mit Weltgerichts-Darstellung (um 1850)
Um das Jahr 1850 entstand im russischen Zarenreich diese Weltgerichtsikone, die zunächst im Kloster der Altgläubigen von Wojnowo aufgestellt war, einem kleinen Ort in Masuren, heute Polen. Die Altgläubigen waren eine Splittergruppe innerhalb der russisch-orthodoxen Kirche. Ursprünglich wandten sie sich gegen die Reformen des Patriarchen Nikon, der ab 1652 sakrale

Alexei Ivanov Kvashnin: Ikone „Freude der Schöpfung“ (1707)
Der Ausschnitt stammt aus dem unteren Abschnitt einer Ikone mit dem Titel „Freude der Schöpfung“ von Alexei Ivanov Kvashnin aus dem Jahre 1707. Mit „Freude der Schöpfung“ sind natürlich nicht irdische Freuden wie Tanzen oder gutes Essen gemeint, sondern die Aufnahme Mariens in den Himmel. Unter diesem Titel gibt es

Pere Cabanes (?): Jerusalemsmauer aus Santa Ana in Borbotó und Retabel, beide aus Valencia (um 1480)
Jerusalemsbänder, bei denen sich eine Stadtmauer von links nach rechts schiebt und das Bild in einen unteren irdischen und einen oberen himmlischen Bereich teilt, waren im 15. Jahrhundert Mode. Entstanden sind sie in Frankreich in der Mitte des 15. Jahrhunderts bei Darstellungen innerhalb „De Civitate Dei“, etwa MS 1 und

Caritas-Jerusalem aus dem Codex Palatino 25 (1413)
Im Spätmittelalter entstanden auf einmal auch in Italien mehrere Handschriften mit Illustrationen zur „De Civitate Dei“ des Kirchenlehrers Aurelius Augustinus, obwohl diese Schrift zu diesem Zeitpunkt bald eintausend Jahre alt war. Im Gegensatz zu den spätantiken Texten waren jetzt attraktive Miniaturen gefragt. Eine der vielleicht schönsten mittelalterlichen Illustrationen zum Himmlischen

Elisabeth Steineke (1909-2003): Sankt Martini-Gemeinde in Bremen (1960)
Die vormals weißen Fenster der evangelischen Sankt Martini-Gemeinde in Bremen wurden nach dem Wiederaufbau durch farbige ersetzt. Das Martinsfenster im Nordschiff, die acht Fenster im Chor und das sogenannte Hohe Fenster in der Südwand wurden durch die Bremer Künstlerin Elisabeth Steineke (1909-2003) mit handbemaltem Glas gestaltet. Die Themenwahl für den

Jan Provoost (1465-1529): Weltgerichtsaltar (um 1525)
Wollte man im Mittelalter von der Malerei leben, konnte man sich Aufträgen für die beliebten Weltgerichtsaltäre kaum entziehen. Solche gibt es auch von Jan Provoost (auch Provost, 1465-1529), einem flämischen Maler, Kartographen und Ingenieur. Mindestens drei seiner Arbeiten haben sich erhalten. Diese waren vor allem für private Kapellen gedacht, die

Richard Westall (1765-1836): Kupferstich zu „Pilgrim’s Progress“, Ausgabe 1820
Der englische Grafiker, Maler und Illustrator von Porträts, historischen und literarischen Ereignissen Richard Westall (1765-1836) war auch der Zeichenlehrer der späteren Königin Victoria. Bekannt wurde er für seine Porträts von Lord Byron. Weniger bekannt sind seine Illustrationsarbeiten für religiöse, literarische und geschichtliche Werke. 1820, auf dem Höhepunkt seines Schaffens, entwarf

Michael Winkelmann (geb. 1937) und Christoph Winkelmann (geb. 1940): Tabernakel der Pfarrgemeinde Heilige Familie, Bremen (1987)
Der Tabernakel der römisch-katholischen Pfarrgemeinde Heilige Familie in Bremen-Grohn ist als figürlich gestaltete Säule gearbeitet. Er entstand im Jahr 1987, dem Weihejahr des neuen Kirchengebäudes. Entwurf und Guss sind ein Werk des Künstlerpaars Michael (geb. 1937) und Christof (geb. 1940) Winkelmann aus Möhnesee bei Soest. Die Brüder sind bekannt für

Jakob Schwarzkopf (1926-2001): Zwei Glasbahnen aus Herz Jesu in Mayen (2000-2001)
Der Trierer Glasmaler Jakob Schwarzkopf (1926-2001) hat wiederholt das Thema „Himmlisches Jerusalem“ in seinem frühen Schaffen aufgegriffen, stets in römisch-katholischen Kirchen. Noch heute erhalten sind seine Fenster in der Kirche St. Mariä Geburt in Grevenbroich-Noithausen (1956) oder in St. Barbara in Liblar (1967), wo das Himmlische Jerusalem in einer mehr

John W. Barber (1798-1885): Pilgrim’s Progress Ausgabe (1819)
1819 erschien in Hartford (USA) die Ausgabe „The Pilgrim’s Progress, exhibited in a metamorphosis, or a transformation of pictures, for the entertainment and instruction of youth“. Verantwortlich für vier Abbildungen, die alle das Neue Jerusalem thematisieren, war vermutlich J. W. Barber, der damals selbst noch ein Jugendlicher war. John Warner

Kveta Krhánková (geb. 1952): Fresken der Kapelle Sankt Michael in Schwarzenthal (1999-2002)
In Schwarzenthal (Černý Důl) im tschechischen Riesengebirge befindet sich die römisch-katholische Kapelle Sankt Michael. Entstanden war sie im frühen 19. Jahrhundert. Nach langjähriger Verwahrlosung und Verfall wurde sie in mehreren Etappen bis 2003 wieder aufgebaut. Sie wurde dabei mit umfangreichen Malereien zum Thema „Jüngstes Gericht“ in alter Technik, bei der

Zweiwegebild: „Die Wege zum Himmel und zur Hölle“ (1896)
Eine inhaltlich wie formal an Charlotte von Reihlen (1805-1868) angelehnte Arbeit ist ein US-amerikanisches Flugblatt aus dem Jahre 1896. Es erschien bei R. J. Stock in Cincinnati im Bundesstaat Ohio. Der Druck ist in hoher Auflage erschienen; die Farben sind sparsam eingesetzt, um das Blatt kostengünstig zu halten. Der Titel

Thomas Stothard (1755-1834): Pilgrim’s Progress, Ausgaben 1788 und 1866
Im Jahre 1788 entwarf der junge englische Maler und Kupferstecher Thomas Stothard (1755-1834) einen hochwertigen Kupferstich zu John Bunyans frommen Roman „Pilgrim’s Progress“. Stothards Arbeit wurde dann im Auftrag des Londoner Verlags „L. & G. Seeley“ als Einzelblatt herausgebracht, gestochen von C. Goodall. Das moderne Blatt lässt den Barock hinter

Eugen Keller (1904-1995): Fenster der Alten Lutherischen Kirche am Kolk in Wuppertal (1974)
In Wuppertal gibt es die Alte Lutherische Kirche am Kolk. Wie bereits der Name angibt, handelt es sich um einen älteren evangelischen Kirchenbau. Obwohl es sich im Wuppertaler Stadtteil Elberfeld um die zweitälteste Kirche handelt, haben Kriege und Unglücksfälle so

Ingeborg Bukor (1926-1986): St. Matthias in Leverkusen-Fettehenne (1968)
St. Matthias vertritt in Leverkusen-Fettehenne die römisch-katholische Kirche. Der moderne Bau wurde Ende der 1960er Jahre am Rande einer Siedlung hin zu einem Grüngürtel errichtet. Seine Fenster sind ein Beitrag von Ingeborg Bukor (1926-1986). Die aus Wien stammende Künstlerin ist

Franz Pauli (1927-1970): St. Petrus und Paulus in Köln (ehemaliges Kloster vom Guten Hirten) (1964)
Im Stadtteil Köln-Lindenthal befindet sich ein Kirchenbau, der im Inneren ein Glasband unter der Dachkante besitzt, welches sich um den gesamten Raum zieht. Erbaut war die Kirche für die Ordensgemeinschaft der Schwestern vom Guten Hirten und wurde „Kirche zum Guten

Gerhard Hoffschulz (1920-2004): Fenster in St. Servatius in Kierberg (1963)
Die Glasfenster der römisch-katholischen Kirche St. Servatius in Brühl-Kierberg wurden um das Jahr 1960 erneuert. Dabei wurde die Notverglasung, die nach Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg eingesetzt wurde, durch eine höherwertige Arbeit aus farbigem Antikglas, Blei, Schwarzlot und auch Glasbrocken ausgetauscht.

Niederländische Ölmalerei mit einem Weltgericht (um 1490)
Die genaue Herkunft dieses insgesamt 26 x 19 Zentimeter kleinen Ölgemäldes ist nicht bekannt, man vermutet einen niederländischen Hintergrund. Leider fehlen konkretere Informationen, die eine genauere Bestimmung ermöglichen würden, wie Auftraggeber, Name des Künstlers oder der Werkstatt, Ort der Herkunft

Éric de Saussure (1925-2007): Erzengel-Michael-Kirche in Köln (1963)
Nach 1945 zeigte die evangelische Kirche in Köln mehr Präsenz und beteiligt sich am Wiederaufbau. Eines ihrer Projekte war, neben dem Tersteegenhaus, eine Sozialsiedlung im Süden der Stadt. Dort gründete man die Diakonie Michaelshoven, zunächst als Waisenheim, später mit Wohnanlagen
Über mich
Dr. Claus Bernet
Um etwa 1990 begann ich, mich mit dem Thema Jerusalem zu beschäftigen. Die Stadt habe ich mehrfach bereist und Bücher zu diesem Thema verfasst; erwähnen sollte man vielleicht die Reihe „Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem“, den Band „Perlen des Neuen Jerusalem“ und meine Dissertation „Gebaute Apokalypse“. Zahlreiche Aufsätze erschienen immer wieder in Fachzeitschriften (Das Münster, Textilkunst International, Zeitschrift für Sepulkralkultur, u.v. a.). Mit meiner wissenschaftlichen Dokumentation von Jerusalems-Kunstwerken konnten bereits Ausstellungen und Museumskataloge unterstützt sowie Gemeinden bei der Anschaffung von geeigneten Kunstwerken beraten werden. Regelmäßig gebe ich auch Bildvorträge zu diesem Thema. Grundlage der Publikationen und der Bildvorträge sind meine fotografische Sammlung von inzwischen 6.000 Aufnahmen von Glasfenstern, Fresken, Mosaiken und anderen Kunstwerken.



