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Willem J. Sturm (geb. 1945): „The Final Frontier“ (1997)

Die drei Abbildungen findet man auf vielen Seiten des Internets, vornehmlich in sozialen Netzwerken wie Facebook über Pinterest bis zu Linkedin. Auf eher akademischen Seiten von Museen, Galerien oder von Kunsthistorikern findet man nichts zu diesen Werken, was verwundert. Im Rahmen der Prophetic Art sind es vielleicht die am häufigsten popularisierten Grafiken: 2018 zählte Google, dass man sie auf 254 verschiedenen Seiten im Internet finden kann. Das schaffen nicht einmal Werke Picassos.

Kaum jemand aber weiß, was hier wirklich dargestellt ist, was der Ursprung der Grafiken ist und wer sie gemacht hat. „Heavenly Throne“ mit einer Menschenmasse vor dem göttlichen Thron, „Heaven“ mit einer breiten Allee. Eine solche Allee, die gar nicht breit und prächtig genug sein kann, ist eher ein Charakteristikum neuer Arbeiten aus den USA, etwa von Peter S. Ruckman (1968), Brice Norman (1992), Paul McCauley (2009). Auch hier ist sie gesäumt von golden glänzenden Bauten. Auch eine dritte Illustration ohne eigenen Titel (thematisch eine Wiederholung von „Heaven“) hat das Himmlische Jerusalem zum Thema. Gezeigt wird aber nicht, wie fast immer, die Stadt von außen, sondern es sind Innenansichten: versammelte Gerettete vor dem göttlichen Thron sowie Häuser und Straßen der Jerusalems-Innenstadt. Alle drei Arbeiten sind digital entstanden. Sie stammen von Willem J. Sturm (geb. 1945) aus Palm Bay, der sie im Auftrag für Richard Kent anfertigte.
Dr. Richard Kent (geb. 1946) ist ein ehemaliger Mediziner aus Knutsford, der der „Living Word Church“ in Portsmouth angehört. Seit Jahrzehnten beschäftigt er sich intensiv mit Nahtod-Erfahrungen. Gute Menschen kommen dabei, so Kent, in das Himmlische Jerusalem, welches er sich so vorstellt wie es hier abgebildet ist: als gelbgolden scheinende Architektur, mit breiten Straßen, grünen Oasen und stets vorhandenem Licht. Kents Forschungen sammelte er, zusammen mit Val Fotherby, in dem Band „The final frontier: incredible stories of near-death experiences“, der erstmals 1997 in London erschienen ist. In späteren Online-Fassungen dieses Bandes wurden dann auch die drei Zeichnungen aufgenommen. Das Bildmaterial wurde und wird auch gerne in Youtube-Videos eingebaut, so in denen von Elie Lisiki (2011), Mark Taylor (2011), Elvi Zapata (2012) oder von Kevin Mirasi (2012). Ebenso waren die Bilder die Grundlage zu grafischen Animationen, in der DVD „The Lazarus Phenomenon“ (2005) und dem Video „The Final Frontier“ (2012). Mein Dank geht an die Macher des Videos, die mir bei diesen speziellen Hintergrundinformationen behilflich waren.

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tags: Prophetic Art, USA, Thron, Allee, Anbetung, Grafik, Populärkunst, The Final Frontier Charitable Trust
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