LETZTER BEITRAG
Hildegard Bienen (1925-1990): Chorfenster in St. Viktor in Birten (1968)
Die römisch-katholische Kirche zeichnet ein Phänomen aus, das bislang kaum einmal positiv herausgestellt wurde: Nach 1945 brachte sie große Sakralkünstlerinnen hervor, in Deutschland namentlich drei: Erentrud Trost, Else Hildegard Bircks und Hildegard Bienen (Reihenfolge ohne

Clarence Gray Parker (1847-1910): „Song Life for Sunday Schools“ (1872)
Das Buch „Song Life for Sunday Schools“ („Lieder des Lebens für die Sonntagsschule“) wurde von dem US-amerikanischen Verleger Philip Phillips im Jahr 1872 in New York herausgebracht. Es ist ein Notenbuch speziell zu John Bunyans Roman „Pilgrim’s Progress“ mit zahlreichen Liedern, die vor allem im Text auf den Roman Bezug

Anonyme Illustrationen aus John Bunyan: Pilgrim‘s Progress (20. Jh.)
Auch im 20. Jahrhundert gibt es eine ganze Zahl von Illustrationen zu „Pilgrim’s Progress“, deren Urheber wir nicht namentlich kennen. In größer Zahl als in den Jahrhunderten zuvor sind es jetzt farbige Cover-Abbildungen, zunehmend auch Schutzumschläge. Mit den anonymen Kupferstichen der Jahrhunderte zuvor können sie in der Qualität nicht konkurrieren;

James White (1821-1881): Fassungen „The Way of Life from Paradise Lost to Paradise Restored“ (1874, 1876)
In den frühen 1870er Jahren zeigte Dr. Merrit G. Kellogg dem Adventisten-Mitbegründer James White (1821-1881) eine Skizze, deren Künstler nicht namentlich bekannt ist. White gefiel diese Zeichnung außerordentlich, da hier zentrale Aussagen des christlichen Glaubens in ein Bild gebracht wurden, das für die Gemeinschaft der Adventisten zentral wurde. Das Bild

H. Waren und S. Mayson: Pilgrim’s Progress, Ausgabe 1859
In London erschien im Jahr 1859 eine Neuausgabe von John Bunyans Bestseller „Pilgrim’s Progress“ mit einem Frontispiz, welches wieder einmal den Pilger beim Träumen vom Himmlischen Jerusalem zeigt. Dieses erscheint über seinem Haupt in den Wolken. Der Künstler bzw. die Künstlerin dieses Stiches war ein oder eine H. Waren, der/die

William Lindsay Cable (1900-1949): Pilgrim’s Progress, Ausgabe 1947
Eine frühe Ausgabe von Pilgrim’s Progress speziell für Jugendliche war „Little Christian’s Pilgrimage“, die aus den Teilen „Little Christian’s Pilgrimage“ und „Christiana“ besteht. Die Erstauflage erschien im Jahr 1947 bei dem Verlag „Wells Gardner, Darton & Co.“ in Redhill. Für die einfache und farblose Bebilderung konnte Helen L. Taylor den

Harold Copping (1863-1932): Pilgrim’s Progress, Ausgabe 1903
Während des Höhepunktes des Historismus erschien im Jahr 1903 in London bei der Religious Tract Society eine Ausgabe, die die handelnden Personen in puritanischen Kostümen präsentierte (Parallelausgabe bei Hurst in New York). Bereits kurz zuvor hatte diese Gesellschaft 1889 eine Ausgabe herausgebracht, wo man sie in japanischen Kostümen findet.Zwischen den

Maria Magdalena Hafenscheer (1892-1966): Prophetisches Gemälde (1955) und Himmelspforte (1959)
Maria Hafenscheer (1892-1966) wuchs in Wien als fromme Katholikin auf. Spät in ihrem Leben, ab dem 15. Januar 1948, begann sie, ohne künstlerische Fachausbildung, täglich bis zu sieben Stunden in ihrer Wohnung zu malen. Dabei will sie von einem Medium „Salomon“ geführt worden sein, das auch die Motive der Bilder

Robert Anning Bell (1863-1933): Pilgrim’s Progress, Ausgabe 1898
„Crossing the River“ und „Mercy Knocking at the Gate“ sind zwei Zeichnungen aus einer Londoner Ausgabe von 1898. Sie befinden sich dort zwischen den Seiten 190 und 193 bzw. den Seiten 232 und 235. Sie stammen beide von Robert Anning Bell (1863-1933), einem englischer Künstler aus London im Umfeld der

Edward Ardizzone (1900-1979): Pilgrim’s Progress, Ausgabe 1947
Eine reichlich bebilderte Ausgabe von „The Pilgrim’s Progress“ erschien kurz nach dem Krieg 1947. Als Illustrator wurde Edward Ardizzone (1900-1979) gewonnen, der diese Ausgabe, die bei „Faber and Faber Limited“ in London erschien, mit kleineren filigranen Tintezeichnungen ausstattete. Ardizzone ist, trotz seines italienisch klingenden Namens, ein Brite, der zu den

Alexander Francis Lydon (1836-1917): Pilgrim’s Progress, Ausgabe 1871
Ebenfalls Farbabbildungen von John Bunyans Pilgrim’s Progress besitzt die Londoner Ausgabe 1871, welche bei den Verlegern Groombridge and Sons erschien. Diese hatte der englische Künstler Alexander Francis Lydon (1836-1917) beigesteuert. Lydon war in Dublin geboren und trat als Aquarellkünstler, Illustrator und Graveur vor allem von naturgeschichtlichen Werken und Landschaften hervor,

Paolo Priolo (1820-1890): Pilgrim’s Progress, Ausgabe 1865
1865 erschien eine Londoner Ausgabe von „Pilgrim’s Progress“ des John Bunyan mit zurückhaltend kolorierten Zeichnungen von M. Paolo Priolo (1820-1890, nicht zu verwechseln mit Francesco Paolo Priolo, 1818-1892). Es sind typische Arbeiten im Stil des romantischen Viktorianismus. Seite 25 zeigt „Evangelist instructs Christian“ („Der Evangelist weist Christian ein“) mit einer

Erhard Schoen: Bibelausgabe (1525)
Im Jahr 1525 erschien in Nürnberg „Das New Testament“ bei Hans Hergot (gest. 1527), einem Buchdrucker aus der Frankenmetropole. Der Untertitel verspricht „mit Christlichen Vorreden schöne Figuren“. Der Holzschnitt auf der Seite cccxliiii ist künstlerisch von hoher Qualität und zeigt eine meisterliche Beherrschung des Ausdrucks und der Perspektive. Die engen,

Dora Kleemann (1926-2017) und Hubert Kleemann (1925-2016): Wandgestaltung in St. Josef, Osterburg (1962)
Das Künstler-Ehepaar Dora (1926-2017) und Hubert Kleemann (1925-2016) aus Gosen am Seddinsee bei Berlin hat zahlreiche Sakralkunstarbeiten für römisch-katholische Kirchen der DDR gestaltet, vornehmlich in den 1960er Jahren. 1962 entstand für die Kirche St. Josef in Osterburg (Altmark) eine mosaikähnliche Wandgestaltung aus zahlreichen Einzelteilen. Es handelt sich um eine flache,

Verleger Thielman Kerver (gest. 1522): Stundenbücher aus Paris (1502, 1503, 1517, Nachdrucke)
Die Darstellungsweise des Motivs „Maria Immaculata“ war so beliebt, dass sie im Vergleich zum Marienlob von circa 1490 (MS Français 2225) fast unverändert noch zu Beginn des 16. Jh. bei spätmittelalterlichen Holzschnitten zur Anwendung kam. Bekannt wurde vor allem die Ausgabe „Hore intemerate beate Marie virginis“, ein Stundenbuch der Heiligen

Simon Vostre: Stundenbücher (1507 und 1518)
Stundenbücher waren seit dem Spätmittelalter eine beliebte Buchgattung, in der das Himmlische Jerusalem seinen festen Platz hatte. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts erlebte das Stundenbuch im Rahmen der Lauretanischen Litanei eine neue Renaissance, für die der Verleger Thielman Kerver die Verantwortung trug. 1507 erschien in Paris erstmals ein Stundenbuch mit

Yoël Benharrouche (geb. 1961): Vase „Himmlische Jerusalem“ (1995)
Möbelstücke im Zusammenhang mit dem Himmlischen Jerusalem sind eine Rarität, bislang gab es beispielsweise einen Tisch, eine Vitrine, eine Sitzbank oder auch einmal einen Schrank. Ein mehr dekoratives Werk ist eine Vase, die im Jahr 1995 designet wurde. Es handelt

Maria Kiess (geb. 1949): Heiligtum der Schönstatt-Bewegung (2010)
Die Ölmalerei der Größe von 55 x 40 Zentimeter wurde im Jahr 2010 von der Malerin und Glaskünstlerin Maria Kiess (geb. 1949) aus Freising geschaffen. Ihre Arbeit gehört der Schönstatt-Bewegung Deutschland, wo sie im Büro des Leiters einen festen Platz

Franz Nagel (1907-1976): Wandmalerei aus St. Benedikt in Ebenhausen (1965)
St. Benedikt in Ebenhausen südlich von München wird derzeit profaniert, ich hatte unmittelbar vor Schließung der römisch-katholischen Kirche noch Gelegenheit, die dortigen Wandmalereien ein letztes Mal anzusehen und zu dokumentieren. Die Erzdiözese München/Freising erklärte dazu: „Das asbesthaltige Dach und die

Egon Stöckle (geb. 1936): Rauminstallation im Zentralklinikum Augsburg (1999)
Die Außenwand der überkonfessionellen Kapelle im Zentralklinikum von Augsburg (Schwaben) wurde durch Egon Stöckle (geb. 1936) im Jahr 1999 mit dem Thema „Himmlisches Jerusalem“ umgestaltet. Stöckle, der auch Theologie studiert hatte (ähnlich wie Franz Bernhard Weißhaar), trat vor allem als

Marianne Neuburger: Triptychon aus der Dettinger Arche (2008)
Der Treffpunkt Arche e. V. in Dettingen bei Gerstetten (Schwäbische Alb) in der Nähe von Ulm gehört zu einer Gemeinde innerhalb des Bundes Freikirchlicher Pfingstgemeinden. Sie stützt sich insbesondere auf Apostelgeschichte Kap. 2, Vers 37-47 und vor allem auf den

Friedrich Koller (geb. 1939): Hochrelief der Klosterkirche St. Konrad in Altötting (2018)
Zu Beginn des 21. Jahrhunderts begann man, die Grabeskirche im Kapuzinerkloster St. Konrad in Altötting (Oberbayern) umzubauen. Die Planungen sahen vor, auch vorhandene Werke in die Neukonzeption mit einzubeziehen. Für das neue Hochrelief, aber auch weitere Kunstwerke wie den Altar,
Über mich
Dr. Claus Bernet
Um etwa 1990 begann ich, mich mit dem Thema Jerusalem zu beschäftigen. Die Stadt habe ich mehrfach bereist und Bücher zu diesem Thema verfasst; erwähnen sollte man vielleicht die Reihe „Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem“, den Band „Perlen des Neuen Jerusalem“ und meine Dissertation „Gebaute Apokalypse“. Zahlreiche Aufsätze erschienen immer wieder in Fachzeitschriften (Das Münster, Textilkunst International, Zeitschrift für Sepulkralkultur, u.v. a.). Mit meiner wissenschaftlichen Dokumentation von Jerusalems-Kunstwerken konnten bereits Ausstellungen und Museumskataloge unterstützt sowie Gemeinden bei der Anschaffung von geeigneten Kunstwerken beraten werden. Regelmäßig gebe ich auch Bildvorträge zu diesem Thema. Grundlage der Publikationen und der Bildvorträge sind meine fotografische Sammlung von inzwischen 6.000 Aufnahmen von Glasfenstern, Fresken, Mosaiken und anderen Kunstwerken.






