LETZTER BEITRAG
Hildegard Bienen (1925-1990): Kirche St. Johannes Bosco in Lohfelden (1978)
Auf einer Anhöhe von Lohfelden südlich von Kassel glaubt man fast bereits das Himmlische Jerusalem vor sich zu haben, so kann die gewaltige Anlage von Kirche, Gemeindehaus und freistehendem Turm beeindrucken. Das umso mehr, wenn

„Novum Testamentum Illustratum“ aus Antwerpen (1545)
Im Laufe der Jahre wurden die Illustrationen der Lutherbibel tendenziell immer einfacher und systematischer dargeboten. Bei der Darstellung des Himmlischen Jerusalem wurden ganze Partien, wie die Felsen links oder der bergige Hintergrund ohne besondere Gestaltung gelassen. Auch die Figuren sind misslungen: Der Engel wurde gerade noch unter den oberen Bildrand

Clive Uptton (1911-2006): Bibelausgabe USA (1963)
„Egermeier’s Bible Story Book“ ist eine Nacherzählung der beiden Testamente, die in den USA Generationen begleitete. In Abständen wurde das Werk immer wieder mit neuen Abbildungen versehen. Einmal, in der Ausgabe von 1963 (S. 567), die damals Warner Press in Anderson herausbrachte, mit einer Arbeit von Clive Uptton. Uptton arbeitete

Vulgata-Ausgabe aus Lyon (1702)
Die Pitts Theology Library (Special Collections) der Emory-Universität in Atlanta (USA) besitzt eine historische Bibelausgabe des Neuen Testaments mit einem Himmlischen Jerusalem. Dieses erscheint zunächst vertraut wie auf vielen bekannten europäischen Ausgaben, ist aber zumindest in zweierlei Hinsicht bemerkenswert. Zunächst fällt auf, dass diese französischsprachige Bibelausgabe zwar in Paris gedruckt

Pierre Eskrich (um 1530 bis nach 1590): Niederländische Bibelausgabe (1567)
Im Jahr 1567 wurde die Ausgabe „Biblia Sacra ad optima quaeque veteris“ in Leiden (damals auch Leyden, oder gleich lateinisch Lugdunum Batavorum) zwei Mal herausgebracht, einmal mit dem identischen Himmlischen Jerusalem wie zuvor in der Ausgabe 1554 (S. 1151), und zweitens eine neue Variante, die der Verlag Tornaesius mit neuen

N. S.: „Das himmlische Jerusalem: Das Leben der Seligen im Himmel“ (1880)
Im Jahre 1880 gab die Deutsche Evangelische Buch- und Tractatgesellschaft eine gekürzte Version der Schrift „Von dem Himmlischen Jerusalem“ des Johann Meyfart (1590-1642) neu heraus. In dem Heft, das nun den Titel „Das himmlische Jerusalem: Das Leben der Seligen im Himmel“ trägt, wurde als Frontispiz ein Stich verwendet, der schon

Jan Luyken (1649-1712): Bibelausgabe (1681)
Jan Luyken (1649-1712) zählt zu den großen und talentierten niederländischen Künstlern des 17. Jahrhunderts. Selbstverständlich hat er sich auch mit Sakralkunst im allgemeinen und mit dem Himmlischen Jerusalem im besonderen beschäftigt. Sein im Original „Ian Luyken inven et fecit“ signierter Kupferstich hat den Titel „Verlangen na `t Eeuwig Zalig Leven“

W. Stranc: Pilgrim’s Progress, Ausgabe 1895
Eine Londoner Ausgabe des Jahres 1895 enthält mehrere Arbeiten des Künstlers W. Stranc. Es handelt sich um eine neue Fassung von Pilgrim’s Progress des John Bunyan aus dem 17. Jahrhundert. Im 19. Jahrhundert erfreute sich dieser christliche Roman einer unglaublichen Beliebtheit. Fast jährlich wurde in Großbritannien oder in den USA

Jüngstes Gericht aus Schwaben (um 1460)
Dieser kolorierte Holzschnitt (Ausschnitt, Gesamtgröße 38 x 27 Zentimeter), der einst eine Bibelausgabe oder ein Erbauungsbuch schmückte, wurde vermutlich, um ihn besser verkaufen zu können, für eine Auktion im Jahr 1904 aus seiner Buchbindung herausgerissen. Später gelangte der Rest im Zweiten Weltkrieg als Beutekunst mit in die USA. Während überall

Joseph Klauber (1710-1768), Johann Klauber (1712 bis gegen 1787): „Symbolum apostolorum“ (um 1750)
Um das Jahr 1750 erschien der Band „Symbolum apostolorum in duodecim distinctum articulos juxta assignationem S. Augustin“ („Das Apostolische Glaubensbekenntnis gemäß den Anweisungen des Heiligen Augustinus in zwölf Artikel unterteilt“) durch Joseph Sebastian Klauber (1710-1768) und Johann Baptist Klauber (1712 bis 1787). Diese Brüder betrieben in Augsburg einen florierenden Kunstbetrieb,

Norman Brice (geb. 1888): Futuristische Zeichnungen (1948 und 1950)
Gleich mehrere Illustrationen können dem US-Amerikaner Norman Brice (geb. 1899) aus Ohio zugewiesen werden, die teilweise farbig in der Oktoberausgabe 1992 von „La Sentinelle“, einer Zeitschrift der Adventisten aus der Pacific Press Publishing Association, erschienen ist. Die Zeichnungen selbst sind älter, die erste findet sich bereits in der Zeitschrift „Signs

Gabriel Hecht (1664-1745): „IDea saCRæ CongregatIonIs heLVeto-beneDICtInæ“ (1702)
Im Jahr 1702 feierte die Schweizerische Benediktinerkongregation ihr einhundertjähriges Jubiläum. Zu diesem Anlass erschien als Festschrift die „IDea saCRæ CongregatIonIs heLVeto-beneDICtInæ“ (Sankt Gallen 1702), verfasst von dem Sankt Galler Benediktiner Mauritius (Moritz) Müller (1677-1740). Sein Mitbruder Gabriel Hecht (1664-1745) entwarf die emblematischen Stiche, auf denen die einzelnen Klöster der Kongregation

Joe Maniscalco (1925-2006): „Love Unlimited“ (1958)
Jesus als Menschenfreund und gesellige Vaterfigur, umgeben von Kindern und Gläubigen, so gut wie immer mit Bart und weißem Gewand, ist eine typische Darstellungsweise in den USA während der Mitte des 20. Jahrhunderts. In freikirchlichen und evangelikalen Kreisen ist dies bis heute populär. Ein typisches Beispiel dafür ist diese Farbzeichnung,

Karl Gustav Amling (1651-1702): Propst Franz 11. Millauer (um 1690)
Dieser Radierung aus dem Graphischen Kabinett des Benediktinerstifts Göttweig (Niederösterreich) in der Größe von 19 x 15 Zentimetern ist unten am Plattenrand mit dem Namen des Künstlers Karl Gustav Amling (1651-1702) signiert. Amling war Nürnberger Zeichner und Kupferstecher, er leistete vor allem in den Handzeichnungen und im Porträt Beachtliches. Im

Georgette de Montenay (1540-1581)/Anna Roemer Visscher (1583-1651): Emblematik (um 1615)
In den Niederlanden hatten im 17. Jh. emblematische Werke Konjunktur, vor allem im freikirchlichen und reformierten Bereich der Nadere Reformatie, aber auch bei römisch-katholischen Autoren. Die Abbildungen dienten vornehmlich der Illustration frommer Texte, es waren keineswegs bibliophile Prachtbände für Wenige, sondern Sinn- und Moralbilder für Viele.Die Ausgabe „Les Emblems ou

Herbert Rudeen (1888-1985): „Bible Story“ (1953, 1956 und 1957)
An der zehnbändigen Serie „Bible Story“ waren an die zwanzig verschiedene Grafiker beteiligt, die die einzelnen Bände in einem relativ einheitlichen figürlichen Stil mit leicht einprägsamen Farbzeichnungen versahen. Zwar sind die meisten, aber nicht alle Zeichnungen signiert, so dass es nicht immer möglich war, den Künstler ausfindig zu machen. Die

Nicolas Brücher (1874-1957): Wandmalerei in Rümelingen, Sankt Sebastian (1931)
In den 1920er, 1930er und 1940er Jahren wurden wegen der wirtschaftlichen und politischen Krisen in Europa nur wenige großflächige Wandbilder mit der Jerusalems-Thematik geschaffen. Eine Ausnahme findet sich in der römisch-katholischen Pfarrkirche Sankt Sebastian in Rümelingen (Rumelange), einem Ort in

Conrad Meyer (1618-1689): Übungsblatt (um 1630)
In der Kunstsammlung der Universität Göttingen hat sich ein Kupferstich erhalten (Inventarnummer: D 5310). Es ist kein Einzelstück, sondern gehört zu einem Apokalypsezyklus, deren Auflagenhöhe und Zweck wir nicht kennen. Man darf aber vermuten, dass der Druck für eine geplante

Peter Valentin Feuerstein (1917-1999): Fenster „Glaube, Auferstehung und Erlösung“ in der Kirche St. Johannes der Täufer in Oelde (1974)
Die römisch-katholische Hauptkirche von Oelde hat den Namen St. Johannes, bezieht sich aber auf Johannes den Täufer. Gleichwohl hat man auf den Glasfenstern dieser Kirche immer wieder Motive aus dem Buch der Johannesapokalypse bildlich umgesetzt. Der Chorbereich zeigt beispielsweise apokalyptische

Franz Pauli (1927-1970): Lichtband aus St. Barbara in Katzwinkel (1960) und Kopie aus St. Michael in Lantenbach (1962)
Der Kölner Glaskünstler Franz Pauli (1927-1970) hatte eine besondere Vorliebe für Lichtbänder, die alle in den 1960er Jahren entstanden sind. Der Reigen eröffnete mit den beiden hier besprochenen Arbeiten in St. Barbara in Katzwinkel (1960) und St. Michael in Lantenbach,

Martin Schongauer (um 1445/1450 – 1491): Weltgericht aus dem Breisacher Münster (1491)
Aus der Werkstatt von Martin Schongauer (um 1445/1450 – 1491) haben wir nicht allein ein Rauchfass mit Anklängen an das Neuen Jerusalem (Bischofspalast Haarlem, um 1480) oder den Altar von Buhl/Bühl (um 1495), sondern auch eine Freskenmalerei aus dem späten

Himmelspforte mit Schlüssel aus St. Remigius in Dohm (um 1950)
Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg waren das Motiv der Himmelspforte in katholischen Regionen ein bevorzugt gewähltes Thema bei der Ausgestaltung von Kirchen, sowohl bei Neubauten als auch bei der Beseitigung von Kriegsschäden. Auch in der Eifel haben sich noch Beispiele
Über mich
Dr. Claus Bernet
Um etwa 1990 begann ich, mich mit dem Thema Jerusalem zu beschäftigen. Die Stadt habe ich mehrfach bereist und Bücher zu diesem Thema verfasst; erwähnen sollte man vielleicht die Reihe „Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem“, den Band „Perlen des Neuen Jerusalem“ und meine Dissertation „Gebaute Apokalypse“. Zahlreiche Aufsätze erschienen immer wieder in Fachzeitschriften (Das Münster, Textilkunst International, Zeitschrift für Sepulkralkultur, u.v. a.). Mit meiner wissenschaftlichen Dokumentation von Jerusalems-Kunstwerken konnten bereits Ausstellungen und Museumskataloge unterstützt sowie Gemeinden bei der Anschaffung von geeigneten Kunstwerken beraten werden. Regelmäßig gebe ich auch Bildvorträge zu diesem Thema. Grundlage der Publikationen und der Bildvorträge sind meine fotografische Sammlung von inzwischen 6.000 Aufnahmen von Glasfenstern, Fresken, Mosaiken und anderen Kunstwerken.






