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Gerhard Stickel: Skulptur „Himmlisches Jerusalem“ (2011)

Ein besonderer Stein mit einer Darstellung des Himmlischen Jerusalem wurde von dem Steinmetz Gerhard Stickel in seinem Atelier in Nagold geschaffen, welches 1994 gegründet worden war und sich seitdem durch qualitätsvolle Einzelarbeiten einen guten Ruf erworben hat. Dazu trugen auch die Teilnahme an Wettbewerben und Ausstellungen bei.
Bei der Stele handelt es sich um einen rechteckigen Block von 150 Zentimeter Höhe aus weißgrauem Kalkstein. Drei Ecken schließen im rechten Winkel ab, doch die letzte Ecke ist lediglich grob behauen. Es entsteht so die Assoziation, als würde hier Wasser nach unten laufen. Eine der Seiten trägt eine Aufschrift aus dem Brief des Paulus an die Philipper; Kapitel 3, Vers 20-21: „Unsere Heimat ist im Himmel“, womit der Bezug zum Himmlischen Jerusalem gegeben war. Dort, wo das Wort „Himmel“ am oberen Abschluss endet, brechen die Buchstaben um und setzen sich auf der Oberseite fort, so dass der Betrachter, will er das Zitat lesen, sich bewegen muss. Auf der Oberseite sind drei schmale Bauten auf den Stein gesetzt, die das Neue Jerusalem verkörpern. Es sind drei Steine in warmem, roten Marmor in Form eines dreischiffigen Kirchenbaus mit Satteldächern, wobei das größere Hauptschiff die seitlichen Bauten überragt.
Der Stein war ein Schaustück zur kleinen Gartenschau (Grünprojekt) in Horb am Neckar, die im Sommer 2011 stattfand. Dort stand das Kunstwerk im „Garten der Erinnerung“, obwohl das Himmlische Jerusalem, anders als das Paradies, als zukünftiges Geschehen eigentlich kein Objekt der Erinnerung sein kann. Das Werk wurde damals jedoch viel beachtet und wurde auch in der Presse besprochen. Noch 2013 war das Kunstwerk dann bei Stickel Marmor & Granit für knapp 3.500 Euro als Grabstein im Angebot. Das Original ging dann an einen anderen Steinmetzbetrieb in die Lüneburger Heide, wo er sich heute auf einem Friedhof befindet. Auf Wunsch hat Gerhard Stickel dieses Motiv noch ein weiteres Mal angefertigt.

Claus Bernet: Neues vom Neuen Jerusalem: Kunstwerke ab dem Jahre 2000 (Teil 1), Norderstedt 2016 (Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem, 41).

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