
Weltgericht aus dem Rathaus zu Goslar (um 1470)

Wandmalerei „Weltgericht“ der Geburtskirche von Bagnot (1484)

Fresken aus Saint Martin in Nohant-Vic (Mitte 12. Jh.)
LETZTER BEITRAG
Weltgericht aus dem Rathaus zu Goslar (um 1470)
Viele besuchen Goslar (Harz), um im Rathaus die Malereien des frühneuzeitlichen Huldigungssaals zu sehen – und stehen dann vor einer verschlossenen Glastür, durch die man nur Teile der Malereien verzerrt und ohne das räumliche Erleben

Wandteppich von Raimund Adametz (geb. 1947): Diakonissenhaus in Rotenburg (1996)
Das evangelische Diakonissen-Mutterhaus in Rotenburg an der Wümme im nordöstlichen Niedersachsen erwarb 1996 ein Kunstwerk von Raimund Adametz. Der Künstler kam 1947 in Hamburg zur Welt und wurde nach einem Studium der Kunstpädagogik, Kunsttherapie und Malerei durch Bettina Müller-Vogeler aus Worpswede in die Gobelinweberei eingeführt. Seit 1986 arbeitet er als

Albertus Pictor: Fresken in Härnevi (1475-1500) und in Kungs-Husby (um 1500)
Härnevi ist eine protestantische Kirche in der schwedischen Provinz Västmanlands. Bekannt ist die Kirche vor allem für ihre Fresken aus dem letzten Viertel des 15. Jahrhunderts. Obwohl sie seitdem nicht übermalt oder überkalkt bzw. übertüncht worden sind, haben sich diese Wandmalereien nicht gut erhalten. Sie sind die Arbeit eines großen

Augustinus: „De Civitate Dei cum commento“ (1489)
Wie ärmlich oder bescheiden es in künstlerischer Hinsicht im Gegensatz zu Italien oder Frankreich im Deutschen Reich zuging, belegen die Illustrationen zu der Schrift „De Civitate Dei“. Im deutschsprachigen Raum wurde eine Abbildung populär, die erstmals in einer Ausgabe von „De Civitate Dei“, 1489/90 bei Johann (von) Amerbach (um 1444-1513)

Ikone „Kirche auf dem Kreuzzug“ (um 1555)
Etwa im Jahre 1555 wurde eine horizontal ausgerichtete Ikone (insg. 396 x 133 Zentimeter) vollendet, die in der Literatur später als „Die Kirche auf dem Kreuzzug“ oder „Die streitbare Kirche“ etwas bekannter wurde. Das sakrale Kunstwerk stand einst in der Mariä-Entschlafens-Kathedrale im Moskauer Kreml; heute befindet es sich in der

José Beltrán und Ramón Bosch Puigvert: Malerei in Buen Pastor in Barcelona (1949)
Die römisch-katholische Gemeindekirche Buen Pastor („Zum guten Hirten“) in der Metropole Barcelona (Katalonien) wurde während des Zweiten Weltkriegs in einem Armenviertel durch den Architekten José María Sagnier Vidal erbaut. Nach dem Boykott des Frankoregimes konnte der Bau erst von 1948 bis 1949 im Inneren vollendet werden. Dafür waren die Maler

Französische Bibelausgaben (1552 und 1554)
1541 (2. Auflage 1549, 3. Auflage 1552) erschien in Paris eine Bibelausgabe von Johannes Benedictus (Jean Benoit, 1484-1573). Dem Werk „Biblia Sacra iuxta vulgat(am) quam dicvnt editionem“ wurde in der dritten Auflage bei der Darstellung zum Himmlischen Jerusalem ein eigenartiges Komposit mitgegeben (S. 259): die Vögel über der Stadt finden

Katholische Bibelausgaben der späten Reformationszeit (um 1550, 1573 und 1576)
Bislang war das Neue Jerusalem ein von Protestanten besetzter Gegenstand. Im Zuge der frühen Gegenreformation jedoch holten die Katholiken auf, dafür stehen die folgenden Beispiele. Aus der Zeit um 1550 hat sich dieser Holzschnitt erhalten. Diese Arbeit ist für einen Holzschnitt feingliedrig und akkurat ausgeführt, Details lassen sich gut erkennen.

Charles Eamer Kempe (1837-1907): Fenster aus St Michael and All Angels Church in Beckwithshaw (1892)
Beckwithshaw ist ein Dorf im nördlichen Yorkshire. Die dortige anglikanische Kirche hat den Namen „St Michael and All Angels Church“. Diese Kirche erscheint im mittelalterlichen Dekor, wurde aber erst 1887 von William Swinden Barber im neogotischen Stil und unter Einflüssen der Bewegung Arts and Crafts fertiggestellt. 1892 wurden unter Pastor

Julius Steglich (1839-1913): Kinderlehrbuch (1882)
Der Kupferstich des Kinderbuchs „Vom jüngsten Gericht“ (11 x 9 Zentimeter) fällt in die Zeit des Neupietismus. Dieser geht einher einerseits mit einer süßlichen Frömmelei und schier unglaublicher Naivität, andererseits mit nationaler Überhöhung und kulturellem Imperialismus. Davon ist auch das Kinderlehrbuch „Zweimal zweiundfünfzig biblische Geschichten für Schulen und Familien“ nicht

Petrus Canisius (1521-1597): „De Maria Virgine Incomparabili“ (1576)
Petrus Canisius (1521-1597) war der erste deutsche Jesuit und Begründer der römisch-katholischen Katechismen: Das sind Handbücher zur Unterweisung in den Grundfragen des christlichen Glaubens nach Sicht der römisch-katholischen Kirche. Er war auch ein inniger Marienverehrer und Mitbegründer der Marienfrömmigkeit, denn er hatte schon 1558 die Lauretanische Litanei nördlich der Alpen

William Spicer (1865-1952): „Our Day in the Light of Prophecy“ (1918)
Selten einmal ist Satan als gefallener Engel direkt vor dem Neuen Jerusalem zu sehen, wo ja ansonsten der Platz für fromme Engel ist. Eine besondere Bedeutung hat diese tragische Figur in der endzeitlichen Lehre der Adventisten der USA und wird daher häufig zur Mahnung und Abschreckung bildlich dargestellt. Hier ist

Wandfresko aus Fjälkinge und Kopie in Gualöv (1430-1460)
Oft ist auch in Skandinavien im Mittelalter das Neue Jerusalem als Kirche auf Wandgemälden dargestellt worden – diese Darstellungsform war den Betrachtern vertraut und nachvollziehbar. Diese Miniaturkirchen haben meist ein Hauptschiff und mehrere Türme, die nicht allzu hoch sind. Ein hervorgehobener Turm im Vordergrund besitzt das Zugangstor in das Himmelreich.

Johannes Buno (1617-1697): Hamburger Bilderbibel (1674)
Im Jahr 1674 erschien in Wolfenbüttel eine recht eigenartige Bilderbibel. Johannes Buno (1617-1697) schuf dazu hunderte Kupferstichillustrationen, die als 54 Einzelblätter die gesamte Bibel erzählen. Buno ist der Verfasser mnemotechnischer Kinder- und Schulbücher, aber auch emblematischer Wunderlichkeiten. Das Bild war ihm unverzichtbarer Bestandteil der didaktischen Vermittlung, die vor allem auf

Tobias Stimmer (1539-1584): Stimmer-Bibel (1576)
Tobias Stimmer (1539-1584) war ein Maler und Zeichner aus der Schweiz. 1569 bis 1570 hielt er sich in Como auf, wo er im Auftrag des Basler Verlegers Pietro Perna (1519-1582) eine bedeutende Portraitsammlung des Historikers Paolo Giovio (1483-1552) abzeichnete. In Venedig soll er Arbeiten Tintorettos gesehen haben und bald seine

Jean Duvet (1485 – nach 1562): Apokalypse-Serie (1555, 1561)
Jean Duvet (1485 bis nach 1562) stammt aus Dijon, verbrachte aber den größten Teil seines Lebens in Langres, wo er als Hofgoldschmied für französische Könige arbeitete. Die Einflüsse der Renaissance, etwa die Kupferstiche von Marcantonio Raimondi (um 1480 bis um 1534) sind in seinem Werk unverkennbar – ob Duvet selbst

Klaus Arnold (1928-2009): Glasfenster aus St. Matthäus in Aglasterhausen (1966)
Künstlerischer Höhepunkt in der römisch-katholische Kirche St. Matthäus in Aglasterhausen südöstlich von Heidelberg im Neckar-Odenwald-Kreis sind die Glasfenster von 1966. Sie wurden von Klaus Arnold (1928-2009), einem gebürtigen Heidelberger und zu dieser Zeit Professor an der Kunstakademie Karlsruhe, geschaffen und

Juan Francisco Echenique (geb. 1949): Kirche „Parque del Recuerdo“ in Santiago (1993)
In der römisch-katholischen Kirche „Parque del Recuerdo“ in dem gleichnamigen Erholungspark und Friedhof von Santiago de Chile hat der Maler Juan Francisco Echenique (geb. 1949) ein großformatiges Glasfenster geschaffen. Rechts unten hat es der Künstler übrigens signiert. Es hat den

Pierre Méjanel (1837-1905), Adolphe-François Pannemaker (1822-1900): Antifreimaurerische Polemik (um 1886)
„La Légende de la Jérusalem Céleste“ („Die Legende des Himmlischen Jerusalem“) lautet die Überschrift zu dieser Zeichnung. Eine gewaltige Menge verzweifelter Menschen drängt in Richtung des Neuen Jerusalem, wird aber von bewaffneten Engeln brutal zurückgedrängt und in die Verdammnis gestoßen.

Hildegard Bienen (1925-1990): Fenster der ehemaligen Kirche St. Suitbert in Gelsenkirchen (1966)
Die ehemalige römisch-katholische Kirche St. Suitbert in Gelsenkirchen hatte ein frühes Glasbetonfenster der Künstlerin Hildegard Bienen (1925-1990) mit dem Motiv des Himmlischen Jerusalems. Es stammt aus dem Jahr 1966, angefertigt von der Firma Donath aus Buer. Es ist Bienens erste

Alois Plum (1935-2024): Chorfenster der Christuskirche in Neunkirchen (1984)
Für die evangelische Christuskirche in der saarländischen Stadt Neunkirchen hat um 1980 Alois Johannes Plum (1935-2024) neue Fenster entworfen. Die Herstellung erfolgte dann 1984 durch die Manufaktur Derix in Taunusstein, der Einbau durch die Firma Binsfeld aus Trier. In dem

Wolfgang E. Fentsch (1925-1968): Christuskirche von Plettenberg (1953)
Dieses Buntglasfenster in dunkler Tönung zeigt eine Gottesstadt ohne Ummauerung, aber doch mit einigen bemerkenswerten Details: Oben schwebt über der Stadt das Christuslamm, eingefasst von einem halbrunden Nimbus. Von ihm strömt der Lebensfluss nach unten. Dazwischen erscheinen immer wieder Weintrauben
Über mich
Dr. Claus Bernet
Um etwa 1990 begann ich, mich mit dem Thema Jerusalem zu beschäftigen. Die Stadt habe ich mehrfach bereist und Bücher zu diesem Thema verfasst; erwähnen sollte man vielleicht die Reihe „Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem“, den Band „Perlen des Neuen Jerusalem“ und meine Dissertation „Gebaute Apokalypse“. Zahlreiche Aufsätze erschienen immer wieder in Fachzeitschriften (Das Münster, Textilkunst International, Zeitschrift für Sepulkralkultur, u.v. a.). Mit meiner wissenschaftlichen Dokumentation von Jerusalems-Kunstwerken konnten bereits Ausstellungen und Museumskataloge unterstützt sowie Gemeinden bei der Anschaffung von geeigneten Kunstwerken beraten werden. Regelmäßig gebe ich auch Bildvorträge zu diesem Thema. Grundlage der Publikationen und der Bildvorträge sind meine fotografische Sammlung von inzwischen 6.000 Aufnahmen von Glasfenstern, Fresken, Mosaiken und anderen Kunstwerken.



