Joseph Krautwald (1914-2003): Tabernakel und Ewiges Licht, St. Josef, Gelsenkirchen-Scholven (1973)

Dieser Tabernakel mit dazugehörigem Ewigen Licht aus der römisch-katholischen Kirche St. Josef in Scholven, einem Ortsteil von Gelsenkirchen, wurde 1973 zur Einweihung der Kirche angeschafft. Beide Liturgica stammen, ebenso wie die Stele des Tabernakels aus Muschelkalk sowie der Altar und Ambo vom Bildhauer Joseph Krautwald (1914-2003) aus Rheine. Auf dem Tabernakel aus Bronze sind die zwölf Tore der Stadt als Dreiergruppen in die jeweiligen Ecken gesetzt. Es entsteht ein expressiver Gesamteindruck, der mit dem lateinischen Kreuz harmonisiert, welches das Lamm trägt und, sicher nicht zufällig, eine annähernd quadratische Figuration entstehen lässt.

 

                            Scholven (1973)

Zu dem Ensemble gehört auch ein Ewiges Licht, eine Arbeit ebenfalls aus Bronze. Bei dieser Arbeit von Joseph Krautwald bilden die zwölf Torbögen den Untersatz bzw. die Halterung für die rote Kerze in der Mitte. Die Tore in unterschiedlicher Größe ziehen sich also kreisförmig um den Leuchtkörper, was vor allem bei Dunkelheit seinen eigenen Reiz hat, indem die Tore der Stadt als Schatten auf den Boden der Kirche geworfen werden.

Winfried Ashoff: Der Bildhauer Joseph Krautwald. Ein Leben für die Darstellung von Kraft und Schönheit des christlichen Glaubens, in: Michael Hirschfeld (Hrsg.): Gelebter Glaube, Hoffen auf Heimat. Katholische Vertriebene im Bistum Münster, Münster 1999, S. 239-262.
Cornelia Ruholl: Die Werke Joseph Krautwalds sind Bekenntnisse am Wegesrand, in: Unser Kreis 2005. Jahrbuch für den Kreis Steinfurt, Steinfurt 2004, S. 172-174.
Melanie Nießing: ‚Ich bin mein Leben lang vom Glück verfolgt!’ Studien zu Leben und Werk des Steinbildhauers und Holzschnitzers Joseph Krautwald (1914-2003), Bde. 2, Osnabrück 2011.

tags: Tabernakel, Ewiges Licht, Joseph Krautwald, Gelsenkirchen, Ruhrgebiet, Bronze
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