LETZTER BEITRAG
Hildegard Bienen (1925-1990): Chorfenster in St. Viktor in Birten (1968)
Die römisch-katholische Kirche zeichnet ein Phänomen aus, das bislang kaum einmal positiv herausgestellt wurde: Nach 1945 brachte sie große Sakralkünstlerinnen hervor, in Deutschland namentlich drei: Erentrud Trost, Else Hildegard Bircks und Hildegard Bienen (Reihenfolge ohne

Herbert Kämper (1929-2004) (zugewiesen): Tabernakel mit Schutzumschlag in der Kirche St. Mauritius in Hausdülmen (1955)
Der Tabernakel der römisch-katholischen Kirche St. Mauritius in Hausdülmen, einem südlichen Ortsteil der nordrhein-westfälischen Stadt Dülmen im Münsterland, besteht aus zwei Teilen: dem eigentlichen Aufbewahrungsort der Hostien ganz oben in einem rechteckigen Behältnis, und in einem Schutzumschlag für die Bibel darunter. Dieser befindet sich aufgehängt zwischen zwei schmalen Stelen, die

Franz Katzgraber (1926-1998): Kronleuchter aus St. Ulrich in Wieselburg (1968)
Einen in Form und Farbe ungewöhnlichen Kronleuchter findet man in der römisch-katholischen Stadtpfarrkirche im österreichischen Wieselburg im Bezirk Scheibbs in Niederösterreich. Er war eine Gabe des Österreichischen Bundesdenkmalamtes in Wien, das damals noch Kirchenbauten mit neuer Sakralkunst beschenkte. Im Jahr 1968 war er von dem Bildhauer Franz Katzgraber (1926-1998) aus

Hanns Rheindorf (1902-1982): St. Kunibert in Köln (1976)
Die Frontseite des Tabernakels von St. Kunibert zu Köln ist ein Silberrelief, versehen mit Goldstegen und verschiedenen Edelsteinen in unterschiedlicher Farbe. Es stammt von dem in Köln ansässigen Goldschmied und Bildhauer Hanns Rheindorf (1902-1982), geschaffen im Jahr 1976 als eines der letzten Werke des Künstlers. Die eigentliche Tabernakeltür ist quadratisch.

Pfarrkirche Irschen: Wandmalerei (um 1520)
Irschen, eine kleine Gemeinde in Kärnten, besitzt mit der römisch-katholischen Pfarrkirche Sankt Dionysius ein denkmalgeschütztes Gebäude aus dem 12. Jahrhundert. Während der Zeit um 1520 wurde dort die Apsiswand im Chor mit einer umfangreichen Weltgerichtsdarstellung ausgemalt. Es ist ein seltenes Beispiel für eine Darstellung des Neuen Jerusalem in der Reformationszeit,

Josef Henger (1931-2020): Ehemalige Krankenhaus-Kapelle St. Vinzentius, Landau (1982)
Josef Henger (1931-2020) hat im Laufe seines künstlerischen Schaffens auf Tabernakeln immer wieder das Neue Jerusalem dargestellt, allein in Bad-Württemberg in St. Maria in Böblingen (1964), in der Dreifaltigkeitskirche in Ravensburg (1967) und später nochmals in St. Bartholomäus in Rielasingen (1992). Eine Besonderheit ist dieser Tabernakel aus Bronze, denn er

Michael Winkelmann (geb. 1937) und Christoph Winkelmann (geb. 1940): Tabernakel aus der Wallfahrtskirche zu Marienloh bei Paderborn (1994)
Zu sehen ist die Außenseite der hölzernen Tabernakeltür der Wallfahrtskirche zu Marienloh nordöstlich von Paderborn. Sie zeigt die neue Stadt Gottes, die vom Himmel herabkommt, in einigen ihrer Grundelemente. Im Zentrum ist das weiße Lamm Gottes gesetzt, aus dessen Seite rotes Blut nach unten fließt. Zwölf Tore umgeben das Lamm,

Rudolf Krüger-Ohrbeck (1930-2000): Tabernakel aus „Christus unser Friede“, Dortmund (1971)
Im Jahr 1971 entstand in der römisch-katholischen Kirche „Christus unser Friede“ in Dortmund-Oespel/Kley (Ruhrgebiet) eine Tabernakel-Wand der Größe 3 x 2 Meter. Es handelt sich um ein Werk von Rudolf Krüger-Ohrbeck (1930-2000) aus Osnabrück, der vor allem sakrale Plastiken, Grafiken und auch Kirchenfenster geschaffen hat. Seine Arbeit in Dortmund ist

Hiram Allen St. John (1840-1917): Jerusalem-Piktogramm (1894)
„Our Banquet to Nourish Pure Thought Life“ (zu Deutsch: „Unser Abendmahl zur Pflege des Geistigen Lebens“) ist eine Publikation von Adventisten aus San Francisco, die im Jahr 1894 gedruckt wurde. Im 19. Jahrhundert waren die Publikationen dieser Religionsgemeinschaft noch nicht so reichhaltig bebildert, auch Darstellungen des Himmlischen Jerusalem waren eher

Ikonentafeln aus Nowgorod und Solwytschegodsk (16. Jh.)
Bei dieser russischen Ikone ist die Herkunft aus Nowgorod nachgewiesen, wo sie über Jahrhunderte in einem orthodoxen Kloster oder einer orthodoxen Kirche stand. Im 20. Jahrhundert kam sie in die Tretjakow-Galerie nach Moskau (dort Inventarnummer 14458, als Bestandteil der Ikonensammlung von A. V. Morozov). Die Ikone auf Basis von Temperafarben

Rund-Jerusalem aus Kargopol und aus der Stroganow-Schule (16. Jh.)
Ein gut erhaltenes Exemplar, eine 177 x 120 Zentimeter große Ikonostasentafel, befindet sich seit 1957 in der Eremitage von St. Petersburg (Inventarnummer ERI-230). Sie stammt aus Kargopol in der Oblast Archangelsk im Nordwesten Russlands. Ein unbekannter Meister hatte die Tafel im 16. Jahrhundert für eine der vielen Holzkirchen der Stadt

Vladimir Kornev (geb. 1954): Jerusalems-Briefmarke aus der Ukraine (2013)
Es dauerte bis zu Weihnachten 2013, genaugenommen bis zum 6. Dezember, bis einmal eine Briefmarke mit dem Motiv des Himmlischen Jerusalem herausgebracht wurde. Dies war nicht der Fall in betont christlichen Ländern wie vielleicht Polen, Spanien oder Brasilien, sondern in der lange atheistisch geprägten Ukraine. Dort hat die Weihnachtsbriefmarke eine

La Tour: „Chapelle des Pénitents blancs“ (1491)
In La Tour im französischen Departement Alpes-Maritimes befindet sich die „Chapelle des Pénitents blancs“ („Kapelle der weißen Büßer“) mit Fresken aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Damals war die Laienbewegung der „weißen Büßer“ eine beliebte Alternative zu den Mönchsorden, bei gleichem Ziel: Durch ein frommes Leben wollte man das

Freskofragment aus Vadum (1425-1450)
Das einst übertünchte und später teilfreigelegte Himmlische Jerusalem ist heute in der romanischen Dorfkirche von Vadum in der norddänischen Region Salling auf Jütland nur noch vage zu erkennen. Über das ursprüngliche Aussehen ist wenig bekannt, da 1927 das Archiv der Kirchengemeinde bei einem Brand unterging. Große Partien im unteren Bereich

Weltgerichtsikone aus Priluki im Distrikt Onega (um 1600)
An der Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert entstand eine Weltgerichtsdarstellung, die sich zunächst in der russisch-orthodoxen Christi-Geburtskirche des Dorfes Priluki im Rajon Onega befand. Im Jahr 1972 ist sie auf staatliche Veranlassung in das Kunstmuseum von Archangelsk gekommen, einer Hafenstadt in Nordrussland. Dort hat das Kunstwerk die Inventarnummer 1588

Miniaturzeichnung aus Moskau (um 1650)
Um die Mitte des 17. Jahrhunderts entstand diese 32 x 20 Zentimeter große kolorierte Zeichnung aus einer gebundenen Ausgabe eines Synodalbuchs aus dem Raum Moskau. Die Zeichnung basiert auf Tinte, Zinnober, pastellfarbigem Aquarell und Tempera. Sie zeigt das Himmlische Jerusalem von außen unter Einfluss westkirchlicher Malereien wie Vitam Aeternam als

Georg Meistermann (1921-1990): Kölner Fresko in St. Karl Borromäus (1968)
Die großformatige Fresko-Altarwand von Georg Meistermann (1921-1990) in St. Karl Borromäus in Köln-Sülz fügte sich harmonisch in die einstige Raumkomposition der römisch-katholischen Kirche ein. Soweit bekannt, ist es das einzige Neue Jerusalem des Meisters, welches nicht auf Glas dargestellt ist.

Wilhelm Buschulte (1923-2013): St. Vitalis in Köln-Müngersdorf (1982)
In Müngersdorf im nördlichen Köln befindet sich die römisch-katholische Kirche St. Vitalis mit einem Jerusalems-Fenster. Es setzt sich aus drei schmalen Fensterbahnen zusammen, deren mittlere die beiden äußeren überragt. Sie befinden sich im rechten Seitenschiff des Gebäudes. Durch die Mauern

Martin Anderson (1854-1932): „The New Jerusalem“ (1893)
Martin Anderson (1854-1932), besser bekannt unter seinem Pseudonym „Cynicus“, war ein schottischer Künstler, politischer Karikaturist, Postkartenillustrator und Verleger. Eines seiner Kunstwerke ist mit „The New Jerusalem“ betitelt. Ein verwahrloster Greis schleppt sich auf einem gewundenen Pfad in Richtung des Neuen

William Holman Hunt (1827-1910), Charles Henry Jeens (1827-1879): John Bunyan: Pilgrim’s Progress, Ausgabe 1862
„The pilgrim’s progress“ wurde im Jahr 1862 auch wieder in London neu gedruckt, diesmal als gemeinsame Ausgabe mit der University Press in Cambridge. Das einfarbige Titelblatt bringt die einzige Illustration des gesamten Bandes und ist ein Höhepunkt des frühen Viktorianismus

Michael Goller (geb. 1974): Gemälde „Das himmlische Jerusalem“ (2011)
Zehn Pastellgemälde machen einen Apokalypsezyklus aus, den der Maler Michael Goller aus Chemnitz geschaffen hat. Das letzte dieser Gemälde zur Offenbarung des Johannes mit dem Titel „Das himmlische Jerusalem“ wurde nach einem zweijährigen Prozess im Jahr 2011 fertiggestellt. Es hat

Wilhelm Braun (1906-1986): Maria vom Frieden in Homburg (1956)
Die römisch-katholischen Pfarrkirche Maria vom Frieden in Homburg im Saarland wurde zwischen 1954 und 1956 erbaut. Zum Abschluss wurden 1956 die Glasfenster als Oberlichter des Kirchenschiffs in fünf Meter Höhe eingebaut. Es waren Glasarbeiten von Wilhelm Braun mit acht verschiedenen
Über mich
Dr. Claus Bernet
Um etwa 1990 begann ich, mich mit dem Thema Jerusalem zu beschäftigen. Die Stadt habe ich mehrfach bereist und Bücher zu diesem Thema verfasst; erwähnen sollte man vielleicht die Reihe „Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem“, den Band „Perlen des Neuen Jerusalem“ und meine Dissertation „Gebaute Apokalypse“. Zahlreiche Aufsätze erschienen immer wieder in Fachzeitschriften (Das Münster, Textilkunst International, Zeitschrift für Sepulkralkultur, u.v. a.). Mit meiner wissenschaftlichen Dokumentation von Jerusalems-Kunstwerken konnten bereits Ausstellungen und Museumskataloge unterstützt sowie Gemeinden bei der Anschaffung von geeigneten Kunstwerken beraten werden. Regelmäßig gebe ich auch Bildvorträge zu diesem Thema. Grundlage der Publikationen und der Bildvorträge sind meine fotografische Sammlung von inzwischen 6.000 Aufnahmen von Glasfenstern, Fresken, Mosaiken und anderen Kunstwerken.






