LETZTER BEITRAG
vermutlich Cornelis Cort (1533-1578): Maria Immaculata-Darstellung (1587)
Dieser Kupferstich ist dem dritten Teil des Werkes „De Origine Seraphicae Religionis Franciscanae“ (S. 860) entnommen, eines der vielen Werke des 16. Jahrhunderts, in dem versucht wird, die Jungfräulichkeit Mariens zu erklären und für diese

Romanischer Elfenbeinschrein (um 780)
Dieses Himmelstor gehört zu einer Elfenbeinarbeit, die das Jüngste Gericht zeigt (Gesamtgröße 13 x 8 Zentimeter). Das Kunstwerk der Romanik wird immer wieder als ältestes Beispiel dieses Motivs in der bildlichen Darstellung genannt. Es stammt wohl aus Süddeutschland oder Norditalien, wird aber heute in England, im Londoner Victoria and Albert

Dieter Läpple (1938-2019): Jerusalemsleuchter der Nikolaikirche in Heilbronn (1983)
Der Radleuchter im gotischen Chorbogen des Altarbereichs der evangelischen Nikolaikirche in Heilbronn ist ein 1983 geschaffenes Werk des Heilbronner Bildhauers und Kunsterziehers Dieter Läpple (1938-2019). Von 1958 bis 1963 hat Läpple ein Studium der Bildhauerei an der staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart bei Prof. Rudolf Daudert (1903-1988) absolviert

Johannes W. M. Kepser (geb. 1935): Radleuchter aus Sankt Albertus Magnus in Langen (1985)
Einen ganz besonderen Jerusalemsleuchter gibt es in Hessen. In der Stadt Langen bei Darmstadt befindet sich die römisch-katholische Pfarrkirche Sankt Albertus Magnus, die zum Bistum Mainz gehört. Die Kirche wurde in den Jahren 1983 bis 1985 nach Plänen des Architekten und Kunsthistorikers Johannes W. M. Kepser (geb. 1935) aus Dreieich

Ludwig Becker (1855-1940): Radleuchter aus Sankt Elisabeth in Bonn (um 1908)
In der Vierung der Stadtpfarrkirche Sankt Elisabeth in Bonn schwebt ein Radleuchter, der staufischen Vorbildern nachempfunden ist und etwa an den Barbarossaleuchter im Aachener Dom erinnert. Der Bonner Radleuchter gehört zur ursprünglichen Ausstattung der römisch-katholischen Kirche und ist dort um das Jahr 1908 entstanden, um den Neubau zu erhellen. Vor

Johann Georg Gsteu (1927-2013): Tabernakel der Pfarrkirche Oberbaumgarten in Wien (1965)
Die Wiener römisch-katholische Pfarrkirche Oberbaumgarten (auch Seelsorgezentrum am Baumgartner Spitz genannt), ist den vier Evangelisten Johannes, Lukas, Matthäus und Markus geweiht. Ein Höhepunkt der Erstausstattung, die heute wie der gesamte Bau als Beispiel für den Brutalismus-Baustil bereits unter Denkmalschutz steht, ist ein Tabernakel aus transparentem Polyester. Das Kunstwerk wurde damals

Benito de Hita y Castillo (1714-1784): Tabernakel aus Santa Maria de la Asunción in Aracena (1760-1800)
Der Tabernakel mit den Mariensymbolen stammt aus dem Umkreis des Meisters Benito de Hita y Castillo (1714-1784). Es sieht aus wie aus Stein gehauen, es handelt sich aber um eine Schnitzerei aus Eichenholz. Vermutlich hat ihn einer seiner Schüler im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts für die Kirche Santa Maria

Hildegard Bienen (1925-1990): Tabernakel aus Christ-König in Mülheim an der Ruhr (1971)
Man kann sagen, dass das Himmlische Jerusalem im Schaffen von Hildegard Bienen (1925-1990) ein zentrales Motiv, vielleicht sogar das Hauptmotiv der Künstlerin gewesen war. Auch auf zwei Tabernakeln hat sie dieses Motiv eingearbeitet, zur gleichen Zeit für das Altenheim in Essen-Rüttenscheid und kurz zuvor diesen Tabernakel im Jahre 1971. Er

Josef Baron (1920-2020): Ehemalige Kirche Zur Heiligen Familie in Rhede (1965)
Anfang der 1960er Jahre schuf der Bildhauer Heinrich Gerhard Bücker (1922-2008) aus Vellern (ein Stadtteil von Beckum, NRW) in der römisch-katholischen Kirche „Zur Heiligen Familie“ in Rhede einen Tabernakel. Dessen blaugrüne Türe sollte ein Zelt andeuten, wie ja das Heiligtum ursprünglich in einem Zelt oder einer Hütte aufbewahrt wurde. Rund

Sepp Hürten (1928-2018): Tabernakel aus St. Adelheid in Müllekoven (um 1990)
Der Tabernakel der römisch-katholischen Kirche St. Adelheid in Müllekoven, einer Ortschaft von Troisdorf im nordrhein-westfälischen Rhein-Sieg-Kreis, fand im Chorabschluss seinen endgültigen Aufstellungsort. Dort ruht er fest auf einer ein Meter hohen Rundsäule, aus der seitlich Blätter entsprießen und den Tabernakel an zwei Seiten einfassen (ähnlich wie ein Tabernakel aus München).

Herbert Kämper (1929-2004): Tabernakel aus der Zisterzienserinnenabtei Lichtenthal (1968)
Die Nonnen der Kirche der Zisterzienserinnenabtei Lichtenthal am nördlichen Rand der Stadt Baden-Baden, eigentlich schon im Schwarzwald, widmen sich neben dem feierlichen Stundengebet auch dem religiösen Kunsthandwerk und der Erziehung, wobei sie die im Kloster befindliche Grundschule des Stadtteils Lichtenthal leiten dürfen. In der Kirche des Klosters befand sich auch

Fritz Möhler (1896-1978): Tabernakel aus St. Nikolaus in Friedrichshafen (1941)
Einer der frühesten Tabernakel Deutschlands mit einer Darstellung des Himmlischen Jerusalem ist aus dem Jahre 1941 erhalten. Einen älteren Tabernakel mit einer solchen Thematik findet man allein in der katholischen Kirche Mariä Himmelfahrt in Kleinbartloff (Thüringen). Das Exemplar von 1941 stammt aus der römisch-katholischen Kirchengemeinde St. Nikolaus in Friedrichshafen am

Jürgen Suberg (1944-2024): Tabernakel aus St.-Maria-Himmelfahrt in Waldeck (1973)
Die römisch-katholische Kirche St.-Maria-Himmelfahrt im hessischen Waldeck am Edersee besitzt im Altarbereich vorne rechts einen imposanten Tabernakel. Er soll nach Aussage des Künstlers und Information der Gemeinde das Himmlische Jerusalem symbolisieren. Das Bronzeobjekt steht auf einem mächtigen, grob behauenen dreiteiligen Steinsockel. Darauf ist ein Kubus gesetzt, der durch Profilleisten je

Herbert Kämper (1929-2004) (zugewiesen): Tabernakel mit Schutzumschlag in der Kirche St. Mauritius in Hausdülmen (1955)
Der Tabernakel der römisch-katholischen Kirche St. Mauritius in Hausdülmen, einem südlichen Ortsteil der nordrhein-westfälischen Stadt Dülmen im Münsterland, besteht aus zwei Teilen: dem eigentlichen Aufbewahrungsort der Hostien ganz oben in einem rechteckigen Behältnis, und in einem Schutzumschlag für die Bibel darunter. Dieser befindet sich aufgehängt zwischen zwei schmalen Stelen, die

Franz Katzgraber (1926-1998): Kronleuchter aus St. Ulrich in Wieselburg (1968)
Einen in Form und Farbe ungewöhnlichen Kronleuchter findet man in der römisch-katholischen Stadtpfarrkirche im österreichischen Wieselburg im Bezirk Scheibbs in Niederösterreich. Er war eine Gabe des Österreichischen Bundesdenkmalamtes in Wien, das damals noch Kirchenbauten mit neuer Sakralkunst beschenkte. Im Jahr 1968 war er von dem Bildhauer Franz Katzgraber (1926-1998) aus

Hanns Rheindorf (1902-1982): St. Kunibert in Köln (1976)
Die Frontseite des Tabernakels von St. Kunibert zu Köln ist ein Silberrelief, versehen mit Goldstegen und verschiedenen Edelsteinen in unterschiedlicher Farbe. Es stammt von dem in Köln ansässigen Goldschmied und Bildhauer Hanns Rheindorf (1902-1982), geschaffen im Jahr 1976 als eines der letzten Werke des Künstlers. Die eigentliche Tabernakeltür ist quadratisch.

Wilhelm Geyer (1900-1968): Peterskirche in Gutach (1957) und Münsterkirche St. Vitus in Mönchengladbach (1960)
Die im Kern spätmittelalterliche Peterskirche in Gutach im Schwarzwald wurde 1957 umfassend renoviert. Bei diesem Anlass entschied man sich auch für moderne Glasfenster im Chorbereich, mit denen man den damals bekannten Glasmaler Wilhelm Geyer (1900-1968) aus Ulm in Zusammenarbeit mit

Marianne Hilgers (geb. 1931): St. Franziskus in Mönchengladbach-Geneicken (1974)
Mönchengladbach-Geneicken besitzt in der römisch-katholischen Kirche St. Franziskus Glasfenster von 1974, die noch von der umfangreichen Beseitigung der Kriegsschäden herrühren. Schon davor und auch danach hat diese Kirche sich immer wieder erfolgreich um hervorragende künstlerische Arbeiten bemüht, ein Rosettenfenster von

Sepp Hürten (1928-2018): Tabernakel aus St. Maria Königin in Kerpen (1994)
1994 wurde der Kölner Bildhauer Sepp Hürten (1928-2018) mit der Neugestaltung des Altarraums der römisch-katholischen Kirche St. Maria Königin in Sindorf bei Kerpen beauftragt. Hürten stand vor der Herausforderung, neue Werke harmonisch dem Bestand aus den 1950er Jahren zuzuführen, wo

Hans Lünenborg (1904-1990): Krankenhaus Neuwerk, Maria von den Aposteln in Mönchengladbach (1968)
Dieses Glasfenster befindet sich im Krankenhaus Neuwerk, Maria von den Aposteln, in Mönchengladbach-Neuwerk. Dort hat 1968 Hans Lünenborg (1904-1990) das Fenster „Himmlisches Jerusalem“ im Foyer des Krankenhauses realisiert. Es ist dort als Kunst am Bau der einzige Schmuck des ansonsten

St. Nikolaus in Brauweiler: Michaelsaltar (1561)
Die römisch-katholische Kirche St. Nikolaus in Pulheim-Brauweiler im Rhein-Erft-Kreis ist eine ehemaligen Abteikirche eines Klosters des Benediktinerordens, bei dem sich immer wieder Werke zum Thema Jerusalem finden lassen. Das Kloster ist nicht nur ein überregionales kulturelles Baudenkmal, sondern seit 1980

Freskenzyklus der Dorfkirche zu Schwarzrheindorf (1151-1165)
In der Dorfkirche St. Maria und Clemens zu Schwarzrheindorf bei Bonn (Rheinland) wird die Tempelvision des Propheten Ezechiel auf mehreren Bildern ausführlich wiedergegeben. Dieser Tempel aus dem Alten Testament ist ein wichtiger Vorläufer für die himmlische Gottesstadt im Neuen Testament.
Über mich
Dr. Claus Bernet
Um etwa 1990 begann ich, mich mit dem Thema Jerusalem zu beschäftigen. Die Stadt habe ich mehrfach bereist und Bücher zu diesem Thema verfasst; erwähnen sollte man vielleicht die Reihe „Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem“, den Band „Perlen des Neuen Jerusalem“ und meine Dissertation „Gebaute Apokalypse“. Zahlreiche Aufsätze erschienen immer wieder in Fachzeitschriften (Das Münster, Textilkunst International, Zeitschrift für Sepulkralkultur, u.v. a.). Mit meiner wissenschaftlichen Dokumentation von Jerusalems-Kunstwerken konnten bereits Ausstellungen und Museumskataloge unterstützt sowie Gemeinden bei der Anschaffung von geeigneten Kunstwerken beraten werden. Regelmäßig gebe ich auch Bildvorträge zu diesem Thema. Grundlage der Publikationen und der Bildvorträge sind meine fotografische Sammlung von inzwischen 6.000 Aufnahmen von Glasfenstern, Fresken, Mosaiken und anderen Kunstwerken.





