LETZTER BEITRAG
Hildegard Bienen (1925-1990): Kirche St. Johannes Bosco in Lohfelden (1978)
Auf einer Anhöhe von Lohfelden südlich von Kassel glaubt man fast bereits das Himmlische Jerusalem vor sich zu haben, so kann die gewaltige Anlage von Kirche, Gemeindehaus und freistehendem Turm beeindrucken. Das umso mehr, wenn

Manfred Saul (1934-2013): Orgelverzierung aus dem Bonner Münster (1966)
Das Bonner Münster besitzt an der Westseite der Kirche eine imposante Orgel von Johannes Klais mit reichlich ornamentiertem Schnitzwerk. Die Schnitzereien kann man ihrer geringen Größe wegen vom Besucherraum her allerdings nur als Ganzes erfassen. Will man Details erkennen, muss man die Orgelempore betreten.Mit den dortigen Schnitzereien aus Eichenholz war

Herbert Daubenspeck (1912-1974), Anne Daubenspeck-Focke (1922-2021): Tabernakel aus St. Theresia in Münster (1962)
In der römisch-katholischen Kirche St. Theresia in Münster befindet sich ein Tabernakel von außergewöhnlich hoher künstlerischer und handwerklicher Qualität. Die Arbeit aus dem Jahr 1962 zeigt an der Schauseite rechts das Neue Jerusalem als quadratische Anlage mit drei zusammengezogenen Toren an jeder Seite. Man sieht die Tore schräg angehoben von

Zion-Tabernakel aus der Moskauer Rüstkammer des Kremls (1486)
Ein sehr frühes erhaltenes Beispiel für einen Jerusalems-Tabernakel stammt aus der russisch-orthodoxen Sakralkunst. Es ist der berühmte Zion-Tabernakel, welcher mehrfach kopiert wurde und auf die Tabernakelkunst der Ostkirche prägend wirkte. Es handelt sich dabei im Kern um eine Arbeit aus dem 12. Jahrhundert, die erstmals im Jahr 1486 umgearbeitet und

Helmut Moos (1931-2017): Portaltür von St. Cäcilia, Düsseldorf-Benrath (1964)
In Düsseldorf-Benrath befindet sich die römisch-katholische Kirche St. Cäcilia, ein mächtiger Backsteinbau aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert inmitten des Altstadtzentrums. Anfang der 1960er Jahre entschloss sich die Gemeinde, eine hochwertige Portaltür einzusetzen, was dann 1964 erfolgen konnte. Der Bensberger Bildhauer Helmut Moos (1931-2017) schuf eigens ein Bronzerelief, das nach Auflagen

Karl Franke (1917-1996): Taufdeckel der ehemaligen Marienkirche Duisburg (1958)
Der Bildhauer Karl Franke (1917-1996) aus Meerbusch nahe Düsseldorf hat unmittelbar hintereinander für zwei römisch-katholische Kirchen Sakralschmuckarbeiten entworfen, die beide das Himmlische Jerusalem zeigen. In beiden Fällen war die Aufgabe gestellt, einen modernen, schlichten Neubau mit liturgischen Kunstwerken auszustatten. Bei dem ersten Kunstwerk handelt es sich um ein Taufbecken für

Artophorion aus dem Kushnishkiyat-Kloster Mariä Ikosifinissa (18. Jh.)
Eine Sonderform des Tabernakels ist das Artophorion. In den orthodoxen Kirchen werden die vom Abendmahl übriggebliebenen eucharistischen Gaben, also Brot und Wein, nach der Liturgie ausschließlich vom Priester und vom Diakon verzehrt. Auf dem Altar verbleibt jedoch ein kleines Brotgefäß, das Artophorion, mit Teilen des eucharistischen Brotes für eine eventuell

Reliquiar aus Deutschland (um 1530)
Im Jahr 1875 erwarb das niederländische Reichsmuseum (Rijksmuseum) zu Amsterdam einen sakralen Kunstgegenstand. Die Breite und die Tiefe betragen jeweils 15 Zentimeter, er ist aus Messing, Glas und Zinn, in Teilen vergoldet und versilbert. Von den Kustoden des Museums wird das Objekt als Repräsentation des Himmlischen Jerusalem ausgegeben und beschrieben

Weltgerichtsikone aus der Region um Przemysl (um 1600)
Im Jahr 1896 schenkte der Bildhauer Franciszka Majerskiego aus der südpolnischen Stadt Przemysl (Karpatenvorland) dem Polnischen Nationalmuseum in Krakau eine nur in Teilen erhaltene Weltgerichtsikone (Inventarnummer MNK XVIII-32). Diese soll, laut Angabe des Museums, um 1600 entstanden sein und entstammt der kleinpolnischen Region von Przemysl, aus der ehemaligen Provinz Ruskie.

Bernhard Kutterolf und Matthäus Reumann: Schalldeckel der Fellbacher Lutherkirche (1683)
Die evangelische Lutherkirche in Fellbach bei Stuttgart besitzt eine frühbarocke Kanzel im sogenannten Ohrmuschelstil, von Bernhard Kutterolf und Matthäus Reumann im Jahre 1683 geschnitzt und bemalt. Der gewaltige Schalldeckel befindet sich abgesetzt über der Kanzel an der Mitte der Kirchennordseite und wurde dort an einer Ecke der Wand anmontiert. Er

Ignatios Ougrovlahias: Bibeleinband (1787)
Die griechische Insel Patmos hat seit der späten Antike einen besonderen Bezug zur Johannesoffenbarung. Sie ist schließlich der Ort, an der Johannes seine apokalyptische Visionen gehabt haben will und sie niederschrieb. So verwundert es auch kaum, dass sich in dem Museum des dortigen griechisch-orthodoxen Johannesklosters, welches nach Johannes dem Seher

Hildegard Bienen (1925-1990): Triumphkreuz aus Sankt Elisabeth in Gelsenkirchen-Heßler (1968)
Eine vorläufige Zusammenfassung der Kunstwerke von Hildegard Bienen (1925-1990), die das Himmlische Jerusalem zeigen, ist eindrucksvoll und sieht folgendermaßen aus: -Fensterwand aus St. Petrus Canisius in Recklinghausen, 1963-Fenster der ehemaligen Kirche St. Suitbert in Gelsenkirchen, 1966-Tabernakel aus St. Cyriakus in Bottrop, 1967-Schmuckkreuz aus der ehemaligen katholischen Kirche von Schalke Nord,

Himmelspforte aus der Pauluskirche in Saragossa (1750-1770)
In der römisch-katholischen Kirche St. Paul der Apostel im spanischen Saragossa (Region Aragonien) befindet sich gegenüber dem Haupteingang der gewaltige, mehrere Meter hohe Altar des Heiligen St. Blasius (San Blas). Dieser zeigt auf der linken Seite über einer Skulptur des St. Joachim eine vergoldete Tafel mit verschiedenen Mariensymbolen nach der

Alessandro Monteleone (1897-1967) und Francesco Nagni (1897-1977): Kathedrale „Immaculate Conception“ von Manila (um 1957)
Die römisch-katholische Kathedrale von Manila, der Hauptstadt der Philippinen, wurde zwischen 1953 und 1958 neu errichtet. Sie wurde bei dieser Gelegenheit zur Basilika der „Immaculate Conception“ erhoben und von daher lag es nahe, auch Mariensymbole an und in dem Bau künstlerisch zur Darstellung zu bringen. Das ist bereits der Fall

Ulrich Henn (1925-2014): Supraporte der St. James Cathedral in Seattle (1999)
Am 24. Dezember 1999 wurden in einer Mitternachtsmesse die neuen Bronzetüren der St. James Kathedrale feierlich eingeweiht. Damit wurde in der römisch-katholischen Kirche St. James Cathedral in First Hill, einem Stadtteil von Seattle, USA, das Jubiläumsjahr 2000 eingeleitet. Gleichzeitig verschwanden die ursprünglichen Türen aus der Erbauungszeit der Kirche von 1907.Die

Rudolf Yelin (1902-1991): Wandgestaltung der Stadtkirche von Schwenningen (1965)
Die evangelische Stadtkirche von Schwenningen am Neckar besitzt eine Altarwand, die zur christlichen Meditation und Kontemplation auffordern möchte. Diese Wand wurde der tragenden Wand vorgesetzt, anlässlich einer radikalen Neugestaltung des Innenraums von 1963 bis 1965. Hier wie auch anderswo ist der Stuttgarter Bildhauer Rudolf Yelin (1902-1991) gleichsam als Kunstvernichter wie

Ludwig Gies (1887-1966): Chorfenster des Münsters zu Essen (1959)
Glücklicherweise steht das Münster zu Essen noch, seine Kunstwerke sind noch nicht nach Osteuropa abgegeben worden, seine Glasfenster können noch erlebt werden und eine wissenschaftliche Einordnung am Originalstandort ist noch möglich. Das ist keine Selbstverständlichkeit, denn das Bistum Essen ist

Günther Reul (1910-1985): St. Michael in Speldorf (1957)
Die römisch-katholische Pfarrkirche St. Michael in Speldorf, einem Ortsteil von Mülheim an der Ruhr, hat sich bislang erfolgreich den Bestrebungen des Essener Bistums zum Schließen der Kirche widersetzt. So kann man derzeit noch die Buntglasfenster des Baus bewundern. Es sind

Jon Aurebekk (1904-1979), E. Berg: Zeitleiste „Juden, Heiden und Gottes Gemeinde“ (1930)
Zeitleisten oder Zeitstrahle waren ein beliebtes Anschauungsobjekt, welches in Gottesdiensten, Religionsunterricht und in Bibelstunden zum Einsatz kam. Dieses Beispiel mit dem übersetzten Titel „Juden, Heiden und Gottes Gemeinde“ stammt aus dem Jahr 1930 und war von Jon Aurebekk und E.

Hildegard Bienen (1925-1990): Tabernakel aus St. Cyriakus in Bottrop (1967)
Hildegard Bienen (1925-1990) wählte das Motiv Himmlisches Jerusalem nicht allein für ihre zahlreichen Glasfenster, Reliquienschreine, Ambos oder Grabsteine aus, sondern es existieren auch Tabernakel aus Bronze mit diesem Motiv. Dies ist der Fall in der Kirche Christkönig in Mühlheim und

Unbekanntes Talent: Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz in Bochum (1955)
Es ist bekannt, dass diese Glasarbeit im Jahr 1955 entstanden ist. Was unbekannt bleibt, ist der Name des Künstlers oder der Künstlerin. Das gilt übrigens für alle Glasmalereien der Kirche Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz in Bochum-Langendreer (nicht zu verwechseln

Karl Hellwig (1911-1993): Fenster der Salvatorkirche in Duisburg (1957)
Ähnlich wie Rudolf Yelin oder Wolf Dieter Kohler in Baden-Württemberg nach 1945 zahlreiche Kirchen mit Glasfenstern des Himmlischen Jerusalem ausstatteten, so tat gleiches Karl Hellwig vor allem im Ruhrgebiet. Die vielleicht prominenteste und sicher umfangreichste Ausführung war ein gewaltiges Chorfenster
Über mich
Dr. Claus Bernet
Um etwa 1990 begann ich, mich mit dem Thema Jerusalem zu beschäftigen. Die Stadt habe ich mehrfach bereist und Bücher zu diesem Thema verfasst; erwähnen sollte man vielleicht die Reihe „Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem“, den Band „Perlen des Neuen Jerusalem“ und meine Dissertation „Gebaute Apokalypse“. Zahlreiche Aufsätze erschienen immer wieder in Fachzeitschriften (Das Münster, Textilkunst International, Zeitschrift für Sepulkralkultur, u.v. a.). Mit meiner wissenschaftlichen Dokumentation von Jerusalems-Kunstwerken konnten bereits Ausstellungen und Museumskataloge unterstützt sowie Gemeinden bei der Anschaffung von geeigneten Kunstwerken beraten werden. Regelmäßig gebe ich auch Bildvorträge zu diesem Thema. Grundlage der Publikationen und der Bildvorträge sind meine fotografische Sammlung von inzwischen 6.000 Aufnahmen von Glasfenstern, Fresken, Mosaiken und anderen Kunstwerken.






