
Ikone „Die Versammlung der Engel“ (16. Jh.)


Mikhail Vasilevich Nesterov: „Der Erlöser auf dem Thron“ (1905)
LETZTER BEITRAG
Ikone „Die Versammlung der Engel“ (16. Jh.)
Diese Temperamalerei auf goldenem Hintergrund hat den Titel „Die Versammlung der Engel“ und wird der russischen Schule der Ikonenmalerei zugerechnet. Sie zeigt eine Art himmlische Liturgie, bei der Engel und Heilige um Christus auf seinem

Fritz Schwarz: Herz Jesu in Hassel (1987)
Im Rahmen einer Kirchenrenovierung und Sanierung wurden im Jahr 1987 in der römisch-katholischen Pfarrkirche Herz Jesu in Hassel neue Fenster eingebaut. Hassel ist heute ein Ortsteil von Sankt Ingbert, einer Bergarbeiterstadt im Saarland. Die Fenster wurden 1986/87 von Pfarrer Fritz Schwarz unter Mithilfe des Glaskünstlers Michael Mannel aus Ettlingen entworfen

Gaspare Crivellari: „Tabernaculum Dei“ (um 1600)
Um die Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert entstand eine geschlossene Himmelspforte als Kupferstich im Rahmen der Darstellung „Tabernaculum Dei“. Das Tabernakel beinhaltete ursprünglich das jüdische Heiligtum, um ihn herum entstand der Tempel Salomon und später sind Vorstellungen vom Himmlischen Jerusalem aus der Tabernakel-Idee mit eingeflossen. Der einfarbige Stich kommt

Heinz Hindorf (1909-1990): Gemeindezentrum auf dem Eschberg in Saarbrücken (1987)
Die Fenstergestaltung von Heinz Hindorf (1909-1990) im evangelischen Gemeindezentrum auf dem Eschberg in Saarbrücken ist für den Künstler eine späte Arbeit, wenngleich auch – in Bezug auf das Himmlische Jerusalem – eine komplexe und umfassende. Sie entstand bis November 1987 im Auftrag des Presbyteriums der Evangelischen Kirche Eschberg und wurde

Johann Teufel: Bibelausgaben (1551 und 1558)
Im Jahr 1551 erschien in Wittenberg beim Verleger Hans Lufft eine weitere Ausgabe der Lutherbibel unter dem Titel „Biblia: Das ist: Die gantze heilige Schrifft: Deudsch“. Die Stadtarchitektur auf Seite 381v wurde wie gewohnt belassen, aber in das zentrale, mittige Stadttor wurde jetzt, anders als noch in der Gesamtausgabe von

Georg Meistermann (1911-1990): Schlosskirche Saarbrücken (1959)
Die Industriestadt Saarbrücken war nach dem Zweiten Weltkrieg schwer zerstört. Die Schlosskirche der Saarmetropole wurde erst im Jahr 1959 mit neuen, qualitätsvollen Fenstern ausgestattet. Die Arbeiten führte Georg Meistermann (1911-1990) aus, der hier in seinem reichhaltigen Schaffen erstmals das Himmlische Jerusalem als Thema aufgegriffen hat. Ähnlichkeiten ergeben sich aber durchaus

Alonso Vázquez (1565 – um 1608): Maria-Immaculata-Darstellung aus der Kathedrale von Sevilla (1593)
Sevilla (Andalusien) war im 15. und 16. Jahrhundert das spanische, vielleicht sogar weltweite Zentrum der Immaculata-Darstellungen. Eine späte, manieristische Darstellung mit einer Himmelfahrt Mariens befindet sich in den Gemächern der Kanoniker der römisch-katholischen Kathedrale von Sevilla, die auch ihren Namen trägt: Santa María de la Sede. Das Werk ist eine

Peter J. Rennings (1876-1966): „The Holy City“ (1919, 1923, um 1960, 1964)
In der adventistischen Zeitschrift „Signs of the Times“ erschien in Band 46, Heft 37, auf Seite 5 erstmals eine Illustration von Peter J. Rennings mit einem Himmlischen Jerusalem. Illustrationen dieses Künstlers findet man in unterschiedlichen Publikationen der Adventisten in den Jahren 1929, 1943, 1950 (2x), 1953, 1964 und 1979. Damit dürfte

Emil Wachter (1921-2012): Ehemaliges Fenster von St. Josef in Hörnum (1962)
Der Glasmaler Emil Wachter (1921-2012) aus Karlsruhe hat das Himmlische Jerusalem in seinem Schaffen oft dargestellt, so beispielsweise auf Fenstern in St. Leodegar in Gammertingen (1968), St. Georg in Wyhlen (1987) oder St. Marien in Neuss (1992). Seine erste Glasarbeit mit dem Motiv der heiligen Stadt findet sich aber an

Johann Teufel: Holzschnitt aus „Biblia, Das ist, Die gantze heilige Schrifft: Deudsch“ (1558 bzw. Drucklegung 1597)
Im 1597 erschien in Wittenberg, bei den Verlegern Samuel Selfisch und Lorenz Säuberlich, eine neue Bibelausgabe. Sie trug den herkömmlichen, inzwischen klassischen Titel „Biblia, Das ist, Die gantze heilige Schrifft: Deudsch“. Dieser Lutherbibelausgabe wurden zahlreiche neue Holzschnitte beigegeben, beispielsweise von Hans Brosamer und Georg Lemberger, oft von guter Qualität. Derjenige

Erentrud Trost (1923-2004): Kapellenfenster des Altenheims Eifelgold in Daleiden (1991)
Daleiden ist eine Ortsgemeinde im Eifelkreis Bitburg-Prüm in Rheinland-Pfalz. Dort befand sich noch im Jahr 1991, als dieses Fenster eingebaut wurde, das römisch-katholische Kloster Marienhaus mit der Kirche St. Joseph. Der Rückgang der monastischen Berufungen und die dramatische Zahl von Kirchenaustritten hatten Folgen, hinzu kam die Alterung der Bevölkerung: 2012

Hildegard Bienen (1925-1990): Reliquiargitter aus St. Pius in Bottrop (1982)
Hildegard Bienen (1925-1990) ist die Künstlerin in Deutschland, die das Himmlische Jerusalem wohl am häufigsten zur Darstellung brachte. So ist es auch in der römisch-katholischen Kirche St. Pius in Bottrop. Hier hat Bienen in der Marienkapelle ein bewegliches schützendes Gitter zu einem älteren Reliquiar geschaffen, welches zum Schutz vor Diebstahl

Manfred Saul (1934-2013): Orgelverzierung aus dem Bonner Münster (1966)
Das Bonner Münster besitzt an der Westseite der Kirche eine imposante Orgel von Johannes Klais mit reichlich ornamentiertem Schnitzwerk. Die Schnitzereien kann man ihrer geringen Größe wegen vom Besucherraum her allerdings nur als Ganzes erfassen. Will man Details erkennen, muss man die Orgelempore betreten.Mit den dortigen Schnitzereien aus Eichenholz war

Herbert Daubenspeck (1912-1974), Anne Daubenspeck-Focke (1922-2021): Tabernakel aus St. Theresia in Münster (1962)
In der römisch-katholischen Kirche St. Theresia in Münster befindet sich ein Tabernakel von außergewöhnlich hoher künstlerischer und handwerklicher Qualität. Die Arbeit aus dem Jahr 1962 zeigt an der Schauseite rechts das Neue Jerusalem als quadratische Anlage mit drei zusammengezogenen Toren an jeder Seite. Man sieht die Tore schräg angehoben von

Zion-Tabernakel aus der Moskauer Rüstkammer des Kremls (1486)
Ein sehr frühes erhaltenes Beispiel für einen Jerusalems-Tabernakel stammt aus der russisch-orthodoxen Sakralkunst. Es ist der berühmte Zion-Tabernakel, welcher mehrfach kopiert wurde und auf die Tabernakelkunst der Ostkirche prägend wirkte. Es handelt sich dabei im Kern um eine Arbeit aus dem 12. Jahrhundert, die erstmals im Jahr 1486 umgearbeitet und

Helmut Moos (1931-2017): Portaltür von St. Cäcilia, Düsseldorf-Benrath (1964)
In Düsseldorf-Benrath befindet sich die römisch-katholische Kirche St. Cäcilia, ein mächtiger Backsteinbau aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert inmitten des Altstadtzentrums. Anfang der 1960er Jahre entschloss sich die Gemeinde, eine hochwertige Portaltür einzusetzen, was dann 1964 erfolgen konnte. Der Bensberger Bildhauer Helmut Moos (1931-2017) schuf eigens ein Bronzerelief, das nach Auflagen

„Worte des Palladium Mnich“ (um 1720)
Die apokalyptische Schrift „Worte des Palladium Mnich über das Zweite Kommen Christi“ erfreute sich in Russland im 18. und 19. Jh. einer gewissen Renaissance. Palladios aus Helenopolis (368-430 n. Chr.) war ein Mönch, Schriftsteller und schließlich auch Bischof, zunächst von

Vincenz Pieper (1903-1983): Ehemalige Kirche St. Elisabeth in Bottrop (1961)
„Das Lamm im Himmlischen Jerusalem“ ist eine monumentale Glaswand von acht mal sechs Metern aus farbigem Antikglas in Blei. Vincenz Pieper (1903-1983), der freischaffend in Münster lebte und sich vorwiegend als Glasmaler betätigte, schuf diese Arbeit 1961 in der römisch-katholischen

Erika Steinbeck: Evangelische Markuskirche in Velbert zu „Off. 21; 2“ (1997)
Die Glasmalerin Erika Steinbeck hat in den Jahren 1995 bis 1997 vierundzwanzig Glasfelder zu biblischen Themen des Alten und Neuen Testaments gestaltet. Es war eine Auftragsarbeit für die evangelische Markuskirche in Velbert (Kreis Mettmann, Bergisches Land), die damit Jahre nach

Heinz Dohmen (geb. 1934): Jerusalemfenster aus St. Bonifatius in Duisburg-Hochfeld (1991)
Die katholische Kirche schafft sich ab, wofür das folgende Beispiel symptomatisch ist. Dazu muss man kurz in die Geschichte zurückblicken, um sich die Tragweite dieses Prozesses zu vergegenwärtigen: Die römisch-katholische Kirche hat in Deutschland Martin Luther überlebt, die Aufklärung, die

Karl Hellwig (1911-1993): Kirche von Heßler (1956)
An den Seiten steht in separaten Fenstern jeweils ein roter Engel mit einer Posaune. Etwas darüber befinden sich wieder zwei Doppelfenster, die durch einen breiten Rahmen getrennt sind. In der Mitte finden sich hier zahlreiche Tore der heiligen Stadt als

Luca Pinelli (1542-1607): „Libretto d’imagini“ (1594)
Die Grafik steht in der Tradition der im 16. Jahrhundert populären Epigramme, von denen ja eine ganze Reihe das Himmlische Jerusalem zum Thema haben. Dieses Exemplar ist in Neapel entstanden und wurde von den drei Brüdern Gioacomo, Carlino und Antonio
Über mich
Dr. Claus Bernet
Um etwa 1990 begann ich, mich mit dem Thema Jerusalem zu beschäftigen. Die Stadt habe ich mehrfach bereist und Bücher zu diesem Thema verfasst; erwähnen sollte man vielleicht die Reihe „Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem“, den Band „Perlen des Neuen Jerusalem“ und meine Dissertation „Gebaute Apokalypse“. Zahlreiche Aufsätze erschienen immer wieder in Fachzeitschriften (Das Münster, Textilkunst International, Zeitschrift für Sepulkralkultur, u.v. a.). Mit meiner wissenschaftlichen Dokumentation von Jerusalems-Kunstwerken konnten bereits Ausstellungen und Museumskataloge unterstützt sowie Gemeinden bei der Anschaffung von geeigneten Kunstwerken beraten werden. Regelmäßig gebe ich auch Bildvorträge zu diesem Thema. Grundlage der Publikationen und der Bildvorträge sind meine fotografische Sammlung von inzwischen 6.000 Aufnahmen von Glasfenstern, Fresken, Mosaiken und anderen Kunstwerken.



