LETZTER BEITRAG
Christoph Maximilian Pronner (1682-1763): Chorausmalungen der Idsteiner Unionskirche (1725)
Die sogenannte „Unionskirche“ ist die bedeutendste Barockkirche im ehemaligen Gebiet der Grafen von Nassau-Idstein (Hessen), die hier, in Idstein im Taunus, ihre Residenz hatten. Mitte des 17. Jahrhunderts wurde die mittelalterliche Stadtkirche unter Graf Johann

MS B.19 (Vit. 25-7): Österreichischer Heilsspiegel mit Weltgerichtsdarstellung (1420-1440)
Die Spanische Nationalbibliothek in Madrid verwahrt unter der Signatur MS B.19 (Vit. 25-7) eine spätmittelalterliche Pretiose. Diese ist zwischen 1420 und 1440 am Hof der Habsburger in Wien entstanden und kam dann über die spanische Linie nach Madrid. Es handelt sich um einen sogenannten „Speculum Humanae Salvationis“, einen „Spiegel der

Viktor Mezger (1866-1936): Malerei der Collegiumskapelle im Kloster Mehrerau in Bregenz (1887)
Eine ähnliche Repräsentation des Himmlischen Jerusalem wie wenige Jahre zuvor in der Kathedrale Saint-André in Bordeaux findet man auch im Zisterzienserkloster Mehrerau in Bregenz im Vorarlberg. In der dortigen Collegiumskapelle, die heute vor allem zu Hochzeitsfeiern u.ä. genutzt wird, findet sich eine baldachinartige Dekorationsmalerei, ausgeführt von Viktor Mezger (1866-1936) im

Otto Böcher (1935-2020): Himmlischer-Jerusalem-Grundriss (1999-2002)
Eine moderne Interpretation des Jerusalem-Symbols von Rudolf Kochs Buch „Christliche Symbole“ aus dem Jahr 1932 entwarf der Mainzer Theologieprofessor Otto Böcher (1935-2020). Sein „Himmlischer-Jerusalem-Grundriss“ entstand zwischen 1999 und 2002 im Zusammenhang mit der damaligen Ausstellung „Edelsteine in der Bibel“, die 2002 in Frankfurt, Meersburg und in Stuttgart gezeigt wurde. Böcher

Beatus Codex Gerundensis (um 975)
Von dem Himmlischen Jerusalem des Codex Gerundensis hat sich nur die eine (linke) Hälfte der Stadtdarstellung erhalten, auf der sechs Tore um ein gelbes Feld angeordnet sind, in dem ein Engel steht. Es fehlen weitere sechs Türme, ähnlich ausgestaltet, mit vermutlich dem Gotteslamm und/oder Johannes auf Patmos. Der Beatus von

Aufgesprengte Türflügel aus Staro Nagoričane (um 1317) und Kopie aus Skopje (um 1376) (beide Mazedonien)
Eine der frühesten erhaltenen Darstellungen des Himmlischen Jerusalem innerhalb der Ostkirche ist diese Himmelspforte aus der Zeit um 1316/18, als der serbische König Stefan Milutin regierte und das Land wieder aufbaute. Der Erhaltungszustand ist heute schlecht. Es handelt sich um eine Wandmalerei aus St. Georg in Staro Nagoričane im heutigen

MS MA 15: Erfurter Apokalypse (1425-1450)
Zwischen 1425 und 1450 entstand die lateinische „Erfurter Apokalypse“, die heute in der New York Public Library aufbewahrt wird (MS MA 15). Sie stammt aus Thüringen, möglicherweise aus Erfurt. Von den 35 Miniaturen sind zwei dem Neuen Jerusalem vorbehalten. Beide Illustrationen sind zurückhaltend in blauen, grünen und braunen Tönen koloriert

Hans Baldung Grien (1485-1545): Laienbibel (1540)
Prunkbibeln, Prachtbibeln und selbst noch einfache unkolorierte Varianten der Bibel konnten sich im 16. Jahrhundert nur wenige leisten. Weiten Teilen der Bevölkerung wurden biblische Abbildungen durch die sogenannte „Laienbibel“ bekannt. Es waren Bilderbibeln für diejenigen, die zwar nicht lesen konnten, aber gerne fromme Abbildungen betrachten wollten. Die Holzschnitte zu einer

Marion Miller (1871-1966): Pilgrim’s Progress von John Bunyan, Ausgabe 1909
Der Autor Charles H. Sylvester sammelte Kinder- und Jugendgeschichten und brachte für den US-amerikanischen Buchmarkt zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine Sammlung der für ihn besten Klassiker heraus. Der fünfte Band enthält unter anderem den bekannten Roman „The Pilgrim’s Progress“, einst für Erwachsene geschrieben, inzwischen zum Jugendbuch geworden. Der Band

Manuel Peleguer y Tossar (1759-1831): Kupferstich „La Purisima Concepcion Patrona de España y sus Yndias“ (1797)
Manuel Peleguer y Tossar (1759-1831), ein Grafiker aus dem spanischen Valencia, schuf im Jahr 1797 einen 34 x 23 Zentimeter großen einfarbigen Kupferstich, der wie folgt unterschrieben ist: „La Purisima Concepcion Patrona de España y sus Yndias, que se venera en el R.l Conv.o de S. Francisco de Val“. Tossar

Russischer Jerusalems-Turm (um 1600)
Von einer Weltgerichtsikone mit einem Jerusalems-Turm wird hier lediglich die für das Thema relevante obere Hälfte gezeigt. Der dort zentrale Turmschaft setzt an dem Kreis mit der trinitären Gottesdarstellung (unten) an und führt nach oben bis zu einem weiteren Kreis mit Christus auf dem Thron. An vier Stellen des Turmschafts

Gerhard Virendunck: Emser-Testament, Ausgabe 1575
Im Jahr 1575 erschien ein römisch-katholisches Emser-Testament, das Gerhard Virendunck, der Erbe und Nachfolger Gerwinus Calenium, im Bistum Köln herausbrachte. Virendunck war ein erfolgreicher Buchdrucker und Verleger im 16. Jahrhundert, der dazu beitrug, dass Köln eine bedeutende Stadt für den Buchdruck wurde. Bei seiner Bibelausgabe „Dat gantz new Testament recht

Antonio de Torres (1666-1731): Malereien der Maria Immaculata aus Cuauhtémoc (1714) und aus Zacatecas (um 1730)
Die Pinakothek der römisch-katholischen Kirche San Felipe Neri, genannt „La Profesa“, im mexikanischen Cuauhtémoc besitzt ein Ölgemälde, welches von dem Barockmeister Antonio de Torres (1666-1731) signiert ist. Torres entstammt einer mexikanischen Malerdynastie, er war der Cousin der beiden Malermeister Nicolás Juárez (1667-1735) und Juan Rodríguez Juárez (1675-1728), mit denen er

Altarschmuck der Pfarrkirche von Fårö (2000)
In den Monaten von September 2000 bis August 2001 erfolgte eine umfassende Renovierung der evangelisch-lutherischen Kirche in Fårö auf Gotland, einer Insel im südlichen Schweden. Verschiedene Gemeindemitglieder haben sich an den Maßnahmen beteiligt; ein Motiv wurde ausgewählt, eine Konzeption erarbeitet und die Durchführung in Eigenarbeit geleistet. Die Kirche wurde zunächst

Jakob Woraht: Fresken aus St. Oswald in Kartitsch (um 1550)
St. Oswald ist ein kleines Dorf, das zur Gemeinde Kartitsch in Osttirol gehört. Bei der Renovierung der gleichnamigen römischen-katholischen Pfarrkirche im Jahre 1966 fand man farbige Fresken aus der Zeit um 1500, die dann sorgfältig renoviert wurden. Zugeschrieben wurden sie dem Maler Jakob Woraht aus Taufers in Südtirol. Das Fresko

Allgaier und Siegle: Evangelische Prachtbibel (1877)
Eine spätere Auflage der Lutherbibel mit dem Titel „Grosse Haus-Bilder-Bibel: die Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments“ wurde im Jahr 1877 in Ulm neu herausgebracht. Ihr wurde eine Einleitung des neupietistischen Pfarrers Johann Christoph Blumhardt (1805-1880) beigegeben und dreihundert Zeichnungen, die angeblich „nach Julius Schnorr von Carolsfeld (1794-1872)“ gearbeitet

Emil Peters (1912-1999): St. Friedrich in Gütersloh-Friedrichsdorf (1938)
In Friedrichsdorf, einem Ortsteil von Gütersloh, befindet sich die römisch-katholische Kirche St. Friedrich. Diese besitzt Glasmalereien aus dem Jahr 1938. Zu dieser Zeit wurden nur sehr wenige Glasfenster eingebaut, zum einen gab es kaum Kirchenneubauten, zum anderen wurde die Wirtschaft

Sepp Hürten (1928-2018): Tabernakel aus St. Martinus in Bedburg-Kaster (1975)
Der Kölner Bildhauer Sepp Hürten (1928-2018), bekannt und geschätzt für seine Arbeiten angelehnt an die Romanik, hat in seinem späteren Schaffen mehrere Tabernakel angefertigt (so etwa mit dem Jerusalemsmotiv in St. Adelheid in Müllekoven). Man findet sie alle in römisch-katholischen

Unbekannt: Berufsschule St. Hildegard in Münster (1958)
Das römisch-katholische Kolleg St. Hildegard, kurz Hildegardisschule, wurde nach 1945 um einen Kirchenraum erweitert, der an Größe und Ausstattung viele Ortskirchen im Münsterland übertroffen hat. Die Schule befand sich damals noch in Trägerschaft von der Ordensgemeinschaft der Vorsehungsschwestern. 1958 waren

Egon Stratmann (1936-2024): St. Dionysius aus Altenbeken-Buke (1994)
Das Lamm im Himmlischen Jerusalem ist das Thema einer hochwertigen Buntglasmalerei, die man in der Kirche St. Dionysius in Altenbeken-Buke entdecken kann. Sie schmückt dort ein Rundfenster im Chorbereich direkt über dem Altar. An dieser Stelle sollte durch eine Neuverglasung

Sammelband F.98 Nr. 784 der Russischen Staatsbibliothek zu Moskau (18. Jh.)
Unter der Signatur F.98 Nr. 784 der Sammlung handgeschriebener Bücher von E. E. Egorova in der Russischen Staatsbibliothek zu Moskau findet man eine komplexe Zusammenstellung verschiedener Werke. Darin enthalten sind Worte über das zweite Kommen von Mönch Palladius, das Teilwerk

Franz Pauli (1927-1970): Ehemalige Kirche Christ König in Oberhausen (1963)
Die einstige römisch-katholische Kirche Christ König in Buschhausen, einem Ortsteil von Oberhausen, besitzt seit 1963 ein kleines Neues Jerusalem als Teil von verschiedenen Szenen aus der Johannesoffenbarung. Diese ziehen sich als gläsernes Lichtband in sieben Meter Höhe um den Altarraum,
Über mich
Dr. Claus Bernet
Um etwa 1990 begann ich, mich mit dem Thema Jerusalem zu beschäftigen. Die Stadt habe ich mehrfach bereist und Bücher zu diesem Thema verfasst; erwähnen sollte man vielleicht die Reihe „Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem“, den Band „Perlen des Neuen Jerusalem“ und meine Dissertation „Gebaute Apokalypse“. Zahlreiche Aufsätze erschienen immer wieder in Fachzeitschriften (Das Münster, Textilkunst International, Zeitschrift für Sepulkralkultur, u.v. a.). Mit meiner wissenschaftlichen Dokumentation von Jerusalems-Kunstwerken konnten bereits Ausstellungen und Museumskataloge unterstützt sowie Gemeinden bei der Anschaffung von geeigneten Kunstwerken beraten werden. Regelmäßig gebe ich auch Bildvorträge zu diesem Thema. Grundlage der Publikationen und der Bildvorträge sind meine fotografische Sammlung von inzwischen 6.000 Aufnahmen von Glasfenstern, Fresken, Mosaiken und anderen Kunstwerken.






