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Weltgerichtsdarstellung aus St. Lorenzen in Lesachtal (um 1530)

In Lesachtal in Kärnten befindet sich die römisch-katholische Kirche St. Lorenzen. Das Wandfresko an der Langhausnordwand, das Jüngste Gericht mit Christus in der Mandorla, entstand Anfang des 16. Jahrhunderts. Es weist ikonographische Parallelen zum Millstätter Weltgericht des Urban Görtschacher auf, aber die ausführenden Maler oder die Malschule sind im Fall von St. Lorenzen letztlich nicht dokumentiert, wie überhaupt der gesamte Kirchenbau von der Kunstwissenschaft kaum Beachtung gefunden hat. In großer Detailfreude zieht sich die heilige Stadt im Hintergrund bis an den linken Bildrand, schließt dort als offene Himmelspforte ab und kehrt unten als Treppe in das Bild zurück! Damit rahmt die Architektur die Szenen in der Mitte halbkreisförmig ein. Dort hat sich eine schier unüberblickbare Masse versammelt. Die Personen vorne sind Vertreter von Ständen, was dem Maler die Gelegenheit verschaffte, ihre prächtigen Gewänder darzustellen. Armut und Bescheidenheit ist hier nicht zu finden; links sind allen vier Tiaren auszumachen, von denen eine zu Petrus gehört, die anderen zu drei Päpsten.
Einige der Geretteten knien auf der Treppe und befinden sich auf direktem Weg in das ewige Paradies. Dazwischen sieht man auch einen Bischof, der in seinem Gewandt mehrere Seelen, vielleicht auch Kinder, mit sich führt. 

Gabriel Stabentheiner, Karl Brunner: Lesachtal: St. Jakob, Birnbaum, Liesing, St. Lorenzen, Maria Luggau, Liesing 1991 (3).
Bundesdenkmalamt (Hrsg.): Dehio-Handbuch: Kärnten. Sankt Lorenzen im Lesachtal, Wien 2001 (3).
Claus Bernet: Denkmalschutz, Denkmalpflege und UNESCO-Weltkulturerbe, Norderstedt 2020 (Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem, 47). 

 

tags: Weltgericht, Fresko, Kärnten, Österreich, Tiara, Stände
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