Suche
Close this search box.

Pieter Claissens (1500-1576): Ölmalerei der Maria Immaculata (um 1560)

Pieter Claissens (auch Claeissens der Ältere, 1500-1576) war ein erfolgreicher flämischer Maler aus Brügge. Als Teil des Habsburgerreichs stand ihm hier der Weltmarkt offen. Sakrale Arbeiten machten nur einen geringen Umfang seines Schaffens aus. Darunter befindet sich eine wertvolle Ölmalerei der Maria Immaculata von etwa 1560 im Stil der flämischen Renaissance. Für wen das Werk unter welchen Umständen angefertigt wurde, wissen wir nicht, heute befindet es sich im Bonnefantenmuseum der Stadt Maastricht und konnte inzwischen eindeutig dem Meister Claissens zugewiesen werden.
Das Gebäude im rechten oberen Zwickel des Gemäldes ist mit einer lateinischen Aufschrift als „Porta Celi“ gekennzeichnet (in goldenen Lettern über dem Haupttor). Gezeigt wird aber keine Pforte, sondern eine komplexe Anlage, etwa eine Klosteranlage, die fast schon eine Stadt sein könnte. Unterschiedliche Seitentürme rahmen einen klassizistischen Bau, der über der eigentlichen Pforte gesetzt ist. Eine solche Asymmetrie ist in der Darstellung von Architektur eher selten, da Harmonie und Gleichklang als ein Zeichen von Schönheit betrachtet wurde, gerade auch im Zeitalter des Humanismus. An den Seiten setzen hohe Mauern an, das Tor dazwischen zeigt eine kleinere Pforte bzw. Schlupfloch, das leicht geöffnet ist. Umgeben und eingewachsen ist die Architektur von Wiesen und Büschen, zum Teil vor, zum Teil hinter der Stadt.

István L. Szénássy: Kunst in het Bonnefantenmuseum, Maastricht 1984.
Anne van Oosterwijk: The contribution of technical art history to the reconstruction of the oeuvre of Pieter I Claeissens, in: Anne Dubois, Jacqueline Couvert, Till-Holger Bor (Hrsg.): Technical studies of paintings: problems of attribution (15th-17th centuries), Paris 2018, S. 238-249.

 

Beitragsbild: Pieter Claeissens the Elder author QS:P170,Q7192762, Pieter claissens, allegoria dell’immacolata concezione, 1550-75 ca. 01, CC BY 3.0

tags: Flämisch, Maria Immaculata, Porta Coeli, Museum, Renaissance
Share:
error: