
Andachtskarte aus Palermo (um 1800)


Theodor Galle (1571-1633): „Tota Pulchra“ (um 1600)
LETZTER BEITRAG
Andachtskarte aus Palermo (um 1800)
Nach einer letzten großen Welle von Ölmalereien der Maria Immaculata im späten 18. Jahrhundert, getragen von Meistern wie José de Ibarra, Manuel Cerna, Manuel de Samaniego oder Juan de Miranda kam es Anfang des 19.

MS lat. A7: Prager Himmelsstadt (um 1140)
Das Manuskript gilt als eines der Hauptwerke der böhmischen Buchmalerei der Romanik. Die darin enthaltene Miniatur zu Augustinus’ Werk „De civitate Dei“ ist verwandt mit einer Darstellung in einem Kommentarband zur Apokalypse des Haimo von Auxerre (um 1139 bis um 1244), der zur gleichen Zeit entstanden ist. Im Prager Exemplar

MS 120: Pembroke-Manuskript (um 1135)
Die mittelalterliche Handschrift MS 120 des Pembroke College in Cambridge zeigt auf fol. 6v eine Richterdarstellung mit Christus und den Heiligen im oberen und den Orten des Weltgerichts im unteren Teil. Rechts steht das weit aufgerissene Maul eines Monsters für die Hölle, links ist das Himmlische Jerusalem zu finden. Ein

Bibelhandschrift aus Burgund (1125-1150)
Bei dieser lateinischen Bibelausgabe wird es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um ein Exemplar aus einer Klosterschreibstube der Benediktiner in Burgund handeln, die heute in der Stadtbibliothek von Dijon zu finden ist (Signatur MS 2). Bei der farbenprächtigen Miniatur auf fol. 470v verschmelzen mehrere Elemente zu einer neuen Bildeinheit, die in

MS 99 (800-825) und Nouv. acq. Latin 1132 (10. Jh.): Apokalypsehandschriften aus Frankreich
In den karolingischen Skriptorien war die Apokalypse ein Gegenstand, der ganz unterschiedlich ins Bild gesetzt werden konnte. Eine der bebilderten Handschriften entstand in der Abtei Saint-Amand. Heute wird sie im unweit gelegenen Valenciennes, einer französischen Stadt in der Region Nord-Pas-de-Calais, in der dortigen Bibliothek aufbewahrt. In der Darstellung verbinden sich

MS fr. 182: Pélerinage des Guillaume de Digulleville (1464)
Selbst Experten ist mitunter unbekannt, dass die Universitätsbibliothek Genf eine kostbare Ausgabe der Pélerinage des Guillaume de Digulleville besitzt (Signatur MS fr. 182). Sie ist auf das Jahr 1464 datiert. Möglicherweise wurde sie kaum beachtet, da sie relativ spät entstanden ist, als der Pilgerroman längst nicht mehr so populär gewesen war

Alfons X. der Weise (1221-1284): Cantigas (1230-1260)
Die „Cantigas de Santa Maria“ sind eine mittelalterliche Gedichtsammlung, die vor allem dem Lobpreis der Jungfrau Maria diente. Die meisten der Lieder sind mit teils aufwändigen Miniaturen dekoriert. Die Sammlung entstand unter Alfons X. dem Weisen (1221-1284), König von Kastilien und León. Mit diesem Großprojekt, an dem er persönlich beteiligt

Canon-Apokalypse (um 1320-1330) und Kopie der Crowland-Apokalypse (um 1330)
Die Bodleian Library zu Oxford besitzt eine ganze Anzahl bedeutender Apokalypsehandschriften – bezüglich des 14. Jahrhunderts steht MS Canon. Bibl. Lat. 62 mit ihrer Qualität wohl an erster Stelle. Sie wurde zwischen 1320 und 1330 in Peterborough angefertigt, einem Zentrum englischer Illustrationskunst. Wie in vielen anderen Apokalypsen zuvor wird auch

Manchester-Beatus/Rylands-Beatus (um 1080)
Gegen Ende des elften Jahrhunderts kam es zu tiefgreifenden Änderungen im kirchlichen und kulturellen Leben der christlichen Königreiche im Norden Spaniens. Die traditionelle spanische Liturgie wurde durch den damals neu empfundenen römischen Ritus ersetzt, die westgotische Minuskel wurde von der karolingischen verdrängt, Kunst und Architektur näherten sich immer mehr der

French MS 2: Guillaume de Digullevilles Pélerinage (um 1416)
Um 1416 entstand diese französischsprachige „Pélerinage“, ein mittelalterlicher Roman von Guillaume de Digulleville. Heute ist diese Pélerinage-Ausgabe unter der Signatur French MS 2 Teil der John Rylands University Library in Manchester. Sieben Miniaturen auf fol. 1v (zwei Abb.), 2r (zwei Abb.), 2v, 4r und 4v zeigen die Himmelsstadt. Fünf Mal

Haimo-Codex (um 1110)
Dieser Apokalypsekommentar des Haimo von Auxerre (um 841-876) entstand in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Bis heute ist ungeklärt, woher die Handschrift stammt und wer ihre Besitzer einst waren. Aufgrund stilkritischer Vergleiche, die sich jedoch immer am Rande der Spekulation bewegen, wird meist der deutsche Sprachraum als Entstehungsort genannt,

Morgan MS 772: „Pélerinage de la vie humaine“ des Guillaume de Digulleville (1348)
Die mittelalterliche Dichtung „Pélerinage de la vie humaine“ stammt von Guillaume de Digulleville (auch Déguileville, 1295-1358). Digulleville war Prior der Zisterzienserabtei von Chaalis und Verfasser einflussreicher religiös-allegorischer Dichtungen in mittelfranzösischer Sprache. In seiner Pélerinage beschreibt er, wie ihn nach der Lektüre des Rosenromans eine Vision ergriff, die ihn auf eine

Gijsbrecht van Brederode: Stundenbücher (um 1450 und um 1460)
Ganz aus dem Rahmen, wortwörtlich, fällt diese Torszene aus der Mitte des 15. Jahrhunderts: Über ein mittiges Bild mit Christus auf dem Regenbogen (hier nicht abgebildet) zieht sich dieser Fries am oberen Blattrand mit zahlreichen musizierenden Engeln, dazwischen Büsche und Blumen. Am Haupteingang links geleitet Petrus eine nackte, gerettete Seele

Tanner-Apokalypse (1250 bis 1255)
Auf die Jahre zwischen 1250 und 1255 kann die Entstehung der Apokalypse MS Tanner 184 eingegrenzt werden, also kurz nach oder parallel zur Paris-Apokalypse. Sie befindet sich heute in der Oxforder Bodleian-Bibliothek, wo man sie nach dem Verkäufer, einem Thomas Tanner (1674-1735), benannt hat.Entstanden ist sie aber nicht in Oxford,

MS Ashmole 753 (um 1250) und Kopie MS Thott 89.4: Apokalypsehandschrift (13. Jh.)
Die beiden Miniaturen linksseitig wurden nicht koloriert und finden sich in der Bodleian Library (MS Ashmole 753). Diese Handschrift der Apokalypse ist nicht exakt datiert, die Angaben schwanken zwischen dem Beginn und der Mitte des 13. Jahrhunderts. Die kolorierte Variante rechtsseitig ist eine Kopie von MS Ashmole 753, sie wurde

Jehan Raynzford: Apokalypsehandschrift MS Selden Supra 38 (1315-1325)
MS Selden Supra 38 besteht aus zwei Teilen, nämlich aus der Schrift „Gesta infantiae salvatoris“ und einer Apokalypsehandschrift, welche von einem Künstler namens Jehan Raynzford illustriert wurde. Obwohl beide Teile in und für England hergestellt wurden, wählte man auch um 1320 immer noch die französische Sprache. Die Apokalypse war später

Sepp Hürten (1928-2018): Portalrelief von St. Quirinus in Mödrath (1964)
Wie mächtige Bollwerke aus Beton und Eisen erscheinen die zwölf Rundtürme des Himmlischen Jerusalem mit ihren Kegeldächern in St. Quirinus in Mödrath bei Köln. Das Portalrelief befindet sich über dem mittleren Haupteingang der Kirche. Nicht einmal Fenster oder Eingänge sind

Vinderslevmesteren: Fresken der Kirche Hyllinge (um 1500)
Die alte Kirche der Gemeinde Hyllinge (Sjælland) stammt aus dem 14. Jahrhundert und liegt auf einem Bergrücken am südwestlichen Rand der dänischen Kirchspielgemeinde. Die heute protestantische Kirche besitzt farbige Kalkmalereien, von denen eine Gewölbekappe das Himmlische Jerusalem darstellt. Weitere Kappen

Ernst Küppers (1921-1998): Kirche Heiliger Schutzengel in Essen-Frillendorf (1957/58)
Der Entwurf zu dem hier vorgestellten Kirchenfenster stammt von Ernst Küppers, die Ausführung oblag der Firma Derix aus Kevelaer. Von Ernst Küppers (1921-1998) ist nicht wirklich viel bekannt, er war ein Absolvent der Kölner Werkschule und hat sich später auf

Isefjordwerkstatt: Wandmalereien von Tuse (um 1470)
Dänemark hat einen überaus reichen Bestand an mittelalterlichen Wandmalereien: Der reformatorische Bilderstreit war hier verhalten, das Land später war größtenteils von der Industrialisierung und Urbanisierung verschont und auch im Zweiten Weltkrieg wurden nur wenige Kirchen zerstört. Eine Kirche, die ihre

Berthold Janke: Westfenster der Salvatorkirche in Duisburg (um 1985)
Die Salvatorkirche in Duisburg ist dort die zentrale Innenstadtkirche der evangelischen Konfession. In dem Bau wurde darauf geachtet, dass nach 1945 nur wirklich hervorragende, ausgewiesene Glaskünstler beauftragt wurden, etwa Claus Pohl, Naftali Bezem oder auch Karl Hellwig. Letztgenannter hatte bereits

Ludwig Gies (1887-1966): Chorfenster des Münsters zu Essen (1959)
Glücklicherweise steht das Münster zu Essen noch, seine Kunstwerke sind noch nicht nach Osteuropa abgegeben worden, seine Glasfenster können noch erlebt werden und eine wissenschaftliche Einordnung am Originalstandort ist noch möglich. Das ist keine Selbstverständlichkeit, denn das Bistum Essen ist
Über mich
Dr. Claus Bernet
Um etwa 1990 begann ich, mich mit dem Thema Jerusalem zu beschäftigen. Die Stadt habe ich mehrfach bereist und Bücher zu diesem Thema verfasst; erwähnen sollte man vielleicht die Reihe „Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem“, den Band „Perlen des Neuen Jerusalem“ und meine Dissertation „Gebaute Apokalypse“. Zahlreiche Aufsätze erschienen immer wieder in Fachzeitschriften (Das Münster, Textilkunst International, Zeitschrift für Sepulkralkultur, u.v. a.). Mit meiner wissenschaftlichen Dokumentation von Jerusalems-Kunstwerken konnten bereits Ausstellungen und Museumskataloge unterstützt sowie Gemeinden bei der Anschaffung von geeigneten Kunstwerken beraten werden. Regelmäßig gebe ich auch Bildvorträge zu diesem Thema. Grundlage der Publikationen und der Bildvorträge sind meine fotografische Sammlung von inzwischen 6.000 Aufnahmen von Glasfenstern, Fresken, Mosaiken und anderen Kunstwerken.

