Johannes W. M. Kepser: Radleuchter aus Sankt Albertus Magnus in Langen (1985)

Einen ganz besonderen Jerusalemsleuchter gibt es in Hessen. In der Stadt Langen bei Offenbach befindet sich die römisch-katholische Pfarrkirche Sankt Albertus Magnus, die zum Bistum Mainz gehört. Die Kirche wurde in den Jahren 1983 bis 1985 nach Plänen des Architekten und Kunsthistorikers Johannes W. M. Kepser aus Dreieich errichtet und am 31. August 1985 von Bischof Karl Lehmann geweiht. Das Weihefest für den neuen Leuchter fand dann am 8. und 9. November statt. Obwohl man bei dem Bau schon damals überall sparte, scheute man bei der Lichtanlage dann keine Kosten. Über dem Altar wurde ein großer Radleuchter angebracht, den ebenfalls Johannes W. M. Kepser entworfen hat. Er schenkt dem Raum nicht nur Licht, sondern erinnert an die Stadt Jerusalem mit den zwölf Toren, die aus kostbaren Edelsteinen gebaut sind. Wie das Fundament der Stadt besitzt dieser Radleuchter zwölf echte Edelsteine, die hier direkt in die Tore des Leuchters gesetzt wurden. Darüber wurden die Lichter gesetzt, so dass die Steine bei Beleuchtung in ihren unterschiedlichen Farben funkeln. Konträr zu dieser Pracht ist der äußerst einfach gehaltenen Metallreif, der lediglich aus zwei horizontalen Streben besteht. An den zwölf Winkeln des Reifs wurden Glaskugeln in Anlehnung an die Perlen angebracht, denen Kepser jeweils ein lateinisches Kreuz aufgesetzt hat.

Hans Block (Hrsg.): Festschrift zur Weihe der neuen Kirche St Albertus Magnus in Langen Albertus-Magnus-Platz 2-6 Samstag, 31. August 1985, Langen 1985.
Claus Bernet: Jerusalems-Leuchter, Jerusalems-Kerzen und Adventskränze, Norderstedt 2015 (Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem, 25).

 

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