
Mönch Palladius „Predigt über die Wiederkunft Christi“ (um 1760)

Weltgericht aus Melaya Guba (18. Jh.)

LETZTER BEITRAG
Mönch Palladius „Predigt über die Wiederkunft Christi“ (um 1760)
Es ist ein Charakteristikum der Ostkirche, dass das Himmlische Jerusalem stark von Paradiesvorstellungen mit geprägt ist, mit zwei Konsequenzen, erstens: Die Himmelspforte wie auch die Paradiespforte ähneln sich, und zweitens wird das Neue Jerusalem mitunter

Katholische Kapelle Maria Immaculata in Attendorn-Röllecken (1958)
Bei einer Kapelle mit dem Namen „Maria Immaculata“ lag es nahe, bildliche Motive heranzuziehen, die diesen Namen verdeutlichen. So war es auch der Fall bei der römisch-katholischen Kapelle in Röllecken bei Attendorn im Kreis Olpe im westlichen Sauerland. Die Himmelspforte ist, wie die Abbildung belegt, nicht mehr lateinisch bezeichnet, sondern

Clemens Fischer (1918-1992), Ulla Hase (geb. 1966): St. Martinus in Langerwehe-Schlich (1993)
Das monumentale Chorfenster aus dem Jahr 1993 in der römisch-katholischen Kirche St. Martinus in Langerwehe-Schlich im Kreis Düren besteht aus farbintensivem Antik- und Opalglas, Blei sowie aus Schwarzlot. Nach einer Erläuterung des Grafikers und Glasmalers Clemens Fischer (1918-1992) soll hier, hinter einer hölzernen Christusfigur über dem Altar, unter anderem auch

Hubert Spierling (1925-2018): St. Michael in Bielefeld-Ummeln (1996)
Die römisch-katholische Kirche St. Michael im Ortsteil Bielefeld-Ummeln besitzt eine Arbeit von Hubert Spierling (1925-2018). Im Jahr 1996 wurden dort die ursprünglich klaren Glasfenster durch Buntglasfenster ersetzt. Die einzige Vorgabe an den Künstler war, dass das neue Fenster ausreichend Licht in den Altarbereich lassen sollte. Das große, meterhohe Rundbogenfenster zur

Dagmar Binanzer-Kraus (geb. 1959): Fensters des Mehrzwecksaals des Altenheims in Friedensau (1998)
Im Jahr 1998 wurden die Fensterbilder in der neuerbauten Kapelle und dem Mehrzwecksaal des Altenheims in Friedensau bei Magdeburg (Sachsen-Anhalt) fertiggestellt, zum Thema „Von der Schöpfung bis zur neuen Erde“. Diese karitative Einrichtung wird von der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland betrieben. Bei den Adventisten hat das Himmlische Jerusalem einen

Wolf-Dieter Kohler (1928-1985): evangelische Bartholomäuskirche in Oberboihingen (1956)
Neben seinen Arbeiten in der Henri-Arnaud-Kirche in Schöneberg (1949), der Stiftskirche Stuttgart (1953/54), einer Kapelle in Kirchheim unter Teck (1954), in Mengen (1955) gibt es noch eine weitere Fenstergestaltung von Wolf-Dieter Kohler (1928-1985) aus seinem Frühwerk, die das Himmlische Jerusalem zeigt. Sie führt in das Jahr 1956. Damals wurde mit

Wilhelm Buschulte (1923-2013): St. Maria Königin in Kerpen-Sindorf (1957)
In der römisch-katholischen Kirche St. Maria Königin in Kerpen-Sindorf unweit von Köln schuf Wilhelm Buschulte (1923-2013) in Zusammenarbeit mit der Firma Oidtmann im Jahr 1957 mehrere Buntglasfenster. Diese zeigen verschiedene Motive aus der Lauretanischen Litanei. Dieses Thema, auch Maria Immaculata oder Tota Pulchra genannt, war vor allem im 16. Jahrhundert

Günter Johl (1908-1965): Evangelische Kirche in Rothemühle (um 1957)
Die evangelische Kirche des Ortes Rothemühle bei Wenden im Sauerland besitzt eine Glasfensterwand, welche das Himmlische Jerusalem in rhythmischen, geometrischen Formen zeigt. Insgesamt stellen zwölf Halbbögen die zwölf Himmelspforten dar (vgl. eine spätere Arbeit von Christof Grüger in Magdeburg). Sie sind in Dreiergruppen zusammengefasst, die zum Teil auch übereinander und

Rudolf Yelin (1902-1991): Johanneskirche in Feudenheim (1956)
Von Rudolf Yelin dem Jüngeren (1902-1991) ist das 1956 entstandene Chorfenster in der evangelischen Johanneskirche von Feudenheim bei Mannheim. Es waren damals Reparaturen der bereits 1943 schwer zerstörten Kirche aus dem 19. Jahrhundert. Das neue Fenster hat den Titel „Auferstehung“ (neuerdings in der Gemeinde auch als „Christusfenster“ bezeichnet) und zeigt

Paul Franz Bonnekamp (1925-2011): St. Peter und Paul in Eschweiler (1955)
Paul Franz Bonnekamp (1925-2011), ein ansonsten wenig bekannter Künstler aus Inden im Kreis Düren, gestaltete im Jahr 1955 ein Fenster, welches unten links Petrus und rechts Paulus zeigt. Darüber hat der Künstler in einem bereits vorhandenen neogotischen Dreipass ein Himmlisches Jerusalem in Form eines antiken Tempels gesetzt. Unten steht ein

Hubert Spierling (1925-2018): Heilig Kreuz in Detmold (1955)
Die Fenster in den Seitenschiffen der römisch-katholischen Kirche Heilig Kreuz in Detmold sind eine frühe Arbeit von Hubert Spierling (1925-2018). An den jungen Glaskünstler war die Bitte herangetragen worden, etwas Farbe in den damals kargen und als kalt empfundenen Innenraum zu bringen, der 1917 erstellt und 1950 erweitert worden war.

Peter Valentin Feuerstein (1917-1999): Evangelische Johannes-Täufer-Kirche in Hornberg (1955)
Zwischen den Jahren 1953 bis 1955 wurden in Hornberg im östlichen Schwarzwald anlässlich der Renovierung der frühneuzeitlichen evangelischen Johannes-Täufer-Kirche neue Buntglasfenster eingesetzt. Dies war wegen starker Kriegszerstörungen notwendig geworden. Dazu beauftragte die Gemeinde den Künstler Peter Valentin Feuerstein (1917-1999) aus dem südlichen Hessen. Feuerstein gestaltete später das Himmlische Jerusalem auch

Heinz Bienefeld (1926-1995), Dominikus Böhm (1880-1955): St. Maria Königin in Köln-Marienburg (1954)
In den ersten Nachkriegsjahren war Bescheidenheit angesagt. Das belegt diese Darstellung einer Himmelspforte, die fast ausschließlich auf Blau und Schwarz basiert und nur an wenigen Stellen rote und gelbe Einsprengsel aufweist. Die Pforte selbst ist ein einfacher Torbogen, umgeben von grau-weißen Glassteinen, die sich zur Mitte hin ausrichten und, vor

Rudolf Yelin (1902-1991): Bergkirche in Wimberg bei Calw (1954)
Ein Glasfensterentwurf für die ab 1953 erbaute evangelische Bergkirche in Wimberg in Württemberg wurde im darauffolgenden Jahr 1954 von der Firma Saile aus Stuttgart ausgeführt. Die Motive wurden von Rudolf Yelin (1902-1991) aus Stuttgart in seinem Atelier gestaltet. Wimberg wurde später zu Calw eingemeindet, wo Yelin Anfang der 1950er Jahre

Albert Burkart (1898-1982): St. Peter und Paul zu Bühl (1953)
Im Jahr 1953 wurden in der römisch-katholischen Kirche zu St. Peter und Paul zu Bühl am Rhein (Baden) alle Glasfenster neu gestaltet. Ausgeführt wurden die Arbeiten von dem Künstler Albert Burkart (1898-1982) aus München, der damals auch den „Deutschen Einheitskatechismus“ bebildert hat. Das Fenster Nummer sechzehn, im Eingangsbereich seitlich links,

Rudolf Fuchs (1868-1918): Kreuzkirche in Herne (1951)
Im Zentrum von Herne (nördliches Ruhrgebiet) am heutigen Europaplatz befindet sich die evangelische Kreuzkirche. Nach den schweren Kriegszerstörungen wurde der Backsteinbau glücklicherweise nicht abgerissen, sondern konnte gerettet werden. Zwischen den Jahren 1951 und 1953 wurden neue Fenster in farbigem Antikglas, Blei und Schwarzlot nach alten Entwürfen des Wiener Malers Rudolf

„Passion Christi und das Leben des Heiligen Basilius“ (1820)
Im Oktober 1820 wurde eine Handschrift fertiggestellt, welche die Passion Christi und das Leben des Heiligen Basilius vereint. Ungewöhnlich genug für diese beiden Themen bietet sie einen ganzen Reigen verschiedener Darstellungen des Himmlischen Jerusalem. Sie sind einfach gearbeitet und beschränken

Josef Michael Neustifter (geb. 1949): Stele „Werke der Barmherzigkeit“ in Oberroth (2003)
Auf dem kleinen Friedhof vor der römisch-katholischen Kirche St. Peter und Paul in Oberroth bei Dachau (Niederbayern) wurde eine Stele aus Bronze im Freien erreichtet, auf einem steinernen Sockel aus Granit. Sie hat keine liturgische oder utilitaristische Funktion, sondern steht

Margaret Watts (geb. 1932): „Queen of Peace“ in Ocala (1995)
In den USA sind Wandgemälde mit dem Himmlischen Jerusalem nicht gerade häufig anzutreffen. Dass es sie dennoch gibt, belegt eine seltene Arbeit in der römisch-katholischen Kirche „Queen of Peace“ in Ocala, einem Ort im Bundesstaat Florida. Dort entschloss man sich

Sammlung geistlicher und lieblicher Lieder (1725)
Zu den umstrittensten Schriften der Brüdergemeine zählten ihre Liedersammlungen. Mit der „Sammlung geistlicher und lieblicher Lieder“ setzten sich die Herrnhuter von den Lutheranern ab und pflegten ihren eigenen Kirchengesang.Auf dem Kupferstich ist unten das Himmlische Jerusalem zu sehen. Darüber befindet

Esther Frye (1914-2011): „Life’s Railway to Heaven“ und „John on Patmos“ (um 2000)
Esther Frye (1914-2011) aus Stanton (Michigan) war eine US-amerikanische Malerin und Zeichnerin. Diese hatte unter schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen Privatunterricht in Malerei bei dem Erfinder der Schwarzlichtkreide, Dr. Karl Steele, genommen und später an dem John Herron Art Institute studiert. Anschließend

Gertrude Morgan (1900-1980): „New Jerusalem“ (1960er und 1970er Jahre)
Gertrude Morgan produzierte von den späten 1950er bis frühen 1970er Jahren zahlreiche Grafiken mit Motiven des Neuen Jerusalem. Sie haben nur teilweise den Weg in Museen gefunden, sondern sind zum größten Teil noch in Hand von Privatsammlungen überwiegend in den
Über mich
Dr. Claus Bernet
Um etwa 1990 begann ich, mich mit dem Thema Jerusalem zu beschäftigen. Die Stadt habe ich mehrfach bereist und Bücher zu diesem Thema verfasst; erwähnen sollte man vielleicht die Reihe „Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem“, den Band „Perlen des Neuen Jerusalem“ und meine Dissertation „Gebaute Apokalypse“. Zahlreiche Aufsätze erschienen immer wieder in Fachzeitschriften (Das Münster, Textilkunst International, Zeitschrift für Sepulkralkultur, u.v. a.). Mit meiner wissenschaftlichen Dokumentation von Jerusalems-Kunstwerken konnten bereits Ausstellungen und Museumskataloge unterstützt sowie Gemeinden bei der Anschaffung von geeigneten Kunstwerken beraten werden. Regelmäßig gebe ich auch Bildvorträge zu diesem Thema. Grundlage der Publikationen und der Bildvorträge sind meine fotografische Sammlung von inzwischen 6.000 Aufnahmen von Glasfenstern, Fresken, Mosaiken und anderen Kunstwerken.


