LETZTER BEITRAG
Umkreis des Antonio Palomino (1655-1726): Ölmalerei der Maria Immaculata (um 1697)
Antonio Palomino (mit vollem Namen Acisclo Antonio Palomino de Castro y Velasco, 1655-1726) war ein spanischer Maler, der heute noch in der Wissenschaft als Kunsttheoretiker etwas bekannter ist (sein Band „El Museo Pictórico y Escala

Ein anonymer Meister: St. Gregorius in Golzheim (1950)
Im Jahr 1950 wurden in die Turmkapelle im Eingangsbereich der römisch-katholischen Kirche St. Gregorius in Golzheim, eines Ortsteils von Merzenich im Kreis Düren, drei Fenster aus Antikglas auf Blei eingesetzt. Kurz zuvor war der Turm der Kirche in Folge von Kriegsbeschädigungen auf das Kirchenschiff gestürzt und hatte einen Teil der

Jerusalemstor aus St. Antonius in Caquiaviri (1739)
Dieser kleine Bildausschnitt ähnelt einem Ölgemälde, stammt aber von einer Wandmalerei eines unbekannten Meisters aus Südamerika. Die Malerei befindet sich in der römisch-katholischen Kirche von Caquiaviri in Bolivien, einer kleinen Ortsansiedlung, die sich um die Basilika St. Antonius aus dem 16. Jahrhundert gebildet hatte. Gezeigt wird ein adeliger Inka, der

Kapelle Christ König in Huppenbroich/Eifel (1947)
Unmittelbar nach 1945 erlebte das Motiv der Maria Immaculata eine kurze Renaissance. Vor allem in den schwer zerstörten katholischen Gegenden Westdeutschlands lassen sich Beispiele finden, wo dieses Motiv auf Glasfenstern und Wandfresken wieder auflebte. Es ist aber schwer zu beantworten, ob es wirklich eine besondere Popularität dieses Motivs gab, da

Franz Melchior (geb. 1881 – nach 1946): St. Cäcilia in Nettersheim-Pesch (1946)
Unmittelbar nach den Kriegsschäden erfolgte um 1946 in der römisch-katholischen Kirche St. Cäcilia in Nettersheim-Pesch in der Nordeifel eine Neuverglasung. Es ist nicht die erste Verglasung nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Deutschland, aber die erste, die das Himmlische Jerusalem als Motiv besitzt, nach heutigem Kenntnisstand. Viele weitere sollten

Diego Quispe Tito (1611-1681) und Nachfolger: Rundtortürme im Rahmen des Jüngsten Gerichts aus Cusco (ab 1675)
Diego Quispe Tito (1611-1681) hat sich in seinem vielfachen Schaffen immer wieder mit dem Himmlischen Jerusalem auseinandergesetzt. Zahlreiche Gemälde der Maria Immaculata belegen dies. Darüber hinaus gibt es von Tito auch Weltgerichtsmalereien, bei denen eine einzelne komplexe Architektur für das Neue Jerusalem steht. Er lehnte sich dabei an eine ältere

Albert Birkle (1900-1986): Heilige Dreifaltigkeit in Freiburg-Waldsee (1953)
Die römisch-katholische Pfarrkirche der Gemeinde Heilige Dreifaltigkeit in Freiburg-Waldsee (Breisgau) wurde von dem Architekt Georg Schröder in den Jahren 1952/53 erbaut und im Herbst 1953 durch Bischof Eugen Seiterich geweiht. Für die Fensterrose an der Kircheneingangsseite der Nordfront mit ihren sechs Metern Durchmesser und zwölf Segmentfeldern wählte man bei der

Albert Birkle (1900-1986): Christuskirche in Salzburg (1951)
Die evangelische Christuskirche in Salzburg nahm im Jahr 1951 zu dem Thema Vertreibung Bezug, allerdings nicht zu der damaligen Vertreibung der Deutschen und der dabei meist vergessenen Österreicher aus Ungarn, Rumänien und dem Sudetenland, sondern aus dem katholischen Österreich im 18. Jahrhundert. In diesem Zusammenhang hatte das Himmlische Jerusalem eine

Albert Birkle (1900-1986): St. Antonius in Kuppingen (1958)
Einer der besonderen sakralen Neubauten nach 1945, der nicht durch Kriegseinwirkungen notwendig geworden war, war in Süddeutschland die römisch-katholische Antonius-Kirche in Kuppingen bei Herrenberg. Hier machte das Stadtwachstum den Bau einer gänzlich neuen Kirche notwendig, was dann im Jahr 1958 umgesetzt werden konnte. Die Glasfenster sind von Albert Birkle (1900-1986).

Walter Kohler (1903-1945), Wolf-Dieter Kohler (1928-1985): Michaelskirche in Stuttgart-Degerloch (1941 und 1961)
Wolf-Dieter Kohler(1928-1985) gestaltete 1964 ausgewählte Glasfenster der Michaelskirche in Stuttgart-Degerloch. Es ist eines der ganz wenigen Beispiele, bei dem das Neue Jerusalem von der gleichen Künstlerfamilie in einer Kirche zwei Mal in gleicher Materialausführung (hier in Glas) gezeigt wird. Beide Fenster wurden von der Glasmanufaktur Emil Gaisser (Stuttgart) hergestellt.Das erste

Franz Bettingen: Himmelfahrtsgrotte in Arenberg bei Koblenz (1936)
Weniger bekannt ist die kuriose und einzigartige „historische Landschaftsbilderbibel“ in Arenberg bei Koblenz. 1834 hatte dort der Priester Johann B. Kraus (1805-1893) im Alter von 29 Jahren die vakant gewordene Pfarrstelle übernommen. Im Laufe der Jahre entstanden an seinem Wirkungsort 60 Grotten, Kapellen und die römisch-katholische Kirche St. Nikolaus. Das

Joan de Joanes (1507-1579) und Kopisten: Maria Immaculata-Darstellungen (1531, 1537, um 1550, um 1560, 1568, 1796, um 1797)
Der spanische Maler Joan de Joanes (Juan de Juanes, auch Vicente Joannes Macip, 1507-1579) war in Spanien im 16. Jahrhundert unbestritten der Meister der Immaculata-Darstellungen. Bezüglich des Himmlischen Jerusalem handelt es sich stets um Kopien oder minimale Varianten der einmal gefundenen Darstellungsweise des de Joanes in Form einer klassischen, offenen

Albert Birkle (1900-1986): St. Josef in Herrenberg (1933)
Albert Birkle (1900-1986) gestaltete 1933 in der römisch-katholischen Kirche St. Josef in Herrenberg das großformatige Fenster „Christus in der Glorie des Himmlischen Jerusalem“. Es galt lange als das größte Glasfenster in Kirchen Süddeutschlands. Hier war es das erste Mal, dass der Künstler das Jerusalem-Motiv auf Glas gestaltete, weitere Werke nach

Rudolf Yelin (1902-1991): Stiftskirche St. Pankratius in Backnang (1929)
Die mehrteiligen Glasgemälde der evangelischen Stiftskirche St. Pankratius in Backnang nördlich von Stuttgart entstanden im Jahr 1929 inmitten wirtschaftlicher, politischer und letztlich auch religiöser Krisen. Dennoch konnte man sich für die Stiftskirche eines der kommenden Talente der Glasmalerei jener Zeit leisten, einen Künstler, der seine eigentliche Karriere noch vor sich

Viktor von der Forst (1901-1941): Ehemaliges Kloster St. Josef in Münster (1928)
Das einstige römisch-katholische Missionskloster St. Josef, betrieben von Franziskaner-Schwestern, ist heute unter dem Namen „Haus Wilkinghege“, einem Altenpflegeheim in Münster, bekannt (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Kirche St. Josef unweit im Stadtteil Kinderhaus). Die Buntglasfenster aus der Kapelle sind noch aus der Erbauungszeit um das Jahr 1928. Sie wurden,

„Virgen del Buen Aire“, Fassungen aus Peru (1650-1700, um 1675, um 1680, um 1690)
In Lima bildete sich in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts ein Sondertyp der Maria Immaculata heraus, der als „Virgen del Buen Aire“ bezeichnet wird. Die Malereien dieses Typus sind sehr ähnlich, sie zeigen fast immer eine Himmelspforte mit dem Schriftband „Tota Pulchra“ und eine Civitas Dei, um eine stehende

Romanische Wandmalereien in Prüfening (um 1150)
Regensburg (Oberpfalz) ist reich ausgestattet mit romanischen Wandmalereien, so etwa die ehemalige Benediktinerklosterkirche St. Georg in Prüfening, die 1109 gegründet worden war. Nach kleineren Ausmalungen erfolgte die des gewaltigen Hauptraums unter der Regierung Abt Erbos II. (1168-1187). Die Malereien von

MS II 282: Apokalypsehandschrift (um 1310)
1877 gelangte eine Handschrift der Johannesoffenbarung in die Königliche Bibliothek von Brüssel, die zu Anfang des 14. Jahrhunderts entstanden ist. Obwohl in französischer Sprache, wurde die Arbeit in England hergestellt, vermutlich im Kloster zu Greenfield in Lincolnshire mit seiner bedeutenden

Petra Irmscher und Ute Brumme: Grabstein auf dem Chemnitzer Nikolai-Friedhof
Diese außergewöhnliche Grabstele aus hellem Elbsandstein befindet sich heute im oberen Bereich des evangelischen Nikolai-Friedhofs der Stadt Chemnitz am Rande des Erzgebirges. Der Stein wurde im Jahr 2007 in enger Zusammenarbeit zwischen Petra Irmscher und Ute Brumme von dem Steinmetzbetrieb

Sieger Köder (1925-2015): Altarmalerei in Rosenbergs Kirche Mater Dolorosa (1986)
Sieger Köder (1925-2015) hat das Himmlische Jerusalem auch für mehrere Altäre gemalt. Eine erste Fassung befindet sich in der römisch-katholischen Kirchengemeinde von Rosenberg, fertiggestellt 1986. Die dortige Pfarrkirche Mater Dolorosa wurde seit 1975 für zwanzig Jahre von dem Priester und

Weltgerichtsdarstellung aus der Dreifaltigkeitskirche in Görlitz (1482)
Ein spätmittelalterliches Ölgemälde mit einer Darstellung des Weltgerichts findet sich in der Dreifaltigkeitskirche in der Altstadt von Görlitz. Das Tafelbild an der Südwand des Chors wird auf die Zeit um 1482 datiert und war damals das Modernste, was dieses Genre

Gottlieb Mordmüller (1913-1998): Buntglasfenster der St. Magnikirche in Braunschweig (1961)
Der lutherische Pastor Johann Heinrich Wike erteilte dem Künstler Gottlieb Mordmüller (1913-1998) den Auftrag zu drei großen Buntglasfenstern für die evangelische St. Magnikirche in der Braunschweiger Innenstadt. Das zentrale Westfenster entstand dann im Jahr 1961 und hat das Himmlische Jerusalem
Über mich
Dr. Claus Bernet
Um etwa 1990 begann ich, mich mit dem Thema Jerusalem zu beschäftigen. Die Stadt habe ich mehrfach bereist und Bücher zu diesem Thema verfasst; erwähnen sollte man vielleicht die Reihe „Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem“, den Band „Perlen des Neuen Jerusalem“ und meine Dissertation „Gebaute Apokalypse“. Zahlreiche Aufsätze erschienen immer wieder in Fachzeitschriften (Das Münster, Textilkunst International, Zeitschrift für Sepulkralkultur, u.v. a.). Mit meiner wissenschaftlichen Dokumentation von Jerusalems-Kunstwerken konnten bereits Ausstellungen und Museumskataloge unterstützt sowie Gemeinden bei der Anschaffung von geeigneten Kunstwerken beraten werden. Regelmäßig gebe ich auch Bildvorträge zu diesem Thema. Grundlage der Publikationen und der Bildvorträge sind meine fotografische Sammlung von inzwischen 6.000 Aufnahmen von Glasfenstern, Fresken, Mosaiken und anderen Kunstwerken.





