Paolo Marchiano (1535-1628): „Maria Immaculata“ (1598)

Das Ölgemälde „Immacolata Concezione“ wird Paolo Gerolamo Marchiano (1535-1628), einem Maler und Kartographen der Renaissancezeit aus Savona, zugeschrieben. Einst wurde das Werk für den Altar in einer Kapelle der römisch-katholischen Kirche geschaffen, doch heute ist es heute Teil der städtischen Kunstsammlung von Savona. Es zählt dort zum besonders kostbaren mobilen Denkmalsbestand der Stadt. 2008 wurde es daher umfassend restauriert. Das 270 x 175 Zentimeter große Bild ist eine typische Darstellung der Maria Immaculata nach der Lauretanischen Litanei – im 16. Jahrhundert das Modernste, was der Sakralmarkt zu bieten hatte. Meist findet sich dieses Motiv in Spanien, doch diese frühe Arbeit belegt, dass es inzwischen auch in Italien Einzug hielt.
Im Zentrum steht eine Marienfigur, die meist auf einer Mondsichel, einer Schlange oder, wie hier, auf einem Drachen steht. Umgeben ist sie von verschiedenen Symbolen ihrer Reinheit. So finden wir rechts unten die Civitas Dei als eine irdische Stadtanlage mit zahlreichen Bauten hinter einer niedrigen Stadtmauer. Direkt über ihr schwebt eine Himmelspforte, die von einem Engelskopf und Flügeln getragen wird. Die massive Pforte, die unten wesentlich breiter als oben ist, besitzt an ihren Seiten reichhaltigen Rustika-Schmuck der Renaissance. Sie scheint geschlossen zu sein, und auf ihrem Dach entspringt eine Rose – als mystische Rose ein weiteres Symbol der Maria Immaculata.

La Pinacoteca civica di Savona, Savona 1975.
Carlo Sabatelli (Hrsg.): La Madonna di Savona, Savona 1985.
Edi Baccheschi (Hrsg.): Catalogo la Pinacoteca Civica di Savona, Savona 1987.
Claus Bernet: Denkmalschutz, Denkmalpflege und UNESCO-Weltkulturerbe, Norderstedt 2020 (Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem, 47).

 

tags: Maria Immaculata, Porta Coeli, Civitas Dei, Renaissance, Rose, Ligurien, Cinquecento
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