
Weltgericht aus dem Rathaus zu Goslar (um 1470)

Wandmalerei „Weltgericht“ der Geburtskirche von Bagnot (1484)

Fresken aus Saint Martin in Nohant-Vic (Mitte 12. Jh.)
LETZTER BEITRAG
Weltgericht aus dem Rathaus zu Goslar (um 1470)
Viele besuchen Goslar (Harz), um im Rathaus die Malereien des frühneuzeitlichen Huldigungssaals zu sehen – und stehen dann vor einer verschlossenen Glastür, durch die man nur Teile der Malereien verzerrt und ohne das räumliche Erleben

Liljemester: Weltgericht aus der Kirche von Lønborg (um 1550)
In der Mitte des 16. Jahrhunderts entstand in Lønborg neben der Taufe von Jesus und der Opferung des Isaak noch einmal eine umfassende mittelalterlich geprägte Gerichtsdarstellung, die vom namentlich nicht bekannten „Liljemester“, dem Lilien-Meister und seiner Werkstatt, herrühren. Die evangelisch-lutherische Dorfkirche von Lønborg auf einer spektakulären Anhöhe befindet sich südlich

MS Français 825: Guillaume de Digullevilles „Pélerinage de la vie humaine“ (um 1420)
Der Manchester Ausgabe der John Rylands University Library (French MS 2) ist eine andere Ausgabe der Pélerinage ähnlich, die vermutlich in Frankreich um 1420 entstanden ist. Die Handschrift befindet sich heute in der Französischen Nationalbibliothek zu Paris (Signatur MS Français 825), zusammen mit einem weiteren Text: „Les Enseignements damoiselle Christine“

St Peter and St Paul: Torszenen in Checkendon (um 1210)
Eine Besonderheit bietet eine der frühsten Torszenen überhaupt, die sich in Checkendon in der englischen Grafschaft Oxfordshire erhalten hat. In dieser Grafschaft ist es mit Abstand das älteste Himmlische Jerusalem. Gezeigt wird in der anglo-normannischen Kirche St Peter and St Paul ein Wandgemälde mit dem Heiligen Petrus (also einem der

Johannes Iwan (gest. 1465): Weltgericht aus der Kirche in Vendel (1451/52)
Im Jahr 1310 wurde die Kirche von Vendel im schwedischen Uppland erbaut und dann eine Generation später von 1451 bis 1452 ausgemalt. In diesem Fall kennt man zumindest den Namen des Malers, der hier den Pinsel anlegte: Johannes Iwan (gest. 1465). Dieser war vermutlich ein Mönch, der in Vendel seine

Christiane Budig (geb. 1969): Jerusalems-Radleuchter (2021)
Der Dom zu Magdeburg besitzt bereits einen Radleuchter aus dem Jahr 1887, der in der Marienkapelle einen passenden Aufhängungsort gefunden hat. Gut hundert Jahre später entstand das Bedürfnis, auch im eigentlichen Dom, dort im sog. Hohen Chor, einen Radleuchter aufzuhängen. So besitzt der evangelische Dom heute einen historistischen und einen

Zweiwegebild-Illustrationen und Dreiwegebild-Illustrationen aus Frankreich (19. Jh.)
Die im 19. Jahrhundert recht beliebte Serie von Zweiwegebildern, entstanden in der Schweiz, war bald auch im französischen Sprachraum verbreitet. Hier entwickelte sich jedoch eine ganz eigene Bildtradition. Es sind mehrere Holzschnitte „Les trois chemins de l’eternité“ aus der ersten Hälfte bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts bekannt.

MS Français 829: Guillaume de Digullevilles „Pélerinage de la vie humaine“ (um 1404)
Um das Jahr 1404 entstanden diese fünf Abbildungen aus der Französischen Nationalbibliothek in Paris, Signatur MS Français 829, fol. 1r, 1v und 2v (zwei Abb.) sowie 124r. Diese hochwertige Ausgabe der Pélerinage nach einem Text des Guillaume de Digulleville ist in weiten Teilen eine Kopie von MS Français 377 (um

Weltgericht aus St Peter in Wenhaston (15. Jh.)
Die Gerichtsdarstellung aus St Peter in Wenhaston, einem Dorf südlich des Flusses Blyth im Nordosten von Suffolk in England, wird vage auf das 15. Jahrhundert datiert. Betrachtet man allein das Himmlische Jerusalem, das leider im oberen Teil vollständig verloren gegangen ist, käme eine ältere Datierung durchaus in Betracht, denn gotisch

Kirche von Eldsberga (um 1500)
Eine eigenständige Formensprache beherrschte der Künstler, der um das Jahr 1500 die Kirche von Eldsberga in Halland, Schweden, ausgestaltete. Damals wurde der bereits seit Jahrhunderten bestehende Kirchenbau neu eingewölbt, was vermutlich den Anlass zu den Malereien abgab. Das Hauptmotiv ist, wie damals oft zu finden, das Jüngste Gericht bzw. das

Pierre Remiet: „Pélerinage de la vie humaine“, MS Français 823 (1393)
Eine Ausgabe der Pélerinage aus dem Jahr 1393 wird in der Französischen Nationalbibliothek in Paris aufbewahrt, unter der Signatur Français 823. An dieser Ausgabe war ein Pierre Remiet beteiligt, der auch unter dem Namen „Meister des Todes“ bekannt ist. Fol. 1 zeigt eine Miniatur, welche aus insgesamt vier Einzelbildern besteht.

Skivarpsmästaren: Kirche Sankt Laurentius in Skivarp (um 1500)
Nachdem die Gewölbebögen der Sankt Laurentius-Kirche im südschwedischen Skivarp (Provinz Skåne) im 15. Jahrhundert bei einer Kirchenerweiterung eingebaut worden waren, wurden sie von den Skivarpsmästaren, einer Gruppe von Malern aus der Gegend, um das Jahr 1500 mit spätgotischen Fresken geschmückt. Charakteristisch für die Gruppe sind stilisierte Akanthusranken, aus vier zusammengesetzten

Tortunamästaren: Tortuna-Kirche (um 1500)
Die umfangreichen Wandmalereien in der Dorfkirche von Tortuna im schwedischen Bezirk Västmanland sind in der Darstellungsform des Himmlischen Jerusalem etwas Besonderes, ohne Vorbild und ohne Nachwirkung. Hier wurden an der Westwand neun Arkadenreihen übereinandergesetzt, in denen alternierend ein Engel oder ein Heiliger betet, die mit ihren jeweiligen Namen beschriftet sind.

Darstellung der Maria Immaculata aus Sevilla (1566-1600)
Vermutlich zahlreiche römisch-katholische Klöster waren mit Maria-Immaculata-Konzeptionen ausgestattet, da dieses Motiv während der Gegenreformation eine hohe Popularität erfahren hatte. War es im Mittelalter noch eine christliche Bildkonzeption, wurde sie nun als dezidiert römisch-katholisch empfunden; Beispiele aus protestantischen Regionen, etwa Schweden oder Dänemark, gibt es so gut wie nicht. Überhaupt haben

MS Français 376: Guillaume de Digullevilles „Pélerinage de la vie humaine“ (1425-1450)
Diese späte Ausgabe der Pélerinage lehnt sich bezüglich der Miniaturen mit dem Himmlischen Jerusalem eng an ältere Ausgaben an, etwa an MS 1130. Deutlich wird dies schon bei der ersten Miniatur auf fol. 1r. Neu ist allein die Begrünung, wie etwa durch die Bodenfarbe oder durch verschiedene Pflanzen. Der Spiegel

Kirche Vieux Astre in Sepvigny (1500-1550)
Die Friedhofskapelle von Sepvigny, einem kleinen Ort bei Vaucouleurs im Département Meuse in der Region Grand Est, wurde Anfang des 13. Jahrhunderts an einem mittelalterlichen Straßenkreuz erbaut. Sie erhielt den Namen Vieux Astre, abgeleitet vom lateinischen Atrium. Einer lateinischen Inschrift nach wurde die Kirche in der ersten Hälfte des 16.

Claudio Cavani: Ausstellungsbeitrag „Artisti per un Millennio“ (1999)
Claudio Cavani gestaltete im Jahr 1999 eine Jerusalemstele. Dieses Werk, „Gerusalemme celeste“, gehörte zur Sektion „L’Apocalisse“ der Ausstellung „Artisti per un Millennio“ („Künstler für ein Jahrtausend“). Sie wurde 1999 und im Millenniumsjahr 2000 in der Basilika Palladiana in Vicenza, der

Hans Burgkmair (1473-1531): Entwurf für einen Weltgerichtsaltar (um 1518)
Bislang war man davon ausgegangen, eine Illustration aus einem Neuen Testament von 1523 wäre die einzige Auseinandersetzung des Reformationskünstlers Hans Burgkmair (1473-1531) mit dem Himmlischen Jerusalem. Es gibt jedoch eine Entwufszeichnung, die darauf hin deutet, dass Burgkmair sich doch etwas

Robert Glenn (1913-2004) u.a.: „He Showed Me That Great City“ (1990)
Eine Arbeit des US-Amerikaners Robert Glenn ist „He Showed Me That Great City“ („Er zeigte mir die große Stadt“), die zu gleicher Zeit wie „John on the Isle of Patmos“ entstand, aber eine ganz andere Handschrift trägt. Mit „er“ ist

Meister von Elmelunde: Fanefjord (um 1500)
Der gleiche Meister von Elmelunde malte um 1500 die Kirche Fanefjord (Insel Møns) aus. Die Gottesstadt ist in einem Weltgericht eingebunden, das links gegen einen Torbogen abgrenzt und die Stadtdarstellung im unteren Bereich eingrenzt. Die beiden Löcher rühren von Balken

Meister von Elmelunde: Keldby (um 1500)
Auch gibt es noch in der Kirche zu Keldby (Insel Møns) eine Darstellung des Himmlischen Jerusalem, die dem Elmelunde-Meister zugeschrieben wird und die um 1500 entstanden sein dürfte. Bei der letzten Figur handelt es sich nicht um die Darstellung eines

Saebyværksted: Marienkirche von Saeby (1510-1523)
Die Marienkirche von Saeby (dän.: Vor Frue Kirke Sæby) ist eine Stadtkirche im nordjütländischen Saeby, wo zwischen 1510 und spätestens 1523 die Malereien von Vrå unmittelbar vor der Reformation 1536 vom Saebyværksted in ähnlicher Weise wie in Vrå aufgetragen wurden.
Über mich
Dr. Claus Bernet
Um etwa 1990 begann ich, mich mit dem Thema Jerusalem zu beschäftigen. Die Stadt habe ich mehrfach bereist und Bücher zu diesem Thema verfasst; erwähnen sollte man vielleicht die Reihe „Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem“, den Band „Perlen des Neuen Jerusalem“ und meine Dissertation „Gebaute Apokalypse“. Zahlreiche Aufsätze erschienen immer wieder in Fachzeitschriften (Das Münster, Textilkunst International, Zeitschrift für Sepulkralkultur, u.v. a.). Mit meiner wissenschaftlichen Dokumentation von Jerusalems-Kunstwerken konnten bereits Ausstellungen und Museumskataloge unterstützt sowie Gemeinden bei der Anschaffung von geeigneten Kunstwerken beraten werden. Regelmäßig gebe ich auch Bildvorträge zu diesem Thema. Grundlage der Publikationen und der Bildvorträge sind meine fotografische Sammlung von inzwischen 6.000 Aufnahmen von Glasfenstern, Fresken, Mosaiken und anderen Kunstwerken.



