
Weltgericht aus dem Rathaus zu Goslar (um 1470)

Wandmalerei „Weltgericht“ der Geburtskirche von Bagnot (1484)

Fresken aus Saint Martin in Nohant-Vic (Mitte 12. Jh.)
LETZTER BEITRAG
Weltgericht aus dem Rathaus zu Goslar (um 1470)
Viele besuchen Goslar (Harz), um im Rathaus die Malereien des frühneuzeitlichen Huldigungssaals zu sehen – und stehen dann vor einer verschlossenen Glastür, durch die man nur Teile der Malereien verzerrt und ohne das räumliche Erleben

MS 9: Guillaume de Digullevilles „Pélerinage de la vie humaine“ (um 1400)
Die Miniaturenserie aus MS 9 der Bibliothek des Institut de France in Paris soll um 1400 entstanden sein. Die Handschrift dieser Pélerinage ist nicht vollständig koloriert, nach hinten werden die Seiten immer weißer, offensichtlich ist sie unvollendet, das Geld ging aus oder der Miniaturist wurde krank. Diese durchaus talentierte Fachkraft

MS M 240: Bible moralisée (um 1225)
Eine Bible moralisée aus der Zeit um 1225 wird in der New Yorker Morgan Library aufbewahrt (nach der Herkunft Toledo-Exemplar genannt, MS M 240). Von nicht weniger als 2.700 Bildpaaren zeigen insgesamt neun Medaillons auf vier Seiten (fol. 3v, 5v, 6r, sowie 7v) das Himmlische Jerusalem. Diese Medaillons sind mit

Cimabue: San Francesco in Assisi (um 1280)
Die heutige Basilika San Francesco in Assisi (Umbrien) ist die Grablegungskirche des Ordensgründers der Franziskanermönche, Franz von Assisi. Der Bau ist in eine romanische Ober- und gotische Unterkirche geteilt, die beide bedeutende Malereien besitzen und belegen, dass der Bettelorden sein Armutsgebot schon in der Anfangszeit nicht ernst genommen hat. Im

MS 98 in scrin.: 87: Hamburger Apokalypse (1300-1325)
Vor einem kleinen, verschlossenen Tor mit filigranem Beschlagwerk erhebt sich, in heller blauer Farbe, die Mauer der Gottesstadt. Über der Mauerkante sind fünf verschiedene mittelalterlich geprägte Bauten aus dem Stadtinneren wie an einer Perlenschnur aneinander gereiht, breite Türme außen, Sakral- und Wohnbauten. Der schlanke Turm mit Zeltdach steht für die

Tommaso Biazaci, Matteo Biazaci: Wandfresko aus San Bernardino in Albenga (1483)
Großformatige Darstellungen des Neuen Jerusalem mit langen Mauerzügen und zahlreichen Heiligen waren in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts beliebt, man findet sie in Bastia Mondovi (1472) und in Monêtier-les-Bains (um 1475), ebenso in mindestens drei Buchillustrationen des Maitre François (BnF, um 1473, Bibliothek Sainte-Geneviève, um 1475, Museum Meermanno Westreenianum,

Fresko aus Santa Maria Piano in Loreto Aprutino (um 1520)
Die Kirche Santa Maria Piano bei der Ortschaft Loreto Aprutino bei Pescara in der italienischen Region der Abruzzen ist mit kostbaren Wandmalereien aus der Zeit um 1520 ausgestattet. Wahrscheinlich wurden die Malerarbeiten der Renaissance damals von ortsansässigen Künstlern ausgeführt – Genaueres ist jedoch nicht bekannt. Die römisch-katholische Kirche liegt in

MS 3089: Gebetbuch (um 1190)
Um das Jahr 1190 entstand in Brüssel das Gebetbuch „Officium canonicum et missae de S. Michaele et SS. Angelis“. Heute wird diese Handschrift unter MS 3089 in der dortigen Bibliothèque Royale Albert Ier aufbewahrt. Die Folii 23r, 27r und 40v zeigen das Neue Jerusalem in unterschiedlicher Perspektive und Interpretation. Da

Bartholomäus-Meister: Wandfresko aus San Bartolomeo in Ferrara (1270-1294)
Der „Palazzo dei Diamanti“ beherbergt eine Kunstsammlung zur lokalen Geschichte der Stadt Ferrara in der oberitalienischen Region Emilia-Romagna. Neben Gemälden und Möbeln finden sich im großen Hauptsaal des Palastes auch einige mittelalterliche Fresken aus umliegenden Kirchen, die man aus konservatorischen Gründen um 1810 hierher brachte. Darunter sind auch solche aus

MS B.10.6 aus dem Trinity College (12. Jh.)
Die lateinische Handschrift MS B.10.6 aus dem Trinity College in Cambridge ist eine der ältesten englischen Apokalypsehandschriften überhaupt. Bis zu sechs verschiedene Illustratoren haben hier mitgewirkt, so haben es Fachleute herausgefunden. Die Miniaturen haben nicht den künstlerischen Anspruch wie etwa die der Beatus-Apokalypsen, und obwohl sie fast ein ganzes Blatt

Jacopo di Mino del Pellicciaio: Klosters San Francesco in Todi (1346)
Der Chor des Klosters San Francesco des Klarissenordens in Todi, einer Kleinstadt in Umbrien, ist mit umfassenden Fresken aus der Mitte des 14. Jahrhunderts ausstaffiert. Thema ist die Befreiung von Seelen aus dem Fegefeuer durch die Heilige Maria. Von der insgesamt 3,50 x 7,50 Meter großen Malerei ist hier die

Giovanni Canavesio (um 1430-1495): Notre-Dame des Fontaines in La Brigue (1492)
Unweit der südfranzösischen Stadt La Brigue im Département Alpes-Maritimes befindet sich die römisch-katholische Kapelle Notre-Dame des Fontaines, an einer Stelle, an der man sieben Quellen vorfand. Die gesamte Kapelle aus dem 14. Jahrhundert ist mit späteren Wand- und Deckenmalereien geschmückt, vergleichbar in Umfang und Art der Anordnung mit der älteren

Enricus Mazzucco, Giovanni Mazzucco: Fresko aus San Fiorenzo in Bastia Mondovi (1472)
Die Fresken der Kirche San Fiorenzo zeigen auf der Südwand das Himmlische Jerusalem. Es ist mit einer Entstehungszeit im Jahr 1472 eines der frühesten exakt datierten Fresken mit dieser Thematik. Damals gehörte der Ort zum Herzogtum Savoyen, dessen Fahne auf der Malerei oben zu finden ist. Im Jahr 1887 wurde

Antonio José Rebolloso: Kuppelmalerei im Santuario Virgen de las Huertas in Lorca (um 1750)
Die römisch-katholische Wallfahrtskirche Virgen de las Huertas liegt am „Plaza del atrio de la Virgen de las Huertas“ etwas außerhalb des Stadtzentrums der spanischen Stadt Lorca, im Bezirk Tiata (Region Murcia). Der Sakralbau zählt zu den typischen Barockklöstern mit prächtigen Wandmalereien von Fernández de Espinosa und Rebolloso Jiménez. Die Kirche

Jacques Canavesi: Kapelle Sainte Elisabeth in Vence (1491)
Die Malereien in der Kapelle Sainte Elisabeth in Vence unweit von Nizza (Département Alpes-Maritimes) wurden von Jacques Canavesi (Jacques de Canavesis), einem italienischen Mönch aus Turin, ausgeführt. Das war, wie die neueste Forschung belegt, 1491, kurz nachdem die Stadt nicht länger dem Heiligen Römischen Reich deutscher Nation angehörte. Nicht wenige

MS M 484: Apokalypse der Margareta von York (um 1475)
Diese illuminierte Handschrift entstand um 1475 in Gent, als die Stadt unter der Herrschaft der Burgunder nach militärischen Niederlagen eine wirtschaftliche Blüte erlebte. Margareta (auch Margarete) von York (1446-1503) war als dritte Gattin Karls des Kühnen Herzogin von Burgund geworden. Nach dem Tod ihres Mannes trat sie als Sammlerin und

Heidi Bayer-Wech (1943-2024): Tabernakel im Krankenhaus Barmherzige Brüder in Regensburg (2009)
Ein weiterer Tabernakel nach demjenigen für München (1992) mit dem Jerusalems-Motiv von der Designerin, Malerin und Bildhauerin Heidi Bayer-Wech (1943-2024) entstand 2009. Die 40 x 40 Zentimeter große Arbeit befindet sich heute an der rechten Seite der Altarwand in der

Wolfgang Kreutter (1924-1989): evangelische Kirche in Grevenbrück (1986)
Eine Weiterentwicklung der Lösung für die Christuskirche in Zeppenfeld (1983) erarbeitete Wolfgang Kreutter (1924-1989) kurz danach für die evangelische Kirche von Grevenbrück (Sauerland). Die Kirche von Grevenbrück war 1965 als schlichter Bau mit einfachen Mitteln errichtet worden, nachdem man einen

Herbert Schuffenhauer (1910-2019): Glasfenster der Immanuelkirche in Köln-Longerich (1985)
Die Paramente des Ehepaares Schuffenhauer für die Immanuelkirche in Köln-Longerich kamen gut an, es gab auch nach deren Fertigstellung immer wieder Kontakte der Gemeinde zu den Künstlern. Schließlich wandte man sich erneut an Herbert Schuffenhauer (1910-2019), als es darum ging,

Karl Franke (1917-1996): Schmuckkreuz mit Tabernakel aus St. Bonifatius in Holsterhausen (1962)
Bei diesem Kunstwerk ist die Urheberschaft von Karl Franke (1917-1996) nicht bewiesen, wird aber allgemein angenommen. Erwiesen ist jedoch das Jahr, in dem die Arbeit entstand: 1962. Es handelt sich um ein hängendes Schmuckkreuz über dem Altarbereich der römisch-katholischen Kirche

Wandmalereien aus Saint-Sixte unweit Melezet (1573)
Ein spätes Beispiel für einen Seelenturm in der Fassung nach der Zeichnung in Werner Rolevincks (1425-1502) „Fasciculus temporum“ findet sich in der Waldkapelle Saint-Sixte bei Bardonecchia im italienischen Piemont. In der Stadt gibt es nicht weniger als fünfzig religiöse Gebäude:

Bartolomeo Serra, Sebastiano Serra: Wandmalereien der Kapelle Sant Antonio in Jouvenceaux (um 1480)
Die Repräsentation Jerusalems aus der Schrift „Fasciculus temporum“ des Mönchs Werner Rolevinck (1425-1502) inspirierte sowohl die Buchmalerei, etwa MS 168 E 9, als auch die Wandmalerei. Erhalten haben sich Beispiele an entlegenen Orten. Ein solches Beispiel dafür findet man in
Über mich
Dr. Claus Bernet
Um etwa 1990 begann ich, mich mit dem Thema Jerusalem zu beschäftigen. Die Stadt habe ich mehrfach bereist und Bücher zu diesem Thema verfasst; erwähnen sollte man vielleicht die Reihe „Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem“, den Band „Perlen des Neuen Jerusalem“ und meine Dissertation „Gebaute Apokalypse“. Zahlreiche Aufsätze erschienen immer wieder in Fachzeitschriften (Das Münster, Textilkunst International, Zeitschrift für Sepulkralkultur, u.v. a.). Mit meiner wissenschaftlichen Dokumentation von Jerusalems-Kunstwerken konnten bereits Ausstellungen und Museumskataloge unterstützt sowie Gemeinden bei der Anschaffung von geeigneten Kunstwerken beraten werden. Regelmäßig gebe ich auch Bildvorträge zu diesem Thema. Grundlage der Publikationen und der Bildvorträge sind meine fotografische Sammlung von inzwischen 6.000 Aufnahmen von Glasfenstern, Fresken, Mosaiken und anderen Kunstwerken.



