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Severino Fabris (1922-2016): „Gerusalemme Celeste“ (1978)

Die kleine Abbildung ist aus dem Büchlein „Quadri liturgici domenicali“, mit dem Severino Fabris (1922-2016) der römisch-katholischen Sakralkunst Anregungen geben wollte. Dazu wurde er eigens vom Verlagshaus Elledici zu diesem Werk beauftragt. Nach heutigem Empfinden sind die Abbildungen auf Einzelblättern durchaus traditionell, doch damals wurden sie als revolutionär empfunden. Eingang in den liturgischen Gebrauch haben sie zunächst nicht gefunden, und auch in der Sakralkunst sind keine konkreten Umsetzungen der Vorschläge Fabris bekannt. Sie wurden aber nochmals in einem Messbuch des gleichen Verlages verwendet, dem bekannten „Messale dell’Assemblea Cristiana“ (Turino, um 1980, S. 1315).
Das Bild „Gerusalemme Celeste“ ist ein typisches Produkt der 1970er Jahre, als Quadrate und klare Linien überaus geschätzt waren. Eine ideale himmlische Stadt stellte man sich damals als Hochhausagglomeration vor. Nicht zufällig fehlen Lebensbaum und Lebensfluss, denn an Natur wurde hier nicht gedacht, wie Fabris schreibt: „Die Stadt Gottes hat als Basis die zwölf Edelsteine. Um sie herum wurde schon seit dem Mittelalter das Paradies dargestellt. Das war aber grafisch in einem Symbolbild kaum umzusetzen. So entstand die Idee, oben eine Stadt aus dem Anfang der Menschheit und unten eine vom Ende der Menschheit einzufügen“. Über dem Ganzen schwebt das Agnus Dei mit der Siegesfahne, ein in der römisch-katholischen Kirche Italiens gerne verwendetes Christussymbol. Unerwartet hat diese Miniatur über das Internet eine späte Verbreitung gefunden, nachdem mehrere italienische Gemeinden um 2005 begonnen hatten, ihre Homepages mit den Bildchen von Severino Fabris auszuschmücken.

Severino Fabris: Quadri liturgici domenicali. Terza Serie, o.O. 1978.

 

tags: Emblem, Symbol, Messbuch, Kubus, Italien
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