LETZTER BEITRAG
Glasmalerei aus der Kathedrale von Sens (1205-1215)
Die römisch-katholische Kathedrale von Sens in Burgund ist einer der ersten sakralen Großbauten der Gotik, was nicht nur für die Fassade, sondern auch die Glasmalereien im inneren gilt. Der gesamte Raum ist mit hochwertigen Malereien

Umkreis des Antonio Palomino (1655-1726): Ölmalerei der Maria Immaculata (um 1697)
Antonio Palomino (mit vollem Namen Acisclo Antonio Palomino de Castro y Velasco, 1655-1726) war ein spanischer Maler, der heute noch in der Wissenschaft als Kunsttheoretiker etwas bekannter ist (sein Band „El Museo Pictórico y Escala Óptica“ gilt als eine der wichtigsten Quellen zur spanischen Barockmalerei). Er hatte zunächst Theologie studiert,

Girolamo da Santacroce (um 1480-1556): Ölmalerei der Maria Immaculata (1535)
Die in Frankreich sich im späten Mittelalter herausbildende Darstellungsweise der Lauretanischen Litanei verbreitete sich schnell im ganzen katholischen Europa. Ein frühes Beispiel ist eine Malerei auf der Predella des Hauptaltars der Kirche Mariä Verkündigung in Košljun. Košljun ist eine kleine Insel in der Bucht von Punat an der Küste von

Gregorio Forstman: Kupferstich einer Marienerscheinung (1660)
Diego Jarava (auch Xarva) del Castillo, ein Verfasser theologischer Schriften der späten Gegenreformation, veröffentlichte im Jahr 1660 „Triunfos gozosos de Maria Sacratissima concebida, santa, pura, limpia y sin mancha de pecado original“, eine enthusiastische Lobeshymne auf Maria, die in Madrid bei Mateo Fernandez mit königlichem Privileg gedruckt wurde. Ein Kupferstich

Juan Bautista Vázquez d. Ä. (1510-1588), Melchor Turín: Schnitzereien des Hauptretabels der Kirche Santa María in Medina-Sidonia (um 1575)
Es handelt sich bei dieser Darstellung der Maria Immaculata nach der Lauretanischen Litanei um einen Ausschnitt des großen Retabels von Santa María la Coronada der Stadt Medina-Sidonia in Andalusien. Das Kunstwerk aus vergoldeten und polychromen Schnitzereien gilt als eines der schönsten von ganz Andalusien. Allein mit seiner gewaltigen Größe von

Anonymer Meister: Maria Immaculata als Kastenbild (um 1620)
Was das Himmlische Jerusalem angeht, ist dieses Malerei eine interessante Fassung, deren Anlage, geschweige denn Aussage, man erst Stück für Stück zu fassen vermag. Im mittleren Bildfeld erscheint eine exzellent ausgearbeitete Madonna im blau-roten Sternengewand, die auf einer Mondsichel schwebt. Um sie sind fast zwanzig ihrer Symbole gelegt, alle mit

Hovnatanyan Jonathan (1730-1801): Ölgemälde der Maria Immaculata (1750-1800)
Die Familie Hovnatanyan war in Armenien über Jahrhunderte die einflussreichste und vor allem eine verzweigte Künstlerfamilie. Der Nachname leitet sich angeblich von Hovnatan ab, dem armenischen Äquivalent zu Jonathan. Die Wurzeln der Sippe liegen im 17. Jahrhundert im Dorf Shorot im Bezirk Yernjak in Nachitschewan (Autonome Republik Nachitschewan); im 19.

Matías Jimeno: Ölmalerei der Maria Immaculata (um 1625)
Die Malerei, selbst nicht signiert, wurde von Experten dem spanischen Maler Matías Jimeno (auch Ximeno) zugewiesen. Viel ist über Jimeno/Ximeno bislang nicht bekannt: Matías Jimeno war ein Schüler von Vincente Carducho und wirkte als kastilischer Maler um die Mitte des 17. Jahrhunderts. Diese Ölmalerei der Immaculata soll um 1625 entstanden

Bethune-Breviarium (um 1500)
Im Spätmittelalter kam das Motiv der Lauretanischen Litanei zunächst als Miniatur auf. Um 1500 fand das Werk Eingang in Druckausgaben, was wiederum die Voraussetzung bot für die weite Verbreitung dieses Motivs als Ölmalerei im 16. und 17. Jahrhundert. Danach stand fest: Die Maria Immaculata war eines der populärsten Bildmotive der

Hildegard Bienen (1925-1990): Chorfenster in St. Viktor in Birten (1968)
Die römisch-katholische Kirche zeichnet ein Phänomen aus, das bislang kaum einmal positiv herausgestellt wurde: Nach 1945 brachte sie große Sakralkünstlerinnen hervor, in Deutschland namentlich drei: Erentrud Trost, Else Hildegard Bircks und Hildegard Bienen (Reihenfolge ohne Wertung). Überspitzt könnte man sage: Hatte man als Frau ein besonderes religiöses Interesse, wurde man

Hermann Gottfried (1929-2015): Glasmalerei aus der Marienkirche in Niederdorfelden (1984)
1984 wurde in Niederdorfelden (Mittelhessen) eine Marienkirche erbaut, die mit vollem Namen „St. Maria – Hilfe der Christen“ heißt. Der für den Ort überraschend große Bau ist von außen wie innen mit Backstein verblendet. An verschiedenen Stellen des polygonalen Grundrisses sind tiefe Fensternischen gesetzt, in denen von Beginn an die

Jakob Lederlein (1560-1600): „Naometria“ (1596) und „Nova Naometria“ (1604)
In der Frühen Neuzeit gibt es einen überschaubaren, aber hochinteressanten Kreis von Gelehrten, die sich mit der Apokalyptik, der Mathematik und der Naometria (der Tempelvermessungskunde) beschäftigten – nicht allein aus theologischer Perspektive, sondern auch aus naturwissenschaftlicher Sicht, oder dem, was man darunter im 16. und 17. Jahrhundert verstand. Simon Studion

Jean-Marc Cybart (1944-2019): Freimaurer-Karte (1985)
Jean-Marc Cybart (1944-2019) war ein Autor und Grafiker aus Niort in Frankreich. 1967 hatte er die humanistische Zeitschrift Americana gegründet. 2017 gab er zusammen mit S. Van Khache einen Bildband heraus, der Katzen und Freimaurertum miteinander in Beziehung brachte. Doch schon Jahrzehnte zuvor hatte sich Cybart mit dem Schottischen Ritus

Albert Decaris (1901-1988): Grafik „La nouvelle Jérusalem“ (um 1960)
Der Franzose Albert Decaris (mit vollem Namen Albert Marius Hippolyte Decaris) lebte von 1901 bis 1988. Nachdem er die Berufsschule in Estienne und die École des Beaux-Arts in Paris besucht hatte, gewann er mit nur 19 Jahren den angesehenen Prix de Rome und wurde 1943 Mitglied der französischen Académie des

Reimund Franke, Gerd Schreuer: Kryptafenster von St. Elisabeth in Reuschenberg (1985)
St. Elisabeth ist eine römisch-katholische Kirche in Reuschenberg, einem Ortsteil der Stadt Neuss. Licht kommt in die Kirche durch zahlreiche Fenster mit geometrischer Musterung, die in den 1950er Jahren Johannes Beeck und dann nochmals in den 1960er Jahren ein unbekannter Glashandwerker gestaltet hat. Nichts deutet darauf hin, dass diese Kirche

Jakob Berwanger (1900-1959): Chorfenster aus St. Mariä Empfängnis in Köln-Raderthal (1954)
Die Glasmalereien im Chor der römisch-katholischen Kirche St. Mariä Empfängnis in Köln-Raderthal ist ein typisches Kunstwerk der Nachkriegszeit. Im Kern handelt es sich bei der Kirche um einen historistischen Bau von 1906. Mehrfach, 1942 und 1944, erlitt das Backsteingebäude in Hallenbauweise schwere Kriegsschäden, so dass am Ende des Krieges nur

Joseph Cuypers (1861-1949): Jerusalemsleuchter aus St. Urban in Amstelveen (1889)
Was in Frankreich Eugène Viollet-le-Duc und in Deutschland Karl Friedrich Schinkel für den Historismus waren, repräsentiert in den Niederlanden Joseph Cuypers (1861-1949). Diese Persönlichkeiten waren Praktiker und Theoretiker; in ihrem künstlerischen Schaffen war Religion ein zentraler Referenzpunkt, ohne den man

Wilhelm Schiller: Hoffnungsfenster von St. Markus in Nürnberg-Gibitzenhof (1965)
Wie die meisten Kirchen Nürnbergs hat auch die evangelische Kirche St. Markus im Stadtteil Gibitzenhof im Zweiten Weltkrieg ihren gesamten Bestand an historischen Buntglasfenstern verloren. Nach der Beseitigung der schweren Zerstörungen vom 19. Oktober 1944 und der neuen Kircheneinweihung 1952

Ingrid Seddig (1926-2008): Altarkreuz der Lutherkirche Fellbach (1971)
In der evangelischen Lutherkirche in Fellbach bei Stuttgart befindet sich bereits ein Schalldeckel aus dem späten 17. Jahrhundert, dem einige Tore des Himmlischen Jerusalem aufgesetzt sind. Zu dieser Arbeit der Spätrenaissance kam viele Generationen später ein weiteres Kunstwerk, welches das

Ernst Alt (1935-2013): Tabernakel der Kirche St. Erasmus in Heusweiler-Eiweiler (1961)
Auf Anfrage ließ der Künstler zu diesem Tabernakel eine Reihe von Überlegungen zukommen, von denen einige zentrale herausgegriffen werden, die bewusst am Anfang stehen sollen:1. „Hier wurden bereits Überlegungen aufgegriffen, die vor der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils diskutiert wurden.

Heinz Heiber (1928-2003): Jerusalems-Plastik aus der Nikodemuskirche in Nürnberg (um 1995)
Die evangelische Nikodemuskirche entstand nach Plänen des Architekten Reinhold Büttner zwischen 1966 und 1968 in Nürnberg-Röthenbach. Der unverputzte, rote Backstein prägt den polygonalen Innenraum mit einem Dach in Zeltform und einem schalen umlaufenden Fensterband. Für die Innengestaltung stand der Bildhauer

Weltgerichte als Hinterglasmalerei, überwiegend Rumänien (19. Jh.)
Die Hinterglasmalerei kam im 19. Jahrhundert über Bayern und Niederösterreich nach Rumänien, vor allem in die Landesteile, die damals zur Doppelmonarchie Österreich-Ungarn gehörten. Hier in Rumänien wurde vor allem das Weltgericht gerne als Thema herangezogen, zahlreiche Arbeiten vor allem aus
Über mich
Dr. Claus Bernet
Um etwa 1990 begann ich, mich mit dem Thema Jerusalem zu beschäftigen. Die Stadt habe ich mehrfach bereist und Bücher zu diesem Thema verfasst; erwähnen sollte man vielleicht die Reihe „Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem“, den Band „Perlen des Neuen Jerusalem“ und meine Dissertation „Gebaute Apokalypse“. Zahlreiche Aufsätze erschienen immer wieder in Fachzeitschriften (Das Münster, Textilkunst International, Zeitschrift für Sepulkralkultur, u.v. a.). Mit meiner wissenschaftlichen Dokumentation von Jerusalems-Kunstwerken konnten bereits Ausstellungen und Museumskataloge unterstützt sowie Gemeinden bei der Anschaffung von geeigneten Kunstwerken beraten werden. Regelmäßig gebe ich auch Bildvorträge zu diesem Thema. Grundlage der Publikationen und der Bildvorträge sind meine fotografische Sammlung von inzwischen 6.000 Aufnahmen von Glasfenstern, Fresken, Mosaiken und anderen Kunstwerken.






