LETZTER BEITRAG

Anonymer Meister: Maria Immaculata als Kastenbild (um 1620)

Was das Himmlische Jerusalem angeht, ist dieses Malerei eine interessante Fassung, deren Anlage, geschweige denn Aussage, man erst Stück für Stück zu fassen vermag. Im mittleren Bildfeld erscheint eine exzellent ausgearbeitete Madonna im blau-roten Sternengewand, die auf einer Mondsichel schwebt. Um sie sind fast zwanzig ihrer Symbole gelegt, alle mit

Mehr lesen

Hovnatanian Jonathan (1730-1801): Ölgemälde der Maria Immaculata (1750-1800)

Die Familie Hovnatanyan war in Armenien über Jahrhunderte die einflussreichste und vor allem eine verzweigte Künstlerfamilie. Der Nachname leitet sich angeblich von Hovnatan ab, dem armenischen Äquivalent zu Jonathan. Die Wurzeln der Sippe liegen im 17. Jahrhundert im Dorf Shorot im Bezirk Yernjak in Nachitschewan (Autonome Republik Nachitschewan); im 19.

Mehr lesen

Matías Jimeno: Ölmalerei der Maria Immaculata (um 1625)

Die Malerei, selbst nicht signiert, wurde von Experten dem spanischen Maler Matías Jimeno (auch Ximeno) zugewiesen. Viel ist über Jimeno/Ximeno bislang nicht bekannt: Matías Jimeno war ein Schüler von Vincente Carducho und wirkte als kastilischer Maler um die Mitte des 17. Jahrhunderts. Diese Ölmalerei der Immaculata soll um 1625 entstanden

Mehr lesen

Bethune-Breviarium (um 1500)

Im Spätmittelalter kam das Motiv der Lauretanischen Litanei zunächst als Miniatur auf. Um 1500 fand das Werk Eingang in Druckausgaben, was wiederum die Voraussetzung bot für die weite Verbreitung dieses Motivs als Ölmalerei im 16. und 17. Jahrhundert. Danach stand fest: Die Maria Immaculata war eines der populärsten Bildmotive der

Mehr lesen

Hildegard Bienen (1925-1990): Chorfenster in St. Viktor in Birten (1968)

Die römisch-katholische Kirche zeichnet ein Phänomen aus, das bislang kaum einmal positiv herausgestellt wurde: Nach 1945 brachte sie große Sakralkünstlerinnen hervor, in Deutschland namentlich drei: Erentrud Trost, Else Hildegard Bircks und Hildegard Bienen (Reihenfolge ohne Wertung). Überspitzt könnte man sage: Hatte man als Frau ein besonderes religiöses Interesse, wurde man

Mehr lesen

Jakob Lederlein (1560-1600): „Naometria“ (1596) und „Nova Naometria“ (1604)

In der Frühen Neuzeit gibt es einen überschaubaren, aber hochinteressanten Kreis von Gelehrten, die sich mit der Apokalyptik, der Mathematik und der Naometria (der Tempelvermessungskunde) beschäftigten – nicht allein aus theologischer Perspektive, sondern auch aus naturwissenschaftlicher Sicht, oder dem, was man darunter im 16. und 17. Jahrhundert verstand. Simon Studion

Mehr lesen

Jean-Marc Cybart (1944-2019): Freimaurer-Karte (1985)

Jean-Marc Cybart (1944-2019) war ein Autor und Grafiker aus Niort in Frankreich. 1967 hatte er die humanistische Zeitschrift Americana gegründet. 2017 gab er zusammen mit S. Van Khache einen Bildband heraus, der Katzen und Freimaurertum miteinander in Beziehung brachte. Doch schon Jahrzehnte zuvor hatte sich Cybart mit dem Schottischen Ritus

Mehr lesen

Ausmalung der Friedhofskapelle St. Nikolaus in Dorchheim (um 1420)

Die um 1200 errichtete Friedhofskapelle St. Nikolaus in Dorchheim (Gemeinde Elbtal, Hessen) von hat über die Jahrhunderte hinweg mehrfache Umgestaltungen erlebt: So gab es einst einen Ostturm, dessen Reste man noch auf dem Dachboden erkennen kann. An der Nordseite befand sich ein Seitenschiff; angedeutete Rundbögen im heutigen Außenputz nehmen darauf

Mehr lesen

Johann Eberhard Ihle (1727-1814), Adam Ludwig Wirsing (1733-1797): Katholische Bibelausgabe (1763)

Die Bilderbibel „Historiae Biblicae“, die die Klauber-Brüder 1748 erstmals der Öffentlichkeit präsentierten, hatte auf die Kunstentwicklung einen gewaltigen Einfluss, mit den üppigen Rokoko-Illustrationen konnten Joseph und Johann Klauber ein Bedürfnis ihrer Zeit abdecken. Überall entstanden in den Folgejahren jetzt Klauber-Kopien. Auch für die Darstellung des Himmlischen Jerusalems lässt sich das

Mehr lesen

Wandfresko aus dem Kloster Schönau bei Strüth (1300-1350)

Das Kloster Schönau befindet sich entlegen im Taunus, die Mönche haben die Anlage bereits im frühen 19. Jahrhundert verlassen. Hunderte Jahre zuvor, im 13. und 14. Jahrhundert, war dieses Kloster ein wirtschaftliches und spirituell bedeutendes Zentrum, von dem aus dem Heilige Elisabeths von Schönau wirkte. Aus dieser Glanzzeit hat sich

Mehr lesen

Joseph Klauber (1710-1768) und Johann Klauber (1712-1787): Klostergründung von Radolfzell (um 1745)

Die Brüder Joseph (1710-1768) und Johann Klauber (1712-1787) zählten nicht nur in Augsburg im 18. Jahrhundert zu den führenden Künstlern, sondern sie operierten über die Landesgrenzen Bayerns hinaus – sie waren international anerkannte Künstler, die ein Netzwerk mit Agenturen unterhielten, das vom katholischen Polen bis zum katholischen Spanien ging. Während

Mehr lesen

Stundenbuch-Kalender aus MS Latin 919 (1409)

Das „Grandes heures de Jean de Berry“, auch als „Horae ad usum parisiensem“ bezeichnet, gehört zu den späten Arbeiten, die Der Herzog von Berry (1340-1416) in Paris in Auftrag gab. Es ist auf das Jahr 1409 datiert und befindet sich

Matteo da Milano (um 1440 – um 1520): Brevier des Ercole I. d’Este (1504)

Vor allem im späten 15. Jahrhundert entstand eine Darstellungsweise des Himmlischen Jerusalem, bei der eine gerundete Stadtmauer sich meist vollständig, oder doch annähernd komplett von links nach rechts zieht. Dadurch wird ein kleinerer Himmelsbereich oben von dem größeren irdischen Bereich

Jerusalems-Radleuchter aus der Walburgiskerk Zutphen (1395)

Der wichtigste Jerusalems-Radleuchter der Niederlande hängt in der Walburgiskerk von Zutphen (Provinz Gelderland, Niederlande); er inspirierte später Joseph Cuypers zu seinem Leuchter in der Urbanuskerk in Nes aan de Amstel. Weltweit ist der Leuchter aus der Walburgiskerk der Viertälteste, der

Georg K. Rohde (1874-1959): Jesus-Christus-Kirche in Bad Rothenfelde (1928)

Georg Karl Ernst Rohde (1874-1959) war ein norddeutscher Glasmaler, der seit 1906 in Bremen eine Werkstatt führte. Zuvor hatte er eine Lehre als Maler gemacht, dann die Kunstgewerbeschule in Oldenburg besucht, schließlich eine Gesellenzeit bei dem Kirchenmaler Lauterbach in Hannover verbrachte.

Über mich

Dr. Claus Bernet

Um etwa 1990 begann ich, mich mit dem Thema Jerusalem zu beschäftigen. Die Stadt habe ich mehrfach bereist und Bücher zu diesem Thema verfasst; erwähnen sollte man vielleicht die Reihe „Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem“, den Band „Perlen des Neuen Jerusalem“ und meine Dissertation „Gebaute Apokalypse“. Zahlreiche Aufsätze erschienen immer wieder in Fachzeitschriften (Das Münster, Textilkunst International, Zeitschrift für Sepulkralkultur, u.v. a.). Mit meiner wissenschaftlichen Dokumentation von Jerusalems-Kunstwerken konnten bereits Ausstellungen und Museumskataloge unterstützt sowie Gemeinden bei der Anschaffung von geeigneten Kunstwerken beraten werden. Regelmäßig gebe ich auch Bildvorträge zu diesem Thema. Grundlage der Publikationen und der Bildvorträge sind meine fotografische Sammlung von inzwischen 6.000 Aufnahmen von Glasfenstern, Fresken, Mosaiken und anderen Kunstwerken.

error: