
Wandmalerei „Weltgericht“ der Geburtskirche von Bagnot (1484)

Fresken aus Saint Martin in Nohant-Vic (Mitte 12. Jh.)

LETZTER BEITRAG
Wandmalerei „Weltgericht“ der Geburtskirche von Bagnot (1484)
Die Kirche von Bagnot, die später den Namen Geburtskirche (Église de la Nativité) bekam, wurde, so wird vermutet, durch Initiative des Herzogs von Burgund erbaut, der hier ein Jagdhaus unterhielt. Das würde auch die großflächigen

Gerard Horenbout, Sanders Bening: Stundenbuch für Johanna I. von Kastilien und Philipp des Schönen (1496-1506)
Das Stundenbuch für Johanna I. von Kastilien, die Wahnsinnige, und Philipp, der Schöne, wurde zwischen 1496 und 1506 in den Spanischen Niederlanden, in Brügge oder in Gent, angefertigt. Mitte des 19. Jahrhunderts gehörte der Kodex zur Sammlung von Baron Ferdinand James Anselm de Rothschild (1839-1898). Der Baron vermachte das Stundenbuch

Schwarzaugenmeister: Stundenbuch MS KW 76 G 16 (um 1495)
Der Schwarzaugenmeister (bzw. sein Umkreis) ist bekannt für Weltgerichtsdarstellungen, die die Werkstatt dieses Meisters anscheinen in Serie verließen. Diese Fassung wird einige Jahre später als Codex 1117, MS S.1 Morgan und KB 76 G 9, steht aber in Qualität den vorangegangenen Ausgaben in Nichts nach. Große Ähnlichkeit mit KB 76

Schwarzaugenmeister: Utrechter Stundenbuch MS S.1 Morgan (um 1495)
Diese Miniatur S.1 Morgan ist eine gängige Weltgerichtsfassung mit Christus über einer Hölle (rechts) und dem Neuen Jerusalem (links). Ähnlichkeiten bestehen vor allem mit MS 76 G 9, so findet man auf beiden Miniaturen einen blauen, leicht gekräuselten Wolkenhimmel, Christus auf einem sehr dünnen, fast zerbrechlichen Regenbogen, stets mit Lilie

Gründungsurkunde der „Bruderschaft der Elenden Seelen in der Buurkirche“: Weltgericht (1436)
Um das Jahr 1500 gab es in Utrecht etwa einhundert Bruderschaften. Für eine Bevölkerung von damals 20.000 Bewohnern ist das eine beachtliche Zahl. Die Vorteile, einer solchen Organisationsform anzugehören, waren beträchtlich: Bruderschaften im Mittelalter waren religiös geprägte Gemeinschaften von Laien und Geistlichen, die sich für Frömmigkeit, Nächstenliebe und gegenseitige Hilfe

Hildegard Bienen (1925-1990): Chorfenster St. Joseph in Kassel (1979)
Hildegard Bienen (1925-1990) befand sich Ende der 1970er Jahre auf dem Zenit ihrer Schaffenskraft, allein 1979 arbeitete sie am Fensterzyklus für St. Antonius in Oberhausen-Alstaden, an den Kreuzwegstationen für St. Barbara in Oberhausen und den Fenstern der neuen Friedhofshalle an ihrem Wohn- und Arbeitsort Marienthal. Dennoch fand sie die Zeit,

Else Hildegard Bircks (1903-1994): Kapelle St. Lioba auf dem Kupferberg bei Detmold (1988)
Else Hildegard Bircks (1903-1994) aus Heidenoldendorf bei Detmold war im 20. Jahrhundert neben Erentrud Trost die zweite große Glasbildnerin für römisch-katholische Kirchen in Westdeutschland. Auch als Buchillustratorin und Kirchenmalerin trat sie in Erscheinung. Ihr Leben wie ihr Werk war stark vom Religiösen geprägt, sie leistete die Gelübde des römisch-katholischen Säkularinstitus

Agnes Mann (1907-1994): Fensterwand in Heilig Geist in Vellmar (1977)
Für die Gesamtverglasung von Heilig Geist in Vellmar (Nordhessen bei Kassel) wurde Agnes Mann (1907-1994) beauftragt. Die beiden zwanzig Meter langen Fensterfronten dürfen als Hauptwerk dieser Künstlerin gelten. Nur durch solche Großaufträge konnte man damals überhaupt von der Sakralkunst leben, war aber zumeist von einem Bistum bzw. seinem Kunstbeauftragten abhängt.

Joachim Spiess (1930-1994): Portalschmuck der Liebfauenkirche in Marburg (1963)
Anfang der 1960er Jahre wurde auf einem 10.000 Quadratmeter großem Areal im Süden von Marburg die Liebfrauenkirche, ein dazugehöriges Pfarrhaus, der Gemeindesaal und der der Neubau eines Säuglings- und Kinderheims errichtet, das von Vinzentinerinnen aus Fulda betreut wurde. Es war das dritte römisch-katholische Pfarrzentrum der Stadt. Die neue Kirche wurde

Jorda: Türgriffe der Kirche St. Nikolaus in Oberzwehren (1959)
1959 wurde eine neue Kirche zur Versorgung der Katholiken in Kassel-Oberzwehren errichtet. Sie wurde dem damals populären Eremiten St. Nikolaus von Flüe geweiht, auf den auch bei der Innengestaltung, etwa der Fenster, Bezug genommen wurde. Im Eingangsbereich griff man dagegen auf ein traditionelles Bildsymbol zurück, was in vielen Kirchen seit

Schwibbögen mit Himmelspforte aus dem Erzgebirge (ab 1990er Jahre)
Als „Schwibbogen“ bezeichnet man einen hölzernen oder metallenen Lichterbogen aus dem Erzgebirge, wo diese seit Mitte des 18. Jahrhunderts ein fester Bestandteil der Volkskunst sind. Der Name leitet sich von der Form eines Schwebe- oder Strebebogens ab, wie er sich in ähnlicher Form in der Architektur wiederfindet. Durch seine äußere

Weltalter-Darstellungen aus „Breviari d’Amor“ (14. Jh.)
Einige mittelalterliche Miniaturen zeigen das christliche Konzept der sechs Weltalter (sex aetates mundi). Es ist eine historische Periodisierung, die von dem Kirchenlehrer Augustinus von Hippo entwickelt wurde und die mittelalterliche Zeitvorstellung prägte. Die sechs Weltalter finden so ihre Entsprechung in angeblich sechs menschlichen Altersstufen (den sechs Lebensaltern) und in den

Magdalena Hofmann-Soare: Jerusalem-Textilarbeiten (1992, 1993, 2003) und Bronzeglocke (2004)
Im Jahr 1992 entstand „Das Neue Jerusalem“ als Wandbehang durch die deutsch-rumänische Künstlerin Magdalena Hofmann-Soare. Das Orange des Hintergrunds spielt an die erleuchtete Herrlichkeit Gottes und das Blau der Linienführung an das Wasser des Lebens an. Die Linien ergeben ein Quadrat, das an den vier Seiten so stark ausbuchtet, dass

Franz Heilmann (1921-1981): Ehemalige St. Norbert in Lünen (1965)
Der Glasmaler Franz Heilmann (1921-1981) aus Borghorst hatte 1964 die Verglasung von St. Marien in Bad Lippspringe übernommen, schon Monate darauf folgte der Auftrag für einen weiteren römisch-katholischen Kirchenneubau: St. Norbert als Viereckbau mit sechseckigem Zeltdach in Lünen, am Rande des nördöstlichen Ruhrgebiets. Hier arbeitete Heilmann mit der Glasmanufaktur Wilhelm

Karapet Malkhas: Bucheinband aus Armenien (1698)
Viele mittelalterliche und frühneuzeitliche Bibelausgaben besaßen prachtvolle Einbände, nicht selten aus Gold und Silber profiliert und mit farbigen Edelsteinen verziert. Bereits diese Materialwahl regte dazu an, das Himmlische Jerusalem bildlich mit einzubeziehen. Nur wenige dieser Originaleinbände haben sich erhalten: -In Museen betrachtete man sie lange als unpassend und ahistorisch, da

MS Nouvelle Acquisition 3093: „Les Très Riches Heures du Duc de Berry“ (1380-1412)
Das Bild zeigt eine Miniaturmalerei aus dem späten 14. oder frühen 15. Jahrhundert, die fälschlich als „Der Garten Eden“ oder „Das Paradies“ bekannt ist. Es wurde von den niederländischen Miniaturmalern, den Gebrüdern Limburg (Paul, Jean und Herman) sowie weiteren Meistern über einen längeren Zeitraum von etwa 1380 bis 1412 (die

Hildegard Bienen (1925-1990): Kirche St. Johannes Bosco in Lohfelden (1978)
Auf einer Anhöhe von Lohfelden südlich von Kassel glaubt man fast bereits das Himmlische Jerusalem vor sich zu haben, so kann die gewaltige Anlage von Kirche, Gemeindehaus und freistehendem Turm beeindrucken. Das umso mehr, wenn man sich vergegenwärtigt, dass es

Alois Plum (1935-2024): Verglasung von Herz-Jesu in Kassel-Niederzwehren (1984)
Alois Plum, ein Glaskünstler aus Mainz, hat zu Beginn der 1980er Jahre bis in 1990er Jahre eine Serie von ähnlichen Glasmalereien des Himmlischen Jerusalem geschaffen. Bei dieser wird die Stadt als rotgelber Lichtkreis dargestellt, mittels großer, ineinander greifender Bahnen. Diese

Weltgericht aus St. Petri Thronfeier und St. Bartholomäus in Weisbach (um 1470)
Den Ort Weisbach gibt es in Deutschland drei Mal. Hier geht es um die unterfränkische Ansiedlung aus dem 13. Jahrhundert in der Rhön. Der Name der dortigen römisch-katholischen Kirche setzt sich aus zwei Aposteln zusammen und ist in dieser Kombination

Hermann Wirth (1900-1973): Wandmalerei aus St. Franz-Xaver in Arzell (1948)
Sakralkunst aus den 1930er Jahren ist in Deutschland immer schwerer zu finden, für das Bildmotiv des Neuen Jerusalem gilt das im Besonderen. In der ersten Hälfte der 1930er Jahre verhinderten ökonomische Zwänge die Bautätigkeit, in der zweiten Hälfte politische Erschwernisse.

Else Hildegard Bircks (1903-1994): Vorraum der Kirche St. Hubertus in Oberrode (1964)
Im Frühjahr 1964 kam es zur Verglasung der neu errichteten Kirche St. Hubertus in Oberrode bei Fulda. Das dortige Bistum beauftragte Else Hildegard Bircks (1903-1994) mit der Gestaltung eines Vorraums zur eigentlichen Kirche. In ihrem Schaffen war es die erste

David Hetland (1947-2006): Kapelle des Riverview Place in Fargo (1987)
Riverview Place in Fargo (Nort Dakota), zu dem auch eine Kapelle für die Seniorenwohnanlage gehört, wurde von den Presentation Sisters gegründet. Die Einrichtung wurde zur Bereitstellung von Wohnraum und Pflege entwickelt und verfügt über eine Kapelle als Teil ihres Dienstes.
Über mich
Dr. Claus Bernet
Um etwa 1990 begann ich, mich mit dem Thema Jerusalem zu beschäftigen. Die Stadt habe ich mehrfach bereist und Bücher zu diesem Thema verfasst; erwähnen sollte man vielleicht die Reihe „Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem“, den Band „Perlen des Neuen Jerusalem“ und meine Dissertation „Gebaute Apokalypse“. Zahlreiche Aufsätze erschienen immer wieder in Fachzeitschriften (Das Münster, Textilkunst International, Zeitschrift für Sepulkralkultur, u.v. a.). Mit meiner wissenschaftlichen Dokumentation von Jerusalems-Kunstwerken konnten bereits Ausstellungen und Museumskataloge unterstützt sowie Gemeinden bei der Anschaffung von geeigneten Kunstwerken beraten werden. Regelmäßig gebe ich auch Bildvorträge zu diesem Thema. Grundlage der Publikationen und der Bildvorträge sind meine fotografische Sammlung von inzwischen 6.000 Aufnahmen von Glasfenstern, Fresken, Mosaiken und anderen Kunstwerken.



