LETZTER BEITRAG
Glasmalerei aus der Kathedrale von Sens (1205-1215)
Die römisch-katholische Kathedrale von Sens in Burgund ist einer der ersten sakralen Großbauten der Gotik, was nicht nur für die Fassade, sondern auch die Glasmalereien im inneren gilt. Der gesamte Raum ist mit hochwertigen Malereien

Ortensio Bruni: U-Immaculata aus San Gregorio in Atri di Cascia (18. Jh.)
Innerhalb der Vielzahl von Immaculata-Ölmalereien lässt sich eine spezifische Untergruppe ausmachen. Bei dieser Gruppe ist die Marienfigur klar durch ein Wolkenband abgegrenzt von den sie umgebenden Symbolen. Die Umrisse dieses Bandes ergeben den Buchstaben „U“, und solche U-Madonnen lassen sich schon im 17. Jahrhundert nachweisen, etwa von dem italienischen Renaissance-Meister

Theodor Galle (1571-1633): „Tota Pulchra“ (um 1600)
Theodor Galle (1571-1633) war ein Kupferstecher des Frühbarock, der aus einer niederländischen Künstlerfamilie stammte: Er war der Sohn des Zeichners Philippus Galle und der Bruder von Cornelius Galle d. Ä., dem erfolgreichsten Kupferstecher dieser Familie. Theodor Galle machte erst eine Lehre bei seinem Vater, hielt sich dann in Rom auf

Anonyme Darstellungen der Maria Immaculata (20. und 21. Jh.)
Das 20. Jahrhundert war keine große Zeit der Maria-Immaculata-Darstellungen mehr – man findet eigentlich nichts, was es nicht schon im 17., 18. oder 19. Jahrhundert gegeben hat. Die Klöster und Kirchen waren inzwischen ausreichend mit diesem Bildmotiv ausgestattet, so dass sich der Bedarf verschob. Die wenigen anonym entstandenen Arbeiten wurden

José de Ibarra (1688-1756): Maria Immaculata in San Francisco von Guadalajara (um 1750)
Neben Juan Rodríguez Juárez (1675-1728) und Cristóbal de Villalpando (ca. 1649-1714) zählt José de Ibarra zu den bedeutendsten Malern Neuspaniens der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Hauptgegenstand, der damals überhaupt zahlreichen Malern eine Existenz ermöglichte, waren die Ölmalereien der Maria Immaculata für die expandierenden Kirchen und Klöster. Sowohl Juárez, de

„Maler von El Tocuyo“ und Nachfolger: Immaculata-Malereien (um 1700)
Der Begriff „Maler von El Tocuyo“ bezieht sich auf einen anonymen Kolonialkünstler, der im späten 17. Jahrhundert in El Tocuyo, im heutigen Venezuela, tätig war. Nachgewiesen, hauptsächlich dank der Studien von Alfredo Boulton, ist er dort zwischen etwa 1682 und 1702. Der Maler von El Tocuyo ist heute in Fachkreisen

J. Buckley, S. Allen: „Pilgrim’s Progress“ (1864)
In einem Sammelband der besten und bekanntesten Geschichten von John Bunyan durfte „Pilgrim’s Progress“ selbstverständlich nicht fehlen. Ein solcher Sammelband mit dem vollständigen Titel „Bunyan’s choice works. The pilgrims’s progress, the holy war, the barren fig tree, grace abounding to the chief of sinners, and heart’s ease and heart trouble“

John G. Hall (1916-2014): „Der ewige Plan Gottes“ (1957)
Der Prediger der Pfingstbewegung, John George Hall (1916-2014), war in den USA zu seiner Zeit ein entschiedener Vertreter des Dispensationalismus, also einer bestimmten Bibelauslegung, die die Geschichte als eine Abfolge von verschiedenen Epochen oder Zeitaltern betrachtet, in denen Gott auf unterschiedliche Weise mit der Menschheit umgeht bzw. diese mit ihm.

Blockbuch „Der Antichrist und die fünfzehn Zeichen“ (um 1460)
Die Blockbücher (auch seltener Holzschnittbücher) sind ein durch Holzstöcke gedrucktes Buch. Das Druckverfahren läutete bereits die Reformation und die Frühe Neuzeit ein, die formale Gestaltung vieler Bildkonzeptionen war noch dem Mittelalter verhaftet. Das gilt für die Darstellungen des Himmlischen Jerusalem, die in diesen Büchern im Kontext eines Weltgerichts erscheinen konnten.

Schwarzaugenmeister: Stundenbuch MS M.1078 (um 1495)
An dieser Miniatur waren mindestens zwei Maler beteiligt: Ein Spezialist für Stillleben, der sich auf die Lilien, den Schmetterling und die Vögel in der Rahmung konzentrieren konnte, und der Schwarzaugenmeister (bzw. seine Werkstatt), der die Szene mit dem Weltgericht ausführte. Rahmen und Bild sind hier vom Umfang und von der

Rauner Special Collections Library: Flämisches Stundenbuch (um 1430)
Die Ornamentik des Hintergrundes dieser Miniatur verweist auf eine Gründungsurkunde einer Utrechter Bruderschaft von 1436. Zu dieser scheint eine besondere Beziehung zu bestehen, denn auf beiden spätmittelalterlichen Miniaturen findet man auch die markanten Köpfe der aus den Gräbern Auferstandenen, zusätzlich ist auf beiden Werken das Himmlische Jerusalem goldfarben eingefasst, was

Azariah Mbatha (1941-2018): Linolschnitt „Gott begegnen im Fremden“ (1994)
Der südafrikanische Künstler Azariah Mbatha (1941-2018) hatte 1994 einen Linolschnitt geschaffen, von Beginn an in Zusammenarbeit mit der katholischen Organisation Misereor. Das Thema war Fremdheit und Gastfreundschaft; ganz bewusst sollte die Arbeit mit dem Titel „Gott begegnen im Fremden“ „afrikanisch“ wirken und damit bestimmte Erwartungshaltungen und Bedürfnisse in Deutschland abdecken.

Gerard Horenbout, Sanders Bening: Stundenbuch für Johanna I. von Kastilien und Philipp den Schönen (1496-1506)
Das Stundenbuch für Johanna I. von Kastilien, die Wahnsinnige, und Philipp, den Schönen, wurde zwischen 1496 und 1506 in den Spanischen Niederlanden, in Brügge oder in Gent, angefertigt. Mitte des 19. Jahrhunderts gehörte der Kodex zur Sammlung von Baron Ferdinand James Anselm de Rothschild (1839-1898). Der Baron vermachte das Stundenbuch

Schwarzaugenmeister: Stundenbuch MS KW 76 G 16 (um 1495)
Der Schwarzaugenmeister (bzw. sein Umkreis) ist bekannt für Weltgerichtsdarstellungen, die die Werkstatt dieses Meisters anscheinend in Serie verließen. Diese Fassung wird einige Jahre später als Codex 1117, MS S.1 Morgan und KB 76 G 9, steht aber in Qualität den vorangegangenen Ausgaben in nichts nach. Große Ähnlichkeit mit KB 76

Schwarzaugenmeister: Utrechter Stundenbuch MS S.1 Morgan (um 1495)
Diese Miniatur S.1 Morgan ist eine gängige Weltgerichtsfassung mit Christus über einer Hölle (rechts) und dem Neuen Jerusalem (links). Ähnlichkeiten bestehen vor allem mit MS 76 G 9, so findet man auf beiden Miniaturen einen blauen, leicht gekräuselten Wolkenhimmel, Christus auf einem sehr dünnen, fast zerbrechlichen Regenbogen, stets mit Lilie

Gründungsurkunde der „Bruderschaft der Elenden Seelen in der Buurkirche“: Weltgericht (1436)
Um das Jahr 1500 gab es in Utrecht etwa einhundert Bruderschaften. Für eine Bevölkerung von damals 20.000 Bewohnern ist das eine beachtliche Zahl. Die Vorteile, einer solchen Organisationsform anzugehören, waren beträchtlich: Bruderschaften im Mittelalter waren religiös geprägte Gemeinschaften von Laien und Geistlichen, die sich für Frömmigkeit, Nächstenliebe und gegenseitige Hilfe

Stundenbuch-Kalender aus MS Latin 919 (1409)
Das „Grandes heures de Jean de Berry“, auch als „Horae ad usum parisiensem“ bezeichnet, gehört zu den späten Arbeiten, die Der Herzog von Berry (1340-1416) in Paris in Auftrag gab. Es ist auf das Jahr 1409 datiert und befindet sich

Agnes Mann (1907-1994): Ehemalige Hauskapelle der Hünfelder Oblaten in Mainz-Hartenberg (um 1966)
Ein nicht mehr erlebbares Kunstwerk ist die Glaswand in der ehemaligen Hauskapelle der Hünfelder Oblaten. Wenn auch das Original verloren ist, so existieren doch eine sehr genau Entwurfszeichnung, die nun in den Status eines Originals aufgerückt ist. Das wertvolle Unikat

Matteo da Milano (um 1440 – um 1520): Brevier des Ercole I. d’Este (1504)
Vor allem im späten 15. Jahrhundert entstand eine Darstellungsweise des Himmlischen Jerusalem, bei der eine gerundete Stadtmauer sich meist vollständig, oder doch annähernd komplett von links nach rechts zieht. Dadurch wird ein kleinerer Himmelsbereich oben von dem größeren irdischen Bereich

Jerusalems-Radleuchter aus der Walburgiskerk Zutphen (1395)
Der wichtigste Jerusalems-Radleuchter der Niederlande hängt in der Walburgiskerk von Zutphen (Provinz Gelderland, Niederlande); er inspirierte später Joseph Cuypers zu seinem Leuchter in der Urbanuskerk in Nes aan de Amstel. Weltweit ist der Leuchter aus der Walburgiskerk der Viertälteste, der

Manfred Espeter (1930-1992): Eingangsfenster von St. Franziskus in Reckenfeld (1970)
Die Bauernschaft Reckenfeld bei Greven im westlichen Niedersachsen besitzt eine für den Ort ungewöhnlich große Kirche mit dem Namen St. Franziskus. Das katholische Bauwerk setzt sich aus zwei Teilen zusammen: aus der 1936 errichteten zweischiffigen Staffelhalle mit einem breiten Fassadenturm

Georg K. Rohde (1874-1959): Jesus-Christus-Kirche in Bad Rothenfelde (1928)
Georg Karl Ernst Rohde (1874-1959) war ein norddeutscher Glasmaler, der seit 1906 in Bremen eine Werkstatt führte. Zuvor hatte er eine Lehre als Maler gemacht, dann die Kunstgewerbeschule in Oldenburg besucht, schließlich eine Gesellenzeit bei dem Kirchenmaler Lauterbach in Hannover verbrachte.
Über mich
Dr. Claus Bernet
Um etwa 1990 begann ich, mich mit dem Thema Jerusalem zu beschäftigen. Die Stadt habe ich mehrfach bereist und Bücher zu diesem Thema verfasst; erwähnen sollte man vielleicht die Reihe „Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem“, den Band „Perlen des Neuen Jerusalem“ und meine Dissertation „Gebaute Apokalypse“. Zahlreiche Aufsätze erschienen immer wieder in Fachzeitschriften (Das Münster, Textilkunst International, Zeitschrift für Sepulkralkultur, u.v. a.). Mit meiner wissenschaftlichen Dokumentation von Jerusalems-Kunstwerken konnten bereits Ausstellungen und Museumskataloge unterstützt sowie Gemeinden bei der Anschaffung von geeigneten Kunstwerken beraten werden. Regelmäßig gebe ich auch Bildvorträge zu diesem Thema. Grundlage der Publikationen und der Bildvorträge sind meine fotografische Sammlung von inzwischen 6.000 Aufnahmen von Glasfenstern, Fresken, Mosaiken und anderen Kunstwerken.






