
Wandmalerei „Weltgericht“ der Geburtskirche von Bagnot (1484)

Fresken aus Saint Martin in Nohant-Vic (Mitte 12. Jh.)

LETZTER BEITRAG
Wandmalerei „Weltgericht“ der Geburtskirche von Bagnot (1484)
Die Kirche von Bagnot, die später den Namen Geburtskirche (Église de la Nativité) bekam, wurde, so wird vermutet, durch Initiative des Herzogs von Burgund erbaut, der hier ein Jagdhaus unterhielt. Das würde auch die großflächigen

Orthodoxes Weltgericht aus Detroit (1925)
Diese Ölmalerei ist eines der wenigen Weltgerichte des 20. Jahrhunderts. Es zeigt in der Mitte die Auferstehung der Toten. Diese werden zum Teil von Teufeln nach unten gerissen, wo Menschen in unterirdischen Höllenfeuern brennen. Anderen Menschen gelingt es, zum Teil mit Unterstützung von Engeln, in die obere Himmelswelt zu kommen.

Andreas Walsperger: Pal. Lat. 1362: Weltkarte (1448)
Es gibt gute Gründe, diese Stadtdarstellung als Himmlisches Jerusalem anzusehen. Das sind an erster Stelle die drei gewaltigen Rundbogentore an der Frontseite zum Betrachter hin. An den Seiten erheben sich in den Ecken runde Türme. Es sind insgesamt vier Türme, zwischen denen die Stadtmauer mit den Toren verläuft, demnach wäre

Weltgericht aus dem „Roten Hamburger Stadtbuch“ (1306)
Mehr als 700 Jahre alt ist das sogenannte „Rote Hamburger Stadtbuch“, welches von 1301 bis 1306 geführt wurde. Es beinhaltet stadtrechtliche Angelegenheiten, vor allem Gesetze der Stadtregierung aus dem 13. Jahrhundert, die hier niederdeutscher Sprache zusammengefasst wurden. Es gilt als erste überlieferte Stadtrechtaufzeichnung der Stadt Hamburg. „Rot“ wird er nicht

Spanischer Georgs-Retabel (17. Jh.)
Diese frühneuzeitliche Ölmalerei ist ein Teil eines einst größeren Retabels aus einem römisch-katholischen Kloster der Gegend um Valencia. Ein Maler oder die näheren Hintergründe der Entstehung sind nicht bekannt, auch die Echtheit ist nicht verbürgt. Die Tafel hat eine klare Zweiteilung, was typisch für Altäre dieser Epoche und Region ist.

Jean Gerson (1363-1429): „Ars Moriendi“ (1514)
Neben den opulenten Farbsymphonien wie in Stundenbüchern, wo das Neue Jerusalem seine volle Schönheit entfalten konnte, kennt das späte Mittelalter auch das Gegenteil: Extrem einfache, farblose Zeichnungen, die in wenigen Minuten entstanden sind. Dennoch erforderte die Bildkonzeption auch hier Wissen und Können. Eine bemerkenswerte Illustration ist das Titelblatt von Jean

Hieronymus Bosch (um 1450-1516), Cornelius Cort (1533-1578): „Letztes Gericht“ (um 1555)
Um 1555 wurde erstmals im Verlag des Michiel Snyders das von Cornelius Cort (1533-1578) in Antwerpen gestochene Bild veröffentlicht, welches wahlweise als „Die Endzeit, Himmel und Hölle“ oder kurz „Jüngstes Gericht“ tituliert wird. Um 1600 erschien eine zweite Auflage, was die Popularität dieses Bildes mit seinen surrealen Monstern, Dämonen und

Anonymes Allerheiligenbild (um 1680)
„Die Herrschaft des Himmels“ ist ein anonymes Allerheiligenbild aus dem späten 17. Jahrhundert, einer Zeichnung auf Basis von grauer Tinte. Wir erkennen zunächst eine Stadtmauer, aber in ungewöhnlicher, unrealistischer Ausführung: Links sieht man erst die Hälfte einer klassizistischen Pforte, dann ein Stück glatte, ungeschmückte Mauer. Diese läuft zunächst horizontal, um

Anton Ginther (1655-1725): „Mater Amoris Et Doloris“ (1711)
Zu sehen ist eine Hand, die aus Wolken heraus mit einem Schlüssel ein Schloss einer Pforte öffnet. Die Hand gehört nicht zu Petrus, dem Himmelspförtner, sondern es ist die Hand Gottes, die seit dem frühen Mittelalter mit der Stadt Gottes in Verbindung gebracht wird. Die Pforte besteht aus zwei Flügeln

Illustration „Verkündet! Verkündet! Verkündet!“ der Zeugen Jehovas (1924)
Die Zeitschrift „The Watchtower“ (vollständig: „The Watchtower Announcing Jehovah’s Kingdom“) ist die zentrale religiöse Zeitschrift der Religionsgemeinschaft der Zeugen Jehovas. Zählt man die Auflagen in verschiedenen Sprachen zusammen, soll es die auflagenstärkste Zeitschrift der Welt sein. Umso einflussreicher sind die darin enthaltenen Darstellungen, die auch in andere Konfessionen hinüberwirkten. Das

Armenbibel Codex Palatinus Latinus 871 (um 1425)
Der Codex Palatinus latinus 871 ist eine Bilderhandschrift im Besitz der Biblioteca Apostolica Vaticana. Das Werk ist auch eine frühe Biblia Pauperum, eine Armenbibel, obwohl sich auch Arme im Mittelalter eine solche Bibel keineswegs leisten konnten. Der Begriff ist unglücklich gewählt, eigentlich müssten sie Reichenbibeln heißen: Da sie wenig Text

Cornelis Galle I, der Ältere (1576-1655): „Regia via Crucis“ (1635)
„Regia via Crucis“ erschien im Jahr 1635. Es ist ein Werk von Benedictus van Haeften (1588-1648), Propst der Benediktinerabtei Affligem (Brabant) und Autor zahlreicher religiöser Werke. In dieser Schrift beförderte er die Gegenreformation, erneuerte das Klosterleben und gründete die belgische Kongregation der Präsentation der Jungfrau Maria. Der Mönch war auch

Mario Zampini (1905-1963): „Albo Benedettino“ (1922)
„Albo benedettino, con cenni storici su San Benedetto di Alice De Micheli“ ist ein Kunstband, den Mario Zampini mit schwarzweißen Zeichnungen ausgestattet hat. Der Verlag Bozzo e Coccarello aus Genua startete 1922 eine Auflage von 500 nummerierten Exemplaren. Es geht darin um das Leben des Benedetto da Norcia, bekannt als

Medaille von 1675 in Gedenken an das Jubeljahr (1675)
1675 fand in Rom unter Papst Clemens X. wieder einmal ein Jubeljahr statt. Höhepunkt war der symbolische Hammerschlag an die vermauerte Pforte, deren Niederreißen und eine anschließende erste Jubelmesse im Petersdom. Eine von mehreren Erinnerungsmedaillen, die der Vatikan aus diesem Anlass prägen ließ, zeigt auf dem Avers das Konterfeit des

MS Add 15243: Mittelalterliche Apokalypsehandschrift (um 1360)
Diese mittelalterliche Miniatur zeigt eine Stadt, die als Neues Jerusalem gedeutet wird. Sie besitzt zwölf ähnliche Türme: massive Mauern, oben ein auskragender Zinnenkranz, besetzt jeweils mit einem männlichen Wächter. Es sind mit ihren vergoldeten Heiligenscheinen die zwölf Apostel, deren Gesten verraten, dass sie in einer eifrigen Diskussion verfangen sind. Vor

Konrad Heinrich Büttgenbach (1870-1939): Brettspiel „Die Reise ins Himmelsreich“ (um 1900)
Die Kaiserzeit war Brettspielzeit – niemals zuvor und nie wieder danach wurde mit immer neuen Spielen so viel Zeit verbracht. Die industrielle Revolution machte die Massenproduktion möglich, die Urbanisierung stellte Spieler und Spielerinnen bereit, in allen großen Städten gab es um 1900 Spielvereine und eine Kneipenkultur, bei der Skat, Schach,

David Hetland (1947-2006): Bethlehem Lutheran Church in Fergus Falls (1993)
Dieses Fenster war ein Auftragswerk einer US-amerikanischen protestantischen Gemeinde aus dem Jahr 1993. Es gibt einen Klappentext auf einer Grußkarte, der die Fensterkunst auf dem Cover zeigt, übersetzt lauten die Zeilen: „Auf dem Umschlag ist die Darstellung eines Buntglasfensters zu

David Hetland (1947-2006): Seitenfenster der Lutheran Church of the Cross (2000-2001)
Die lutherische Kreuzkirche (LCC) in West Fargo, North Dakota, wurde ab 1982 erbaut, die Gemeinde war kurz zuvor 1981 offiziell gegründet worden. Zu den wichtigsten Meilensteinen zählen die Einweihung des ökumenischen Glockenturms im Jahr 1987 und des Cross Way Centers

Karl Alexander Dedy (1935-2020): Fenster aus der Kapelle des St. Josefshauses in Refrath (1986)
Das St. Josefshaus ist ein Altenheim mit vollstationärer Pflege in Refrath, einem Stadtteil von Bergisch Gladbach. 1954 war das Haus von den Pallottinerinnen gegründet worden und es befindet sich heute in der Trägerschaft der Altenhilfe St. Marien gGmbH.Hinter der Empore,

„Das Leben und der Bericht über Wunder des heiligen Basilius sowie der Vision seines Schülers Gregors“ aus Moskau (1912)
„Das Leben und der Bericht über Wunder des heiligen Basilius sowie der Vision seines Schülers Gregors“ erschien 1912 in Moskau. Es war ein Projekt der christlichen Druckerei des Preobraschenski-Almosenhaus, dem spirituellen Zentrum der altgläubigen Kultur der Fedoseyevo-Gemeinde seit dem frühen

Gury Nikitin (um 1620-1691): Fresken im Dreifaltigkeitskloster Danilov in Pereslawl (1661-1668)
Eine der ersten großen Aufträge des russischen Malers Gurij (Gury) Nikitin war die Ausschmückung des Danilov-Klosters der Heiligen Dreifaltigkeit in Pereslawl (auch Dreifaltigkeitskloster Danilov). Danilov bezieht sich dabei auf den Heiligen Daniel, dessen 1652 entdeckten Reliquien in der Kathedrale aufbewahrt

Escudos de Monja (Nonnenschilder) aus Mexiko (17. Jh.)
„Escudos de Monja“ gab es in Deutschland kaum, daher fehlt auch eine gängige Bezeichnung. Wortwörtlich heißt es aus dem Spanischen übersetzt „Nonnenschild“ oder „Nonnenabzeichen“. Es waren kleine Medaillons von etwa zehn Zentimetern im Durchmesser mit einer frommen Malerei, fast immer
Über mich
Dr. Claus Bernet
Um etwa 1990 begann ich, mich mit dem Thema Jerusalem zu beschäftigen. Die Stadt habe ich mehrfach bereist und Bücher zu diesem Thema verfasst; erwähnen sollte man vielleicht die Reihe „Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem“, den Band „Perlen des Neuen Jerusalem“ und meine Dissertation „Gebaute Apokalypse“. Zahlreiche Aufsätze erschienen immer wieder in Fachzeitschriften (Das Münster, Textilkunst International, Zeitschrift für Sepulkralkultur, u.v. a.). Mit meiner wissenschaftlichen Dokumentation von Jerusalems-Kunstwerken konnten bereits Ausstellungen und Museumskataloge unterstützt sowie Gemeinden bei der Anschaffung von geeigneten Kunstwerken beraten werden. Regelmäßig gebe ich auch Bildvorträge zu diesem Thema. Grundlage der Publikationen und der Bildvorträge sind meine fotografische Sammlung von inzwischen 6.000 Aufnahmen von Glasfenstern, Fresken, Mosaiken und anderen Kunstwerken.



