
Wandmalerei „Weltgericht“ der Geburtskirche von Bagnot (1484)

Fresken aus Saint Martin in Nohant-Vic (Mitte 12. Jh.)

LETZTER BEITRAG
Wandmalerei „Weltgericht“ der Geburtskirche von Bagnot (1484)
Die Kirche von Bagnot, die später den Namen Geburtskirche (Église de la Nativité) bekam, wurde, so wird vermutet, durch Initiative des Herzogs von Burgund erbaut, der hier ein Jagdhaus unterhielt. Das würde auch die großflächigen

Matthias Gerung (1500-1570): Holzschnitt „Tod und Erlösung“ (um 1558)
Es handelt sich bei dieser Arbeit um einen Holzschnitt ohne eigene Beschriftung, er hat wahlweise den Titel „Tod und Erlösung“ oder „Der Sensenmann“ bekommen. Anhand des Monogramms (ein ineinander geschobenes „M“ und „G“ auf dem Wolkenband) ist die Arbeit eindeutig Matthias Gerung (1500-1570) zugewiesen. Das Interesse des Reformationskünstlers an der

Monvaerni: Emaille-Plakette aus Limoges (um 1500)
Bei der Tafel (12 x 15 Zentimeter) handelt es den mittleren Teil eines Triptychon, dessen Seitenfügel verloren gingen oder nie angefertigt wurden. Die Arbeit aus lackiertem Emaille und gebranntem Kupfer stammt aus dem Atelier von Monvaerni. Über diesen wissen wir nicht viel. Monvaerni ist das Pseudonym für einen anonymen Künstler,

María Gerarda Arocha Yánez: Schmuckkreuz aus Venezuela (1999)
Schmuck- und Altarkreuze haben in der römisch-katholischen Kirche eine jahrhundertealte Tradition. Eine motivische Untergruppe sind Kreuze mit Darstellungen des Neuen Jerusalem. Tatsächlich gibt es hier eine Verbindung: Wie der Kreuzestod im historischen Jerusalem stattfand, so findet die zukünftige Auferstehung im himmlischen Jerusalem statt.1999 entstand ein Schmuckkreuz durch die Künstlerin María

Jerusalems-Grußpostkarte aus Süddeutschland (um 1910)
In der Masse der Postkarten und Andachtskarten finden sich selbstverständlich auch religiöse Motive, meist Porträts von Heiligen. Architektur ist selten, und dass einmal eine ganze Karte dem Himmlischen Jerusalem gewidmet ist, eine absolute Rarität. Leider ist der Künstler dieser Illustration nicht bekannt. Sie entstand im römisch-katholischen Umfeld in Süddeutschland, vielleicht

Exlibri von A. Binzkey (um 1927)
Exlibris sind eine aus der Mode gekommene Tradition. Ende des 19. Jahrhunderts bis Anfang des 20. Jahrhunderts waren sie ein Merkmal bürgerlichen Besitzanspruchs: Kleine Zettel wurden den Bücherdeckeln aufgeklebt. Diese zeigen den Namen des Besitzers an, meist mit einem (oft lateinischen) Sinnspruch oder einem Motto und einer Zeichnung, die dieses

Elizabeth Clark Lamb (1809-1838): Fenster für die First Presbyterian Church of Sebring Florida (um 1928)
In der Washingtoner Library of Congress hat sich ein Teilnachlass der Glasmanufaktur der Lamb Studios erhalten, der vielleicht einflussreichsten Manufaktur für Kirchenglasfenster der USA in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Unter den 2500 Dokumenten befindet sich auch eine Entwurfszeichnung aus Tusche und Aquarell der Größe 30 x 25 Zentimeter

Katholische Andachtskarte aus Süddeutschland (um 1890)
Kleine Bilder von Heiligen waren im 19. Jahrhundert weit verbreitet, sie werden als Heiligenbildchen, Andachtskarte, Canivet, Goldprägebildchen oder noch anders bezeichnet. Sie waren fast immer koloriert und zeigen Größtenteils Maria, Jesus oder lokal populäre Ordensheilige, während Baulichkeiten, wie das Himmlische Jerusalem, auf diesen Werken sehr selten zu finden sind. Eine

Grete Berg (1906-1970): Illustrationen zu „Das verlorene Schlüsselchen“ (1948)
Das „Verlorene Schlüsselchen“ ist ein Bilderbuch, welches 1948 in Bern erschienen ist, mit hochwertigen, ganzseitigen Farbbildern. Ausgestattet wurde es mit Handzeichnungen von Grete Berg, die kurz danach einen ähnlichen Bildband herausgab, „König Schlotterich“ (1947). Trotz des hohen Niveaus und des pädagogischen Einfühlungsvermögens dieser Zeichnungen war über die Künstlerin zunächst nichts

Edward Marr (1905-1973): St. Anne’s Kathedrale in Belfast (1976)
St. Anne’s ist die anglikanische Kathedrale der nordirischen Hautstadt von Belfast, ihr irischer Name lautet Ardeaglais San Anna. Es handelt sich um einen neoromanischen Bau aus den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts. Im Jahr 1941 wurde die Kathedrale fast vollständig durch eine deutsche (oder österreichische) Bombe zerstört, die erhebliche Schäden

Hermann Bernhard Blömer (1888-1956): „Das Wettermännchen“ (1936)
In der Vor- und Nachkriegszeit des Zweiten Weltkriegs wurde das Himmlische Jerusalem im Rahmen der Himmelspforte zum beliebten Gegenstand in Kinderbüchern. Die Leserschaft war noch einheitlich christlich geprägt, das Lesen von Büchern war weit verbreitet und positiv besetzt. Von daher wundert es nicht, dass für solche Publikationen auch ausgewiesene Künstler

Yngve Lundström (1885-1961) und Nils Petter Ringström: Kirche von Kosters (1939)
Die protestantische Kirche von Kosters befindet sich auf der Insel Sydkoster und hat eine regionale Bekanntheit als „Schwedens westlichstes Gotteshaus“. Es ist für die historische Region eine relative neue Kirche, die 1939 eingeweiht wurde. Das Bauwerk ist einschiffig mit einem kleinen Anbau östlich des Altars. Über ihm befindet sich eine

Fresken der galicischen Kirchen von San Xulian de Lobios und Santa María de Nogueira de Miño (um 1520)
Die römisch-katholische Kirche des Ortes San Xulian de Lobios findet man innerhalb der Gemeinde Sober in Galicien (Spanien). Ursprünglich gehörte es zu einem Benediktinerkloster, von welchem sich nur die Kirche, heute die Pfarrkirche des Ortes, erhalten hat. Sie ist eines der herausragendsten Beispiele spätromanischer Architektur in der Ribeira Sacra (1200

Antoine Caron (um 1521-1599): Ölgemälde „Tag des Jüngsten Gerichts“ (um 1550)
Der „Tag des Jüngsten Gerichts“ ist eine Ölmalerei von Antoine Caron (um 1521-1599), bekannt für seine manieristischen Renaissancemalereien als Hofmaler des französischen Königs. Er wird der Malerschule von Fontainebleau zugerechnet. Werke wie „Apotheose der Semele“, „Trauerzug Amors“ oder „Bagathan und Tharès“ zeigen sein Interesse an der antiken Götterwelt, hier konnte

MS BNE 6972: „Summula seu Breviloquium Super Concordiae Novi et Veteris Testamenti“ (12. Jh.)
Diese Miniatur zeigt das Jüngste Gericht. Dabei setzen sich mehrere Bildelemente zu einem Ganzen zusammen. Oben, umgeben von den vierundzwanzig Heiligen, befindet sich Christus auf einem Thron in einer eckigen Mandorla. Wie auch auf dem Urgell Beatus oder dem Beatus Facundus geht von ihm ein roter, breiter Blutstrahl aus und

Katalanisches Stundenbuch MS Add. MS 18193 (um 1475)
Stundenbücher waren ein bevorzugtes Medium, dort das Himmlische Jerusalem bildlich zu thematisieren. Diese mittelalterlichen Gebets- und Andachtsbücher bietet auch inhaltlich mit der Thematisierung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft einen Bezug zur Eschatologie. Das gilt insbesondere für die illuminierte Handschrift MS Add. MS 18193, ein spätmittelalterliches Manuskript, das als „Hores de

Charles T. Russell: „The Finished Mystery“/„Das vollendete Geheimnis“ (1917 und 1919)
Ein älterer Mann, der auf einem Felssporn wie auf einer Theaterloge Platz genommen hat, blickt gebannt auf eine Himmelserscheinung. In seiner Hand befindet sich ein langer Stab: Er dient vermutlich nicht zum Vermessen der Stadt, sondern als Pilgerstab. Besonders beeindruckt

Ikone „Die Versammlung der Engel“ (16. Jh.)
Diese Temperamalerei auf goldenem Hintergrund hat den Titel „Die Versammlung der Engel“ und wird der russischen Schule der Ikonenmalerei zugerechnet. Sie zeigt eine Art himmlische Liturgie, bei der Engel und Heilige um Christus auf seinem Thron versammelt sind und das

Ikone des Weltgerichts, ehem. Erlöserkathedrale in Kansk (um 1770)
Die Kirchenkunstabteilung des Regionalen Museums für Heimatgeschichte Krasnojarsk mit Sitz in Moskau zählt zu den größten Sammlungen sibirischer Kunst und wächst seit 1903 stetig. Sie entstand durch Schenkungen privater Sammler, staatlicher Beschlagnahmung, Spenden aus Kirchen- und Klosterdepots sowie durch Sammlungen

Mikhail Vasilevich Nesterov (1862-1942): „Der Erlöser auf dem Thron“ (1905)
Diese Aquarellmalerei mit Graphitstift auf Karton steht in der Tradition der russischen Ikonenmalerei, sowohl thematisch als auch von der Ausführung her. Thema ist nicht, wie des Öfteren zu lesen, die Himmelfahrt Christi, sondern seine zweite Wiederkehr als Richter. Er sitzt

Peter Paul Etz (1913-1995): Glasmosaik der Kirche Heilig Kreuz in Büdesheim-Schöneck (1963)
Im Jahr 1963 wurde die römisch-katholische Kirche Heilig-Kreuz für den Ortsteil Schöneck von Büdesheim (Hessen) errichtet. Die Kirche mit freistehendem Glockenturm liegt in der Wetterau, auf der Bonifatiusroute, einem historischen Pilgerweg von Mainz nach Fulda. Für die Glasgestaltung, dem zentralen

Cristóbal Lloréns (um 1553-1617) zugeschrieben: Ölmalerei der Maria Immaculata (um 1597)
Cristóbal Lloréns (um 1553-1617) war ein spanischer Maler der Spätrenaissance aus Bocairent. Um 1597 ist er in Valencia nachgewiesen, einer Stadt, die in Spanien damals in der Malerei führend war. An wenigen Werken aus kirchlichen und staatlichen Sammlungen ist seine
Über mich
Dr. Claus Bernet
Um etwa 1990 begann ich, mich mit dem Thema Jerusalem zu beschäftigen. Die Stadt habe ich mehrfach bereist und Bücher zu diesem Thema verfasst; erwähnen sollte man vielleicht die Reihe „Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem“, den Band „Perlen des Neuen Jerusalem“ und meine Dissertation „Gebaute Apokalypse“. Zahlreiche Aufsätze erschienen immer wieder in Fachzeitschriften (Das Münster, Textilkunst International, Zeitschrift für Sepulkralkultur, u.v. a.). Mit meiner wissenschaftlichen Dokumentation von Jerusalems-Kunstwerken konnten bereits Ausstellungen und Museumskataloge unterstützt sowie Gemeinden bei der Anschaffung von geeigneten Kunstwerken beraten werden. Regelmäßig gebe ich auch Bildvorträge zu diesem Thema. Grundlage der Publikationen und der Bildvorträge sind meine fotografische Sammlung von inzwischen 6.000 Aufnahmen von Glasfenstern, Fresken, Mosaiken und anderen Kunstwerken.



