LETZTER BEITRAG
J. Schmidt: Deckenmalerei der Marienkapelle Waibstadt (1884)
Waibstadt ist eine Kleinststadt mit gerade einmal 5000 Einwohnern im Rhein-Neckar-Kreis. Der Ort hat mit einer Kapelle ein bedeutendes Marienheiligtum, das bis in das 15. Jahrhundert zurückreicht. Das Kreuzrippengewölbe wurde 1884 nach Plänen des Architekten

Weltgericht aus St. Jacobi in Stendal (um 1510)
Die Städte der Altmark blühten im späten Mittelalter wirtschaftlich auf, was sich auch in hochwertigen kirchlichen Bauwerken und Ausstattungen niederschlug. Ein Beleg für diese These ist St. Jacobi in Stendal. Die mächtige dreischiffige gotische Hallenkirche wurde im 14. Jahrhundert zu bauen begonnen. Aus der frühen Zeit hat sich ein Weltgericht

Hans Jakob Güder (1631-1691): Gemeindescheibe von Höchstetten (1669)
Höchstetten ist eine landwirtschaftlich geprägte Gemeinde im schweizerischen Emmental des Kantons Bern. Im dortigen reformierten Pfarrhaus wird ein Glaskunstwerk aus dem 17. Jahrhundert aufbewahrt. Es handelt sich nicht um ein Glasfenster, sondern um ein lediglich 34 x 23 Zentimeter großes Werk, welches als „Gemeindescheibe“ bezeichnet wird. Geschaffen hat das Kunstwerk,

Frans Griesenbrock (1916-2010), Richard Süßmuth (1900-1974): Fenster der Kirche St. Ansgar in Flensburg-Mürwik (1957)
St. Ansgar, benannt nach dem „Apostel des Nordens“ ist die römisch-katholische Präsenz in Mürwik, ein nördlicher Stadtteil von Flensburg. Die Kirche ist auf einem Hügel errichtet, von dem Glockenturm kann man bis nach Dänemark sehen. Der Zuzug vieler katholischer Heimatvertriebener und die Stationierung der Marine in Mürwik führten zu diesem

Peter Valentin Feuerstein (1917-1999): Wandmalerei von St. Cyriakus in Mückenloch (1976)
Der Ort Mückenloch ist wenigen bekannt und noch weniger werden schon einmal da gewesen sein. Anders als man bei einem Loch vermutet, liegt die Ortschaft auf einem Plateau hoch über dem Neckartal. Die Geschichte der ehemaligen römisch-katholischen Kirche ist ein Lehrbeispiel wie man es nicht machen sollte: Ursprünglich besaß der

Tatiana Ahlers-Hestermann (1919-2000): Fensterbänder St. Georg in Travemünde (1991)
Die St.-Georg-Kirche ist die römisch-katholische Präsenz in Travemünde an der Ostsee. Es ist eine schlichte Hallenkirche des Architekten Paul Jansen, die am 23. Mai 1963 von Bischof Johannes von Rudloff geweiht wurde. Eine Besonderheit des Bauwerks besteht in der Möglichkeit, diese Halle durch eine verschiebbare Glaswand bei Bedarf in eine

Frans W. Griesenbrock (1916-2010): St. Marien in Kappeln (1970)
Der Glasmaler Frans Wilhelm Griesenbrock (1916-2010) aus Vaals in Holland hat im Laufe seines langen Schaffens zahlreiche Themen bearbeitet. Eigenartigerweise kam es 1969/70 zu mehreren Glasfenstern für Kirchen, die zwei Besonderheiten eint: Griesenbrock gestaltete auf allen diesen Fenstern auch das Himmlische Jerusalem, und sie alle befinden sich in Deutschland: St.

Karl Christian Andreae (1823-1904): Weltgerichtsfresko aus der Dorfkirche in Lohmen (1873)
Die von außen eher schlichte Backsteinkirche der Ortschaft Lohmen (Mecklenburg) überrascht innen mit zahlreichen Fresken-Malereien an den Wänden und Decken. Sie verteilen sich auf Bildinseln vor grauem Untergrund, der ansonsten durch üppiges Rankenwerk strukturiert ist, wie man es aus dem späten 15. Jahrhundert und frühen 16. Jahrhundert kennt (etwa Tandslet,

Charles Crodel (1894-1973): Altarfenster der Matthäuskirche in Hamburg-Winterhude (1963)
Der Glaskünstler Charles Crodel (1894-1973) hatte schon in den 1950er Jahren „seine“ Interpretation des Himmlischen Jerusalem gefunden, als Mosaik kann man sie heute noch in Berlin-Tiergarten und in Glas in Pforzheim bewundern. 1963 entstand nochmals eine Glasmalerei in dieser Manier – es ist aber zu einfach, dem Künstler Ideenlosigkeit oder

Siegfried Assmann (1925-1921): Fenster im „Haus St. Vincenz“ in Rendsburg (1973)
In Rendsburg (Schleswig) befindet sich das „Haus St. Vincenz“, eine Pflege- und Wohneinrichtung in katholischer Trägerschaft (Caritas), was schon der Name verdeutlichen soll: Vincenz/Vinzenz ist der Schutzheilige der Gebrechlichen, er verheißt Beistand bei Körperschwäche. Wie damals üblich, wurde beim Bau des Heims 1973 auch eine Kapelle eingebaut, die heute für

Christiane Wollenhaupt-Brenner (1935-2006): Apsisfenster der Klosterkirche Lippoldsberg (1956)
Die mittelalterliche Kirche von Lippoldsberg (Nordhessen) gehörte einst zu dem Benediktinerinnenkloster St. Maria und Georg und ist heute eine evangelische Kirche. Der Bau wurde im 20. Jahrhundert um einige wenige Kunstwerke ergänzt, die ganz bewusst apokalyptische Akzente setzen sollen. An erster Stelle ist das zentrale Apsisfenster zu nennen. Hier kam

Werner Gailis (1925-1993): Tabernakel aus St. Judas Thaddäus in Berlin-Schöneberg (1968/69)
Der gebürtige Berliner Werner Gailis (1925-1993) hatte unter Ludwig Gabriel Schrieber Bildhauerei studiert und richtete an der Berliner Hochschule der bildenden Künste ab 1955 eine Metallgießerei und Metallverarbeitungsschule ein, der er viele Jahre vorstand. 1964 wurde er zum Professor ernannt, und zu diesem Zeitpunkt begann er, katholische Kirchen in Berlin

Spätgotische Wandmalereien in der Kirche von Hald (1500-1520)
Dänemark ist bekannt für seinen wertvollen Bestand mittelalterlicher Kalkmalereien, die zudem oftmals noch im Originalzustand vorzufinden sind. Auch trifft auch auf die im Kern romanische Kirche von Hald in Midtjylland zu, etwa zehn Kilometer nordöstlich der Stadt Randers gelegen. Der Chorbogen und das Chorgewölbe der heute protestantischen Kirche sind mit

Weltgericht aus der Marienkirche zu Waase (um 1470)
Auch die Insel Rügen in Vorpommern hat ihr Himmlisches Jerusalem, dazu noch ein besonders altes. Es handelt sich um ein mittelalterliches Fresko in der Kirche St. Marien auf der Rügeninsel Ummanz im Ort Waase, der einzigen Kirche der nördlichen Insel. Besucher kommen gewöhnlich wegen des spätgotischen Wandelretabels, doch auch die

Simon Steffen: Deckenmalerei der Kirche in Nentershausen (1706)
Das nordöstliche Hessen ist reich an barocken Holzmalereien, die oftmals einen imaginären Himmel darstellen, mit Wolken und Engeln, so vorzufinden in den Kirchen von Mitterode, Wichmannshausen, Richelsdorf, Heinebach, Weiteroda, Ronshausen, Ausbach, Mansbach, Bodes oder Odensachsen. Allein in Nentershausen (bei Sontra) spielt in diesen Himmelswelten auch das Himmlische Jerusalem eine hervorgehobene

Eva Limberg (1919-2013): Altarmosaik der Auferstehungskirche in Diekholzen (1962)
Die Bildhauerin Eva Limberg (1919-2013) war Ende der 1960er Jahre mit Schmuckkreuzen bekannter geworden. Solche Kreuze, die das Lamm im Himmlischen Jerusalem zeigt, wurden damals von der Markuskirche in Groß-Hesepe (Emsland) oder der Thomaskirche in Heidelberg-Rohrbach (Baden) angeschafft. Ein weiteres Himmlisches Jerusalem gestaltete die Künstlerin kurz danach für eine evangelische

Johann Eberhard Ihle (1727-1814), Adam Ludwig Wirsing (1733-1797): Katholische Bibelausgabe (1763)
Die Bilderbibel „Historiae Biblicae“, die die Klauber-Brüder 1748 erstmals der Öffentlichkeit präsentierten, hatte auf die Kunstentwicklung einen gewaltigen Einfluss, mit den üppigen Rokoko-Illustrationen konnten Joseph und Johann Klauber ein Bedürfnis ihrer Zeit abdecken. Überall entstanden in den Folgejahren jetzt Klauber-Kopien.

Wandfresko aus dem Kloster Schönau bei Strüth (1300-1350)
Das Kloster Schönau befindet sich entlegen im Taunus, die Mönche haben die Anlage bereits im frühen 19. Jahrhundert verlassen. Hunderte Jahre zuvor, im 13. und 14. Jahrhundert, war dieses Kloster ein wirtschaftliches und spirituell bedeutendes Zentrum, von dem aus dem

Joseph Klauber (1710-1768) und Johann Klauber (1712-1787): Klostergründung von Radolfzell (um 1745)
Die Brüder Joseph (1710-1768) und Johann Klauber (1712-1787) zählten nicht nur in Augsburg im 18. Jahrhundert zu den führenden Künstlern, sondern sie operierten über die Landesgrenzen Bayerns hinaus – sie waren international anerkannte Künstler, die ein Netzwerk mit Agenturen unterhielten,

Franz Dewald (1911-1990): Glaswand von St. Michael in Viernheim (1956)
Der Bau von St. Michael in der nördlichen Vorstadt von Viernheim (Baden bei Karlsruhe) war Mitte der 1950er Jahre ein ambitioniertes Projekt der römisch-katholischen Kirche, mit einem Campanile, Pfarrheim, einer Kindertagesstätte und Kirche mit Empore aus heutiger Sicht überdimensioniert, zumal

Pedro de Villafranca y Malagón (circa 1615-1684): Marienerscheinung von Alcantara (um 1675)
Bei diesem Kupferstich, der die Lauretanische Litanei zeigt, handelt es sich um eine Arbeit von de Villafranca – so ist es auf dem Frontispiz unten rechts in Latein angegeben. Man findet diesen Stich in der „Bullarium Ordinis Militiae de Alcantara“,

Marko Ivan Rupnik (geb. 1954): Mosaikgestaltung in der Kapelle Redemptoris Mater (1996)
Es ist erstaunlich: Viele Jahrhunderte, ja fast zwei Jahrtausende, kam der Vatikan ohne repräsentative Darstellungen des Himmlischen Jerusalem aus. Gleiches gilt übrigens auch für die Exilzeit der römisch-katholischen Kirche in Avignon, wo bei der reichhaltigen Ausschmückung des dortigen Papstpalastes das
Über mich
Dr. Claus Bernet
Um etwa 1990 begann ich, mich mit dem Thema Jerusalem zu beschäftigen. Die Stadt habe ich mehrfach bereist und Bücher zu diesem Thema verfasst; erwähnen sollte man vielleicht die Reihe „Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem“, den Band „Perlen des Neuen Jerusalem“ und meine Dissertation „Gebaute Apokalypse“. Zahlreiche Aufsätze erschienen immer wieder in Fachzeitschriften (Das Münster, Textilkunst International, Zeitschrift für Sepulkralkultur, u.v. a.). Mit meiner wissenschaftlichen Dokumentation von Jerusalems-Kunstwerken konnten bereits Ausstellungen und Museumskataloge unterstützt sowie Gemeinden bei der Anschaffung von geeigneten Kunstwerken beraten werden. Regelmäßig gebe ich auch Bildvorträge zu diesem Thema. Grundlage der Publikationen und der Bildvorträge sind meine fotografische Sammlung von inzwischen 6.000 Aufnahmen von Glasfenstern, Fresken, Mosaiken und anderen Kunstwerken.






