LETZTER BEITRAG
Glasmalerei aus der Kathedrale von Sens (1205-1215)
Die römisch-katholische Kathedrale von Sens in Burgund ist einer der ersten sakralen Großbauten der Gotik, was nicht nur für die Fassade, sondern auch die Glasmalereien im inneren gilt. Der gesamte Raum ist mit hochwertigen Malereien

Exlibris von A. Binzkey (um 1927)
Exlibris sind eine aus der Mode gekommene Tradition. Ende des 19. Jahrhunderts bis Anfang des 20. Jahrhunderts waren sie ein Merkmal bürgerlichen Besitzanspruchs: Kleine Zettel wurden in den Bücherdeckeln aufgeklebt. Diese zeigen den Namen des Besitzers an, meist mit einem (oft lateinischen) Sinnspruch oder einem Motto und einer Zeichnung, die

Katharine Lamb Tait (1895-1981): Fenster für die First Presbyterian Church of Sebring Florida (um 1928)
In der Washingtoner Library of Congress hat sich ein Teilnachlass der Glasmanufaktur der Lamb Studios erhalten, der vielleicht einflussreichsten Manufaktur für Kirchenglasfenster der USA in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Unter den 2500 Dokumenten befindet sich auch eine Entwurfszeichnung aus Tusche und Aquarell der Größe 30 x 25 Zentimeter

Katholische Andachtskarte aus Süddeutschland (um 1890)
Kleine Bilder von Heiligen waren im 19. Jahrhundert weit verbreitet, sie werden als Heiligenbildchen, Andachtskarte, Canivet, Goldprägebildchen oder noch anders bezeichnet. Sie waren fast immer koloriert und zeigen Größtenteils Maria, Jesus oder lokal populäre Ordensheilige, während Baulichkeiten, wie das Himmlische Jerusalem, auf diesen Werken sehr selten zu finden sind. Eine

Grete Berg (1906-1970): Illustrationen zu „Das verlorene Schlüsselchen“ (1948)
„Das verlorene Schlüsselchen“ ist ein Bilderbuch, welches 1948 in Bern erschienen ist, mit hochwertigen, ganzseitigen Farbbildern. Ausgestattet wurde es mit Handzeichnungen von Grete Berg, die kurz danach einen ähnlichen Bildband herausgab, „König Schlotterich“ (1947). Trotz des hohen Niveaus und des pädagogischen Einfühlungsvermögens dieser Zeichnungen war über die Künstlerin zunächst nichts

Edward Marr (1905-1973): St. Anne’s Kathedrale in Belfast (1976)
St. Anne’s ist die anglikanische Kathedrale der nordirischen Hautstadt von Belfast, ihr irischer Name lautet Ardeaglais San Anna. Es handelt sich um einen neoromanischen Bau aus den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts. Im Jahr 1941 wurde die Kathedrale fast vollständig durch eine deutsche (oder österreichische) Bombe zerstört, die erhebliche Schäden

Hermann Bernhard Blömer (1888-1956): „Das Wettermännchen“ (1936)
In der Vor- und Nachkriegszeit des Zweiten Weltkriegs wurde das Himmlische Jerusalem im Rahmen der Himmelspforte zum beliebten Gegenstand in Kinderbüchern. Die Leserschaft war noch einheitlich christlich geprägt, das Lesen von Büchern war weit verbreitet und positiv besetzt. Von daher wundert es nicht, dass für solche Publikationen auch ausgewiesene Künstler

Yngve Lundström (1885-1961) und Nils Petter Ringström: Kirche von Kosters (1939)
Die protestantische Kirche von Kosters befindet sich auf der Insel Sydkoster und hat eine regionale Bekanntheit als „Schwedens westlichstes Gotteshaus“. Es ist für die historische Region eine relativ neue Kirche, die 1939 eingeweiht wurde. Das Bauwerk ist einschiffig mit einem kleinen Anbau östlich des Altars. Über ihm befindet sich eine

Fresken der galicischen Kirchen von San Xulian de Lobios und Santa María de Nogueira de Miño (um 1520)
Die römisch-katholische Kirche des Ortes San Xulian de Lobios findet man innerhalb der Gemeinde Sober in Galicien (Spanien). Ursprünglich gehörte es zu einem Benediktinerkloster, von welchem sich nur die Kirche, heute die Pfarrkirche des Ortes, erhalten hat. Sie ist eines der herausragendsten Beispiele spätromanischer Architektur in der Ribeira Sacra (1200

Antoine Caron (um 1521-1599): Ölgemälde „Tag des Jüngsten Gerichts“ (um 1550)
Der „Tag des Jüngsten Gerichts“ ist eine Ölmalerei von Antoine Caron (um 1521-1599), bekannt für seine manieristischen Renaissancemalereien als Hofmaler des französischen Königs. Er wird der Malerschule von Fontainebleau zugerechnet. Werke wie „Apotheose der Semele“, „Trauerzug Amors“ oder „Bagathan und Tharès“ zeigen sein Interesse an der antiken Götterwelt, hier konnte

MS BNE 6972: „Summula seu Breviloquium Super Concordiae Novi et Veteris Testamenti“ (12. Jh.)
Diese Miniatur zeigt das Jüngste Gericht. Dabei setzen sich mehrere Bildelemente zu einem Ganzen zusammen. Oben, umgeben von den vierundzwanzig Heiligen, befindet sich Christus auf einem Thron in einer eckigen Mandorla. Wie auch auf dem Urgell Beatus oder dem Beatus Facundus geht von ihm ein roter, breiter Blutstrahl aus und

Katalanisches Stundenbuch MS Add. MS 18193 (um 1475)
Stundenbücher waren ein bevorzugtes Medium, um dort das Himmlische Jerusalem bildlich zu thematisieren. Diesen mittelalterlichen Gebets- und Andachtsbücher bietet auch inhaltlich mit der Thematisierung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft einen Bezug zur Eschatologie. Das gilt insbesondere für die illuminierte Handschrift MS Add. MS 18193, ein spätmittelalterliches Manuskript, das als „Hores

Albert Reinker (1926-2014): St. Josef in Vöhrum (1991)
Die römisch-katholische Kirche St. Josef in Vöhrum (Bistum Hildesheim) wurde 1959 errichtet. Damals war Vöhrum noch eigenständig, heute ist es ein Ortsteil von Peine. Der Innenraum der neuerbauten Kirche wurde zunächst an der Westseite mit einem Buntglasfenster ausgestattet, da dort der Bau zur Hauptstraße hin ausgerichtet ist und man die

Pierre Firens (um 1580-1638): „Imago B. Mariae Virginis Lavretanae“ (um 1621)
Um 1600 bildete sich eine Sonderform der Maria Immaculata heraus: In der Mitte steht Maria mit dem Jesuskind. Umgeben sind die beiden von ausgewählten Symbolen der Lauretanischen Litanei. Sie befinden sich in rechteckigen Kästchen, welche sich in Bändern um das Figurenpaar ziehen. Alle Symbole sind lateinisch bezeichnet. Bekannte Kupferstecher wie

MS 55: Miniatur aus „La Cité de Dieu“ von Augustinus von Hippo (um 1410)
Die spätmittelalterliche Handschrift MS 55 beinhaltet eine altfranzösische Ausgabe von „La Cité de Dieu“ von Augustinus von Hippo (354-430), übersetzt von Raoul de Preles (1316-1382). Sie wird heute in der Bibliotheque Municipale in Boulogne-sur-Mer aufbewahrt. Entstanden ist diese König Karl V. gewidmete Handschrift allerdings erst kurz nach dem Tod des

MS Français 938: Weltgericht in einem Weltspiegel (1294)
Eine menschliche Figur steht in einer schmalen Pforte, ein gotischer Bau mit einem Raster als Hintergrund (typisch für die zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts, siehe MS 845, Codex Palatinus Latinus 1969, MS Français 829). Seine Körperhaltung drückt Andacht aus, seine feine, symmetrische Physiognomie, aber letztlich auch seine Krone kennzeichnen ihn

Iwan Plotnikow: Weltgerichtsikone aus Kostroma (1750-1800)
Die russische Stadt Kostroma war im 17. und 18. Jahrhundert führend in der Produktion von Ikonenmalereien. Die Motive waren von großer Unterschiedlichkeit, viel Neues lässt sich erstmals in Kostroma nachweisen. Was das Neue Jerusalem angeht, lässt sich hier ebenfalls Vielfalt

Gury Nikitin (um 1620-1691): Wandmalerei aus der Kirche zum Heiligen Kreuz in Tutajew (1658)
Die Kirche zum Heiligen Kreuz (auch Kreuzerhöhungskathedrale) ist eine von zwei Kathedralen in Tutajew in der Oblast Jaroslawl, einem Zentrum der russischen Ikonenmalerei. Demnach besitzt auch diese Kirche zahlreiche Ikonen im typischen Jaroslawl-Stil, ermöglicht durch das Adelshaus der Romanows, die

MS 119: Französisches Stundenbuch (um 1550)
In der Mitte des 16. Jahrhundert war das Thema Tota Pulchra, also die Maria Immaculata mit ihren Symbolen der Reinheit nach der Lauretanischen Litanei, längst etabliert. Die großen Stundenbücher waren geschrieben, das Thema findet sich jetzt eher auf Kupferstichen und

Mönch Palladius „Predigt über die Wiederkunft Christi“ (um 1760)
Es ist ein Charakteristikum der Ostkirche, dass das Himmlische Jerusalem stark von Paradiesvorstellungen mit geprägt ist, mit zwei Konsequenzen, erstens: Die Himmelspforte wie auch die Paradiespforte ähneln sich, und zweitens wird das Neue Jerusalem mitunter als Paradiesgarten mit Wiesen, Blumen,

Weltgericht aus Melaya Guba (18. Jh.)
Den Aufbau dieser Ikone darf man als „klassisch“ bezeichnen, in Kürze: Christus in der Mitte in einer runden Mandorla, von Engeln und Heiligen umgeben, die in langen Reihen geordnet sind. Links unten befindet sich das Paradies mit der ersten Pforte,

Charles T. Russell: „The Finished Mystery“/„Das vollendete Geheimnis“ (1917 und 1919)
Ein älterer Mann, der auf einem Felssporn wie auf einer Theaterloge Platz genommen hat, blickt gebannt auf eine Himmelserscheinung. In seiner Hand befindet sich ein langer Stab: Er dient vermutlich nicht zum Vermessen der Stadt, sondern als Pilgerstab. Besonders beeindruckt
Über mich
Dr. Claus Bernet
Um etwa 1990 begann ich, mich mit dem Thema Jerusalem zu beschäftigen. Die Stadt habe ich mehrfach bereist und Bücher zu diesem Thema verfasst; erwähnen sollte man vielleicht die Reihe „Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem“, den Band „Perlen des Neuen Jerusalem“ und meine Dissertation „Gebaute Apokalypse“. Zahlreiche Aufsätze erschienen immer wieder in Fachzeitschriften (Das Münster, Textilkunst International, Zeitschrift für Sepulkralkultur, u.v. a.). Mit meiner wissenschaftlichen Dokumentation von Jerusalems-Kunstwerken konnten bereits Ausstellungen und Museumskataloge unterstützt sowie Gemeinden bei der Anschaffung von geeigneten Kunstwerken beraten werden. Regelmäßig gebe ich auch Bildvorträge zu diesem Thema. Grundlage der Publikationen und der Bildvorträge sind meine fotografische Sammlung von inzwischen 6.000 Aufnahmen von Glasfenstern, Fresken, Mosaiken und anderen Kunstwerken.






