LETZTER BEITRAG

Tympanon des Rottweiler Kapellenturms (um 1340)

Gerichtsszenen auf einem Tympanon hat es selbstverständlich auch in Deutschland gegeben. Ein bekannteres Beispiel aus Süddeutschland ist das Jüngste Gericht eines unbekannten Bildhauers am Kapellenturm aus der Mitte des 14. Jahrhunderts in Rottweil. Dieser Kapellenturm

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Albert Reinker (1926-2014): St. Josef in Vöhrum (1991)

Die römisch-katholische Kirche St. Josef in Vöhrum (Bistum Hildesheim) wurde 1959 errichtet. Damals war Vöhrum noch eigenständig, heute ist es ein Ortsteil von Peine. Der Innenraum der neuerbauten Kirche wurde zunächst an der Westseite mit einem Buntglasfenster ausgestattet, da dort der Bau zur Hauptstraße hin ausgerichtet ist und man die

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MS 55: Miniatur aus „La Cité de Dieu“ von Augustinus von Hippo (um 1410)

Die spätmittelalterliche Handschrift MS 55 beinhaltet eine altfranzösische Ausgabe von „La Cité de Dieu“ von Augustinus von Hippo (354-430), übersetzt von Raoul de Preles (1316-1382). Sie wird heute in der Bibliotheque Municipale in Boulogne-sur-Mer aufbewahrt. Entstanden ist diese König Karl V. gewidmete Handschrift allerdings erst kurz nach dem Tod des

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MS Français 938: Weltgericht in einem Weltspiegel (1294)

Eine menschliche Figur steht in einer schmalen Pforte, ein gotischer Bau mit einem Raster als Hintergrund (typisch für die zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts, siehe MS 845, Codex Palatinus Latinus 1969, MS Français 829). Seine Körperhaltung drückt Andacht aus, seine feine, symmetrische Physiognomie, aber letztlich auch seine Krone kennzeichnen ihn

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Glaslaternenbilder zu „Pilgrim‘s Progress“ (um 1905)

Bei den hier besprochenen Abbildungen handelte es sich um etwas Besonderes: Es sind sogenannte „Glaslaternenbilder“ (glass lantern slides), also nicht „Gaslaternenbilder“, sondern Glasbilder, die ähnlich wie ein Dia funktionierten. Mit einem Projektor wurden sie an die Wand geworfen, in tausendfacher Vergrößerung. Vor allem die anglikanisch ausgerichtete Church Army nutzte diese

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Konzeption nach Eugène Viollet-le-Duc (1814-1879): Hochaltar der Wallfahrtskirche Notre-Dame du Puy-en-Velay (um 1850)

Die römisch-katholische Kathedrale Notre-Dame von Puy-en-Velay in der südfranzösischen Region Auvergne ist noch heute ein wichtiges Marienwallfahrtszentrum. Einst war die Kirche eine wichtige Station für die Pilger der Regionen Süddeutschland, Schweiz und Oberitalien auf der Route nach Santiago de Compostela. Man kam, um die „Schwarze Madonna“ anzubeten. Die heutige Heiligenfigur

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Giesela Röder (1937-2016): Kinderbibel (1999)

Kinderbibeln mit Darstellungen des Neuen Jerusalem sind eine recht späte Erscheinung. Die meisten Ausgaben kamen im 20. Jahrhundert auf den Markt. Selten ist darin die Johannesoffenbarung enthalten, noch seltener eine Illustration des Neuen Jerusalem. In den wenigen Fällen, bei denen die Stadt aufgenommen wurde, wird sie meist besonders prächtig, märchenhaft

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Wilhelm Keudel (1913-1974): Glasfenster von St. Maria in Harburg-Hamburg (1963)

Wilhelm Keudel (1913-1974) gehört heute zu den weniger bekannten Künstlern der unmittelbaren Nachkriegszeit. Er bediente ein breites künstlerisches Spektrum, gestaltete Brunnen, betrieb künstlerische Photographie oder wurde bei Farbberatungen hinzugezogen. Die sakrale Glaskunst für römisch-katholische Kirchen, vornehmlich im Neubau, war sein Hauptarbeitsgebiet. Keudel stammt ursprünglich aus Magdeburg, verbrachte aber die meiste

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Esben Hanefelt Kristensen: Altarbild in Aalborg-Vesterkær (1999)

Die dänische Kirche Vesterkaer (Aalborg) wird von einem monumentalen Altarbild dominiert, welches am 22. August 1999 feierlich von dem Pfarrer Villy Mølgaard in der protestantischen Kirche eingeweiht wurde. Es ist ein hervorragendes Beispiel der zeitgenössischen dänischen Sakralkunst für die Abkehr der schmucklosen, nüchternen Kirchenbauten hin zu mehr Kunst, mehr Farbe,

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Historistische Wandmalerei aus Saint Aré in Decize (um 1860)

1842 kam es zu einer Katastrophe für die römisch-katholische Kirche von Saint Aré in Decize, einer kleinen Stadt an der Loire in Burgund: Die Mauern des Schlosses über der Kirche stürzten wie eine Lawine nach unten, rissen das Kirchenschiff, mehrere Kapellen und einen Teil des Querschiffs mit sich. Lediglich die

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Agnes Mann (1907-1994): Bronzetür des Bonifatiushauses in Fulda (1979)

Es liegt eigentlich nahe, Ein- und Ausgänge von Kirchen und Kapellen mit Darstellungen des Neuen Jerusalem auszustatten. Schließlich gibt es das Motiv der Himmelspforte, das biblische Bild der „engen Pforte“, dann hat die Stadt immerhin zwölf Zugänge und letztlich ist das ganze Thema des Neuen Jerusalem eine Frage von Zugang

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Franz Dewald (1911-1990): Fensterband von St. Hedwig in Norderstedt (1969)

Glasfenster mit dem Motiv des Himmlischen Jerusalem von Franz Dewald (1911-1990) kennt man von römisch-katholischen Kirchen im badischen Raum, man findet sie in Sennfeld, Kippenheim, Karlsruhe oder Angelbachtal. Eine weitere Glasmalerei, zeitgleich mit derjenigen für Angelbachtal entworfen, wurde 1969 für St. Hedwig in Norderstedt bei Hamburg fertiggestellt. Die Fenster entstanden

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MS 119: Französisches Stundenbuch (um 1550)

In der Mitte des 16. Jahrhundert war das Thema Tota Pulchra, also die Maria Immaculata mit ihren Symbolen der Reinheit nach der Lauretanischen Litanei, längst etabliert. Die großen Stundenbücher waren geschrieben, das Thema findet sich jetzt eher auf Kupferstichen und

Mönch Palladius „Predigt über die Wiederkunft Christi“ (um 1760)

Es ist ein Charakteristikum der Ostkirche, dass das Himmlische Jerusalem stark von Paradiesvorstellungen mit geprägt ist, mit zwei Konsequenzen, erstens: Die Himmelspforte wie auch die Paradiespforte ähneln sich, und zweitens wird das Neue Jerusalem mitunter als Paradiesgarten mit Wiesen, Blumen,

Weltgericht aus Melaya Guba (18. Jh.)

Den Aufbau dieser Ikone darf man als „klassisch“ bezeichnen, in Kürze: Christus in der Mitte in einer runden Mandorla, von Engeln und Heiligen umgeben, die in langen Reihen geordnet sind. Links unten befindet sich das Paradies mit der ersten Pforte,

Ikone „Die Versammlung der Engel“ (16. Jh.)

Diese Temperamalerei auf goldenem Hintergrund hat den Titel „Die Versammlung der Engel“ und wird der russischen Schule der Ikonenmalerei zugerechnet. Sie zeigt eine Art himmlische Liturgie, bei der Engel und Heilige um Christus auf seinem Thron versammelt sind und das

Ikone des Weltgerichts, ehem. Erlöserkathedrale in Kansk (um 1770)

Die Kirchenkunstabteilung des Regionalen Museums für Heimatgeschichte Krasnojarsk mit Sitz in Moskau zählt zu den größten Sammlungen sibirischer Kunst und wächst seit 1903 stetig. Sie entstand durch Schenkungen privater Sammler, staatlicher Beschlagnahmung, Spenden aus Kirchen- und Klosterdepots sowie durch Sammlungen

Über mich

Dr. Claus Bernet

Um etwa 1990 begann ich, mich mit dem Thema Jerusalem zu beschäftigen. Die Stadt habe ich mehrfach bereist und Bücher zu diesem Thema verfasst; erwähnen sollte man vielleicht die Reihe „Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem“, den Band „Perlen des Neuen Jerusalem“ und meine Dissertation „Gebaute Apokalypse“. Zahlreiche Aufsätze erschienen immer wieder in Fachzeitschriften (Das Münster, Textilkunst International, Zeitschrift für Sepulkralkultur, u.v. a.). Mit meiner wissenschaftlichen Dokumentation von Jerusalems-Kunstwerken konnten bereits Ausstellungen und Museumskataloge unterstützt sowie Gemeinden bei der Anschaffung von geeigneten Kunstwerken beraten werden. Regelmäßig gebe ich auch Bildvorträge zu diesem Thema. Grundlage der Publikationen und der Bildvorträge sind meine fotografische Sammlung von inzwischen 6.000 Aufnahmen von Glasfenstern, Fresken, Mosaiken und anderen Kunstwerken.

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