LETZTER BEITRAG
Adolf Valentin Saile (1905-1994): Chorfenster der evangelischen Kirche in Meidelstetten (1951)
Adolf Valentin Saile (1905-1994) zählt in Württemberg zu den wichtigsten Glasmalern der Nachkriegszeit, wie Rudolf Yelin (1902-1991) und Wolf-Dieter Kohler (1928-1985). In allen Kombinationen arbeiteten diese drei Künstler am Thema des Neuen Jerusalem: für einen

Karl Hellwig (1911-1993): Fenster der Johanneskirche in Sodingen (1960)
Karl Hellwig (1911-1993) war ein Glashandwerker, der vornehmlich im Sauerland und im Ruhrgebiet tätig war, ein gutes Dutzend Mal hat er das Neue Jerusalem als Thema aufgegriffen. Stilistisch vertrat er eine geometrische Figürlichkeit, reduzierte die biblischen Geschichten auf motivische Grundaussagen und arbeitete vor allem mit kräftigen Primärfarben, die eine weiße

Gottfried Zawadzki (1922-2016): Buntglasfenster aus der Liebfrauenkirche in Bautzen (1971-1978)
Der Sakralkünstler Gottfried Zawadzki (1922-2016) war einer der führenden Künstler der DDR und später auch der BRD; 1987 wurde ihm die Barlachmedaille und 1993 der Oberlausitzer Kunstpreis verliehen, 2003 wurde er mit dem Verdienstkreuz der BRD 1. Klasse geehrt. Zu verdanken hatte er dies auch dem Glück, dass seine Werke

Paul Zehnder (1884-1973): Fenster der Schlosskirche von Interlaken (1963)
Die Schlosskirche in Interlaken hat eine bewegte Geschichte: Jahrhunderte war sie zweckentfremdet und diente als Weinkeller und Lagerhaus, erst mit dem zunehmenden Tourismus Mitte des 19. Jahrhunderts rückte sie wieder ins öffentliche Bewusstsein. 1909/11 wurde dann ein neues neugotisches Kirchenschiff nach den Plänen des einheimischen Architekten Adolf Mühlemann errichtet. Zu

Weltgericht aus St. Jacobi in Stendal (um 1510)
Die Städte der Altmark blühten im späten Mittelalter wirtschaftlich auf, was sich auch in hochwertigen kirchlichen Bauwerken und Ausstattungen niederschlug. Ein Beleg für diese These ist St. Jacobi in Stendal. Die mächtige dreischiffige gotische Hallenkirche wurde im 14. Jahrhundert zu bauen begonnen. Aus der frühen Zeit hat sich ein Weltgericht

Hans Jakob Güder (1631-1691): Gemeindescheibe von Höchstetten (1669)
Höchstetten ist eine landwirtschaftlich geprägte Gemeinde im schweizerischen Emmental des Kantons Bern. Im dortigen reformierten Pfarrhaus wird ein Glaskunstwerk aus dem 17. Jahrhundert aufbewahrt. Es handelt sich nicht um ein Glasfenster, sondern um ein lediglich 34 x 23 Zentimeter großes Werk, welches als „Gemeindescheibe“ bezeichnet wird. Geschaffen hat das Kunstwerk,

Frans Griesenbrock (1916-2010), Richard Süßmuth (1900-1974): Fenster der Kirche St. Ansgar in Flensburg-Mürwik (1957)
St. Ansgar, benannt nach dem „Apostel des Nordens“ ist die römisch-katholische Präsenz in Mürwik, ein nördlicher Stadtteil von Flensburg. Die Kirche ist auf einem Hügel errichtet, von dem Glockenturm kann man bis nach Dänemark sehen. Der Zuzug vieler katholischer Heimatvertriebener und die Stationierung der Marine in Mürwik führten zu diesem

Peter Valentin Feuerstein (1917-1999): Wandmalerei von St. Cyriakus in Mückenloch (1976)
Der Ort Mückenloch ist wenigen bekannt und noch weniger werden schon einmal da gewesen sein. Anders als man bei einem Loch vermutet, liegt die Ortschaft auf einem Plateau hoch über dem Neckartal. Die Geschichte der ehemaligen römisch-katholischen Kirche ist ein Lehrbeispiel wie man es nicht machen sollte: Ursprünglich besaß der

Tatiana Ahlers-Hestermann (1919-2000): Fensterbänder St. Georg in Travemünde (1991)
Die St.-Georg-Kirche ist die römisch-katholische Präsenz in Travemünde an der Ostsee. Es ist eine schlichte Hallenkirche des Architekten Paul Jansen, die am 23. Mai 1963 von Bischof Johannes von Rudloff geweiht wurde. Eine Besonderheit des Bauwerks besteht in der Möglichkeit, diese Halle durch eine verschiebbare Glaswand bei Bedarf in eine

Frans W. Griesenbrock (1916-2010): St. Marien in Kappeln (1970)
Der Glasmaler Frans Wilhelm Griesenbrock (1916-2010) aus Vaals in Holland hat im Laufe seines langen Schaffens zahlreiche Themen bearbeitet. Eigenartigerweise kam es 1969/70 zu mehreren Glasfenstern für Kirchen, die zwei Besonderheiten eint: Griesenbrock gestaltete auf allen diesen Fenstern auch das Himmlische Jerusalem, und sie alle befinden sich in Deutschland: St.

Karl Christian Andreae (1823-1904): Weltgerichtsfresko aus der Dorfkirche in Lohmen (1873)
Die von außen eher schlichte Backsteinkirche der Ortschaft Lohmen (Mecklenburg) überrascht innen mit zahlreichen Fresken-Malereien an den Wänden und Decken. Sie verteilen sich auf Bildinseln vor grauem Untergrund, der ansonsten durch üppiges Rankenwerk strukturiert ist, wie man es aus dem späten 15. Jahrhundert und frühen 16. Jahrhundert kennt (etwa Tandslet,

Charles Crodel (1894-1973): Altarfenster der Matthäuskirche in Hamburg-Winterhude (1963)
Der Glaskünstler Charles Crodel (1894-1973) hatte schon in den 1950er Jahren „seine“ Interpretation des Himmlischen Jerusalem gefunden, als Mosaik kann man sie heute noch in Berlin-Tiergarten und in Glas in Pforzheim bewundern. 1963 entstand nochmals eine Glasmalerei in dieser Manier – es ist aber zu einfach, dem Künstler Ideenlosigkeit oder

Siegfried Assmann (1925-1921): Fenster im „Haus St. Vincenz“ in Rendsburg (1973)
In Rendsburg (Schleswig) befindet sich das „Haus St. Vincenz“, eine Pflege- und Wohneinrichtung in katholischer Trägerschaft (Caritas), was schon der Name verdeutlichen soll: Vincenz/Vinzenz ist der Schutzheilige der Gebrechlichen, er verheißt Beistand bei Körperschwäche. Wie damals üblich, wurde beim Bau des Heims 1973 auch eine Kapelle eingebaut, die heute für

Christiane Wollenhaupt-Brenner (1935-2006): Apsisfenster der Klosterkirche Lippoldsberg (1956)
Die mittelalterliche Kirche von Lippoldsberg (Nordhessen) gehörte einst zu dem Benediktinerinnenkloster St. Maria und Georg und ist heute eine evangelische Kirche. Der Bau wurde im 20. Jahrhundert um einige wenige Kunstwerke ergänzt, die ganz bewusst apokalyptische Akzente setzen sollen. An erster Stelle ist das zentrale Apsisfenster zu nennen. Hier kam

Werner Gailis (1925-1993): Tabernakel aus St. Judas Thaddäus in Berlin-Schöneberg (1968/69)
Der gebürtige Berliner Werner Gailis (1925-1993) hatte unter Ludwig Gabriel Schrieber Bildhauerei studiert und richtete an der Berliner Hochschule der bildenden Künste ab 1955 eine Metallgießerei und Metallverarbeitungsschule ein, der er viele Jahre vorstand. 1964 wurde er zum Professor ernannt, und zu diesem Zeitpunkt begann er, katholische Kirchen in Berlin

Spätgotische Wandmalereien in der Kirche von Hald (1500-1520)
Dänemark ist bekannt für seinen wertvollen Bestand mittelalterlicher Kalkmalereien, die zudem oftmals noch im Originalzustand vorzufinden sind. Auch trifft auch auf die im Kern romanische Kirche von Hald in Midtjylland zu, etwa zehn Kilometer nordöstlich der Stadt Randers gelegen. Der Chorbogen und das Chorgewölbe der heute protestantischen Kirche sind mit

Anonymer Meister: Maria Immaculata als Kastenbild (um 1620)
Was das Himmlische Jerusalem angeht, ist dieses Malerei eine interessante Fassung, deren Anlage, geschweige denn Aussage, man erst Stück für Stück zu fassen vermag. Im mittleren Bildfeld erscheint eine exzellent ausgearbeitete Madonna im blau-roten Sternengewand, die auf einer Mondsichel schwebt.

Hovnatanian Jonathan (1730-1801): Ölgemälde der Maria Immaculata (1750-1800)
Die Familie Hovnatanyan war in Armenien über Jahrhunderte die einflussreichste und vor allem eine verzweigte Künstlerfamilie. Der Nachname leitet sich angeblich von Hovnatan ab, dem armenischen Äquivalent zu Jonathan. Die Wurzeln der Sippe liegen im 17. Jahrhundert im Dorf Shorot

Matías Jimeno: Ölmalerei der Maria Immaculata (um 1625)
Die Malerei, selbst nicht signiert, wurde von Experten dem spanischen Maler Matías Jimeno (auch Ximeno) zugewiesen. Viel ist über Jimeno/Ximeno bislang nicht bekannt: Matías Jimeno war ein Schüler von Vincente Carducho und wirkte als kastilischer Maler um die Mitte des

Bethune-Breviarium (um 1500)
Im Spätmittelalter kam das Motiv der Lauretanischen Litanei zunächst als Miniatur auf. Um 1500 fand das Werk Eingang in Druckausgaben, was wiederum die Voraussetzung bot für die weite Verbreitung dieses Motivs als Ölmalerei im 16. und 17. Jahrhundert. Danach stand

Hildegard Bienen (1925-1990): Chorfenster in St. Viktor in Birten (1968)
Die römisch-katholische Kirche zeichnet ein Phänomen aus, das bislang kaum einmal positiv herausgestellt wurde: Nach 1945 brachte sie große Sakralkünstlerinnen hervor, in Deutschland namentlich drei: Erentrud Trost, Else Hildegard Bircks und Hildegard Bienen (Reihenfolge ohne Wertung). Überspitzt könnte man sage:

Hermann Gottfried (1929-2015): Glasmalerei aus der Marienkirche in Niederdorfelden (1984)
1984 wurde in Niederdorfelden (Mittelhessen) eine Marienkirche erbaut, die mit vollem Namen „St. Maria – Hilfe der Christen“ heißt. Der für den Ort überraschend große Bau ist von außen wie innen mit Backstein verblendet. An verschiedenen Stellen des polygonalen Grundrisses
Über mich
Dr. Claus Bernet
Um etwa 1990 begann ich, mich mit dem Thema Jerusalem zu beschäftigen. Die Stadt habe ich mehrfach bereist und Bücher zu diesem Thema verfasst; erwähnen sollte man vielleicht die Reihe „Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem“, den Band „Perlen des Neuen Jerusalem“ und meine Dissertation „Gebaute Apokalypse“. Zahlreiche Aufsätze erschienen immer wieder in Fachzeitschriften (Das Münster, Textilkunst International, Zeitschrift für Sepulkralkultur, u.v. a.). Mit meiner wissenschaftlichen Dokumentation von Jerusalems-Kunstwerken konnten bereits Ausstellungen und Museumskataloge unterstützt sowie Gemeinden bei der Anschaffung von geeigneten Kunstwerken beraten werden. Regelmäßig gebe ich auch Bildvorträge zu diesem Thema. Grundlage der Publikationen und der Bildvorträge sind meine fotografische Sammlung von inzwischen 6.000 Aufnahmen von Glasfenstern, Fresken, Mosaiken und anderen Kunstwerken.






