
Wandmalerei „Weltgericht“ der Geburtskirche von Bagnot (1484)

Fresken aus Saint Martin in Nohant-Vic (Mitte 12. Jh.)

LETZTER BEITRAG
Wandmalerei „Weltgericht“ der Geburtskirche von Bagnot (1484)
Die Kirche von Bagnot, die später den Namen Geburtskirche (Église de la Nativité) bekam, wurde, so wird vermutet, durch Initiative des Herzogs von Burgund erbaut, der hier ein Jagdhaus unterhielt. Das würde auch die großflächigen

Charles Crodel (1894-1973): Altarfenster der Matthäuskirche in Hamburg-Winterhude (1963)
Der Glaskünstler Charles Crodel (1894-1973) hatte schon in den 1950er Jahren „seine“ Interpretation des Himmlischen Jerusalem gefunden, als Mosaik kann man sie heute noch in Berlin-Tiergarten und in Glas in Pforzheim bewundern. 1963 entstand nochmals eine Glasmalerei in dieser Manier – es ist aber zu einfach, dem Künstler Ideenlosigkeit oder

Siegfried Assmann (1925-1921): Fenster im „Haus St. Vincenz“ in Rendsburg (1973)
In Rendsburg (Schleswig) befindet sich das „Haus St. Vincenz“, eine Pflege- und Wohneinrichtung in katholischer Trägerschaft (Caritas), was schon der Name verdeutlichen soll: Vincenz/Vinzenz ist der Schutzheilige der Gebrechlichen, er verheißt Beistand bei Körperschwäche. Wie damals üblich, wurde beim Bau des Heims 1973 auch eine Kapelle eingebaut, die heute für

Christiane Wollenhaupt-Brenner (1935-2006): Apsisfenster der Klosterkirche Lippoldsberg (1956)
Die mittelalterliche Kirche von Lippoldsberg (Nordhessen) gehörte einst zu dem Benediktinerinnenkloster St. Maria und Georg und ist heute eine evangelische Kirche. Der Bau wurde im 20. Jahrhundert um einige wenige Kunstwerke ergänzt, die ganz bewusst apokalyptische Akzente setzen sollen. An erster Stelle ist das zentrale Apsisfenster zu nennen. Hier kam

Werner Gailis (1925-1993): Tabernakel aus St. Judas Thaddäus in Berlin-Schöneberg (1968/69)
Der gebürtige Berliner Werner Gailis (1925-1993) hatte unter Ludwig Gabriel Schrieber Bildhauerei studiert und richtete an der Berliner Hochschule der bildenden Künste ab 1955 eine Metallgießerei und Metallverarbeitungsschule ein, der er viele Jahre vorstand. 1964 wurde er zum Professor ernannt, und zu diesem Zeitpunkt begann er, katholische Kirchen in Berlin

Spätgotische Wandmalereien in der Kirche von Hald (1500-1520)
Dänemark ist bekannt für seinen wertvollen Bestand mittelalterlicher Kalkmalereien, die zudem oftmals noch im Originalzustand vorzufinden sind. Auch trifft auch auf die im Kern romanische Kirche von Hald in Midtjylland zu, etwa zehn Kilometer nordöstlich der Stadt Randers gelegen. Der Chorbogen und das Chorgewölbe der heute protestantischen Kirche sind mit

Weltgericht aus der Marienkirche zu Waase (um 1470)
Auch die Insel Rügen in Vorpommern hat ihr Himmlisches Jerusalem, dazu noch ein besonders altes. Es handelt sich um ein mittelalterliches Fresko in der Kirche St. Marien auf der Rügeninsel Ummanz im Ort Waase, der einzigen Kirche der nördlichen Insel. Besucher kommen gewöhnlich wegen des spätgotischen Wandelretabels, doch auch die

Simon Steffen: Deckenmalerei der Kirche in Nentershausen (1706)
Das nordöstliche Hessen ist reich an barocken Holzmalereien, die oftmals einen imaginären Himmel darstellen, mit Wolken und Engeln, so vorzufinden in den Kirchen von Mitterode, Wichmannshausen, Richelsdorf, Heinebach, Weiteroda, Ronshausen, Ausbach, Mansbach, Bodes oder Odensachsen. Allein in Nentershausen (bei Sontra) spielt in diesen Himmelswelten auch das Himmlische Jerusalem eine hervorgehobene

Eva Limberg (1919-2013): Altarmosaik der Auferstehungskirche in Diekholzen (1962)
Die Bildhauerin Eva Limberg (1919-2013) war Ende der 1960er Jahre mit Schmuckkreuzen bekannter geworden. Solche Kreuze, die das Lamm im Himmlischen Jerusalem zeigt, wurden damals von der Markuskirche in Groß-Hesepe (Emsland) oder der Thomaskirche in Heidelberg-Rohrbach (Baden) angeschafft. Ein weiteres Himmlisches Jerusalem gestaltete die Künstlerin kurz danach für eine evangelische

Artur Becker: Fensterwand von Sankt Katharina in Großenhain (um 1965)
In der DDR gab es einige wenige Kirchenneubauten oder Umbauten, die gegen erhebliche staatliche Widerstände und mit Kompromissen schließlich doch umgesetzt werden konnten. Nicht selten wurde die Stadt des Himmlischen Jerusalem als Bildmotiv gewählt – zu Zeiten der Materialknappheit und des Behelfsbaus erschien die goldene Idealstadt besonders erstrebenswert. In Großenhain

Paul Ipsen (1746 – um 1810): Emporenmalerei der St. Marien-Magdalenen Kirche in Erfde (um 1800)
Emporen sind ein durchaus passender Ort für eine Darstellung des Neuen Jerusalem, welches schließlich von oben herab aus dem Himmel kommt. Oftmals wählte man dann für die Emporen einen biblischen Zyklus von der Schöpfung oder von Adam und Eva bis zum Weltenende – das Erscheinen des Neuen Jerusalem war dann

Erhardt Klonk (1898-1984): Evangelische Medarduskirche in Bendorf (1956)
Die Medarduskirche in Bendorf (Rheinland-Pfalz, Mittelrhein) besteht aus einem modernen evangelischen Bereich und der älteren, bis ins hohe Mittelalter zurückreichenden Kirche St. Medardus, die von den Katholiken genutzt wird. Eine „ökumenische Pforte“ verbindet beide Kirchenbauten. Im evangelischen Bauteil schuf Erhardt Klonk (1898-1984) im Jahr 1956 drei geometrische, graufarbige Chorfenster, während

Esben Hanefelt Kristensen: Triptychon der Kirche von Hadsund (1998)
Esben Hanefelt Kristensen (geboren 1952) aus Aalborg (Dänemark) entwickelte einen eigenständigen, unverwechselbaren Stil ihrer Malereien. Dieser zeichnet sich aus vor allem durch sorgfältige Kleinteiligkeit, kräftige Farbwahl und gekonnt naive Darstellungsweise. Seine religiösen Bilder wurden vor allem über Bibeln, auch Kinderbibeln, populär und einem größeren Publikum bekannt. Daneben entstanden aber auch

Peder (Peter) Lykt: Fresko aus der Kirche Tandslet (1501)
Die spätmittelalterliche Deckenmalerei der Kirche des Dorfes Tandslet, entstanden im Jahr 1501, ist ein Meisterwerk der frühen Renaissance im südlichen Dänemark bzw. dem einstigen Herzogtum Schleswig. Ein opulentes Rankenwerk zieht sich über die vier Kappen über dem Altarbereich, dazwischen immer wieder Blumenbuketts, die am deutlichsten die Renaissance ankündigen. Biblische Motive

Steinerne Immaculata Conceptio bzw. Tota Pulchra aus Blot l’Église (um 1510)
Eine der besterhaltenen steinernen Litaneien findet sich noch heute an seinem Originalstandort im rechten Eingangsbereich der römisch-katholischen Kirche in Blot l’Église, einem Örtchen in der Region Auvergne. Die Litanei wurde in eine steinerne Tafel gemeißelt, die die Funktion hatte, dass Kirchenbesucher hier beim Verlassen nach der Messe noch ein kurzes

Theo Imboden (1936-2025): Glaswand in Haus Mauritius, Zermatt (1987)
Im Jahr 1987 schuf Theo Imboden (1936-2025), ein Bildhauer, Maler, Glaskünstler und, nach seinem eigenen Verständnis, ein Glasbildhauer aus dem Bergdorf Täsch (Wallis), eine Glaswand im Altarbereich für eine Zermatter Hauskapelle. Sie befindet sich im Erdgeschoss des Hauses Mauritius, einem Alten- und Pflegeheim im Zentrum des Ortes. Pfarrer Imhof, der

Hovnatanian Jonathan (1730-1801): Ölgemälde der Maria Immaculata (1750-1800)
Die Familie Hovnatanyan war in Armenien über Jahrhunderte die einflussreichste und vor allem eine verzweigte Künstlerfamilie. Der Nachname leitet sich angeblich von Hovnatan ab, dem armenischen Äquivalent zu Jonathan. Die Wurzeln der Sippe liegen im 17. Jahrhundert im Dorf Shorot

Matías Jimeno: Ölmalerei der Maria Immaculata (um 1625)
Die Malerei, selbst nicht signiert, wurde von Experten dem spanischen Maler Matías Jimeno (auch Ximeno) zugewiesen. Viel ist über Jimeno/Ximeno bislang nicht bekannt: Matías Jimeno war ein Schüler von Vincente Carducho und wirkte als kastilischer Maler um die Mitte des

Bethune-Breviarium (um 1500)
Im Spätmittelalter kam das Motiv der Lauretanischen Litanei zunächst als Miniatur auf. Um 1500 fand das Werk Eingang in Druckausgaben, was wiederum die Voraussetzung bot für die weite Verbreitung dieses Motivs als Ölmalerei im 16. und 17. Jahrhundert. Danach stand

Hildegard Bienen (1925-1990): Chorfenster in St. Viktor in Birten (1968)
Die römisch-katholische Kirche zeichnet ein Phänomen aus, das bislang kaum einmal positiv herausgestellt wurde: Nach 1945 brachte sie große Sakralkünstlerinnen hervor, in Deutschland namentlich drei: Erentrud Trost, Else Hildegard Bircks und Hildegard Bienen (Reihenfolge ohne Wertung). Überspitzt könnte man sage:

Hermann Gottfried (1929-2015): Glasmalerei aus der Marienkirche in Niederdorfelden (1984)
1984 wurde in Niederdorfelden (Mittelhessen) eine Marienkirche erbaut, die mit vollem Namen „St. Maria – Hilfe der Christen“ heißt. Der für den Ort überraschend große Bau ist von außen wie innen mit Backstein verblendet. An verschiedenen Stellen des polygonalen Grundrisses

Jakob Lederlein (1560-1600): „Naometria“ (1596) und „Nova Naometria“ (1604)
In der Frühen Neuzeit gibt es einen überschaubaren, aber hochinteressanten Kreis von Gelehrten, die sich mit der Apokalyptik, der Mathematik und der Naometria (der Tempelvermessungskunde) beschäftigten – nicht allein aus theologischer Perspektive, sondern auch aus naturwissenschaftlicher Sicht, oder dem, was
Über mich
Dr. Claus Bernet
Um etwa 1990 begann ich, mich mit dem Thema Jerusalem zu beschäftigen. Die Stadt habe ich mehrfach bereist und Bücher zu diesem Thema verfasst; erwähnen sollte man vielleicht die Reihe „Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem“, den Band „Perlen des Neuen Jerusalem“ und meine Dissertation „Gebaute Apokalypse“. Zahlreiche Aufsätze erschienen immer wieder in Fachzeitschriften (Das Münster, Textilkunst International, Zeitschrift für Sepulkralkultur, u.v. a.). Mit meiner wissenschaftlichen Dokumentation von Jerusalems-Kunstwerken konnten bereits Ausstellungen und Museumskataloge unterstützt sowie Gemeinden bei der Anschaffung von geeigneten Kunstwerken beraten werden. Regelmäßig gebe ich auch Bildvorträge zu diesem Thema. Grundlage der Publikationen und der Bildvorträge sind meine fotografische Sammlung von inzwischen 6.000 Aufnahmen von Glasfenstern, Fresken, Mosaiken und anderen Kunstwerken.



