
Ikone „Die Versammlung der Engel“ (16. Jh.)


Mikhail Vasilevich Nesterov: „Der Erlöser auf dem Thron“ (1905)
LETZTER BEITRAG
Ikone „Die Versammlung der Engel“ (16. Jh.)
Diese Temperamalerei auf goldenem Hintergrund hat den Titel „Die Versammlung der Engel“ und wird der russischen Schule der Ikonenmalerei zugerechnet. Sie zeigt eine Art himmlische Liturgie, bei der Engel und Heilige um Christus auf seinem

Unbekannter Meister: Lauretanische Litanei aus Heilig Kreuz in Leutesdorf (um 1950)
In den ersten Jahren nach 1945 gab es bei römisch-katholischen Kirchen in Deutschland ein bevorzugtes Thema: die Motive der Lauretanischen Litanei. Moden sind schwer zu erklären, ich sehe in dieser Wahl den Wunsch auf Bewährtes und das Anknüpfen an die Tradition, mit einem Unterschied: Bei den Bezeichnungen der Motive, wenn

Erhardt Klonk (1898-1984): Evangelische Kirche in Gödenroth (1961)
Der Ort Gödenroth im Hunsrück liegt nicht im Zentrum kunsthistorischer Forschung, umso mehr gibt es hier noch zu entdecken: So etwa in der evangelischen Kirche ein kaum bekanntes, frühes Glasfenster von Erhardt Klonk (1898-1984). Das junge Talent hatte damals gerade die Verglasung von St. Marien in Marburg gestalten dürfen, die

Rudolf Schillings (1925-2003): Fenster aus St. Anna in Kattenes (1962)
St. Anna in Kattenes (Moselregion) wurde 1901 als neogotische Kirche neu errichtet. Die Fenster im Hauptchor wurden im Jahr 1953 nach Entwürfen des Trierer Künstlers Rudolf Schillings (1925-2003) von der Glasmalerei Binsfeld hergestellt und machten die erste Etappe des Wiederaufbaus nach 1945 aus. Wenige Jahre später wurde das Hauptschiff wiederaufgebaut,

Stephan Legge (1930-2005): Breitenbrucher Kapelle (1963)
Das Sauerland ist von kleineren Kapellen geprägt, die man vor allem im ländlichen Raum noch finden kann. Eine davon gehört zur römisch-katholischen Kirche von Arnsberg, mitten im Wald bei Breitenbruch gelegen, welches mit 200 Einwohnern als kleinster Ort zur Stadt Arnsberg gehört. Die Kapelle ist St. Nikolaus von Flüe gewidmet,

Hubert Spierling (1925-2018): Fenster aus St. Maria Magdalena in Bösperde (1984)
Hubert Spierling (1925-2018) hat im Laufe seines reichhaltigen Schaffens das Himmlische Jerusalem in weichen, schwungvollen Formen (Beispiel Chorfenster der Propsteikirche St. Gertrud von Brabant, Wattenscheid), dann wieder in geometrischen, linearen Strukturen dargestellt (Beispiel St. Michael in Bielefeld-Ummeln). Für den „weichen Stil“ findet man eine Darstellung in einer römisch-katholischen Kirche im

Egon Franzen (1935-2011): Glasbänder in St. Josef, Fraulautern (1962)
Meine Besuch und Dokumentation der Kirchenausstattung von St. Josef in Saarlouis-Fraulautern war kein Anlass zur Freude. Das einstige Pfarrhaus ist verlassen, die Kirche und der Turm verfallen zusehends, das Dach ist undicht. Man schämte und entschuldigte sich über den Zustand der Kirche, erklärte aber auch, dass man darauf gar keinen

„Worte des Palladium Mnich“ (18. Jh.)
Eine der Apokalypse-Handschriften innerhalb der Sammlung von E. E. Egorova in der Russischen Staatsbibliothek zu Moskau sind die „Worte des Palladium Mnich über das Zweite Kommen Christi“ (Verfasser: Palladios aus Helenopolis, 368-430 n. Chr.). Es ist keine vollständige Ausgabe. Von dem Band hat sich nur ein Fragment erhalten, zusammen gebunden

Hubert Schaffmeister (1928-2012): St. Matthias in Hackenberg (1980)
Ende der 1970er Jahre entschied man sich für einen Kirchenbau in dem stark gewachsenen Ortsteil Hackenberg (Bergneustadt, Oberbergischer Kreis, NRW). Die neue römisch-katholische Kirche bekam den Namen St. Matthias. Für alle Fenster trug Hubert Schaffmeister (1928-2012) aus Bad Münstereifel Verantwortung, in Zusammenarbeit mit der Manufaktur Derix in Taunusstein. Der Künstler

Wilhelm Buschulte (1923-2013): Fenster der Klosterkirche St. Ursula in Bielefeld (1956)
In Schildesche, einem Stadtteil von Bielefeld, siedelten sich nach 1945 auf einem noch unbebautem Gelände der Kirchengemeinde St. Johannes Baptist geflohene Nonnen aus Breslau an. Dort gründeten sie ein Gymnasium für Mädchen und ein Kloster. Die dazugehörige Klosterkirche, die sich im ersten Stock des Hauptgebäudes der Schule befindet (über der

Hermann Geyer (1934-2016): Andanacher Weltgericht aus der ehemaligen Kirche St. Albert (1986)
Hermann Geyer (1934-2016) war schon in der Heilig Geist Kapelle in Ergenzingen mit einem Neuen Jerusalem hervorgetreten, das war 1980. Wenige Jahre später bekam er einen Auftrag für ein modernes Weltgericht für die römisch-katholische Kirche St. Albert. Die Kirche mit diesem Namen befand sich in der Innenstadt von Andernach am

Jakob Schwarzkopf (1926-2001): Augustinus-Kapelle in Trier (1958)
Erstmals setzte sich der Künstler Jakob Schwarzkopf (1926-2001) 1956 mit dem Thema des Himmlischen Jerusalem auseinander, damals im Rahmen der Lauretanischen Litanei, für die Kirche St. Mariä Geburt in Grevenbroich-Noithausen. Wenige Monate danach erfolgte ein Auftrag für drei Chorfenster für die Krankenhauskapelle der Barmherzigen Brüder in Trier (kurz Brüderkrankenhaus). Diese

Paul Weigmann (1923-2009): St. Petrus und Paulus in Ludendorf (1970)
St. Petrus und Paulus ist der Name einer römisch-katholischen Kirche in Ludendorf, einem Ortsteil von Swisttal im äußersten Süden von Nordrhein-Westfalen nahe der Eifel. Acht fünfeckige Fenster standen hier zur Gestaltung an. Im unteren Bereich verbindet ein schmiedeeisernes Gitter diese Fenster untereinander. Mit den Fenstern beauftragte man Paul Weigmann (1923-2009),

Hans Heinrich Adam (1919-2007): Glaswand der Auferstehungskirche in Siegburg (1957)
Große Glaswände waren zwar schon vor 1945 technisch möglich, doch erst nach den Kriegsverwüstungen gab es im Bestand und bei Neubauten einen Bedarf. Diese Glaswände wurden damals als wohltuend modern empfunden, fast immer findet man in den Festschriften und in der wissenschaftlichen Literatur lobende Worte über die neue Helligkeit, als

Luise Theill (geb. 1933): Chorfenster der evangelischen Kirche Denklingen (1996)
Luise Theill, geboren unter dem Familiennamen Evang 1933 in Remscheid, lebte und arbeitete viele Jahre in Wiehl (Oberbergischer Kreis). Dort entstanden vor allem Buchillustrationen, Scherenschnitte und Textilarbeiten, wie beispielsweise Antependien. Die meisten ihrer Arbeiten haben einen religiösen Kontext, als Auftragsarbeiten für kirchliche Publikationen oder zur Ausgestaltung von Sakralräumen. Mitarbeit an

Georg Meistermann (1911-1990): Feldkirche bei Neuwied (1975)
Die Feldkirche bei Neuwied am Rhein ist heute der älteste Sakralbau der Umgebung und hat dem Ort Feldkirchen seinen Namen gegeben. Der Bau, der in Teilen noch in das 10. Jahrhundert zurückreiche, wurde im Zweiten Weltkrieg schwer zerstört. Auch alle historischen Buntglasfenster gingen zu Bruch. Dabei handelte es sich keineswegs

Alfredo di Prinzio (1939): Freimaurer-Phantasie (1980)
Dieses Kunstwerk strahlt Dynamik, Kraft und Energie aus. Durch den gelbroten Lichtstrahl über dem Kubus wird vor allem die Vertikale betont: Hier geht es um das Streben nach höheren Dingen, um die Gleichwerdung des Menschen mit Engeln. Von den Engeln

Louise Jeter Walker (1913-1998): „Das Neue Jerusalem und die Hölle“ (um 1980)
Zu Beginn der 1980er Jahre wurde die Serie „The Great Questions of Life“ („Die großen Fragen des Lebens“) von Louise Jeter Walker (1913-1998) herausgebracht. Walker, eine gebürtige Missionarin, wirkte vor allem als Pastorin einer Pfingstkirche in Peru und missionierte von

Barbara Ollesch (1918-2004): Dachfenster des evangelischen Gemeindehauses in Kaiserswerth (um 1975)
In Gebäuden außerhalb von Kirchen findet man selten einmal ein Himmlisches Jerusalem aus Glas; eine Ausnahme ist das evangelische Gemeindehaus und Büro in Kaiserswerth, ein im Grünen gelegener Stadtteil von Düsseldorf. Als 1976 das Gebäude durch den Architekten Konrad Beckmann

Sieger Köder (1925-2015): Gemälde „Ich sah das neue Jerusalem wie eine Braut“ (1992)
Sieger Köder, geboren 1925, hatte 1946/47 an der Fachschule für Edelmetall in Schwäbisch Gmünd studiert, danach bis 1951 Malerei und Kunstgeschichte an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Später, Mitte der 1960er Jahre, begann er mit vierzig Jahren ein

Jochanan Ligtenberg (geb. 1942): Gemälde „Himmlisches Jerusalem“ (um 2000)
Das Bild „Heavenly Jerusalem“ (65 x 50 Zentimeter) des messianischen Juden Jochanan Ligtenberg (geb. 1942) war um 2000 ein beliebtes Jerusalemer Postkartenmotiv christlicher Pilger und Pilgerinnen in Jerusalem. Die Lithographie zeigt eine schwebende Stadt, die von außen wie ein Karton

Peter Sedlaček (1939-2015): Serie „Apokalypse“ (2000)
Die Serie „Apokalypse“ entstand im Jahr 2000 und wurde noch im gleichen Jahr erstmals in Florenz auf einer Einzelausstellung der Öffentlichkeit präsentiert. Es handelt sich dabei um elf Bleistiftzeichnungen, die der surrealistische Maler Peter Sedlaček (1939-2015) geschaffen hat. Sedlaček wurde
Über mich
Dr. Claus Bernet
Um etwa 1990 begann ich, mich mit dem Thema Jerusalem zu beschäftigen. Die Stadt habe ich mehrfach bereist und Bücher zu diesem Thema verfasst; erwähnen sollte man vielleicht die Reihe „Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem“, den Band „Perlen des Neuen Jerusalem“ und meine Dissertation „Gebaute Apokalypse“. Zahlreiche Aufsätze erschienen immer wieder in Fachzeitschriften (Das Münster, Textilkunst International, Zeitschrift für Sepulkralkultur, u.v. a.). Mit meiner wissenschaftlichen Dokumentation von Jerusalems-Kunstwerken konnten bereits Ausstellungen und Museumskataloge unterstützt sowie Gemeinden bei der Anschaffung von geeigneten Kunstwerken beraten werden. Regelmäßig gebe ich auch Bildvorträge zu diesem Thema. Grundlage der Publikationen und der Bildvorträge sind meine fotografische Sammlung von inzwischen 6.000 Aufnahmen von Glasfenstern, Fresken, Mosaiken und anderen Kunstwerken.



