LETZTER BEITRAG

Gerhard Dreher (1924-2008), Gisela Dreher (1924-2020): Glaswand der Trinitatiskirche in Endenich (1964)

Das imposante großformatige Glasmosaik der evangelischen Trinitatiskirche in Endenich bei Bonn stellt an der Giebelseite das Himmlische Jerusalem in einfacher, auf Grundformen reduzierter Form dar. Es handelt sich um starkes Glas in Bleiverglasung, vorrangig in Blautönen. Zu erkennen sind Fenster und/oder Dächer, die über die gesamte Glaswand verteilt sind. Sie

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Wilhelm Buschulte (1923-2013): Mariä Heimsuchung in Werl (1962 und 1984)

Kaum ein Glaskünstler des 20. Jahrhundert hat das Neue Jerusalem so oft dargestellt wie Wilhelm Buschulte (1923-2013). Ohne Anspruch auf Vollständigkeit konnte ich bislang folgende Werke mit Jerusalems-Darstellungen dieses Künstlers auffinden, hauptsächlich im Ruhrgebiet:1953, St. Katharina, Unna1956, St. Ursula, Bielefeld1957, St. Maria Königin, Kerpen-Sindorf1958, St. Foillan, Aachen1958, Reformationskirche zur Heiligen

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Pieter Herman Gerrit Cornelis Kok (1919-1981): Kirchenfenster in Wildervank-Veendam (1966)

Pieter Herman Gerrit Cornelis Kok (1919-1981, kurz: Piet Kok) hat über einen längeren Zeitraum hinweg zehn Fenster für die evangelisch-lutherische Gemeinde von Wildervank-Veendam bei Groningen anfertigen durfte. Der Kirchenraum hatte bereits Buntglasfenster im Altarbereich, doch der Kirchensekretär H. Broeklander wünschte sich eine Ergänzung. Broeklander übernahm auch einen Großteil der Finanzierung

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Josef de Ponte (1922-2006): St. Alban in Heilbronn (1982)

Josef de Ponte (1922-2006) aus Schwaigern hatte sich in seinem Schaffen genau drei Mal mit dem Himmlischen Jerusalem auseinandergesetzt, jedes Mal in einem anderen Medium: 1965 entstand ein Mosaik für die katholische Pfarrgemeinde Heilig Kreuz in Darmstadt, 1966 entstand eine Malerei zu dem Thema und zuletzt hat der Künstler ein

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Alois Plum (1935-2024): St. Rabanus-Maurus-Kirche in Petersberg (1989)

Der Mainzer Glaskünstler Alois Plum (1935-2024) schuf 1989 die beiden gewaltigen, dreibahnigen Seitenfenster des Hochchores der römisch-katholischen Filialkirche St. Rabanus-Maurus in Petersberg bei Fulda, wobei er sich eng an Arbeiten seines Kollegen Georg Meistermann (1911-1990) anlehnte. Plum ist bekannt für seine sorgfältige Interpretation historischer Kirchen und Berücksichtigung liturgischer Fragen; er

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Basilia Gürth (1923-2018): Fenster der Franziskanerkirche in Graz (1982)

Zu sehen ist der obere Abschluss eines gotischen Langfensters, mit einer Stadtmauer, die sich horizontal durch drei Fensterbahnen zieht. Ebenfalls verbindet der blaue Lebensfluss die drei Bahnen miteinander. Die mittlere Bahn ist hervorgehoben: Hier schwebt im oberen Bereich das weiße Lamm, von dem aus Strahlen die Stadt erleuchten, hier befindet

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Leopold Schmid (1901-1989): „Königin des Friedens“ in Wien (1935)

„Königin des Friedens“ ist der Name einer römisch-katholischen Kirche im Wiener Gemeindebezirk Favoriten, welche am 16. November 1935 eingeweiht wurde. Besonderer Wert wurde damals auf die neuen Buntglasfenster gelegt, die der Architekt des Baus, Robert Kramreiter, gemäß der damaligen neuen Kunsttheorie als Teil der Konstruktion verstanden hat. In den Rundbogenfenstern

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„Apokalypse Trehtolkovy“, die „Die Apokalypse der drei Quadrate“ aus Moskau (1909)

Das Werk „Die Apokalypse der drei Quadrate“ („Апокалипсис трехтолковый“) erschien 1909 in Moskau. Es beinhaltet eine spätantike Interpretation der Apokalypse aus dem 17. Jahrhundert mit neu angefertigten kolorierten Abbildungen. Die Zeichnungen sind eigentlich in lediglich drei Farben ausgestattet: Russisch-Grün, ein Ochsenrot und ein kräftiges Gelb. Die Maler, die an dem

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Concordantiae-caritatis Handschrift (1349-1351)

Die Lilienfelder Concordantiae-caritatis Handschrift entstand zwischen den Jahren 1349 und 1351 und wird heute in der Stiftsbibliothek Lilienfeld in Niederösterreich aufbewahrt. Der Abt Ulrich von Lilienfeld erklärt in Bild und erläuterndem Text vor allem die Evangelien der einzelnen Sonn- und Feiertage des Kirchenjahres. Die „Concordantiae Caritatis“ zählt neben der Bible

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Weltgerichtsikone mit Baldachin aus der Tretjakow-Galerie in Moskau (um 1450), Kopien aus Pskow (1547), 19. Jh., sowie in in Beit HaGalil (2000) und Colorado Springs (2002)

Eines der bekanntesten und auch ältesten Beispiele einer russischen Weltgerichtsikone zeigt das Neue Jerusalem auf der linken, oberen Seite eines Jüngsten Gerichts. Im unteren Bereich sind Gruppen von Heiligen zusammengestellt. Alle sind in weiße Gewändern gekleidet. Darüber ist eine Architektur gesetzt, die die Kenntnis oberitalienischer Bauten der Lombardei verrät. In

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William Blake (1757-1827): Pilgrim’s Progress, Ausgabe 1824

1824 schuf der englische Altmeister William Blake (1757-1827) fünf Wasserfarbzeichnungen zum Himmlischen Jerusalem, im Rahmen seiner Beschäftigung mit dem Buch Pilgrim’s Progress von John Bunyan. Sie gelten als eine der letzten Arbeiten von Blake am Ende eines überreichen Schaffens. Sein Einfluss auf zukünftige Darstellungsweisen im Buchdruck kann gar nicht unterschätzt

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Ernst Rasche (1926-2018): St. Mariä Geburt in Mülheim (1989)

Der einfache Chorraum von St. Mariä Geburt, einer römisch-katholischen Kirche in Mülheim zwischen Duisburg und Essen mitten im Ruhrgebiet, benötigte eine künstlerische Ausgestaltung. Dazu beauftragte man unter Pfarrer Herbert Wiemers den Bildhauer Ernst Rasche (1926-2018), der in Mülheim beheimatet war. Der Künstler modellierte und bemalte zu Jahresbeginn 1989 diese Chorwand

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Corvinus-Graduale aus Frankreich (um 1480)

Ein Graduale ist ein liturgisches Gesangbuch. Diese waren im Mittelalter oftmals prachtvoll ausgestattet. Ein Meisterwerk ist das Corvinus-Graduale, entstanden um 1480. Ein oder mehrere unbekannte Miniaturisten aus Frankreich waren an diesem Werk beteiligt, welches zu der Bibliothek des Königs Matthias gehörte und heute Eigentum der Széchényi-Nationalbibliothek in Budapest ist (Cod.

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Walter Jac Maris (1900-1996): Monumentum mortuorum in Nijmegen (1949)

Bei der Wandgestaltung der Gedenkhalle vor der ehemaligen Dominikanerkirche an einer der Ecken des Albertinums in Nijmegen (dem „Monumentum mortuorum“) handelt es sich um ein grobes Mosaik in Gestalt eines Keramikreliefs. Dieses wurde in eine Wandnische eingesetzt und ist am Rand mit einem dreifachen Fries aus Backstein umzogen. Hier wird

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Franz Pauli (1927-1970): Buntglasfenster in St. Stephanus in Münster (1965)

Nicht immer ist eindeutig klar, ob bei einer Glasmalerei ein Himmlisches Jerusalem tatsächlich vorliegt. Ein kritischer Fall ist die römisch-katholische Kirche St. Stephanus in der Stadt Münster. Zu architektonischen Formandeutungen zusammengefügte Glasstreifen wechseln dort mit weißen und gelblichen quadratischen Glasbrocken.

Ikone der Altgläubigen (um 1720)

Diese insgesamt lediglich 43 x 34 Zentimeter kleine Ikone entstand in der Wolgaregion um das Jahr 1720. Sie wird der Kirche bzw. Bewegung der Altgläubigen zugerechnet, die diese Ikone ein halbes Jahrhundert nach ihrer Gründung anfertigen ließ. Insbesondere die Beschriftung der

Meister der Blumenornamentik: Weltgerichtsmalerei (um 1480)

Von dem sogenannten „Meister der Blumenornamentik“ ist diese um 1480 entstandene Torszene auf einem Weltgericht geschaffen worden, das auch einem oberrheinischen oder südschwäbischen Meister zugeschrieben wurde. Es befindet sich heute im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg (Inventarnummer Gm 110; Leihgabe der

Karl Hellwig (1911-1993): Fenster der Ebbergkirche aus Hemer (1953)

Die Ebbergkirche, fertiggestellt 1820, ist die evangelische Kirche in Hemer im Sauerland, einer Region mit vielen Kunstwerken zum Thema. Der Bau steht seit dem Jahr 1982 unter Denkmalschutz, auch wegen einer Glaswand, die als beispielhaft für die Nachkriegskunst bewertet wurde.1953

Weltgericht aus der Kiewer Schule (1850)

Die Hamedian Gallery befindet sich in der Via Dolorosa in der historischen Altstadt von Jerusalem. Die Galerie hat sich auf russische Ikonen und religiöse Devotionalien spezialisiert und ist auf diesem Gebiet führend in Israel. 2011 konnte ich die Galerie besuchen

Über mich

Dr. Claus Bernet

Um etwa 1990 begann ich, mich mit dem Thema Jerusalem zu beschäftigen. Die Stadt habe ich mehrfach bereist und Bücher zu diesem Thema verfasst; erwähnen sollte man vielleicht die Reihe „Meisterwerke des Himmlischen Jerusalem“, den Band „Perlen des Neuen Jerusalem“ und meine Dissertation „Gebaute Apokalypse“. Zahlreiche Aufsätze erschienen immer wieder in Fachzeitschriften (Das Münster, Textilkunst International, Zeitschrift für Sepulkralkultur, u.v. a.). Mit meiner wissenschaftlichen Dokumentation von Jerusalems-Kunstwerken konnten bereits Ausstellungen und Museumskataloge unterstützt sowie Gemeinden bei der Anschaffung von geeigneten Kunstwerken beraten werden. Regelmäßig gebe ich auch Bildvorträge zu diesem Thema. Grundlage der Publikationen und der Bildvorträge sind meine fotografische Sammlung von inzwischen 6.000 Aufnahmen von Glasfenstern, Fresken, Mosaiken und anderen Kunstwerken.

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